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Über dem Jenseits

(Originaltitel: ...E tu vivrai nel terrore! L'aldilà)
Herstellungsland:Italien (1981)
Standard-Freigabe:SPIO/JK geprüft: keine schwere Jugendgefährdung
Genre:Horror, Splatter
Alternativtitel:Geisterstadt der Zombies, Die
Geisterstadt der Zombies
Eibon - Die 7 Tore des Schreckens
Beyond, The
7 Doors of Death
Seven Doors of Death
And You Will Live in Terror: The Beyond
Hotel der verdoemden
L'aldilà
L'au-delà
aldilà, L'
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,25 (126 Stimmen) Details
inhalt:
New Orleans,1927. Eine Gruppe junger Männer brechen in das alte Hotel "Seven Doors" ein und töten dabei Sweick. Er war gerade damit beschäftigt, sein Meisterwerk zu vollenden:EIBON.
New Orleans, heute. Lisa, die das "Seven Doors" geerbt hat, will das stillgelegte Hotel nach einigen Renovierungsarbeiten wieder eröffnen. Das "Seven Doors" ist auf eines der 7 Pforten zur Hölle gebaut worden und wenn das Siegel gebrochen wird, kommen die Toten zurück auf die Erde...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von sonyericssohn:

Eigentlich könnte sich Liza Merril glücklich schätzen. Hat die doch ein stattliches Hotel geerbt. Der Haken daran ist nur daß es uralt und renovierungsbedürftig ist. So macht man sich ran den Kasten auf Vordermann zu bringen. Doch schon zu Beginn der Arbeiten kommt es zu einem grausamen Unfall bei dem ein Arbeiter von einem Gerüst stürzt und sich schwer verletzt. Zudem verschwindet ein Installateur der den gefluteten Keller in Ordnung bringen sollte. Langsam beschleicht Liza ein ungutes Gefühl daß noch mit ihrer Begegnung mit der blinden Emily untermauert wird. Aber niemand will ihr so richtig glauben, auch nicht der Arzt Dr. John McCabe zu dem sie eine Freundschaft aufbaut. Und so häufen sich die unheimlichen Vorfälle bis schließlich Liza selbst in tödliche Gefahr gerät…

ÜBER DEM JENSEITS

(Die Geisterstadt der Zombies)

Sein Name klingt wie Donnerhall im italienischen Horrorkino. Seine Filme tragen Titel wie z.B.: -Woodoo - Schreckensinsel der Zombies-, -Der New York Ripper- und -Das Syndikat des Grauens-. Lucio Fulci gilt für viele Splatterjünger als der Beste seines Faches. Aber auch für den umstrittensten… Wie's wohl kommt ?

Die Hauptrolle in vorliegendem Film übernahm Catriona McColl und verkörpert Hotelerbin Liza Merril. Eine hübsche junge Frau die mit vollem Elan an die Renovierung des alten Hotels rangeht. Doch da die Jahre ihre Spuren hinterlassen haben, gestaltet sich das Vorhaben schwieriger als gedacht. Und die Personen die ihr helfen wollen stehen eher im Weg…

Anders verhält es sich mit dem Arzt John McCabe (cool David Warbeck) der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Ein rationaler Mensch der nur das glaubt was er sieht und hinter allem was seltsam erscheint eine normale Erklärung sieht. 

Mit dem sehen im herkömmlichen Sinne tut sich die merkwürdige Emily (unheimlich Cinzia Monreale; Sado) etwas schwer. Doch obwohl sie blind ist scheint sie mehr zu sehen als man denken möchte. Und ihre Botschaft die sie für Liza bereithält mag keinen Sinn ergeben. Man hätte auf sie hören sollen…

"Ihr werdet nun in das Meer der Finsternis eintauchen und dort aufgesogen werden."

