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Temmink - The Ultimate Fight

(Originaltitel: Temmink)
Herstellungsland:Niederlande (1998)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Martial Arts
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,17 (12 Stimmen) Details
inhalt:
Die Gesellschaft der nahen Zukunft: Wer sein Gewaltpotential nicht zügeln kann, wird konsequent zu lebenslanger Isolationshaft verurteilt. Die einzig akzeptierte Form der Gnade ist die Arena, eine gesetzliche Sterbehilfe, über die die Euthanasie-Kommission entscheidet. In der Arena dürfen sich die hyperaggressiven Outsider zur moralischen Erbauung der Masse gegenseitig abschlachten. Temmink, ein plumper Koloss mit naivem Gemüt, der seine Mutter bereits mit elf Jahren in den Rollstuhl brachte, ist Neuankömmling im Gladiatoren-Todestrakt. Hundert zu eins stehen die Wetten, dass er seinen ersten Kampf nicht überleben wird. Selbst unter den Ausgestossenen ist er ein Außenseiter, verfügt nicht über das protzige Show-Gehabe seiner eiskalten Kollegen, die glauben, Goliath oder Herkules zu sein. Aber gerade das könnte ihn so gefährlich machen...

Regisseur Boris Paval Conen präsentiert knallhartes und intelligentes Kino: Die schonungslose Bestandsaufnahme eines demoralisierten Zeitalters, von rassistischem Gedankengut bis zur Gehirnwäsche durch die Medien - mit einem Gewaltpotential, das wahrlich die Magengrube trifft.
eine kritik von mcguinness:

" Du fühlst dich wie in einem Zoo. Jeder will den Affen zusehen, wie sie ihre Tricks vorführen " 

 

 

Nachdem ich mir erst kürzlich wieder meine beiden Lieblingsfilme mit den " Muscles from Brussels " angeschaut habe, nämlich " Bloodsport " (1988) und " Leon " (1990) hatte ich quasi Blut geleckt und richtete meine Augen auf unser Nachbarland, die Niederlande. Nun bin ich zugegeben mit holländischen Produktionen nicht sonderlich vertraut, geschweige denn mit deren prominenten Akteuren, wobei mir lediglich spontan nur Dick Maas' " Verfluchtes Amsterdam " (1988) sowie die Comedy - Serie " New Kids " (2007 - 2012) einfallen, doch stieß ich bereits vor vielen Jahren auf ein Werk, welches durch seine Geschichte und die schnörkellose Inszenierung, gepaart mit einigen ordentlichen Gewaltspitzen, mein Interesse geweckt hat und welches ich nun nach erneuter Sichtung vorstellen möchte.

In " Temmink - The Ultimate Fight " von 1998 geht es um einen Mann mit dem titelgebenden Namen, welcher mit dem Leben und seiner Umwelt nicht zurecht kommt, wobei sich seine Verlorenheit und die verzweifelte Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft häufig in unkontrollierten Gewaltausbrüchen äußern und wir erfahren, dass Temmink bereits im Alter von nur 11 Jahren seine eigene Mutter in den Rollstuhl geprügelt hat. Da im Holland der nahen Zukunft Euthanasie ein legales Mittel ist, um gewalttätige Kriminelle ihrer Strafe zuzuführen, landet Temmink auf seinen eigenen Wunsch hin in der sogenannten " Arena ", nachdem er einen Passanten aus nichtigem Anlass totgeschlagen hat. Obwohl Temmink weiß, dass er vermutlich sterben wird und diesen Wunsch vor Gericht auch äußert, ist er dennoch nicht bereit sich kampflos geschlagen zu geben. Wie der alte Cäsar schon sagte: " Incipe ergo ludi votivi "... " Mögen die Spiele beginnen ".

Dabei ist die Idee von Regisseur Boris Paval Conen mehrere Gladiatoren wie im alten Rom gegeneinander und unter dem Beifall der Plebejer, antreten zu lassen, nicht neu, kennt man besagtes Szenario doch bereits aus Filmen wie " Rollerball " (1975), " Running Man " (1987) oder den " Shootfighter " - Filmen (1993 + 1996) doch bin ich recht erstaunt gewesen, wie es " Temmink " trotz seiner recht bescheidenen Mittel schafft, das Beste aus sich herauszuholen und uns einen recht gelungenen Mix aus Dystopie, Gladiatoren - und Kampfsportfilm liefert.

