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John Wick: Kapitel 3

Originaltitel: John Wick 3: Parabellum

Herstellungsland:USA, Marokko (2019)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:John Wick 3
John Wick: Chapter Three
John Wick: Kapitel Drei
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,61 (47 Stimmen) Details
inhalt:
Auftragskiller und Sportwagen-Liebhaber John Wick macht sich bereit für den Krieg. Nach seinem Regelbruch in JOHN WICK: KAPITEL 2 ist ein Kopfgeld von 14 Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt. Wick ist zum Abschuss freigegeben, was gnadenlose Kopfgeldjäger auf den Plan ruft. Er verlor zwar jegliche Privilegien der Geheimgesellschaft, hat als Ausgestoßener aber einen entscheidenden Vorteil: Es gibt keine Regeln!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von phyliinx:

John Wick: Parabellum (2019) ist ein Film von Chad Stahelski, den Derek Kolstad geschrieben hat.
Das Wick-Trio macht Keanu Reeves erneut mit dem Antritt für die Hauptrolle voll.

Dieses Mal wird er von aller Welt verstoßen und gejagt.
Es kommt nicht mehr nur auf seine, durch die Ereignisse des zweiten Ablegers eingeschränkten, Kampfkünste an, Köpfchen und Sprache sind nun ebenso fester Bestandteil des Vorankommens.
Einen müden Protagonisten zu inszenieren, ist dem kreativen Duo hinter der bisherigen Trilogie hervorragend gelungen.
Das merkt man in den erneut äußerst durchdacht choreographierten Actionsequenzen.
Diese büßen an Geschwindigkeit ein, werden dafür aber deutlich wuchtiger.
Allein der wiederkehrende Fokus auf abwechslungsreiche Nahkampfgefechte und die noch ein Stück weiter ausgefeilte Kameraarbeit zahlen sich so nahezu perfekt aus.
Das Draufhalten bei John Wick mag zwar der Jugendfreigabe nicht gefallen, aber in Zeiten einiger Filme mit Bourne-Attitüde kommt es dem gequälten Auge sehr gelegen.

Um John jedoch nicht ausschließlich zum schlichten Prügler verkommen zu lassen, macht man ihn in diesem dritten Part mobil.
Ob zu Pferd oder auf einem Motorrad-elegante Schwertkämpfe lassen sich überall austragen.
Manchmal muss dafür mit CGI nachgeholfen werden und das CGI in John Wick spaltet meine Meinung ein bisschen.
Eine groß angelegte Szene, die praktische Effekte mit Computer-Nachhilfe vereint, sieht geradezu spektakulär aus und reiht sich in alles ein, was auf echten Sets geschaffen wurde.
Die Darstellung von Wunden, welche bei der überwiegend klingenbasierten Gewalt des Filmes öfters vorkommt, verhält sich da mitunter anders.
Besonders, als einer Figur der Finger abgehakt wird, kommt man nicht drumherum, kurz irritiert von der unterschwelligen Absurdität des Anblickes zu sein.
Da ragt dann ein makellos abgeschnittener Stumpf hervor, als käme er aus dem unteren Low-Budget-Bereich.

Neben der verfeinerten Arbeit zum Einfangen der Bilder hat man sich auch detaillierter mit der Schönheit ebendieser auseinandergesetzt.
„John Wick 2“ war schon ein großer Fan des Themas „Neon“, „John Wick 3“ baut das zum etablierten, fest eingesetzten Mittel aus und kombiniert es in Richtung eines speziellen Hochglanzlooks mit dem allgemeinen Farbgrund „Schwarz“.
Die persönliche Note ist das, was Liebhaber kräftiger Bilder, wie ich es einer bin, als „Eye Candy“ bezeichnen.
Im Finale weichen Spiegel Glasscheiben, Lichtspielereien bleiben jedoch.

Derek Kolstad war dieses Mal auch wieder etwas kreativer.
Nach der relativ lauen Kulisse, vor der sich John in seinem vorherigen Abenteuer kloppen durfte, gelingt es ihm in „Parabellum“, interessante Fäden durch ein schrilles Universum zu ziehen, das Respekt als höchstmögliche Währung betrachtet.
Die Figur des John Wick wird innerhalb ihres eigenen Franchises dauerhaft durch andere Charaktere entfaltet.
Jeder kennt ihn, jeder hat einen Hintergrund, der ihn betrifft und deswegen steht er ihnen allen irgendwann gegenüber, wo dann der Zuschauer den Rest von dem erfährt, was zuvor in knapp geschriebenen Dialogen bereits angedeutet wurde.
Damit hält man die Geschichte kompakt und verursacht wohl absichtlich, dass sie sich ausschließlich mit unserem Helden beschäftigt.
Böse Zungen könnten behaupten, dass so auch Platz für Sequels geschaffen wird.
Eben indem man diese Strategie weiterfährt und den Kosmos der Reihe stetig weiter aufbläst.
Deswegen werden potenziell wichtige Figuren eventuell auch relativ zeitnah aus dem Weg geräumt, um mit jedem Teil neue aus der Erde zu stampfen.
Bis jetzt kann ich noch behaupten, dass das recht gut funktioniert, wie es nach den angekündigten, nächsten zwei Teilen aussieht, wird sich zeigen müssen.
Interessante Einarbeitungen, wie die Wüstensequenz, lassen mehr als genug Chancen für gelungene Fortsetzungen offen.