Bedient Argento mehr den subtilen und D'Amato den eher schmutzigen Horror fühlt sich Fulci dann doch im Krawall wohl. Er geht in die vollen und stellt die Story a bisserl hinten an. Natürlich ist eine Geschichte existent, aber vielleicht etwas weniger ausgefeilt wie beispielsweise bei Argento. Doch Fulci beherrscht das "minimale" ziemlich gut ! 

Was schon mit dem Intro im vorliegenden Fall beginnt und man Zeuge eines grausamen Mordes an einem Maler im Jahre 1927 wird. Rein zufällig natürlich geschieht dies in genau dem Gebäude das Liza später erbt ;-) Bereits diese Einleitung quillt schon über vor extremen Splattereffekten und machen im voraus klar was noch folgen wird. Doch warum man den Herrn so gewaltvoll aus dem Leben nimmt bleibt offen...doch das Gemälde an dem er arbeitet und das uralte Buch auf einem Tisch scheint die Nähe der dunklen Seite der Macht zu suchen…

Hat man sich dann von dem blutrünstigen Intro erholt lernt man Liza kennen die etwas überfordert scheint mit ihrer neuen Behausung. Das Gebäude wird nur noch durch Hoffnung zusammengehalten, im Keller steht kniehoch das Wasser und in den Räumlichkeiten liegt der Staub centimeterhoch. Nebenbei streut man noch weitere Charaktere wie Veronica Lazar als Haushälterin (?) Martha die mit ihrem leicht dümmlichen Sohn Arthur (Giampaolo Saccarola) beim aufräumen hilft. Und da nicht mal Liza weiß woher die beiden kommen und warum sie da sind woher soll es dann der Zuschauer wissen ? Aus irgendeinem Grund hauts nen Arbeiter vom Gerüst und im Zuge dessen kommt Dr. McCabe ins Spiel. David Warbeck, der sich mit Fulci nie so richtig grün war, gibt den ruhenden Pol der Story. Mit alten Häusern kennt er sich zwar weniger aus, dafür mit Leichen und deren Todesursache. Aber für Liza hat er stets ein offenes Ohr. Nachdem man nun mit den Hauptakteuren, einschließlich der unheimlichen Emily, bekannt gemacht wurde, darf sich die Story in voller Pracht präsentieren. Leider liegt genau hier der Hund begraben. Die Geschichte um das Hotel das offensichtlich auf einer der Pforten zur Hölle erbaut wurde funktioniert eher halbgar, weil sich der Thematik kaum genähert wird. Lediglich ein paar vorgelesene Passagen aus dem oben genannten Buch Eibon reißen den Teil zwischendurch immer wieder an. Es ist Siegeln die Rede und daß man sie nicht brechen solle. Auch das wird fast stiefmütterlich behandelt, kurz angesprochen. Wenn ich jetzt böse sein möchte könnte ich sagen daß die magere Geschichte rein als Aufhänger für die FX- Szenen herhalten musste. Doch auch hier hängt der Film in den Seilen. Denn besagte Sequenzen sind leider kompletter Humbug !!! Berühmteste Szene wohl ein Tarantelangriff in einer Bibliothek bei der sich zig dieser Krabbler quitschend wie ein alter Schubkarren dem Opfer nähern. Mit dabei künstliche Viecher… Auch irritierend die Attacke eines Zombies der es sich zuvor in einer vollen Badewanne (!!!???) bequem gemacht hat… Hierzu gesellen sich noch diverse Anschlussfehler die zwar erst für genervtes Kopfschütteln sorgen aber dann zum Gelächter anregen. Bis heute kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren daß man die Story um die Effekte herum aufgebaut hat. Aber das ist nur ein Gedanke meinerseits. 

