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The Crow - Die Krähe

(Originaltitel: The Crow)
Herstellungsland:USA (1994)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Fantasy, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,06 (129 Stimmen) Details
inhalt:
In der Nacht vor Halloween, der „Teufelsnacht“ , wird der Gitarrist Eric Draven zusammen mit seiner Verlobten Shelly von einer Gang im eigenen Apartment überfallen. Eric wird ermordet, und Shelly vergewaltigt, und noch am nächsten Tag erliegt sie im Krankenhaus ihren Verletzungen. Ein Jahr später hat Eric’s Geist noch immer keine Ruhe gefunden, sodass eine Krähe, welche die Geister der Verstorbenen ins Totenreich hinüberbegleiten soll, ihn aus seinem Grabe wiedererweckt. Unsterblich, mit übermenschlichen Kräften ausgestattet und der Krähe als sein ständiger Begleiter, beginnt er einen Rachefeldzug für seine Verlobte, und gegen seine Peiniger…
eine kritik von themoviestar:

Es gibt nicht umsonst den Spruch, lebe jeden Tag als wäre es dein Letzter, denn im Endeffekt weiß niemand von uns, wann seine letzte Stunde geschlagen hat. Brandon Lee, der einzige leibliche Sohn des legendären Bruce Lees, hatte gerade die Weichen mit Filmen wie Showdown in Little Tokyo (1991) und Rapid Fire (1992) für eine erfolgreiche Karriere als Hollywood Actionstar gelegt, da wurde er bei den Dreharbeiten zur  Comicverfilmung The Crow - Die Krähe (1994) am 31.03.1993 durch einen bedauernswerten Unfall getötet und das im zarten Alter von nur 28 Jahren. Das perfide daran ist, dass seine Figur Eric Draven, welche er spielen sollte, in der Filmhandlung ebenfalls aus dem Leben gerissen wird und genau wie er in der Wirklichkeit seine große Liebe heiraten wollte. Nach dem Unglück wurden die von Paramount Pictures finanzierte Produktion kurzfristig eingestellt, bis die Entertainment Media Investment Corporation die Rechte kaufte und der Streifen mit aufwendigen CGI-Effekten und Body-Doubles für Brandon Lees Szenen fertig gestellt wurde. The Crow hatte am 10.05.1994 Weltpremiere und ist seiner Verlobten Elizia Hutton gewidmet, die Hochzeit sollte wenige Tage nach dem eigentlichen Drehschluss stattfinden. 

Dabei war Brandon Lee gar nicht mal erste Wahl für seine Rolle, Christian Slater, River Phoenix und Johny Depp sagten im Vorfeld ab. Außerdem gab es am Set vor Lees tödlicher Schussverletzung eine Reihe von Zwischenfälle, die zum Gerücht führten, der Film sei verflucht gewesen. Ein Arbeiter erlitt schwere Verbrennungen, ein Stuntman brach sich bei einem Dachsturz einige Rippen, ein Hurrikan zerstörte mehrere Kulissen und ein Rigger erlitt einen vernichtenden Stromschlag. Doch trotz all dieser bremsenden Rückschläge ist Regisseur Alex Proyas mit The Crow  ein hoch unterhaltsamer, melancholischer, düsterer Fantasy-Rache-Actioner mit absolutem Kultstatus gelungen, wie zahlreiche Kritikerresonanzen und Zuschauermeinungen treffend belegen. Das Drehbuch von David J. Show hält sich zum größten Teil an die Charaktäre des Comics von James O'Barr. In der ominösen Teufelsnacht, in welcher die Unterwelt die Stadt in Flammen setzt, werden der Rockmusiker Eric Draven (Brandon Lee) und seine Verlobte Shelly Webster (Sofia Shinas) von den Schlägern des Mafiaoberhaupts Top Dollar (Michael Wincott) brutal ermordet. Dank den mystischen Kräften einer Krähe steht Erich 1 Jahr später von den Toten auf und  kehrt an den Tatort zurück, um sich an seinen Peinigern zu rächen. Als er einen nach dem anderen eliminiert und sich bis zu Top Dollar hocharbeitet, kommt dieser mit Hilfe seiner Geliebten Myca (Bai Ling) hinter sein Geheimnis der Unsterblichkeit. Nachdem Top Dollar Erics Patentochter Sarah (Rochelle Davis) entführt hat und sein Freund der Polizist Albrecht (Ernie Hudson) angeschossen wurde, kommt es letzten Endes zum spektakulären Showdown in schwindelerregenden Höhen...

