SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Mortal Shell · Die letzten Überbleibsel der Menschheit · ab 34,99 € bei gameware Ganz böses Zombiespiel aus AT · Hol dir das böse Game ohne Zollprobleme · ab 34,99 € bei gameware

Nightlife

Herstellungsland:Deutschland (2020)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie, Liebe/Romantik
Bewertung unserer Besucher:
Note: - (0 Stimmen) Details
inhalt:
Milo, ein Berliner Barkeeper und Sunny, eine süße, waschechte Berlinerin, lernen sich auf schicksalshafte Weise im Nachtleben kennen. Als Milos chaotischer Freund Renzo auftaucht, eskaliert der romantische Abend zunehmend zu einem wilden Trip durch die Berliner Nacht, und die drei müssen schließlich um nicht weniger als ihr Leben und die Liebe kämpfen…
eine kritik von ghostfacelooker:

Die einzig wirklich haltbaren Gründe, warum ich mir diesen Film angesehen habe, sind, außer meiner besseren Hälfte, (die leider nicht im Film mitspielt), die beiden Hauptdarsteller, Elyas M’Barek, als halbgar, deutsche Version von Tom Cruise´s Figur aus Cocktail, welcher hier Milo heißt und sein weibliches Objekt der Begierde Palina Rojinski, alias Sunny oder Sandra.

Überspitzt gesehen, könnte man auch einen Touch True Romance in den Film hineininterpretieren wollen, wenn da nicht diese überspitzt gewollten und zum fremdschämen typisch deutschen Figurenzeichnungen mit ihren Dialogen wären, die mir 90% des heimatlichen Films madig machen. Die restlichen zehn Prozent, welche ich gut finde, finden sich in meiner Review-Vita.

Der deutsche Feuilleton, natürlich Kenner der Szene und frei von persönlichen Empfindungen, ist voll des Lobes über dieses Werk und spricht von pointierten Dialogen und das dieser Film sich im Komödien-Genre aufgrund des Slapstick und Wortwitzes nicht zu verstecken bräuchte.

Nun, ich sehe dies ein wenig anders, was bestimmt nicht überraschend sein dürfte, denn immer wenn man so voll des Lobes für irgendeine Produktion ist, bekommt mein rotäugiger Arteriitis temporalis indirekte Sehstörungen.

Es ist ja schon mal ein Fortschritt, nicht wieder Schweighöfer oder Schweiger im Film entdecken zu müssen, aber Letzteren durch einen noch schlimmer nuschelnd und immer traurig dreinblickenden Frederick Lau zu ersetzen, dessen schauspielerisches Talent sich seit seinem Magenta-TV Werbespot auf gleichem larmoyanten Niveau befindet, ist auch nicht das gelbe vom Ei und hier zusätzliches Haar in der Suppe.

Seine Figur des besten Freundes von Milo, ist insgesamt von einen überdimensionalen Fremdschämfaktor durchzogen, der nur noch durch deren dämliches Handeln übertroffen wird, welches uns Regisseur Simon Verhoeven als Humor verkaufen will.

Getoppt wird diese Art des Humors noch durch die ein oder andere Nebenrolle, welche so überzogen und realitätsfern sind, daß die obligatorischen Drogen, die man bei dem „Spieleabend“ verabreicht, völlig obsolet wären, denn wenn ich so einen Banker wie Heiko (Leon Ullrich´) an meiner Seite hätte, oder dessen Angebetete Petra (Milena Dreißig), würde ich dies als Fingerzeig (Insidergag) ansehen und mein Geld gleich aus dem Fenster werfen.

Diese ohnehin schon traumatische Sequenz und Alptraum aller damalig mit Block und Stift bewaffneten, ernsthaften Dungeons and Dragons Spieler, wird bei einer eigentlich renommierten Fachzeitschrift des Films als makabrer Höhepunkt gelobt, während sie für mich nicht mehr als ein Armutszeugnis des Humorverständnisses des Regisseurs ist.

Wer wirklich pointierten Humor mit „Actioneinlagen", und nicht nur spießbürgerliche Gesellschaftssituationskomik erleben will, die aus dem Ruder läuft, sollte sich Plan B-Scheiß auf Plan A ansehen, zu welchem ebenfalls ein Review vom mir vorliegt, und ein deutlich besseres Bild des deutschen Films zeichnet.