Mit dem Betreten der Arena und seinen schier endlosen Katakomben stellt man sich als Zuschauer recht schnell auf einen Zustand des " nicht entkommen können " ein und ein zunehmend flaues Gefühl von Hoffnungslosigkeit macht sich in der Magengegend breit. Jeder Tag könnte der letzte im Leben der Gladiatoren sein, welche sich jedoch außerhalb des Rings prima zu verstehen scheinen, wenn sie sich aus ihren Zellen im Gemeinschaftsraum zusammenfinden, um zu trinken und sich mit den Huren zu vergnügen. Dies ist auch die einzige Art von Ablenkung, welcher der triste Alltag bietet, denn jeder der hier Anwesenden weiß, dass er in die Arena gekommen ist um letzten Endes zu sterben. Ist die sogenannte Auslosung untereinander vorgenommen, welche der Meister und Betreuer seiner Schützlinge bekannt gibt, wünscht man den Todeskandidaten Glück und verschwindet während des Kampfes in seiner Zelle, welche man erst wieder verlassen darf, um den jeweiligen Sieger zu empfangen bzw. dem Gefallenen die letzte Ehre zu erweisen und diesen bei dessen Aufbahrung gebührend zu verabschieden.

Übertragen wird dieses blutige Spektakel dabei live im holländischen Sportfernsehen und die Zuschauer haben am Ende eines Kampfes die Möglichkeit per Fernbedienung zu Hause an ihren Bildschirmen abzustimmen, ob der besiegte Gegner weiterleben darf oder aber sterben soll. Bei der Austragung der Kämpfe wurde jedoch für mich eine eher ungewöhnliche und im Nachhinein nicht zufriedenstellende Methode gewählt, denn während der Pöbel außerhalb des Rings, welcher von Plexiglaswänden umgeben ist, ausgelassen feiert, seinen jeweiligen Favoriten anfeuern und vor allem auch sehen kann, bekommen die Kämpfer im Inneren des Rings von alldem überhaupt nichts mit, da sie durch diese speziellen und abgedunkelten Wände die feiernde Masse weder sehen noch hören können. Die Gladiatoren können demnach nur erahnen, was sich außerhalb des Käfigs abspielt oder wissen dies durch ihr Anschauen dieses Spektakels, als sie noch draußen in Freiheit gewesen sind.

Meiner Meinung nach schmälert aber gerade dieses " nicht erleben können " den Unterhaltungswert nicht unerheblich, da man doch als Kämpfer auch den tosenden Applaus für seine dargebotenen Künste einstreichen möchte und die rasende Menge einen doch immer wieder antreibt und trotz Niederschlags durch die jeweiligen Schlachtrufe erneut aufstehen und weiterkämpfen lässt. Einerseits soll dieses bewusste Ausblenden der Umgebung den Fokus auf den Kampf selbst richten, wodurch sich die Gladiatoren nur auf ihren Gegner selbst konzentrieren sollen, doch kann ich mich mit diesem Entschluss nicht so recht anfreunden, da die Qualitäten guten Entertainments einfach zu sehr in den Hintergrund treten.

Die Kämpfe selbst sind dafür aber ordentlich brutal und die Auseinandersetzungen strotzen nur so vor Gewalttätigkeiten, in denen immer ordentlich Blut fließt und die Auserwählten mit hasserfüllten Gesichtern wie die Mörder aufeinander losgehen. Dabei wird erfreulicher Weise auf schnelle Bildschnitte verzichtet und dennoch bewahren die Kämpfe ihre Dynamik, ohne an Realismus einzubüßen. Es wird mit Fäusten und Füßen aufeinander eingedroschen, ganz ohne Waffen, doch wenn Temmink ersteinmal loslegt, ist es als ob er seinem Gegner buchstäblich den letzten Funken Leben aus dem Körper drischt.

Dabei ist die Figur des Temmink alles andere als einem durchtrainierten Atlethen nachempfunden. Stumpf, phlegmatisch und übergewichtig mit dickem Bauch, wird unser Held uns hier präsentiert und dennoch ist dieser nicht frei von Sympathien, denn trotz seiner sehr gewalttätigen Seite gibt es da auch noch eine andere, jene die von Warmherzigkeit, Fürsorge und Zuversicht geprägt ist, zumindest wenn er sich mit seinem Freund David unterhält, welcher ebenfalls ein Gladiator der Arena ist oder aber mit der Hure Ellen zusammen ist. Seine intensiven Ausraster sind dabei recht imposant in Szene gesetzt, welche umso authentischer wirken, wenn man bedenkt, dass Schauspieler Jack Wouterse gut 25 Jahre lang kokainabhängig gewesen ist, bevor er sich nach Jahren des Konsums in die Reha nach Schottland begab.

