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Die Bestie

(Originaltitel: La belva)
Herstellungsland:Italien (2020)
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller
Alternativtitel:The Beast
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,00 (1 Stimme) Details
inhalt:
Um seine entführte Tochter zu retten, weckt ein labiler Kriegsveteran das Biest in seinem Inneren wieder zum Leben und gerät schon bald selbst unter Verdacht.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von ghostfacelooker:

Wäre dieser Film aus den 80ern, hätte er eventuell diesen damaligen Charme einiger Streifen, welche man rückblickend mit nostalgischem Wohlwollen als Kult bezeichnen würde. Heutzutage und im Hinblick auf das Genre, kann ich diesen von Warner Bros. Italien produzierten Beitrag nicht ohne einige Abzüge persönlich nur als solide bezeichnen.

Ersteinmal, ist Fabrizio Gifuni, als Leonida Riva zu keinem Moment wirklich eine sympathische Figur, was man im Kontext der Handlung verschmerzen kann, da es keinerlei Auswirkung auf Spannung und dergleichen hat, jedoch, ist er einem dadurch komplett egal, auch wenn er raubeinig und unnahbar wirkt und gerade dadurch seine Sache prinzipiell gut macht, was aber teilweise dazu führt, daß die in der Geschichte verwoben unlogisch zu nennenden Inszenierungssprünge noch mühsamer wirken.

Beispielsweise bekommt er von einem ehemaligen Freund einen Tipp, wo er ungefähr weitersuchen kann, aber dieses Ungefähr hat einen Umkreis von fünf Kilometer, was aber für Ludovico Di Martino, dem Regisseur, schlicht und einfach nur bedeutet, seine Figur, welche an Liam Neeson´s Taken-Trilogie und John Wick´s Abenteuern erinnert, zielsicher eine Straße entlanglaufen zu lassen, die ihn nur einige Flashbacks aus seiner traumatischen Vergangenheit später direkt bei dem Antagonisten zuhause eintreffen läßt, welches auch zufällig der gesuchte Ort ist. Wier er darauf kam? Who cares!

Dem nicht genug, kommen derlei für mich unverständliche Sequenzen mehr als einmal vor, und werden nicht nur kaum weiter beleuchtet, sondern dem Zuschauer als „so ist es eben“ dargeboten, womit man als versierter Genre-Fan auch noch leben könnte, wenn da nicht im eigenen mentalen Labyrinth eine kleine Stimme wäre, die lautstark, wie zum Geier oder schlimmeres augenrollend hinterm Sehnerv schreit.

Aber auch die Polizei, welche schon bei der beginnenden Autoverfolgungsjagd keine gute Figur gemacht hat und dessen Inspektor, Gianmarco Vettori, wie ein Columbo für Arme wirkt, kommt im Verlauf in eine sehr prekäre Situation bei der plötzlich zwei Männer in einem höher gelegenen Bereich anwesend sind, die man vorher gar nicht erst sah.

Besonders deutlich wurde der „Tobsuchtsanfall“ meiner inneren Agonie bei derlei Filmdissonanzen, jedoch bei dem Showdown im Haus, welcher stilistisch gesehen ganz ordentlich gemacht wurde, jedoch mit dem Schönheitsfehler behaftet, daß der Held sich zuletzt einer Person gegenüber befindet, welche ihn aufgrund des Kräftemangels vorheriger Kämpfe ausknockt und ihn in einen Pool oder ähnliches Feuchtbiotop befördert (von wo auch immer dies hergekommen sein mag) und welches gleichsam wieder als indirektes Ventil für sein Traum dienlich ist.

Alles kein Problem, wenn man nicht in der sofort anschließenden Szene, den Helden mit blutverschmiertem Gesicht im Krankenwagen liegen sehen würde und man keinen Schimmer hat warum, was aus dem vermeintlichen Gegner geworden ist und natürlich dem Antagonisten nebst entführten Tochter selbst.

Während man sich selbst noch einzureden versucht, daß der Film in einer Art Rückblende dies zu erklären und aufzuschlüsseln sucht schreitet die Zeit und Geschichte selbst weiter voran, ohne wirklich auf derlei Logik oder Anschlußfehler achten zu wollen.

Nur Minuten später befindet man sich vor dem eigentlichen Showdown, bei dem der zuvor fragwürdige Gegner ohne weitere Blessuren auch wieder mit von der Partie ist, was also weiterhin die bis nach dem Abspann offen gebliebene und unbeantwortete Frage bestehen lässt, wie Riva aus dem Haus und dem eventuell eingebildeten Wasser raus, in den Krankenwagen gekommen sein mag und vor allem wer zum Teufel selbigen angerufen hat.

Wer auf derlei Dinge kaum Wert legt und ein halbgar aber doch in seiner Gesamtheit solide zu nennendes Abenteuer a la „Hilfe meine Tochter ist entführt, aber scheiß drauf ich bin ja der Held!“ aus Italien sehen will, dessen blutige Action sich mit skurril genannten Handlungsabläufen die Waage hält, der darf und soll gerne reinschauen, denn er wird nicht nur mit einem für mich holprig aber gerade dadurch irgendwie charmanten Film, sondern auch einem Soundtrack entlohnt, der stellenweise besser ist, als die Thematik selbst.

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Kommentare

30.11.2020 21:06 Uhr - Draven273
User-Level von Draven273 2
Erfahrungspunkte von Draven273 35
Hihi, liest sich eher nach der Sorte: Naja.... trotzdem Danke für den Tipp und ich glaube ich gebe mir mal den Spaß und schau mir den Mal an, dass klingt schön wieder so skurril und doof, dass es wieder geil sein könnte. Das ist jetzt aber schon positiv gedacht.

30.11.2020 22:44 Uhr - Ghostfacelooker
2x
User-Level von Ghostfacelooker 19
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 7.151
30.11.2020 21:06 Uhr schrieb Draven273Hihi, liest sich eher nach der Sorte: Naja.... trotzdem Danke für den Tipp und ich glaube ich gebe mir mal den Spaß und schau mir den Mal an, dass klingt schön wieder so skurril und doof, dass es wieder geil sein könnte. Das ist jetzt aber schon positiv gedacht.


Laß mich wissen, wie er dir geschmeckt hat^^^^

05.12.2020 20:50 Uhr - jrtripper
die logiklöcher wären ja nur halb so wild, wenn der held, ein held gewesen wäre.

wenn er nur halb so gut gewesen wäre, wie dein beitrag, könnte man ihn empfehlen.

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