Die Vorteile des Films, die ihn einerseits nicht nur erträglich, sondern auch für den zumindest einmaligen Sehgenuß empfehlenswert machen würden, sind neben den beiden durchaus charmanten Hauptdarstellern, und ihren Figuren Sunny und Milo, die durchaus witzig zu nennende Handlung, das ab und an durch unnötig oder seltsame Handlungen gebremste Tempo und die wirklich witzigen Nebenfiguren, bei welchem vor allem der österreichischer Schauspieler Nicholas Ofczarek, in der Rolle des mit wiener Schmäh gesegnet, cholerisch agierenden „Paten“ des Berliner Nachtleben, Kempa zu überzeugen weiß.

Auf Augenhöhe mit Kempa, ist aber auch das russische Gangstertrio rund um Mark Filatov, alias Sorokin und ihr Pendant als Kempas Handlanger zu nennen, denn die einen Strafen das Klischee des knurrig aggressiv, kriminellen Russen Lügen, während die anderen ihr Klischee des ostdeutschen Vollkrass-Straßengangsters mit mehr Muskel als Hirnmaße unterstreichen.

Diese Aushilfsgangster mit ihrem Boss, verströmen einen nostalgischen Hauch jener Filmen wie Shoot´ em up, Ghetto Gangz, oder ähnlichen Werken, in denen der Antagonist mit Gehilfen gesegnet ist, deren Intelligenzquotienten, dem eines massiv veredeltem Türstocks gleicht.

Läßt man also Lau´s laue Performance als Renzo außen vor und konzentriert sich auf die Fettnäpfchen denen M’Barek und Rojinski auszuweichen suchen während sie sich kennenlernen wollen, dann bekommt man eine durchschnittliche Komödie mit einem Potential an Gag-Dichte, welches hier und da aufzublitzen versteht, aber beispielsweise auch nicht über einem besseren Eberhofer-Film liegen würde.

 

Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Outside
Ghostfacelooker
Percht
Ghostfacelooker
Höllental
Ghostfacelooker
die neuesten reviews
So
TheMovieStar
8/10
Monster
McGuinness
9/10
Terminator:
Kaiser Soze
7/10
Outside
Ghostfacelooker
Perfect
Kaiser Soze
8/10
Ohne
TheMovieStar
6/10
Star
sonyericssohn
6/10

Kommentare

29.11.2020 11:02 Uhr - Draven273
User-Level von Draven273 2
Erfahrungspunkte von Draven273 35
Nach so vielen Jahrzehnten wurde es auch Zeit, dass ich endlich mal einen Deiner Lieblingsfilme kennenlerne :)
Bei mir kommt der tatsächlich ne Ecke besser weg. Stimme Dir jedoch in allen Punkten zu. Ich frag mich ja immer wieder, warum wir Deutschen das immer so komisch übertreiben müssen, irgendeinen Mist in einen Film einbauen der nicht passt, den Humor gnadenlos übertreiben oder wie auch immer. Das finde ich immer etwas schade, denn an sich sind die Ansätze ja oft gut. Mit Frederick Lau ist das diesmal so eine Sache, mir gefällt er immer noch am besten in Die Welle oder eben bei Simpel. Insgesamt darf man nicht vergessen, das Zielpublikum ist auch einfach anders inzwischen. Davon ab, Deine Review wie immer sehr angenehm zu lesen, schmunzeln konnte ich auch und sie hat mir einfach wieder gefallen.

29.11.2020 12:45 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 19
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 7.158
29.11.2020 11:02 Uhr schrieb Draven273Nach so vielen Jahrzehnten wurde es auch Zeit, dass ich endlich mal einen Deiner Lieblingsfilme kennenlerne :)
Bei mir kommt der tatsächlich ne Ecke besser weg. Stimme Dir jedoch in allen Punkten zu. Ich frag mich ja immer wieder, warum wir Deutschen das immer so komisch übertreiben müssen, irgendeinen Mist in einen Film einbauen der nicht passt, den Humor gnadenlos übertreiben oder wie auch immer. Das finde ich immer etwas schade, denn an sich sind die Ansätze ja oft gut. Mit Frederick Lau ist das diesmal so eine Sache, mir gefällt er immer noch am besten in Die Welle oder eben bei Simpel. Insgesamt darf man nicht vergessen, das Zielpublikum ist auch einfach anders inzwischen. Davon ab, Deine Review wie immer sehr angenehm zu lesen, schmunzeln konnte ich auch und sie hat mir einfach wieder gefallen.


Ja mein Lieblingsfilm er bestimmt ist^^^^^^^^

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)