Der eben erwähnte Freund Temminks und ebenfalls Gladiator namens David, gespielt von Jacob Derwig, wirkt hingegen wie ein Fremdkörper. Klein, schmächtig und ausgestattet mit einer enorm großen Klappe, empfand ich diesen als ziemlich nervig, anstatt diesen als Bereicherung zu sehen, wobei seine blondierte Frisur in Form eines Sterns und sein debiles Grinsen ihr übriges tun. Es ist schon recht merkwürdig und nicht wirklich nachvollziehbar, weshalb David sich diverse Unverschämtheiten den anderen Kämpfern und insbesondere der Leiterin der Arena, einer gewissen Frau Bouhali, rausnehmen kann, ohne auf nennenswerte Konsequenzen oder Gegenwehr zu stoßen. Als besonders schade empfand ich es zudem, dass der Kampf zwischen David und Goliath, großartig verkörpert von der amerikanischen Football - Legende Joe Montana, nicht gezeigt wurde, gerade wo uns doch diese faszinierende Geschichte aus dem alten Testament und Religionsunterricht vertraut ist.

Desweiteren ist in den Katakomben immer wieder von einer " Roten Tür " die Rede, welche es den Kämpfern strengstens untersagt ist zu öffnen. Diese ist hin und wieder zu sehen und man sieht auch mal die ein oder andere Wache durch diese spazieren. Eigentlich sollte diese immer verschlossen sein, doch falls ein Kämpfer seine Neugierde mal zwingend befriedigen muss und diese öffnet, um den Gang dahinter zu betreten, kommt er danach nicht wieder zurück. Die Auflösung des Ganzen fällt aber eher ernüchternd aus und ist doch recht vorhersehbar gewesen. Hier hätte ich mir eine unvorhergesehene Alternative gewünscht.

Zu gefallen wußte mir jedoch das Farbspiel, mit welchem die Katakomben der Arena ausgeleuchtet wurden, nämlich mit derselben Farbe, wie die Kluft der Kämpfer, wenn sie sich außerhalb des Rings befinden. Gelb bedeutet Leuchten, Strahlen, die Sonne und das Licht. Davon sin die Gladiatoren jedoch weit entfernt und dies soll wohl nur dazu dienen, diese auf dem Weg in den Ring zu besänftigen und ihnen sonst eine intakte Welt vorzugaukeln. Öffnet sich die schwarze Tür zum Ring, wird der Gladiator für kurze Zeit in gleißendes Licht getaucht, bevor sich diese wieder schließt. Dies könnte auch als das Herübergehen ins Jenseits gedeutet werden, denn nur einer der Kämpfer wird den Ring lebend verlassen. Durch minimalen Einsatz von Licht und Schatten wurde meines Erachtens nach also das Maximum an Atmosphäre rausgeholt.

" Temmink " ist demnach ein Werk, welches es durch geringe Mittel versteht, uns Zuschauer an etwas außergewöhnlichem teilhaben zu lassen, nämlich nicht nur den Kampf gegen den jeweiligen Gegner, sondern vor allem auch den Kampf gegen sich selbst, gegen die eigenen Ängste und den Willen zu überleben. Ein Film, der nicht perfekt ist und an einigen Stellen für meinen Geschmack noch verbesserungswürdig wäre, aber dennoch dürfen Interessierte gerne mal einen Blick riskieren, wenn diese Lust nach einem Kampfsportfilm der etwas anderen Art verspüren sollten, welcher zudem noch dramatische und dystopische Elemente aufweist, gepaart mit einem Seitenhieb auf unsere sensationslüsterne Gesellschaft. 

7/10
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Kommentare

30.11.2020 23:09 Uhr - Ghostfacelooker
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Na wenn das mal nicht ein guten gereiftes Review gleich einem leckeren Guinness ist, daß Lust auf den Film macht^^^^^^Danke dafür, auch wenn man mit aktueller niederländischen Produktionen schon auch oft skurrile Charaktere serviert bekommt. Siehe Borgman, Außer Kontrolle, Schneider vs. Bax usw.

30.11.2020 23:31 Uhr - McGuinness
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Liebend gern, Ghost... Freut mich sehr, wenn ich dir durch mein Review den Film schmackhaft machen konnte ☺️

Die von dir erwähnten holländischen Werke kenne ich leider gar nicht, doch ich habe mich gerade mal eben kurz über " Außer Kontrolle - Halt nicht an ! " informiert und dieser klingt für mich nach einem recht interessanten Beitrag unserer freundlichen Nachbarn 😊