War der Streifen gut eine Stunde lang als ganz nett zu bezeichnen gelingt ihm in den letzten 20 Minuten fast eine geniale Wendung. Lächelte man so einige Unzulänglichkeiten bisher locker hinweg, nimmt einen das Finale vollkommen in Beschlag ! Die Stimmung die nun Einzug hält ist wunderbar morbide, Sergio Salvatis Kamera, die unablässig in jede Pore eines Darstellers kriecht, nimmt den Zuschauer mit auf eine Reise in den Wahnsinn ! Vor allem die Endsequenz gehört für mich zum besten was es im Horrorfilm gibt ! Was vielleicht auch am (fast perfektem) Timing liegen mag. Fabio Frizzis hypnotische Musik ist daran nicht ganz unschuldig. Endlich formt sich (buchstäblich) das Bild welches man über die Laufzeit vermisst hat. 

"Vertrauen sie mir, ich bin Arzt."

Okay, Fulci und ich werden nie wirklich Freunde. Dagegen hilft auch keine ärztliche Behandlung. Allerdings muss ich gestehen dass -Über dem Jenseits- für mich einer der besten (vielleicht der Beste) aus dem Hause Fulci ist. Das liegt zwar jetzt nicht an einer knalligen Story, weil sie gesagt da ned viel ist, oder ausgefeilten Spezialeffekten. Nein es ist diese grandiose Stimmung die hier geschaffen wurde ! Zusammen mit Frizzis musikalischer Untermalung unschlagbar. 

Perfekt ist der Film bestimmt nicht, vielmehr leider ziemlich lächerlich und doof. Aber es sind die eben genannten Punkte die den Film über den Durchschnitt heben. Das aber nur knapp.

 

ses

7/10
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Kommentare

30.11.2020 13:52 Uhr - Draven273
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Man was hab ich diese Dinger früher abgefeiert. Die Zeiten sind aber vorbei, ganz klar ich gebe zu, die finden sich aller in meiner Sammlung, aber wenn ich den Staub nicht wischen würde, wäre da entsprechend auch schon eine Schicht drauf. Das ist doch auch dieser Streifen mit der Spinnenszene oder? Den finde ich ja durchaus unterhaltsam, aber wie Du das so schön geschrieben hast, warm werde ich mit dem nicht. Das auch früher schon nicht, damit konnte man hier und da eine gewisse Grenze ausloten, aber für mehr hat das dann auch nicht gereicht. Aufgrund dessen, dass der Streifen irgendwas hat, würde ich dem tatsächlich auch noch 7 Pünktchen geben. Dafür ist Deine Review aber weitaus unterhaltsamer und wieder toll geschrieben.

30.11.2020 13:57 Uhr - dicker Hund
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Hier bleibt mir nichts als Zustimmung.
:-)

30.11.2020 14:00 Uhr - sonyericssohn
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Merci Draven !
Ja wie ich schrieb ist das der Film mit den Spinnern. Ääh...Spinnen, also Taranteln ;-) Wie ich las war sogar Fulci eher peinlich berührt dessen. Aber da man damals nicht mehr viel ändern konnte wurde die Szene so gedreht. Kohle war anscheinend rar.

30.11.2020 14:02 Uhr - sonyericssohn
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Dankeschön Hund !
Immer wieder eine Freude euch (Stammleser) hier begrüßen und lesen zu dürfen. 👍🙏

30.11.2020 14:28 Uhr - Lukas
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Was lernen wir daraus? Auch ein Zombie nimmt gerne mal ein Bad! Sehr gut! :-D

30.11.2020 14:44 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Soll nochmal einer sagen Untote wären nicht ganz sauber 😁

30.11.2020 17:28 Uhr - Draven273
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Sorry Sony, das habe ich doch glatt einfach beim schreiben wieder verworfen. Tut mir leid. Darauf wollte ich nämlich noch eingehen, dass dies mit Abstand die grottigste Szene im ganzen Film ist :)

30.11.2020 17:42 Uhr - sonyericssohn
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Moderator
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30.11.2020 17:28 Uhr schrieb Draven273
Sorry Sony, das habe ich doch glatt einfach beim schreiben wieder verworfen. Tut mir leid. Darauf wollte ich nämlich noch eingehen, dass dies mit Abstand die grottigste Szene im ganzen Film ist :)


Ich glaub ich spinne ! 😅

30.11.2020 21:07 Uhr - Draven273
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Du spinnst und meine Augen waren zugesponnen.... :)

30.11.2020 21:16 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Den Faden könnte man jetzt ewig weiterspinnen....

