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Der Killer in mir

(Originaltitel: Daniel Isn't Real)
Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Fantasy, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,50 (4 Stimmen) Details
inhalt:
Als der junge College Student Luke das Haus seiner labilen Mutter verlassen will stehen ihm nicht nur seine soziale Unbeholfenheit im Weg, sondern auch die vielen Traumata aus seiner Kindheit. Er sucht daraufhin die Hilfe seines imaginären Jugendfreundes Daniel, den er damals zu seinem Schutz erfand. Zunächst macht dieser Luke zu einem selbstbewussten, erfolgreichen jungen Mann. Doch Daniels geheime Absichten werden immer gefährlicher. Nichts davon ahnend steckt Luke schon bald in einem mörderischen Sog, aus dem es kein Entkommen gibt...
eine kritik von ghostfacelooker:

Wenn jemand wie ich, aufgrund des assoziativ, deutschen Titels, auf eine „verjüngte“ Version von Mr. Brooks, oder einer „reiferen“ Variante von Das zweite Gesicht hoffte, wird von diesem Streifen, welcher auf dem Roman In this Way I was saved von Brain DeLeeuw basiert, eventuell enttäuscht.

Das Buch, dessen Inhalt ich nur auf einigen Seiten im Internet recherchiert, aber selbst nicht gelesen habe, scheint sich in der Vorgehensweise und dem Handlungsablauf deutlich zu unterscheiden, denn darin lernen sich Daniel, der auch der Erzähler der Geschichte ist, ganz normal auf einem Spielplatz und nicht wie im Film, in einem für ein Kind schockierend, verstörenden Sequenz kennen.

Diese, für den Rest des Films bis auf sein Ende gesehen hin als eindringlich zu nennende Anfangssequenz, welche auch ein wenig an Martyrs erinnern lässt, verströmt eine dunkle Grundstimmung, welche die Handlung leider nur bis zu dem Moment beibehält an dem man Luke wieder auf dem College begegnet.

Ab diesem Zeitpunkt geschieht traurigerweise nicht mehr als das man ein mental und sozialtypisches Drama miterleben soll, welches Regisseur, Adam Egypt Mortimer, hier in einer sehr abgeschwächten Form von American Psycho zu inszenieren sucht.

Zumindest erweckt er diese Analogie besonders Daniels Auftreten, Kleidung und Verhalten bei mir, denn in allem ähnelt der siebenundzwanzigjährige Patrick Schwarzenegger, Sohn des Terminator, der Figur Christan Bale´s aus dem Film.

Schwarzenegger jr.´s Figur und Darbietung, ist stylisch und narzisstisch angelegt und persönlich kann ich nicht sagen, ob diese aalglatte Egomanie der Adaption des Buches zu hundert Prozent entspricht, immerhin jedoch kommt sie dem Schauspieler zu gute, dessen familiäre Abstammung man in einigen Szenen aufblitzen sieht, sodaß man innerlich schmunzelnd schon fast versucht ist, sich vorstellen zu wollen, wie wohl ein neuer Terminator Teil mit diesem „Modell“ wäre.

Miles Robbins´Charakter bleibt über weite Strecken hingegen genauso blaß wie die Spannung oder das Tempo des Films besonders, wenn man bedenkt welche Möglichkeiten dieses Thema hat und wie viele brillante Beiträge dies schon besser und visuell eindrucksvoller umgesetzt haben, denken wir neben den genannten Beispielen nur einmal an The Cell, der die emotionalen Abgründe seelischen Ungleichgewichts gleichsam in schillernden Gemälden zu erzählen versteht.

Die psychologischen Aspekte, mit denen Luke zu kämpfen hat und wie seine seelische Dissonanz zu einem Zerrbild der Realität zu werden droht, zeigt der Regisseur hierbei leider nur in vereinzelten Szenen, die teilweise mit sehr gutem Effekt wie in der U-Bahntunnelsequenz, teilweise mit fast schon lächerlicher Darstellung, wie bei der Hilfestellung mit Lukes Psychologen (Chukwudi Iwuji), umgesetzt werden.

