SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Assassins Creed Valhalla · Schreibe deine eigene Wikingersaga · ab 57,99 € bei gameware Ghost of Tsushima · Stahl und Schwertkampfkunst · ab 61,99 € bei gameware

Doom

Herstellungsland:USA (2016)
Standard-Freigabe:USK Keine Jugendfreigabe
Alternativtitel:Doom 4
Doom 2016
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,18 (17 Stimmen) Details
inhalt:
Auf der Mars-Station der UAC (Union Aerospace Corporation) kam es zu einem verheerenden Zwischenfall. Die gesamte Station ist von Dämonen aus der Hölle überrannt worden. Der Doom-Marine wird reaktiviert, um die Höllenbrut zu vernichten.
eine kritik von dicker hund:

Das 2016er "Doom" folgte einer Marotte des Zeitgeistes, den Titel nicht mehr vom Original unterscheidbar zu machen. Mit diesem hat es genügend Gemeinsamkeiten, um Wiedererkennungswert zu haben, zugleich aber auch genügend Eigenständigkeit, um mehr als eine aufpolierte Neuauflage des Ego-Shooter-Klassikers zu sein. Dem Review liegt die Fassung für die XBOX One zu Grunde.

Gleich zum Einstieg fällt auf, dass schnelle Bewegungen gefragt sind. Die Flucht nach vorne gehört durchaus zum Standard-Repertoire der Taktiken, während ein Rückzug mit angeschlossenem Stellungskampf aus der Deckung heraus meistens ins Elend führt. Springen und Klettern sind als Teils des Überlebenstrainings ebenso gefragt wie die bedachte Nutzung von Schleudersitzflächen und Teleporteranlagen. Die nötigen Informationen erhält man hierzu dank vollständiger Synchronisation in deutscher Sprache. Dass allerdings wie in "Doom 3" massig Emails gelesen werden müssen, gehört erfreulicherweise der Vergangenheit an. Erstickungserscheinungen auf der Marsoberfläche vermisst man da schon eher, ebenso die gruseligen Schattenspiele. Die Oberfläche hat inzwischen einen hellen, glatten Look erhalten. Für ein gewisses Maß an Horror (6/10) sorgen allerdings das psychedelische Gekreische der Untoten sowie die unheiligen Gebete, die zeitweise als Hintergrundgeräusch zu vernehmen sind.

Der Score findet eine gute Balance zwischen vertrauten Sounds und Innovation, wobei vor allem der fetzige Metal den Kopf wippen lässt. Dazu kratzen diverse Imps nicht mehr mit ihren langen Krallen, sondern langen mit raschen Boxbewegungen nach dem alter Ego, was zu der farbenfroheren, weniger kreidebleich-schlurfigen Erscheinungsform passt. Blutig ins Jenseits kann man sie noch immer befördern, was mit einem "Glory Kill" sogar richtig splatterig, wenn auch sehr comichaft wirkt (Gewalt 7/10). Denn dieser wüsten Vorgehensweise mit einem rupfigen Nahkampfangriff geht ein neonbuntes Blinken der geschwächten Kreaturen voraus, die nach dem Zugriff blauschimmernde Medipacks freigeben. Die BFG reißt die Dämonen sogar regelrecht in Stücke. 

"Dämonenpräsenz eliminiert."

Dieser häufig zu vernehmende Satz erinnert mehr an den erhobenen Daumen aus dem Sidescroll-Prügler "Double Dragon" als an die Balleropern gegen gehörnte Bestien. Denn wie dort sind bestimmte Areale gesperrt, bis alle Bedrohungen ausgeschaltet sind. Geht die Munition aus, kann die Kettensäge weiterhelfen. Diese verbraucht zwar inzwischen Benzin, schlitzt aber frische Magazine aus dem untoten Fleisch heraus. Ein Nachladen derselben ist nicht mehr nötig; jedes Schießeisen kann bruchlos bis auf die letzte Patrone oder sonstige Einheit heruntergeschossen werden. Stärkeres Sekundärfeuer braucht allerdings Erholungszeit zwischen den Feuerraten. Solches kann durch das durchdachte Upgrade-System freigeschaltet werden, das auf Dauer bitter nötig wird.

Denn der Schwierigkeitsgrad ist bereits auf der zweitniedrigsten Stufe recht knackig, zumal oftmals gegen mehrere Gegner gleichzeitig zu kämpfen ist, die sich sowohl vor, als auch hinter dem Doomslayer materialisieren. Zudem ist das Maß an Herausforderung unausgewogen geraten. Manche Bosskämpfe sind als Multiphasengefechte ausgestaltet, was durch unzählige Bildschirmtode den Schweiß auf die Stirn treiben kann. Andere, insbesondere der finale, sind durchaus auf Anhieb zu meistern. Damit dies leichter fällt, stehen turnierartige "Runenprüfungen" zur Verfügung, die mit zusätzlichen Power-Ups locken. Über die Automap können weitere Geheimnisse aufgespürt werden.

