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Unhinged - Ausser Kontrolle

Originaltitel: Unhinged

Herstellungsland:USA (2020)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,00 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Es ist ein ganz normaler Morgen für Rachel (Caren Pistorius): Sie ist wieder mal zu spät dran und steckt im täglichen Verkehrschaos auf dem Weg zur Schule mit ihrem Sohn Kyle (Gabriel Bateman) fest, als auch noch ihre wichtigste Klientin ihr kündigt und der Autofahrer (Russell Crowe) vor ihr hartnäckig die grüne Ampel ignoriert. Laut hupend zieht sie an ihm vorbei und ahnt nicht, dass sie so zur Zielscheibe der geballten Wut eines Mannes wird, der nichts mehr zu verlieren hat. Entschlossen heftet er sich an Rachels Fersen, um ihr eine Reihe von Lektionen zu erteilen, die sie so schnell nicht vergessen wird. Und nicht nur sie ist sein Ziel, sondern auch alle, die sie liebt. Gnadenlos und scheinbar unaufhaltsam schlägt der Fremde immer wieder zu…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

Der regnerisch brennende Prolog, in dem ein fett gewordener Russell Crowe in seinem Wagen einer Frau und einem Mann auflauert, sie umbringt und dann scheinbar ziellos flieht, ist ziemlich atmosphärisch, nicht klar umrissen und bedrohlich geraten. Unhinged geht kompromisslos in die Vollen, auch wenn die ersten CGI-Blutspritzer einfach Scheiße aussehen - die hätte man gleich weglassen sollen, was den Effekt sehr viel mehr verstärkt hätte. Was dann folgt, ist ein grandioser Vorspann mit echten Stress- und Unfallmomenten im Verkehr, der als eine Art stumpfe Anklage den stumpfen Ist-Zustand unserer überreizten Gesellschaft offen zur Schau stellt und die digitale Flut an immer mehr und mehr nutzlosen pseudo-Infos und die immerwährende Beschallungen befeuert. Ein langer und nur langsam voran mäandernde Staus im Irgendwo, Stress, Lärm und kaputt gekittete Patchworkfamilien. Cut.

Die junge Rachel (Caren Pistorius) und ihr Sohn Kyle stecken im morgendlichen Berufsverkehr fest. Die Familiensituation der beiden und Rachels berufliche Aussichten liegen brach und der Alltag ist sichtlich nur noch eine anstrengende Qual. Als dann auch noch jener Fremde (Crowe) vom Beginn vor den beiden an einer grünen Ampel desillusioniert hält und schlicht nicht losfährt, springt Rachel aus ihrer ohnehin gereizten Haut - die Wut gewinnt Raum und die Selbstbeherrschung geht dahin. Rachel hupt aggressiv und zieht schneidend an dem Fremden, dessen Name Tom Cooper zu sein scheint, vorbei. Nach diesem Ausraster folgt der Fremde den beiden und stellt sie zunächst höflich zur Rede. Als sich Rachel dann nicht gelassen für ihre Entgleisung entschuldigen möchte, beschließt der bullige Fremde, der ganz offensichtlich nichts mehr zu verlieren hat, ihr eine herbe Lektion zu erteilen und einen überaus schrecklichen Tag zu bereiten.

Die erste Hälfte von Unhinged ist wirklich super geraten. Die Sympathiefronten sind zunächst nicht klar auszumachen und auf eine gewisse Weise und bis zu einem bestimmten Punkt - nämlich den, wo die Sicherungen von Crowes Figur auf's Extremste durchknallen - kann man sich in beide Seiten hineinversetzen. Unhinged ist ein Film, der das Grau und die zwischenmenschliche Kälte der Leute dieser Zeit, die sich über die letzten Jahrzehnte hinweg tatsächlich so formen ließen, wie es Aldous Huxley und George Orwell vorausgesagt haben, durchaus gelungen unterstreicht. Plus minus dem unvorhersehbaren Eigenleben der menschlichen Verzweiflung. Drehbuchautor Carl Ellsworth hat zwar keine Antworten auf die Anklagen anzubieten, aber nachdem ich ein zwei Tage drüber nachgedacht habe, ist das in Ordnung, da dies eine tumbe Welt ist, in der absolut nichts gelöst wird. Dem besänftigenden Wort folgen nur selten Wohltaten.

Die zweite Hälfte des recht knappen Films konzentriert sich folglich auf den quasi-Amoklauf von Crowes Figur. Dieser ist intensiv und brutal, nicht zimperlich und auch viel effektvoller geraten, als die Blutspritzer zu Beginn. Dabei ist nicht immer alles logisch oder nachvollziehbar aufgezogen und das Verhalten der beiden Pole Crowe und Pistorius schaudert auch hin und wieder. Beide zeigen dabei, was halt geht, dauert ein Film nicht lange an. Pistorius als situativ verzweifelte Mutter spielt genügend und Russell Crowe bringt ein paar zwinkernde Blicke und einmalige Momente in den Film, die ein anderer Darsteller vielleicht nicht gekonnt hätte. Seine aktuelle Physis ist dennoch bedenklich und besonders vital sieht Crowe schon länger nicht mehr aus.

