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Chloe - Liebe. Eifersucht. Verführung.

(Originaltitel: Chloe)
Herstellungsland:Frankreich, Kanada, USA (2009)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Erotik/Sex, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,25 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Die Ärztin Catherine und der Hochschulprofessor David sind seit langem verheiratet. Durch eine SMS von einer Studentin Davids wird Catherine misstrauisch und setzt das Escort-Girl Chloe auf ihren Mann an, um zu überprüfen, ob er ihr treu bleibt. Chloe übt ihren Auftrag mehr als gewissenhaft aus und erzählt Catherine immer detaillierter von ihren Begegnungen mit David. Catherine gerät zunehmend in den Bann Chloes und verliert allmählich die Kontrolle über das Spiel, das schon längst keines mehr ist ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von schatzibobbers:

Nach „Wahre Lügen“ ist dieser Film erst das zweite Werk von Atom Egoyan, das ich mir zu Gemüte führe. Der gute Mann schien ja gerade in den 90er Jahren den Höhepunkt seines Schaffens erreicht zu haben, indem er diverse Festivalpreise einheimsen konnte.

„Chloe“ ist das Remake des französischen Films „Nathalie - Wen liebst du heute Nacht?“ und schildert das in die Jahre gekommene Ehe-Verhältnis zwischen der Gynäkologin Catherine (Julianne Moore) und dem Musikprofessor David (Liam Neeson). Der Alltag prägt die Beziehung der beiden Hauptprotagonisten, in der Romantik und Leidenschaft schon lange keinen Platz mehr haben. Lange Arbeitszeiten und kurzfristige Verspätungen verdichten immer mehr die Vermutung eines außerehelichen Verhältnisses. Die Zufallsbekanntschaft mit dem Escort-Girl Chloe (Amanda Seyfried) verändert das Leben von Catherine, als sie die attraktive Prostituierte engagiert, um ihren Mann beziehungstechnisch auf die Probe zu stellen. Die nachfolgenden Treffs sind geprägt von lasziven erotischen Erfahrungen, welche Chloe in geheimen Treffen mit ihrem Mann zu wiederfahren scheinen und in allen Details weitergegeben werden. Doch nach anfänglicher Verzweiflung fühlt sich Catherine immer mehr von den Geschichten und auch von der verführerischen Erzählerin angezogen und diese Gefühle scheinen nicht nur von einer Seite zu kommen. Als sich alle drei Charaktere begegnen scheint die Stimmung zu kippen…

In seinem Trailer will der Film einen erotischen Thriller suggerieren, letztendlich erfahren wir in den knapp 90 Minuten aber nichts anderes als die Ehe-Probleme eines gutverdienenden Paares, die von Alltag und Routine geprägt sind. Schon längst finden die beiden keinen Zugang mehr zu ihrem Partner, Zärtlichkeiten sind so gut wie nicht mehr vorhanden, Funken sprühen schon lange nicht mehr. Das ändert sich, als Amanda Seyfried ins Spiel kommt: Mit jugendlichem Leichtsinn und erotischer Ausstrahlung versprüht sie genau diesen Charme, der in der Beziehung schon längst verflogen ist. Die attraktive Newcomerin blüht in ihrer Rolle auf und leistet sehr zur Freude der männlichen Zuschauer vollen Körpereinsatz – so freizügig hat man die Dame noch nicht auf der Leinwand zu Gesicht bekommen. Aber auch Julianne Moore kann mit ihrer Darstellung begeistern, indem sie die verzweifelte und zerbrechliche Ehefrau gibt, die keinen Zugang mehr zur ihrem Ehemann findet und an den einsamen Abenden zu zerbrechen droht. Alles Vorzeichen eines 08/15-Beziehungsdramas, wenn nicht die liebreizende Chloe eine erotische Komponente ins Spiel bringen würde, die in den Jahren der Enthaltsamkeit gefehlt hat. Erzählungen und Träume, Schein und Sein… mit diesen Elementen wagt der Regisseur den Übergang zur Thriller-Ebene, was aber nicht so recht gelingen mag – der erfahrene Zuschauer weiß zum Zeitpunkt der großen Auflösung längst, was hier gespielt wird, so dass der große „Aha-Effekt“ ausbleibt. Story und Inszenierung pendeln konstant auf gutem Durschnitts-Niveau: Gerade noch unterhaltsam genug, um nicht umzuschalten zieht sich das Drama trotz seiner nicht gerade ausschweifenden Spieldauer doch in die Länge und die Augen drohen zuzufallen, bis Amanda Seyfried wieder die Glocken erklingen lässt.

Alles in allem gibt es also keinen wirklichen Grund, diesen Film zu sichten, weil er sich der Regisseur offensichtlich nicht genau zwischen Erotik-Thriller und Beziehungs-Drama entscheiden konnte… und das merkt man der Inszenierung deutlich an. Das Ergebnis ist ein seltsamer Mittelweg mit einem vollkommen missratenem Ende, das aber dann doch irgendwie zum Film passt. Schnell vorbei, schnell wieder vergessen… schade um das Potential. Aber hab ich eigentlich schon erwähnt, dass man Amanda Seyfried nackt sieht?

6/10
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Kommentare

25.11.2020 16:18 Uhr - Kaiser Soze
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Guten Tag und vielen Dank für Dein gelungen verfasstes Review! Interessante Gedanken zu einem Film, der mir persönlich zwar weit besser gefallen hat (7 bis 8 Punkte), als er Dir ge- / missfällt, aber das ist ja immer Geschmackssache.
Man kann dem Werk definitiv vorwerfen, dass alles etwas seicht ist und teils gradlinig und daher mitunter vorhersehbar ist; die Wendung am Ende hatte ich so aber zugegebenermaßen nicht erwartet.

Generell finde ich das Zusammenspiel der Familie und der... Beauftragten sehr gut inszeniert und mit einer klasse schauspielerischen Leistung, die Ideen und Wendungen sind (teils) geschickt eingebracht und der Trailer, der einen
erotischen Thriller suggerieren
, passt doch zum Film, wenn etwa
leistet sehr zur Freude der männlichen Zuschauer vollen Körpereinsatz – so freizügig hat man die Dame noch nicht auf der Leinwand zu Gesicht bekommen.
Schön fürs Auge^^

25.11.2020 22:11 Uhr - TheRealAsh
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Ich kenne von Atom Egoyan nur "Das süße Jenseits", der eine wirklich interessante Ausgangsidee hat, aber auch etwas sperrig ist. Dein Review hört sich auch ein bisschen danach an, an sich hochwertige Ware, aber zum letzten Kniff reicht es irgendwie nicht. Ich warte mal ab, vielleicht ist das Werk des Kanada-Armeniers mit dem coolen Vornamen ja was fürs Alter;-)

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