30.11.2020 23:46 Uhr - CHOLLO
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Für mich neben "Das Haus an der Friedhofmauer" Fulcis bester. Wieder wunderbar verfasst!!

01.12.2020 02:53 Uhr - Dissection78
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Für mich ist das der beste Film, den Fulci in den 80ern drehte, allerdings ist's mit Sicherheit nicht die beste Arbeit im Gesamtwerk des Regisseurs. Da bevorzuge ich die Gialli, die der Gute in den 70ern inszenierte.

Ganz klar, "Über dem Jenseits" hat - wie auch "Ein Zombie hing am Glockenseil" - nicht zu leugnende Schwächen. Die Dialoge animieren nicht selten zum Davonlaufen, manche Effekte sind nicht das Gelbe vom Ei, und es gibt unfreiwillig komische Sequenzen wie die erwähnte Spinnenszene (wobei ich die wiederum zumindest teilweise als unangenehm empfand, da ich mit Arachniden net so gut kann). Und doch, diese seltsame, unheimliche, vielleicht auch schäbige Atmosphäre bekommen Horrorfilme heutzutage nicht mehr hin, weshalb ich mir dann und wann gerne einen nostalgischen Bluttrip gen Italien spendiere, ihn durchaus genieße und die Herren Fulci, Bava, Argento, Martino, Deodato, Freda, Avati, D'Amato oder Mattei als Reiseführer nehme.

Und bevor mich etwaige Leser falsch verstehen und meckern: Ich schrieb, DIESE Atmosphäre, also jene aus dem europäischen Low-Budget-Bereich der 60er bis 80er, bekommen heutige Horrorstreifen nicht mehr hin (geht ja auch kaum bis gar nicht!), dafür kreieren so manch überdurchschnittliche Vertreter des modernen Schreckens wie "Hereditary", "Midsommar", "It Follows", "Get Out", "The VVitch" oder der vor einigen Tagen von mir angetestete und für sehr gut befundene 2020er-"Der Unsichtbare" eine ganze eigene Stimmung, nach der wir uns in dreißig Jahren vielleicht die Finger lecken werden. Nur mit "Insidious" und "The Conjuring" braucht mir keiner mehr zu kommen, hihi ;)

01.12.2020 07:40 Uhr - sonyericssohn
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Chollo, Dissection....seid bedankt !👍🙏

03.12.2020 11:40 Uhr - prince akim
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Den hatte ich auch in meinem Regal stehen, Österreich-Nachbarland-SeiDank. Kannte von Fulci eigentlich nur den Ripper und den Glockenseil-Zombie, bin dann aber eben hier bei SB auf den hier besprochenen Film gestossen. Nach der ersten ( und wohl einzigen ) Sichtung ist er aber dann vom Regal in den Schrank gewandert .... Und die Szene mit dem Zombie in der Badewanne ?? Die habe ich überhaupt nicht mehr in Erinnerung. Da war ich wohl kurzzeitig Cornflakes oder ähnliches holen ... 😁 Hätte ich den Film früher, also in meiner wilden VHS-Zeit, gesehen, dann wären da bestimmt ein paar mehr Pünktchen meinerseits vergeben worden. Heutzutage leider nicht mehr. So verschieden halt mal Geschmäcker sind ! Review aber, wie immer, sehr genial von dir verfasst.

03.12.2020 13:34 Uhr - sonyericssohn
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Danke fürs lesen Prince ! Schön daß du mal wieder vorbeischaust.👍

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