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Seized - Gekidnappt

(Originaltitel: Seized)
Herstellungsland:USA (2020)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Thriller
Alternativtitel:Rizk
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,60 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Sie nahmen ihm seinen Sohn - ein großer Fehler! Wenn er seinen Sohn heil wiedersehen will, muss er innerhalb von fünfeinhalb Stunden drei Mafia-Clans aus dem Weg schaffen, da sonst der Sauerstoffvorrat des Jungen aufgebraucht sein wird. Eine schier unlösbare Aufgabe.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von phyliinx:

Seized (2020) ist ein Film von Isaac Florentine. Scott Adkins gibt die lässige Hauptrolle des Nero, der für einen Kartellboss arbeiten muss, um seinen Sohn wieder zu sehen, den dieser gefangen hält.

Nun ist Seized ja eine DTV-Produktion und besonders in Corona-Zeiten als neuer Adkins-Eintrag an einigen Ecken bestimmt gerne gesehen, aber ich kann dem Film leider nicht wirklich attestieren, etwas im Bezug auf Story, Effekte oder Charaktere richtig gut gemacht zu haben.

Das Spiel von irgendwem zu bewerten ist recht schwierig, denn die Figuren von Drehbuchautor Richard Lowry sind einem durchgängig so fürchterlich egal, dass man auf den nächsten, anfangs noch nett, aber später eher mäßig inszenierten weil gern unverhältnismäßig unterteilten, jedoch immerhin wackelfreien Actionpart wartet, dem die Härten zur fehlenden Jugendfreigabe ehrlich gesagt kaum anzusehen sind. Aber jeder Darsteller mag seinen Job und das mag widerrum ich. Scott Adkins liebt das Genre mit Leib und Seele, Mario van Peebles gibt seinen Mzamo ebenso motiviert, Matthew Garbacz macht Taylor anständig lebendig. Bei Letzterem muss das Band zum Cast oder zumindest zu Peebles enorm stark gewesen sein. In einer gemeinsamen, ernst angelegten Szene kann der Jungdarsteller sich sein Lachen kaum verkneifen. Immer toll, zu sehen, wenn die Darsteller mit Freude ihrer Arbeit nachgehen, unabhängig davon, was schlussendlich rauskommt.

Die Story hat etliche Kratzer. Erstmal wirkt das Gehetze von einem zum anderen Auftrag recht fantasielos, dann entwickeln sich Dinge zu spät, als dass man sie zuvor mit Spannung hätte erwarten können und der Twist des Filmes basiert auf einer Sache, die einmal angesprochen, nie bedeutend und zum Schluss komplett ohne jeden Grund, den Zuschauer mitzureißen, eiskalt auf den Tisch gepfeffert wird. Die neunzig Minuten führen auch zu üblen Abkürzungen in Sachen Kommunikation. Ein Vater gesteht seinem Sohn den beruflichen Zwang zu töten und der nimmt das hin, als hätte er vom geheimen Hot-Dog-Stand seines alten Herren erfahren. Also bitte. Doch das Ende ist sympathisch, wenn auch stark an der Grenze zum Kitsch. Hier hat man sich richtig etwas ausgedacht und, netterweise, den besten Dialog des gesamten Filmes aus dem Ärmel geschüttelt. Ja, bei solchen FIlmen sollte man vielleicht nicht allzu genau auf die Story blicken, aber zum Beispiel ein Phantom Kommando hat das alles, trotz seiner stupiden Art, wesentlich bekömmlicher gelöst, weil von Vornherein kein unbedingt ernster Ton angeschlagen wurde.