Darunter befinden sich auch witzige Miniaturen des Helden im grünen Raumanzug, wodurch eine Spur von Humor (2/10) in das Spielerlebnis Einzug hält. An "Painkiller" angelehnte Missionsherausforderungen verleiten außerdem dazu, die Prioritäten des Überlebens mittels Auffinden des Ausgangs hin zu sekundären Zielen zu verschieben. Zum Glück sind viele der Nebenaufgaben nur optional. Schade nur, dass man den dämlichen Roboter "Vega" nicht abwählen kann. Wie viel lieber hätte man doch die höhnischen Durchsagen des Dr. Betruger zurück, anstatt diese blöde Stimme aus dem Off hören zu müssen, deren Verursacher wie eine dieser misslungenen Tech-Gestalten aus "Halo 5" aussieht - einfach unsexy (1/10). Auch bei der Schrift in manchen Menüs wäre eine Zoom-Funktion wünschenswert gewesen, zumal auf Konsole der Abstand zum Bildschirm einfach größer ist als am PC.

Erstaunlicherweise ziemlich motivierend sind hingegen die schwindelerregenden Hydraulik-Kletter-Passagen geraten, die an die fallengespickten Laborkomplexe angeschlossen sind. Zwar geht in Einzelfällen gerade hier gelegentlich die Bildrate in die Knie, wenn viele Angreifer auf einmal aktiv sind. Dafür ist der Höhenangst-Effekt entlang der gewohnten Wechsel zwischen Marsstation und Höllenlandschaften, wo freischwebende Geröllhaufen angehüpft sein wollen, nicht von schlechten Eltern. Gerade in Verbindung mit den Luftübungen werden die kriegerischen Auseinandersetzungen anspruchsvoll, zumal die Vielzahl an Monstrositäten, die sich in den Arealen tummeln, mit doch sehr unterschiedlichen Methoden abzuwehren ist. Für manche empfiehlt sich eine bestimmte Waffe, für andere eher eine konkrete Ausweich- oder Angriffsbewegung, um zum Ziel zu kommen. Die Gestalten sind dabei ebenso wie die Wummen weitgehend bekannt, dafür allerdings sehr ansprechend designed, ohne Vollständigkeit zu verlangen. So kann man etwa die "Arch Viles" lange suchen. Beim häufig notwendigen Waffenwechsel irritiert gelegentlich das Radsystem, das im Eifer des Gefechts schnell einmal fehlbedient ist.

Insgesamt weiß das 2016er "Doom" wie seine Vorgänger als große Spieleperle zu gefallen (8/10 Punkten). Äußerst befriedigend fühlt es sich besonders dann an, wenn ein Rhytmus gefunden ist, in welchem Ausweichbewegungen und gezielte Einzelschüsse so eingetaktet sind, dass selbst beachtliche Horden von Feinden nichts mehr auszurichten vermögen. Verirren ist dank Richtungsanzeiger am oberen Rand des Visiers kaum noch möglich. Da hat sogar die USK zum 18er-Flatschen gefunden.

8/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Inglorious
dicker Hund
4/10
Inglourious
dicker Hund
8/10
die neuesten reviews
Perfect
Kaiser Soze
8/10
Ohne
TheMovieStar
6/10
Star
sonyericssohn
6/10
Mystics
The Machinist
7/10
Percht
Ghostfacelooker

Kommentare

14.01.2021 08:37 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.510
Ich leider ein wenig die Soldaten vermisst. Die dummen Patronenschlucker aus dem Vorgänger (200-irgendwas) hab ich immer mit Wonne niedergemäht. Etwas mehr Abwechslung im Laufe des Spiels wär ned blöd gewesen...

Aber wie immer fein verfasst !

14.01.2021 13:27 Uhr - McGuinness
1x
User-Level von McGuinness 5
Erfahrungspunkte von McGuinness 414
Angemessene Vorstellung eines echt genialen Games, welchem ich ohne lange zu überlegen die Höchstwertung gebe, denn dieses hat mich nicht nur gut, sondern ganz ausgezeichnet unterhalten ☺️👍🏻
Lediglich die Elemente des Horrors, mit seinen zur Schau gestellten Kadavern, vermisse ich ein wenig, ohne daraus jedoch einen relevanten Kritikpunkt zu machen.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)