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Dead Heat

Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Horror, Komödie, Science-Fiction
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,28 (23 Stimmen) Details
inhalt:
Die beiden Superbullen Roger Mortis und Doug Bigelow sind in ihrem Revier – dem L.A. der 80er Jahre – die absoluten Platzhirsche. Es gibt keinen Verbrecher den die beiden nicht zur Strecke bringen, inklusive cooler Sprüche und lässigem Auftreten. Doch eines Tages stellen die beiden fest, dass zwei Bankräuber trotz mehrerer Magazine Blei intus nicht umkippen wollen. Die beiden gehen der Sache natürlich auf den Grund und haben es plötzlich mit Untoten zu tun.
eine kritik von mcguinness:

" Niemand hat soviel Zeit wie er braucht, Roger... Niemand. Unsere Ausbildungszeit, weißt du noch ? Sie haben uns eingebläut nur ein lebendiger Bulle ist ein guter Bulle. Du bist der Gegenbeweis. Du bist tot, aber du bist gut ! "

 

 

Egal ob " Nur 48 Stunden " (1982), " Lethal Weapon - Zwei stahlharte Profis " (1987) oder etwa " Red Heat " (1988) um nur einige der bekanntesten Vertreter der sogenannten " Buddy Cop - Filme " zu nennen, deren Höhepunkt in den 80er - Jahren angesiedelt ist, darüber hinaus aber noch bis in die 90er - Jahre hinein weiterreicht, die Kombination aus einem scheinbar ungleichen Paar, welches jedoch für die gleiche Sache kämpft, erfreute und erfreut sich auch heute noch großer Beliebtheit. Zu dessen Vertreter gehört zweifelsohne auch der unter Fans recht beliebte, wenn auch weniger bekannte, " Dead Heat " aus dem Jahre 1988, welcher von niemand geringerem als Mark Goldblatt inszeniert worden ist und welchen ich mir immer wieder gerne ansehe.

Regisseur Mark Goldblatt sollte eigentlich jedem geneigten Actionfan ein Begriff sein, denn der gute Mann ist so ziemlich einer der erfolgreichsten Cutter Hollywoods, auf dessen Konto zahlreiche der erfolgreichsten Actionfilme überhaupt gehen, wie z. B. " Terminator " (1984), " Rambo 2 - Der Auftrag " (1985), " Last Boy Scout " (1991) oder " True Lies - Wahre Lügen " (1994). Für seinen Filmschnitt von " Terminator 2 - Tag der Abrechnung " (1991) wurde Goldblatt für den Oscar nominiert und gilt seit jeher als unverzichtbar, da dessen Talent und Fähigkeit, Actionszenen gekonnt aneinanderzureihen und durch dessen Schnitte noch bombastischer erscheinen zu lassen, von allen namenhaften Regisseuren rund um das besagte Action - Genre, mehr als gefragt ist.

" Dead Heat " ist dabei Goldblatts erste Regiearbeit, danach folgte nur noch " The Punisher " (1989) bevor er sich ganz auf das Schneiden von Filmen konzentrierte. Inhaltlich haben wir es hier mit einem Polizisten - Duo zu tun, dem Cop Roger Mortis und seinem Partner Doug Bigelow, welche zu einem Überfall auf ein Juweliergeschäft gerufen werden, doch schon alsbald feststellen müssen, dass die getöteten Gangster schon einmal auf dem Seziertisch des örtlichen Leichenschauhauses gelegen haben und demnach eigentlich unter der Erde liegen sollten, statt auf Beutezug zu gehen. Bei ihren Nachforschungen kommen sie dabei einem Konzern auf die Spur, welcher Tote wieder zum Leben erweckt, um diese dann für Überfälle einzusetzen. Während eines Kampfes mit einem totgeglaubten Verbrecher wird Roger jedoch getötet, doch mit der Hilfe der ominösen Auferstehungsmaschine bereits kurze Zeit später von seinem Kumpel Doug und der Gerichtsmedizinerin Dr. Rebecca Smythers, wieder zum Leben erweckt. Getrieben von dem Gedanken auf Rache kennt Roger nur noch ein Ziel : Die Verantwortlichen für seinen Tod zu fassen und zur Strecke zu bringen, doch die Sache hat auch einen Haken, denn der Verwesungsprozess schreitet kontinuierlich voran und somit beginnt für Roger ein Wettlauf gegen die Zeit, wenn er die Schuldigen noch " lebend " zu fassen kriegen will.