Wissen Sie, was ich von einem außergewöhnlichen Action / Fantasy Film erwarte? Er muss mich in erster Linie mitnehmen. Ich möchte eins werden mit den Protagonisten, die Welt durch deren Augen betrachten können, mit ihrem Schicksal mitfiebern dürfen und ihnen die Daumen drücken. Ich freue mich über eine Geschichte, die mich in ihren Bann zieht, über einen Helden zu dem ich hinauf schauen kann, über eine verachtungswürdige, gemeine Feindbildzeichnung und über eine klare Differenzierung zwischen Gut und Böse. Ich möchte aber auch beeindruckt werden, beeindruckt werden von der Optik der Szenerie, beeindruckt werden von Klang und Akustik der musikalischen Untermalung, beeindruckt werden von den schauspielerischen Leistungen und beeindruckt werden von der fulminanten Action. Ich wünsche mir eine mitreißende Spannungskurve, ein krönendes Finale und eine Kernmessage, mit dessen Inhalt ich mich idendifizieren kann. Wenn Sie also bei allen genannten Punkten nickend zustimmen können und die gleichen Ansprüche an perfekte Abendunterhaltung wie ich stellen, sind Sie bei The Crow - Die Krähe genau richtig, denn was Alex Proyas und sein Team aus dem 18 Millionen Dollar Budget trotz der traurigen Umstände und der vielen Querelen herausgeholt haben, verdient allerhöchste Anerkennung.

Um die Eisen aus dem Feuer zu holen, mussten alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Gebannt lauscht das Publikum dem melancholischen The Crow Score Rainvorever von Greame Revell und den poetischen Gedanken der kleinen Sarah (Rochelle Davis), welche die emotionale Brücke zum schrecklichen Schicksal von Eric und Shelly schlägt, aber auch Mut machen soll, da es nicht immer nur Regnen kann. Indessen geht  Brandon Lees Performance als gruftig-satanistisch geschminkter Rächer in schwarzer Lederkluft im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut. Leid, Schmerz, Verzweiflung, Wut und Hass kanalisiert er in einem breitgefächertem Minenspiel zwischen tieftraurig und fratzenhaftem, sarkastischem Grinsen, als hätte er seine eigene Bestimmung fast erahnt. Spätestens wenn Draven unter den Fittichen der sagenumworbenen Krähe aus seinem Grab empor steigt und seinen Rachefeldzug durch die rabenschwarze Nacht startet, ist Gänsehaut pur garantiert und Alex Proyas sorgt mit seiner erhabenen audiovisuellen Inszenierung für das geeignete Ambiente. In den schwarzen Gassen geben sich Licht und Schatten in unendlich wirkender Finsternis die Hand, wenn sich ein loderndes Flammenmeer aus Zerstörung und Gewalt ausbreitet. Die Kamera schwenkt in ästhetischer Obersicht über die Stadt, während der untote Racheengel zu in Mark und Bein fahrenden Gothic-Rock Klängen von Dach zu Dach eilt und seine Feinde um ihr Leben fürchten müssen. 