01.12.2020 09:54 Uhr - Draven273
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Also das war der Film mit der roten Tür. Cool das Du das erwähnt hast, war die ganze Zeit am überlegen. Wusste nur noch dass es da einen Film mit einer ominösen roten Tür gab, wusste aber nicht mehr in welcher dieser Klopper das eigentlich war. Temmink ist meiner Meinung nach etwas zu spät raus gekommen. Da war dieser Hype langsam schon weg, zumindest was diese Art von Prügler angeht. Zumal die ganzen netten Streifen die Du erwähnt hast, alle aber auch wirklich alle besser sind als Temmink. Aber wie immer Geschmackssache. Dazu fällt mir der durchaus coole American Samurai noch ein, der gewisse Qualitäten hat. Damals habe ich das auch etwas anders gesehen, heute würde ich aber sagen, finde ich es gut das der Hauptprotagonist eben nicht aussieht wie diese trainierten Hupfdohlen. Insgesamt ganz nett mal anzuschauen, ne 6 würde ich dem noch geben denke ich. Auf Deine Review trinke ich doch aber mal ein leckeres Guinness :) Tolle Arbeit

01.12.2020 11:01 Uhr - McGuinness
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@Draven273

Danke für dein Lob, Draven... Lass dir das Guinness gut schmecken 🍺😋

Wie gesagt, wirklich neu ist das Szenario in " Temmink " nun wirklich nicht, doch gefiel mir einfach die Figur des Anti - Helden Temmink, sowie die von Hoffnungslosigkeit getragene, depressive Grundstimmung des Films.
Für mehr als 7 Punkte reicht das Dargebotene bei mir dann allerdings auch nicht, da ich einige Gegebenheiten doch im Nachhinein gerne beantwortet hätte, z. B. wie es überhaupt zu der vorgenommenen Auslosung kommt ???
Alles in allem sehe ich diesen kleinen Genre - Tipp aber doch etwas über dem Durchschnitt, jedoch klar hinter den aufgeführten Filmen wie " Rollerball " und " Running Man ".
Den beiden " Shootfighter " - Filmen aber kann ich heute nicht mehr allzu viel abgewinnen, wobei der erste ja noch ganz nett ist, der Nachfolger hingegen stößt bei mir nicht mehr auf Gegenliebe ☹️

01.12.2020 20:24 Uhr - TheMovieStar
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Ein geiles Review MC! Verzeih mir die etwas primitive Wortwahl, aber ich war nach dem Lesen deiner Kritik Feuer und Flamme, den Film kennen zu lernen! Danke für die stimmige Vorstellung, der könnte was für mich sein!!!

01.12.2020 22:51 Uhr - Charlie Bronson
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Hab mich sehr über das Review gefreut! Auch wenn ich es ehrlich gesagt noch nicht richtig durchgelesen habe, am Handy nervt das hin und herschieben immer sehr. Aber der Film ist cool! Habe ihn vor etlichen Jahren in einer Videothek (seufz, ich vermisse euch geliebte Videotheken) als vhs vom Grabbeltisch gekauft und später die hübsche DVD-Ausgabe (die komischerweise bis heute nichts wert ist, naja mir schon). Netter kleiner holländischer Streifen mit Herz, Hirn und Gewalt.

01.12.2020 23:45 Uhr - McGuinness
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@TheMovieStar

Kein Problem 🤣 ist doch super, wenn meine Review bei dir solch einen Gefühlsausbruch hervorruft 😁 da darf die Wortwahl gerne auch mal frei heraus ausfallen 😉👍🏻

Als kleiner feiner Genre - Beitrag ist " Temmink " auf jeden Fall mal eine Sichtung wert, mit Sicherheit kein Überflieger, aber das muss oder will dieses Werk auch gar nicht sein, sondern ich finde den auf seine recht eigene Art und Weise einfach sympathisch... und über dein dickes Lob freue ich mich umso mehr ☺️

02.12.2020 07:21 Uhr - McGuinness
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@Charlie Bronson

Dann ließ dir meine Review doch am besten zu Hause am PC nochmal ganz in Ruhe durch 😉

Es freut mich aber, dass du " Temmink " als einen Film mit Herz, Hirn und Gewalt bezeichnest, denn dies ist eine recht zutreffende Beschreibung dieses Werkes 🙂

Das gute - alte Videotheken Zeitalter vermisse ich ebenfalls, bin zudem aber auch ganz gerne mal auf diversen Filmbörsen unterwegs gewesen, denn das Stöbern und ggf. sich untereinander austauschen, fehlt mir dann doch irgendwie schon 😪

Ich selbst habe " Temmink " mal vor vielen Jahren durch reinen Zufall auf einem Flohmarkt gefunden.
Spottbillig, in einer DVD Special - Edition und dazu noch top - erhalten, quasi wie neu, worüber ich mich wirklich sehr gefreut habe 🤗

02.12.2020 22:51 Uhr - Charlie Bronson
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Hallo McGuinness, ja jetzt noch mal richtig durchgelesen, schön geschrieben. Super dass du so einen kleinen, vielen Menschen unbekannten Film öffentlich vorstellst. Das ist hier zwar auch eine Nische von Freaks, aber selbst wir kennen ja nicht alles.