Direkt in der Eröffnungssequenz dürfen wir uns an einem herrlichen Schußwechsel zwischen zwei totgeglaubten Gangstern und der Polizei, sowie den hinzugerufenen Cops Roger und Doug, erfreuen und bereits dieser lässt das Herz jedes enthusiastischen Actionfans höher schlagen und beinhaltet alle bekannten genre - typischen Zutaten, welche uns auch im weiteren Verlauf auf bleihaltige Raffinessen, gewürzt mit einer Prise Horror - und Gruselelementen, einstimmen. So wird sehr zu meiner Freude größtenteils mit vollautomatischen Waffen geschossen, welche ich nur allzu gern einer halbautomatischen Pistole vorziehe, da mir deren krachend - ratterndes Geräusch beim Abfeuern jedesmal wie ein betörendes Orchester in den Ohren klingt und ich insbesondere die Resultate der Einschläge der Kugeln zu begrüßen weiß.

So kommen bei den Schießereien auch nur die guten - alten Blutbeutel zum Einsatz, ein Umstand, welcher zum Glück der damaligen Zeit geschuldet ist und wo die heutzutage leider zum Standard gewordene Technik diesbezüglich quasi noch in den Kinderschuhen steckte. Blutige Treffer gehören demnach zum guten Ton bei " Dead Heat " und wenn sich beispielsweise Roger und einer aus der Gangsterbande gegenüberstehen, beide bereits zum Zombie mutiert und mit der Maschinenpistole aus kurzer Distanz aufeinander feuern, dann vollführen diese unter epileptischen Zucken ein wahres Ballett, welches humoristisch und bleihaltig in Szene gesetzt worden ist und von schwarzpulvergeschwängerter Luft umgeben ist.

Auch die Elemente des gepflegten Horrors haben hier ihren Anteil, denn wie es der Titel des Films bereits vermuten lässt, sind wir als Zuschauer vom Tod umgeben und dieser gestaltet sich sowohl actionlastig, wie auch humorvoll, als auch gruselig, denn wenn beispielsweise in einem chinesischen Feinschmecker - Laden die bereits toten Tiere durch Elektrizität und unter Einsatz einer Nachbildung der besagten Maschine wieder lebendig werden, dann mutet es schon sehr skurril an, wenn u. a. kopflose Enten umherfliegen oder aber ein enthaupteter und ausgehöhlter Rinderkörper aus seinem Tiefschlaf in der Kühlkammer erwacht und auf Roger und Doug zustürmt.

Desweiteren ist die stetig voranschreitende Verwesung Rogers glaubwürdig und handwerklich solide umgesetzt worden, wobei auch gerne mal eine Bräunungscreme oder ein Lippenstift Verwendung findet, um den immer blasser werdenden Teint ein wenig aufzufrischen. Die optische Verwandlung zum Zombie ist ebenfalls recht ansehnlich inszeniert worden und die markanten Verfallserscheinungen, wie etwa das Abfaulen eines Ohres oder der Haut, wissen zu gefallen und zeugen von ordentlicher Handarbeit der Maskenbildner.

Was mir jedoch nicht so gut gefällt, ist der geheime Versammlungsraum, in dessen Mitte die Maschine steht und um welche sich die verschiedenen Mitglieder herum gruppieren. Die Kulisse mutet nämlich leider, im Gegensatz zu den anderen des Films, eher billig an, was ich recht schade finde, wo diese doch ein wesentlicher Träger dieses Werkes ist und in diesem Raum auch das Finale stattfindet, welches zwar durchaus blutig - explosiv gestaltet ist, in seinem Ideenreichtum und der Länge jedoch meines Erachtens nach noch ausbaufähig bleibt. Auch die Effekte beim Wiederbeleben der toten Körper, unter grellen - zuckenden Blitzen, wirken heute nicht mehr ganz so frisch, aber ist dies jetzt meckern auf hohem Niveau und dem Umstand der Verhältnismäßigkeit der damaligen Technik geschuldet, was eigentlich wiederum recht sympathisch ist.