Den sympathieträchtigen Protagonisten stehen der von Michael Wincott erstklassig verkörperte eiskalte, gewissenlose, egozentrische Gangsterboss Top Dollar und dessen durchgeknallte Bandenmitglieder T-Bird (David Patrick Kelly), Skank (Angel Davids), Tin Tin (Laurence Mason) und Funboy (Michael Massee) gegenüber, die mit ihrer Überdrehtheit in Kombination mit dem diktatorischen Führungsstil Top Dollars die abrundtief bösartige, comicartige Feindbildgenerierung perfektionieren. Der Kontrast zwischen Gut und Böse liefert den Nährboden für sukzessiv steigernde, spektakuläre und streckenweise auch brutale Actionszenen, welche ebenfalls auf eine imposante Optik setzen. Draven räumt seine Widersacher nicht einfach nur so aus dem Weg, nein dass muss unter dem recht dehnbaren Begriff der Kunst rabiat und stilvoll zu gleich erfolgen, als Beispiel sei hier das ausufernde Massaker in Top Dollars Hauptquartier genannt. The Crow bekam auch auf Grund seiner expliziten Gewaltdarstellung massig Zensurprobleme mit der MPAA, was der Vergleich zwischen der R-Rated Fassung und der Unrated Version nachhaltig dokumentiert, wobei die angeordneten Änderungen vor Veröffentlichung sich größtenteils nur sanft bemerkbar machen und der Sehgenuss des weltweiten Kinocuts nur unwesentlich getrübt wurde.

Selbstverständlich können Sie versuchen, dass berühmt berüchtigte Haar in der Suppe beispielsweise am einfach strukturierten Racheplot oder der abgehobenen Charaktere auszumachen, doch The Crow  hält seine Angriffsfläche bemerkenswert klein und darf sich meiner Meinung nach als Vorzeigeobjekt für einen hervorragenden Fantasy-Actioner fühlen. The Crow - Die Krähe erzählt seine mystische, bewegende Geschichte von Liebe, Hoffnung und Vergeltung packend und mitreißend, während dem Zuschauer nichts anderes übrig bleibt, als sich mit dem Schicksal seiner Hauptfiguren zu verbünden und der actionreichen Abrechnung der Krähe mit der Unterwelt gebannt Folge zu leisten. Neben seinem enormen Widerunterhaltungswert sorgt The Crow auch dafür, dass der leider zu früh von uns gegangene Brandon Lee in wohliger Erinnerung für die Nachwelt bleibt und dass ein jeder von uns das Leben wieder zu schätzen weiß, dashalb lassen Sie mich dieses Review mit einem Zitat beenden: "Wenn uns die Menschen, die wir lieben, genommen werden, können wir sie trotzdem behalten, indem wir nie aufhören, sie zu lieben. Gebäude brennen und Menschen sterben, aber die wahre Liebe hält ewig" MovieStar Wertung: 10 von 10 Punkte.

 

10/10
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Kommentare

27.11.2020 13:29 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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"So, sie haben ihre Entscheidung bereits getroffen. Dann tragen sie auch die Verantwortung für alles."
"Aaach das wird jetzt langsam langweilig. Legt ihn um !"
Ein Meisterstück von einem Film ! Zwar bin ich einen Punkt unter der 10, aber das schmälert das Werk eigentlich kaum. Einer meiner Favoriten !
Fein, fein Movie !

27.11.2020 13:43 Uhr - tp_industries
1x
User-Level von tp_industries 2
Erfahrungspunkte von tp_industries 73
Eine super geschriebene Verneigung vor diesem Meisterwerk. Mit dem passend gewählten Schlusszitat rundest du diese Kritik klasse ab.
Hut ab, movie!

27.11.2020 14:18 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 5
Erfahrungspunkte von McGuinness 414
Ganz starke Review, mein Lieber... Hervorragend besprochen 😚👌🏻

Wäre zwar nicht mit der Höchstwertung dabei, aber sau - stark finde ich den trotzdem.

Wenn ich mir allerdings den Schnittbericht zur Kinofassung - Workprint anschaue, dann finde ich es schon ziemlich ärgerlich, dass gezeigtes Material nicht nachträglich in die jetzige FSK - Fassung, falls möglich, integriert worden ist ☹️ denn gerade die Schlußszene mit Top - Dollar wäre doch wirklich mehr als sehenswert gewesen... Schade !