Was bleibt ist ein kurzweiliger B-Genrefilm mit einem höher angesetzten Mittelklassebudget im Nacken, das man dem Film auch stets ansieht. Gerade das Tempo der Szenerie hat man variantenreich inszeniert, die Action auf der Straße beeindruckt bisweilen und mit einer potenten Soundanlage bekommt man genug Rums und Peng ins Wohnzimmer. Nur das Ende ist leider halbgar, durchaus unbefriedigend und an einem schlechten Tag sogar Schrott, so schmatzend hier auch mit einer Schere hantiert wird. Hier wird der komplette Beginn von Crowes Figur und der tolle Vorspann leider verschenkt und eine Finger erhobene Moralvorstellung angenommen, die laut dem Film selbst wohl eher keinen Anklang finden wird, bleibt es wie es ist.

5/10
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Kommentare

03.12.2020 12:19 Uhr - JasonXtreme
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Ich fand den einiges unterhaltsamer als Du, aber das ist ja Geschmackssache. Crowe war zwischendurch zwar ziemlich fett, das hier dürfte um den Bauch rum aber nicht echt gewesen sein ;) zumal die Fettbilder von ihm ausschließlich aus dem Film stammen bei google ;) oder halt vom Dreh (wie man an den Klamotten sieht) - er selbst ist zwar gut stämmig, aber der Bauch weit dünner wenn man mal vergleicht.

03.12.2020 12:25 Uhr - VelvetK
1x
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Unterhaltsam fand ich den auch und hätte das Ende böser ausgesehen, hätte ich ein zwei Punkte mehr gegeben. Crowe sah halt mal sehr viel besser aus, was sein Talent natürlich nicht schmälert.

03.12.2020 12:28 Uhr - (sic)ness_666
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Nee, nee. Crowe hat(te) sehr mit Übergewicht zu kämpfen und blieb aus Scham deswegen auch länger roten Teppichen und so fern. Das ist seine tatsächliche Statur. Und die muss schon etwas besser aussehen. Darauf ging er in einem Interview vor einem Jahr circa ein. Der hatte 'ne heftige Gewichtszunahme (schon zu "Noah")


03.12.2020 15:04 Uhr - JasonXtreme
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03.12.2020 12:28 Uhr schrieb (sic)ness_666
Nee, nee. Crowe hat(te) sehr mit Übergewicht zu kämpfen und blieb aus Scham deswegen auch länger roten Teppichen und so fern. Das ist seine tatsächliche Statur. Und die muss schon etwas besser aussehen. Darauf ging er in einem Interview vor einem Jahr circa ein. Der hatte 'ne heftige Gewichtszunahme (schon zu "Noah")


https://www.gossipcop.com/russell-crowe-fat-suit-acting-roles/2499772
Er trug einen Fat Suit ;)

03.12.2020 15:48 Uhr - ActionJackson77
Rockiges Review Velvet, Hut ab, habe ich sehr gern gelesen auch wenn ich mit dem Film noch weniger anfangen konnte als wie du...

03.12.2020 19:29 Uhr - sonyericssohn
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Haaaaach da bin ich immer noch skeptisch. Duell meets Außer Kontrolle meets...
Noch unentschlossen ich bin.🤔

06.12.2020 23:15 Uhr - Thrax
03.12.2020 19:29 Uhr schrieb sonyericssohn
Haaaaach da bin ich immer noch skeptisch. Duell meets Außer Kontrolle meets...
Noch unentschlossen ich bin.🤔


Gestern geschaut und als tauglich für zwischendurch befunden. Russel Crowe bringt eine sehr bedrohliche Physis mit und man bekommt durchaus ein paar kleine Häppchen warum sein Charakter so aggro ist.
Allerdings ist der Film nicht sonderlich glaubwürdig, aber man kann mit dem Film durchaus rasante 90 Min. für einen Sonntagabend verbringen.

11.12.2020 15:24 Uhr - (sic)ness_666
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03.12.2020 15:04 Uhr schrieb JasonXtreme
03.12.2020 12:28 Uhr schrieb (sic)ness_666
Nee, nee. Crowe hat(te) sehr mit Übergewicht zu kämpfen und blieb aus Scham deswegen auch länger roten Teppichen und so fern. Das ist seine tatsächliche Statur. Und die muss schon etwas besser aussehen. Darauf ging er in einem Interview vor einem Jahr circa ein. Der hatte 'ne heftige Gewichtszunahme (schon zu "Noah")


https://www.gossipcop.com/russell-crowe-fat-suit-acting-roles/2499772
Er trug einen Fat Suit ;)


Hmm... okay hätte ich nicht gedacht. Eben wegen dem, was ich geschrieben habe.

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