Trotzdem wird uns mit " Dead Heat " ein toller Actionfilm präsentiert, welcher zusätzlich noch Versatzstücke des Horror - und Zombiefilms bietet und mit einem gut aufgelegten Treat Williams in der Hauptrolle, bekannt aus " The Substitute - Mörderischer Tausch 2 + 3 " (1997 + 1999) sowie dem mir weniger bekannten, aber keinesfalls schlechter agierenden Joe Piscopo, gesehen in der amerikanischen Late - Night - Live - TV - Sketch - Comedy Show " Saturday Night Live ", bestens zu unterhalten weiß und dessen ausladende Feuergefechte und markig - coolen Sprüche, insbesondere von der Figur des Doug Bigelow, mir immer wieder zu gefallen wissen und mich zu einer erneuten Sichtung bewegen können. Auch wenn " Dead Heat " nicht ganz an die großen Vorbilder dieses Genres herankommen mag, so bleibt dieser dennoch absolut sehenswert, wozu der tolle und titelgebende Soundtrack von Phil Settle sein übriges tut. 

8/10
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Kommentare

10.01.2021 17:50 Uhr - cecil b
1x
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Meine VHS mit diesem Film fordert mich ja immer wieder heraus, gebraucht zu werden.

Die Bilder sind vielversprechend, für einen TRash-Abend.

Deiner wie immer tollen Review, die mir gute Eindrücke gibt, ohne wirklich zu spoilern, wird irgendwann bestimmt ein gleichnamiger Vertreter folgen.

10.01.2021 17:54 Uhr - McGuinness
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@cecil b

Die guten - alten VHS - Zeiten... Man, da werden Erinnerungen wach 🤗

Vielen lieben Dank auch für dein Lob hierzu und es würde mich sehr freuen, wenn " Dead Heat " bald wieder seinen Weg in deinen Videorecorder finden würde 😁

10.01.2021 18:49 Uhr - prince akim
1x
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Jaja, da war ich auch auf VHS dabei bei dem Film. Einfach eine Hintertür in einer Tankstelle, eine kleine Treppe rauf und schon war man drin in der Videothek und da eröffnete sich wirklich das Paradies ... ;-) Schöne Zeiten waren das.
Review, wie gewohnt von dir, wirklich wieder super geschrieben.

10.01.2021 19:32 Uhr - McGuinness
1x
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@prince akim

Allein schon diese markanten Gerüche in der Videothek des Vertrauens, nach Teppichen, Zigaretten, Popcorn und dem prägnanten Duft der Dame hinter dem Tresen... Herrlich 😃
Voller Vorfreude dann immer in Richtung der begehrten Streifen gelaufen und die Fäuste dann in den Taschen geballt, wenn das kleine Plastikschild nicht an seinem Platz gewesen ist und der Film somit vergriffen war 😩
Warum nur muss der Menschen ständig nach Veränderungen streben, immer höher, weiter, schneller, anstatt alles einfach mal beim alten zu belassen ?!
Eine herrliche Zeit, der ich oft genug noch hinterhertrauere 😪

Vielen Dank jedenfalls für dein Lob, dass freut mich wirklich sehr ☺️

10.01.2021 19:35 Uhr - TheMovieStar
1x
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Habe ich noch nicht gesehen aber dein tolles Review macht Lust auf mehr. Danke für die Vorstellung...😊

10.01.2021 20:07 Uhr - McGuinness
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@TheMovieStar

Den kannst du dir ruhigen Gewissens mal geben und ich bin mir sicher, dass dieser dir durchaus gefallen wird 😉

11.01.2021 23:37 Uhr - Romero Morgue
1x
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Einer dieser typischen Filme, welche nur in den 80er entstehen konnten. Und bereits damals war das eher ein kleiner Geheimtipp als ein Videotheken-Blockbuster. Völlig durchgeknallt und quietschbunt. Alleine der Name „Roger Mortis“ sollte allen Filmversierten eine Metapher sein. 😁

Und bezüglich der Wertung gehe ich durchaus mit. Die jüngeren unter uns (also all diejenigen, die die 80er nicht direkt miterlebt haben) sollten aber lieber ein bis zwei Punkte abziehen, da der Zahn der Zeit nunmal auch an DEAD HEAT nicht spurlos vorbeigegangen ist.

12.01.2021 06:33 Uhr - McGuinness
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@Romero Morgue

Das stimmt leider, denn ich glaube auch, dass die jüngere oder heutige Generation nur noch bedingt mit so einem Film etwas anfangen kann.
Generell bin ich eher ein Freund der 80er - und 90er - Jahre Actionfilme, wo noch kein Schnittgewitter Augenschmerzen verursacht hat und CGI - Blutspritzer glücklicherweise noch nicht zum Standard wurden 😒

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