27.11.2020 14:36 Uhr - TheMovieStar
1x
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Vielen lieben Dank euch dreien fürs Lesen und für euer Lob, dass hat mich sehr gefreut. Schön das ihr den Film ähnlich positiv wie ich bewertet.😚

@ Mc Guinness: Da hast du Recht das das zusätzliche Material sich in einer Extended Version bestimmt nicht schlecht gemacht hätte, Schade dass es bisher keine offizielle Unrated Version gibt.😚

27.11.2020 16:28 Uhr - Bill Williamson
1x
Wunderschön geschrieben, du hast es auf den Punkt gebracht.
Von mir auch ganz klar 10/10 Punkten.
Zum Film muss man nicht viel sagen, Kult, Kult.
Schade das es Brandon Lee letzter Film war.
Der Soundtrack ist in meinen Augen eine Wucht, einer der besten Soundtracks der letzten Jahre.


27.11.2020 21:59 Uhr - Draven273
1x
User-Level von Draven273 2
Erfahrungspunkte von Draven273 35
Super Review zu einem Spitzenfilm. Tolle gemacht Movie. Grade erst vor knapp 3 Wochen wieder angeschaut. Es gibt so ein oder zwei kleine Szenen wo ich denke, schade etwas schlecht gealtert, aber der Rest ist für mich immer noch super. Die ganze Atmosphäre, die geile Mukke, die passenden Darsteller, ein perfektes Bild von Gut und Böse.... ach es gibt so viel. Du triffst die passenden Punkte. Und auch nach so langer Zeit, gibt es zumindest zwei Stellen im Film, die mir immer noch perfekt Gänsehaut erzeugen. Love it.

28.11.2020 00:09 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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Es gibt einfach Reviews die sind wie eine Verbeugung, eine Art Huldigung an den Film und spiegeln die Emotion und Nachwirkung in dessen Autor wieder. Dies ist eins davon und laß mich ohne jeglichen Sarkasmus sagen, daß es ein Perfektes ist.

28.11.2020 14:55 Uhr - The Machinist
1x
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Erfahrungspunkte von The Machinist 795
Yeah, ebenfalls einer meiner Lieblingsfilme. Schauspiel, Action, Atmosphäre, Musik... da stimmt einfach alles.
Nur schade, dass die Fortsetzungen allesamt ähnlich misslungen sind, wie die zahlreichen ''Highlander''-Sequels.

Danke für den Reminder MovieStar, schon ewig nicht mehr gesehen.

28.11.2020 19:36 Uhr - TheMovieStar
1x
User-Level von TheMovieStar 9
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 1.048
@ Bill Williamson: Danke auch dir fürs Lesen und dein Lob. Schön das wir den Film ähnlich bewerten:-)))

@Draven: Danke dir fürs Lesen und dein Lob. Dachte mir, wer sich seinen Nickname nach der Hauptfigur von The Crow raussucht, der wird den Film mindestens genauso gut finden wie ich :-)

@ Ghost: Danke auch dir fürs Lesen und dein außerordentliches Lob, das ehrt mich sehr :-)

@The Machinist: Danke auch dir fürs Lesen und dein Lob. Freut mich, wenn du den Film ähnlich stark wie ich findest. Die Fortsetzungen habe ich nie gesehen, da für mich die Figur The Crow unmittelbar mit Brandon Lee zusammenhängt, die Fortsetzungen haben mich nie interessiert und was ich so von anderen höre, habe ich da auch nichts verpasst.

30.11.2020 14:05 Uhr - Giant P
1x
Wirklich tolle Review zu einem richtig guten Film.Ich bin deiner Meinung bei allem was du zu dem Film gesagt hast. Mach weiter so

04.12.2020 10:44 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 9
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 1.048
@ Giant: Danke dir fürs Lesen und dein Lob. Hat mich sehr gefreut :-)

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