Selbst die Nebenrollen, allen voran Sasha Lane, welche als Cassie eigentlich mehr erzählerische Gewichtung hätte haben können und nur daß Ende des Film und dessen Dramaturgie mitbestimmt, verblassen fast ebenso wie Lukes Mutter, welche zwar marginale Schlüsselszenen bekommt aber durch das sich immer wieder selbst bremsende Tempo der Geschichte mehr nur wie ein aufblitzen einer Messerklinge, welche das drohende Unheil nur andeuten anstatt es zu verursachen, scheinen.

Schade, denn die in die Jahre gekommene Mary Stuart Masterson (Ist sie nicht wunderbar?!) besäße jene emotionale Ausdruckskraft in ihrem Schauspiel, um hier deutlich besser zu glänzen, was sie zu ihrer Verteidigung sprechend in Anbetracht der kurzen Screenzeit doch unter Beweis stellt

Es wäre schön zu wissen, und hier wären Bücher affin geschätzte Kollegen, wie JasonXtreme und Co. gefragt, ob die Vorlage tiefer gehendes Potential gehabt hätte welches der Film meiner Meinung nach nicht umzusetzen weiß, oder ob der Regisseur bei der Nähe zur Vorlage dann seine eigens aufgebaute Spannung, die er eigentlich schon mit dem veränderten Kennenlernen der beiden Kinder andeuten wollte, selbst weitestgehend außer Acht ließ und fehlinterpretierte. 

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Kommentare

29.11.2020 07:51 Uhr - dicker Hund
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Das liest sich wie eine ziemlich konsternierte Betrachtung, trotz eines eigentlich vielversprechenden Konzepts. Ein eigenes Bild von "Der Killer in mir" habe ich noch nicht.

Übrigens: Der deutsche Titel hat ja mal wieder gar nichts mit dem Original zu tun. Diese Umtaufungen sind anscheinend nicht tot zu kriegen.

29.11.2020 12:44 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 19
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29.11.2020 07:51 Uhr schrieb dicker HundDas liest sich wie eine ziemlich konsternierte Betrachtung, trotz eines eigentlich vielversprechenden Konzepts. Ein eigenes Bild von "Der Killer in mir" habe ich noch nicht.

Übrigens: Der deutsche Titel hat ja mal wieder gar nichts mit dem Original zu tun. Diese Umtaufungen sind anscheinend nicht tot zu kriegen.


Bestürzt war ich nicht, nur fehlte mir im Kontext des Möglichen Potentials und den Genrebeiträgen doch einiges an bereits im Review erwähnten Punkten. Danke für´s reinschauen
Nebenbei:
Da es mit dem deutschen Titel schon einen Zusammenhang zum Film gibt, was sonst bei diesen Namensgebungen seltener ist, bin ich nicht explizit darauf eingegangen

30.11.2020 15:21 Uhr - The Machinist
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Zu dem hatte ich auch schon eine Kritik angefangen, aufgrund von mangelnder Zeit und Lust ist jedoch nicht mehr als ein grober Entwurf bei rausgekommen.
Hatte mich damals sehr auf den gefreut und direkt aus UK geholt. Konnte dem auch einiges abgewinnen, wobei es für mich jetzt noch kein absolutes Highlight war. Vielleicht 7 Punkte, nicht zuletzt wegen den beiden großartigen Hauptdarstellern. Dazu sei natürlich gesagt, dass ich ja ohnehin jemand bin der, wie im Falle von ''Daniel isn't real'', SpectreVision-Produktionen was abgewinnen kann.

Die Romanvorlage kenne ich leider auch nicht.

30.11.2020 19:57 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Der Trailer hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Irgendwie kam mir das alles... geklaut vor. Wo, wann, wie und warum kann ich leider nicht sagen.
Schöne Vorstellung aber trotzdem mach ich noch nen Bogen um dieses Gewächs.

30.11.2020 20:00 Uhr - Ghostfacelooker
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30.11.2020 19:57 Uhr schrieb sonyericssohnDer Trailer hat mich jetzt nicht vom Hocker gehauen. Irgendwie kam mir das alles... geklaut vor. Wo, wann, wie und warum kann ich leider nicht sagen.
Schöne Vorstellung aber trotzdem mach ich noch nen Bogen um dieses Gewächs.


Mich haut´umso mehr vom selbigen, daß du mal wieder hier bei mir "reinschaust"^^^^^^^danke dir und vielleicht sehen wir uns beim nächsten Pflanzenkauf

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