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John Wick: Kapitel 2

(Originaltitel: John Wick: Chapter 2)
Herstellungsland:USA, Hongkong (2017)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:John Wick 2
John Wick: Chapter Two
John Wick: Kapitel Zwei
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,07 (68 Stimmen) Details
inhalt:
John (Keanu Reeves) ist ein weiteres Mal gezwungen aus seinem Ruhestand zurückzukehren: Ein ehemaliger Kollege wurde damit beauftragt, die Kontrolle über eine mysteriöse, international agierende Organisation von Auftragskillern zu erlangen. Ein alter Blutschwur verpflichtet John ihm dabei zu helfen. Er reist nach Rom, wo er gegen einige der tödlichsten Killer der Welt antreten muss...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von phyliinx:

„John Wick: Chapter 2“ ist ein Film von Chad Stahelski.
Am Drehbuch schrieb Derek Kolstad.
Den Titelhelden spielt Keanu Reeves.

Nach seinem Feldzug gegen Viggo ist John zurück im Ruhestand, doch alte, offene Rechnungen und ein damit einhergehender, neuer Auftrag holen ihn in die Welt zurück, aus der er dachte, entkommen zu sein.
Das ist Problem 1 von John Wick: die Länge von 123 Minuten passt nicht auf eine solch schmale Story, wenn man auch den mittig gesetzten Twist schon meilenweit im Vorraus riecht.
90-100 Minuten wären erneut ausreichend gewesen.

John interagiert in diesem Film mit einem überzeugenden Ensemble.
Laurence Fishburne, ein Freund aus Matrix-Zeiten, gibt den Bowery-King.
Er spielt Wick bzw. Reeves sehr gnadenlos gegen die Wand.
Ja, Reeves überzeugt in seiner Rolle als kämpfender Auftragskiller.
Aber Fishburne befindet sich rein vom Schauspielerischen her schlichtweg auf einem anderen Niveau.
Er bringt eine gewisse, heiß glühende Tiefe mit.
Den Bösewicht gibt übrigens Riccardo Scamarico.
Sein Rollenname lautet Santino D´ Antonio.
Im Vergleich mit Viggo (Mikael Nyqvist) ist Santino aber ein flach geschriebener, bedeutungsloser, facettenarmer, simpelst gestrickter, zu keiner Zeit interessanter, überhaupt nicht unterhaltsamer Lackaffe.
Ich habe bei ihm immer auf den großen Moment gehofft, in dem er endlich eine Art gefährliche bzw so etwas wie charakteristische Gestalt annimmt.
Aber: Fehlanzeige.
Da ist Rapper Commons Cassian schon eine ganz andere Hausnummer.
Von der gleichen Lässigkeit wie John Wick selbst, dominiert er die Stage des Gegenspielers, zusammen mit Ruby Roses Ares, die D´ Antonio auch ohne eine Zeile an gesprochenem Wort vom Treppchen stößt.

Apropos Dominanz.
John Wick dominiert nicht mehr.
Man hat herausgefunden, wie man die Nahkämpfe der Fortsetzung spannend gestalten kann.
Eine weitere, haltlose One-Man-Army-Show wäre in heutigen Zeiten wahrscheinlich nach hinten losgegangen.
Also müssen es jetzt nicht mehr nur tänzerisch anmutende Kill-Choreographien richten, sondern echte Kampfeinlagen.
Da die Darsteller, allen voran Reeves und seine bemitleidenswerten Kollegen auf sterbender Seite, größtenteils wieder selber Hand an diese anlegen, entsteht erneut ein fantastisches, glattes Bild, wenn es um Actionsequenzen geht.
Keine Jumpcuts.
Keine Zooms.
Kein Schütteln.
Nur die Symphonie nicht jugendfreier, auf ein paar sehenswerte Spitzen geeichter Gewalt gegen Menschen, die sich jetzt auch mal wehren können und so diesbezüglichen Situationen noch ein ganzes Stück mehr Hitze verleihen.
Spätestens, wenn zwei atemberaubende Konfrontationen ohne jegliche Reibung gegeneinandergeschnitten werden, beginnt man, sie zu verfluchen.
Die Schusswaffen in John Wick 2.
Denn John greift in diesem Film mehr zum Ballermann, als es für das Verhältnis zur Filmlänge im Anbetracht der flachen Geschichte gut ist.
Das mitunter auch noch bei Finsternis.
So sieht man im Angesicht vermeintlich fetziger Kopfschüsse durch Salven blutdurstiger Schrotflinten nicht einmal das oftmals kunstvolle Ergebnis.
Zum Deckungsshooter verkommt man nie.
Aber zum drögen „Ein Schlag-Zwei Schlag-Kopfschuss“-Prinzip, das vielleicht im Stripclub des Erstlings überraschend gut funktioniert hat, allerdings nicht zwei bis drei große Szenen durchgehend tragen kann.
Klar, in anderen Filmen des Genres wird mehr zur Waffe gegriffen, als die Dinge selber in die Hand zu nehmen, doch bei diesem Franchise liegen meine Erwartungen woanders.
Ich will Nahkämpfe, Gun-Fu und keine expandierten Schussgefechte.
In kurz, ohne viel spoilern zu wollen: mehr „Bleistiftsache“.

Die Beziehungen der Charaktere zueinander sind weiterhin interessant sowie originell.
Das Böse hat auch in JW2 weiterhin Respekt vor dem Guten.
Was der Erstling in Sachen Worldbuilding angedeutet ha, vertieft Kolstad deutlich.
Ein gebasteltes Uhrwerk fängt an, zu laufen.
Damit ist am Ende klar, dass ein Sequel auf sich warten lässt.
Dieses Pulver verschießt man nicht in einem Film.