Wahrscheinlich spielt in diese Ansichten auch die schauspielerische Performance mit rein.
Keanu Reeves wurde im zweiten John Wick-Streifen von Laurence Fishburne dominiert.
Der kehrt auch zurück, aber jetzt hat er ein noch größeres Star-Aufgebot im Gepäck.
Da wäre Halle Barry, die eine kleine, aber empfehlenswert feine Aufgabe im Plot erfüllt.
Jeremy Flynn genehmigt sich ebenfalls einen ordentlich fiesen Gastauftritt.
Mein persönliches Highlight unter den Neulingen ist aber definitv Marco Dacascos.
Nach einem relativ enttäuschenden Santino D´ Antonio begleitet uns mit seinem kalkulierenden, intelligenten und gerechten Zero endlich wieder ein Gegenspieler durch den Film, auf dessen Konfrontation mit Wick man sich fast drei Stunden freut.
Der Term „Bösewicht“ hat auch mehr Inhalt bekommen.
Wenn alle nach den Regeln spielen und John Wick deswegen umbringen wollen, sind sie dann wirkliche Feinde?
Das kann sich jetzt jeder selbst zerdenken.
Johns Gedankengang zu der Sache wird sogar im vorletzten Kampf ersichtlich.

Johns Gedankengänge verfolgt der Soundtrack wieder sehr gut.
Die Untermalungen passen und passen sich an.
Der Iosef Assault-Moment fehlt aber leider immer noch.

Insgesamt ist John Wick 3 also ein sättigender Actionfilm, der jedoch nicht an das Straight Forward seines Ursrpunges anknüpft und vielleicht Größeres leisten will, als er soll und letztendlich kann.
Die „Hund tot, Mafia tot“-Einmaligkeit wurde begraben.
Jetzt schafft man zwar eigenes, aber alles wirkt wesentlich kalkulierter, in minimalistischen Zügen sogar „normal“.

Ich gebe John Wick: Parabellum 8/10 Punkte.

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Kommentare

03.12.2020 18:30 Uhr - Phyliinx
User-Level von Phyliinx 2
Erfahrungspunkte von Phyliinx 98
Vielleicht ist mein Ausdruck kontrovers.
Aber mir fällt es so leichter, einen stylisierten Film neutraler zu betrachten.
Ich sterilisiere meine Gedanken, bringe sie auf einen Punkt.

Phyliinx.

03.12.2020 19:29 Uhr - McGuinness
4x
User-Level von McGuinness 5
Erfahrungspunkte von McGuinness 449
Tut mir leid, aber diese kurzen, abgehackten Sätze bremsen meinen Lesespaß enorm ☹️... Das kannst du doch besser !

03.12.2020 20:50 Uhr - Phyliinx
User-Level von Phyliinx 2
Erfahrungspunkte von Phyliinx 98
03.12.2020 19:29 Uhr schrieb McGuinness
Tut mir leid, aber diese kurzen, abgehackten Sätze bremsen meinen Lesespaß enorm ☹️... Das kannst du doch besser !


Joa, vielleicht, aber naja.

03.12.2020 20:56 Uhr - beebop251
1x
Das Format des Textes (alle Sätze untereinander) find ich auch nicht unbedingt optimal und einige Sätze hätte man durchaus auch mit Kommata verbinden können, aber inhaltlich find ichs gut. Auf alles Wichtige wird eingegangen und man erkennt gut, weshalb der Film gefällt. Ich fand ihn auch besser als Teil 2, da abwechslungsreicher, aber dennoch sind mir auch hier die Actionszenen viel zu lang und zu stylish durchchoreographiert. Wirkt für mich leider sehr künstlich. Exemplarisch dafür der Kampf zwischen Reeves und Dacascos. Ich find man sieht förmlich, wie die ihre erlernte Choreographie abarbeiten. Ein ins Geschehen homogen eingearbeiteter Zweikampf sieht für mich anders aus. Insgesamt für mich eine recht überbewertete Filmreihe.

03.12.2020 22:27 Uhr - Phyliinx
1x
User-Level von Phyliinx 2
Erfahrungspunkte von Phyliinx 98
03.12.2020 20:56 Uhr schrieb beebop251
Das Format des Textes (alle Sätze untereinander) find ich auch nicht unbedingt optimal und einige Sätze hätte man durchaus auch mit Kommata verbinden können, aber inhaltlich find ichs gut. Auf alles Wichtige wird eingegangen und man erkennt gut, weshalb der Film gefällt. Ich fand ihn auch besser als Teil 2, da abwechslungsreicher, aber dennoch sind mir auch hier die Actionszenen viel zu lang und zu stylish durchchoreographiert. Wirkt für mich leider sehr künstlich. Exemplarisch dafür der Kampf zwischen Reeves und Dacascos. Ich find man sieht förmlich, wie die ihre erlernte Choreographie abarbeiten. Ein ins Geschehen homogen eingearbeiteter Zweikampf sieht für mich anders aus. Insgesamt für mich eine recht überbewertete Filmreihe.


Ich habe meinen Text jetzt überarbeitet. :)

04.12.2020 06:48 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 5
Erfahrungspunkte von McGuinness 449
So ist es doch gleich besser 😉 und liest sich auch angenehmer.

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