Auf Börsen gehe ich auch gern, das Videothekenzeitalter vermisse ich trotzdem. Endlich 18, Member werden und mit Rambo und Rocco nach Hause spazieren, das war ein geiles Gefühl.

Temmink dort wie gesagt auch zufällig entdeckt, dass die Tapeversion extrem geschnitten war wusste ich damals gar nicht. Jahre später die DVD entdeckt, weißer Pappschuber, zwei Discs, Booklet..ein Traum. Ich habe immer wieder den Eindruck, dass die DVD-Zeit für Sammler fast noch schöner war als die Bluray-Zeit was großzügig aufgemachte Editionen angeht.
Peinlicherweise bin ich mir gerade gar nicht hundertprozentig sicher ob ich mir diese schöne uncut dvd-Fassung überhaupt schon bewusst angesehen habe.. Zumindest ist es ebenfalls lange her, muss ich nachholen, danke für die Inspiration.

Noch mal zum Film: gab es storymäßig nicht auch eine Art Liebesgeschichte zwischen Temmink und einem der Freudenmädchen? So eine zierliche blonde? Also es ging vielleicht nicht wirklich um Liebe, auch nicht um Sex, aber irgendwie waren die beiden auf eine gewisse fürsorgliche Art füreinander da, beide Außenseiter der Gesellschaft und irgendwie auch Schöne-und-Biest-mäßig.. Vielleicht spielt meine Erinnerung auch Streiche, aber ich meine da war so was, was mich irgendwie berührt hat und die sensible Seite von Temmink gezeigt hat. Muss auch gerade an einen (oder mehrere?) anderen Film denken, der mir gerade nicht einfällt aber auch von einem brutalen Riesenbaby von Mann handelt, der hinter allen Exzessen eigentlich ein lieber Kerl ist. (Brawl in Cellblock 99 finde ich auf eine gewisse Art auch romantisch und berührend) :)

Weiter so und bleib(t allle) gesund

03.12.2020 05:51 Uhr - McGuinness
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@Charlie Bronson

Zunächst einmal freue ich mich über deine ausführliche Rückmeldung 😊 und musste ordentlich schmunzeln, als ich deinen Anflug von Nostalgie bezüglich des Videothekenzeitalters gelesen habe... Mit Rocco nach Hause ? 😏
Damit meinst du nicht rein zufällig einen gewissen Herrn Siffredi ?! 😉

Die eingebundene Liebesgeschichte hast du noch goldrichtig in Erinnerung.
Das Freudenmädchen hieß Ellen und obwohl es anfangs nur um den rein körperlichen Akt ging, entwickelte sich daraus doch eine gewisse Liebesbeziehung, welche von Temmink stärker gefordert wurde, als von ihr.
Diese erkannte, dass es keinen Sinn macht, sich auf jemanden einzulassen, den es vielleicht morgen nicht mehr gibt und emotional sehr ergriffen, teilt sie dies Temmink auch unmissverständlich mit, indem sie sagt: " Ich verlieb mich doch nicht in dich, du Arschloch ! Vielleicht bis du nächste Woche oder nächsten Monat schon tot ! "
Zudem steht unser Anti - Held auch sehr auf küssen, was bei Huren generell aber verpönt ist, nur bei Ellen scheinbar nicht.
Sie ist es auch, welche ihm wieder Hoffnung und den Willen zum Leben gibt.



03.12.2020 20:55 Uhr - Charlie Bronson
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Hey McGuinness, nett mit dir zu plaudern, ja dann hat mich meine Erinnerung doch nicht getäuscht. Wird trotzdem Zeit den mal wieder zu sehen. Hab nur manchmal Angst, dass mir Filme 10 Jahre später nicht mehr so gefallen wie ich dachte. Herr Siffredi, genau.. 😉

04.12.2020 06:52 Uhr - McGuinness
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Ein netter Plausch ist mir stets willkommen 😊

Das Problem kenne ich selbst nur zu gut, dass Filme, die mich damals richtig zu begeistern wußten, heutzutage nicht mehr so recht zünden wollen, was aber auch nicht weiter schlimm ist, da sich Geschmäcker im Laufe der Jahre ändern können 🤷‍♂️ bei " Temmink " war dies jedoch nicht der Fall 🙂

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