Die Effekte sind größtenteils okay, aber teils auch sehr banal. Auf CGI Blut folgen keine Schusswunden, Waffen haben keinen Wumms im Klang und ein angeblicher Livestream ist ein offensichtliches YouTube-Video, samt eingeblendetem Zeitstrahl sowie sichtharem Titel. Holy shit, das stinkt gefährlich rein. Anders als der Soundtrack. Der Soundtrack von Corey Jackson mischt sich perfekt mit den Bildern des erfrischenden Settings, das ein untermalendes Flair mit sich bringt. Hier punktet Seized. Weiße Strände, sonnenbefleckte Wellen und eine Aussicht aus dem Bilderbuch des wohlig Träumenden sind heutzutage zur Seltenheit degeneriert, wenn es darum geht, Actionfilme zu inszenieren. Ebenfalls positiv fällt die Kameraarbeit auf. Teilweise holt man Optikfetischisten wie mich durch schöne, smoothe Longtakes hinter dem Ofen ihrer Kritik hervor und wie bereits etwas weiter oben erwähnt, wird bei Kampfsequenzen entweder still gehalten oder nur sehr dynamisch geshaked. Beispielsweise tritt Scott Adkins einen Feind in den rechten Bildausschnitt und die Kamera bewegt sich mit der Flugbahn des Feindes minimal nach rechts, was der Attacke Wucht verleiht. Oft verfolgen wir Nero auch ein Stück durch die Gegnerreihen, wie bei einem Videospiel, was, eventuell unfreiwillig, zu einer denkwürdigen bzw sogar der denkwürdigsten Line des Feindes passt: "Gehen Sie da rein und spielen sie mit den Scheißern 'Call of Duty' !" Wer es ganz genau haben will:Ja, ich weiß, Call of Duty und eine Third Person-Perspektive-Referenz passen nicht zusammen. Die Schusswechsel von Seized sehen mitunter aus, wie sich viele Leute das Gameplay eines sechsten GTA vorstellen. Bei den mitunter schnittlosen Verfolgungssequenzen achtet man hinter den Kulissen auch mal auf den Einsatz praktischen Blutes. So können Gegner ihren Lebenssaft auch an Wänden verschmieren, während sie daran herunterrutschen. Da fällt gleich wieder auf, wieviel Computerspritzer verbieten. Das Colour Grading setzt auf einen cleanen Look mit stark abgetrennten, kontrastreichen sowie herausstechenden Farben.

"Seized" ist ein ansehbarer, akzeptabler Film, mehr aber leider auch nicht. Ich schwanke stark zwischen einer 5 und einer 6. Aber durch den monotonen ersten Akt (Find, Kill, Repeat) kristallisiert sich dann doch eine 5 heraus.

5/10.

Das "Plakat" auf Schnittberichte.de passt übrigens überhaupt nicht zum Film. Dieser Film beinhaltet keinen Panzer und Scott Adkins hat auch keinen Bart. Es gibt auch keine große Explosion. Aber das nur am Rande. Fällt nicht in die Bewertung.

5/10
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Kommentare

29.11.2020 13:03 Uhr - Phyliinx
User-Level von Phyliinx 2
Erfahrungspunkte von Phyliinx 98
Ich habe ein paar Reviews in der Pipeline, weil vorgeschrieben.
Phyliinx.

29.11.2020 15:05 Uhr - Ghostfacelooker
1x
User-Level von Ghostfacelooker 19
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 7.151
Der Film ist, von den Kampfsporteinlagen abgesehen genauso "toll" wie der Begriff okayer Sinn ergibt^^^^^^^^

29.11.2020 15:27 Uhr - Phyliinx
User-Level von Phyliinx 2
Erfahrungspunkte von Phyliinx 98
29.11.2020 15:05 Uhr schrieb Ghostfacelooker
Der Film ist, von den Kampfsporteinlagen abgesehen genauso "toll" wie der Begriff okayer Sinn ergibt^^^^^^^^


Wording korrigiert.

Ich hab mich auch nicht direkt auf den Kampfsport bezogen, sondern eher, wie die Action aufgenommen wurde. Ich finde beispielsweise Actionszenen in einem Quantum of Solace auch schlechter als die eines Skyfall, weil bei Skyfall die Kamera stillhält.

Phyliinx

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