Die Musik von „John Wick 2“ hat man erneut ansprechend gewählt.
Doch der Moment des „Holy shit“ fehlt.
Dabei habe ich mich sehr darauf gefreut, das euphroische Gefühl des Iosef-Assaults einmal mehr in mir zu finden.

Der letzte Akt ist inszenatorisch wunderschön gestaltet.
Ein Spiegellabyrinth, bei dem Zuschauer gerne miträtseln dürfen, kitzelt den letzten Dollar des Budgets für die wuchtige Wertigkeit des Gesamtwerkes heraus.
Insgesamt gelingen Stahelski durch Lichteinflüsse sehr viele, nette Spielereien, bei deren Erscheinung man sich stets im Zuge eines breiten Grinsens erwischt.
Sein Style heißt Neon.

Am Ende des Tages kracht Wick 2 bei mir einfach nicht so, wie sein Vorgänger.
Es fehlen die Viggo-Essenz, das Action-Moment, der musikalische Brecher.
Im Vergleich zum Nachfolger geht er zwischen seinen Nachfolgern förmlich unter.
7/10 wird die niedrigste Bewertung im Rahmen der (bisherigen) Trilogie sein.

7/10
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Kommentare

01.12.2020 18:59 Uhr - Phyliinx
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Si vis pacem para bellum.

Phyliinx.

02.12.2020 00:53 Uhr - Ghostfacelooker
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Einerseits fügt sich eine skurrile Formatierung, über die einzeilige Schreibe, und ergibt ein Review, jener Qualität, welches die absurd zu nennende Aussage angezweifelter Länge aufgrund "mangelnder" Story gekonnt wiederspiegelt. Andererseits bleibt es ein Top Film^^^^^^^^^^

02.12.2020 06:05 Uhr - Phyliinx
1x
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02.12.2020 00:53 Uhr schrieb Ghostfacelooker
Einerseits fügt sich eine skurrile Formatierung, über die einzeilige Schreibe, und ergibt ein Review, jener Qualität, welches die absurd zu nennende Aussage angezweifelter Länge aufgrund "mangelnder" Story gekonnt wiederspiegelt. Andererseits bleibt es ein Top Film^^^^^^^^^^


Danke für deine Einschätzung. Ich werde mich um Besserung bemühen. Aber meine Meinung kann mir l keiner nehmen. Du bist der Meinung, es sei ein Top Film. Ich bin der Meinung, er macht Fehler. Von solchen Dingen lebt das Review-Schreiben auf dieser Seite ja. Das macht den Zauber aus.



02.12.2020 09:36 Uhr - beebop251
1x
Eine gut geschriebene Kritik, die schön auf bestimmte Details näher eingeht. Fand den Film auch viel zu lang und diese stylish durchchoregraphierte Action auf diese Lauflänge immer langweiliger. Vorallem diese ausufernden Schießereien, die immer gleich abliefen, haben mir das Sehvergnügen stark getrübt. Storymäßig sicherlich nicht uninteressant, jedoch auch nichts worauf ich nach Teil 1 brennend gewartet habe. Immerhin hat Reeves genügend Charisma, dass ich mir den Film bis zum Schluss angesehen hab. Aber einmal hat mir auch völlig gereicht.

02.12.2020 14:44 Uhr - Phyliinx
User-Level von Phyliinx 2
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02.12.2020 09:36 Uhr schrieb beebop251
Eine gut geschriebene Kritik, die schön auf bestimmte Details näher eingeht. Fand den Film auch viel zu lang und diese stylish durchchoregraphierte Action auf diese Lauflänge immer langweiliger. Vorallem diese ausufernden Schießereien, die immer gleich abliefen, haben mir das Sehvergnügen stark getrübt. Storymäßig sicherlich nicht uninteressant, jedoch auch nichts worauf ich nach Teil 1 brennend gewartet habe. Immerhin hat Reeves genügend Charisma, dass ich mir den Film bis zum Schluss angesehen hab. Aber einmal hat mir auch völlig gereicht.


Du sprichst mir sehr aus der Seele, danke.
Wie gesagt, Teil 3 finde ich dann deutlich besser.

02.12.2020 17:17 Uhr - beebop251
02.12.2020 14:44 Uhr schrieb Phyliinx
02.12.2020 09:36 Uhr schrieb beebop251
Eine gut geschriebene Kritik, die schön auf bestimmte Details näher eingeht. Fand den Film auch viel zu lang und diese stylish durchchoregraphierte Action auf diese Lauflänge immer langweiliger. Vorallem diese ausufernden Schießereien, die immer gleich abliefen, haben mir das Sehvergnügen stark getrübt. Storymäßig sicherlich nicht uninteressant, jedoch auch nichts worauf ich nach Teil 1 brennend gewartet habe. Immerhin hat Reeves genügend Charisma, dass ich mir den Film bis zum Schluss angesehen hab. Aber einmal hat mir auch völlig gereicht.


Du sprichst mir sehr aus der Seele, danke.
Wie gesagt, Teil 3 finde ich dann deutlich besser.

Teil 3 gefiel mir auch besser, wenn auch nur etwas. Der war immerhin etwas abwechslungsreicher. Aber auch den Teil fand ich viel zu lang, was auch an den zu ausdehnten Actionszenen lag. Und das Abschlachten war mir dann auf Dauer auch zu viel. Ich persönöich finde diese stylish durchchoreographierte Action jedoch auch zu unternatürlich. Sowas langweilt mich auf Dauer. Teil 1 hatte da gerade noch so die Balance gefunden.

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