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Star Wars: Die letzten Jedi

(Originaltitel: Star Wars: The Last Jedi)
Herstellungsland:USA (2017)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Fantasy,
Science-Fiction
Alternativtitel:Star Wars: Episode VIII - The Last Jedi
Star Wars: Episode VIII - Der letzte Jedi
Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,29 (68 Stimmen) Details
inhalt:
Nachdem Rey (D. Ridley) endlich Jedimeister Luke Skywalker (M. Hamill) gefunden hat, möchte sie ihn dazu bewegen, den Kampf gegen die Erste Ordnung aufzunehmen. Doch der Jedimeister ist nicht mehr der Mann der er einmal war und so arbeitet er nur widerstrebend mit der jungen Machtbegabten.
Währenddessen versucht General Leia Organa (C. Fisher), den Widerstand zu ordnen und gegen die Erste Ordnung vorzugehen. Unterstützung erhält sie dabei von Poe Dameron (O. Isaac), dem angesehensten Piloten des Widerstands und von Finn (J. Boyega), der für sie auf eine geheime Mission geht und einen mysteriösen Mann namens DJ (B. Del Toro) akquirieren soll. Gegenwind erfahren sie jedoch schon in den eigenen Reihen, denn Vize-Admiral Amilyn Holdo (L. Dern) hält nichts von Leias Konfrontationskurs und somit ist der Widerstand praktisch entzweit. Dem obersten Anführer Snoke (A. Serkis) kommt das gerade recht, denn er hat mehrere Ziele, die er so viel leichter verfolgen kann. Zuerst einmal will er seinen Schüler Kylo Ren (A. Driver) noch stärker in der Macht der Dunklen Seite schulen um ihn gegen den Widerstand zu nutzen. Außerdem will er Luke Skywalker, noch mehr jedoch Rey, in seine Gewalt bringen, denn in ihr sieht er das Potenzial, die Balance der Macht endgültig auf die Dunkle Seite zu ziehen und die Jedi ein für alle Mal auszulöschen ...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von phyliinx:

Stell dir vor, arbeitest an etwas, was keiner vorhersehen kann, um auch alteingesessene Zuschauer zu verblüffen und dann geht das so sehr in die Hose, dass du es nicht vollenden darfst.
Ist ja fast, als würde man jemanden nicht aussprechen lassen bzw ihn bei seiner Argumentation unterbrechen.
Vielleicht hat sich Rian Johnson nach „The Last Jedi“ (2017) so gefühlt, denn er hat für diesen Streifen, den Mittelteil einer Trilogie, das Herzstück einer Star Wars-Geschichte, einen wahrlich interessanten Pfad gewählt, bei dem es spannend gewesen wäre, zu sehen, was er im Finale aus den Ressourcen gezaubert hätte, nur leider musste Disney Warner Bros spielen und das Unterfangen unterbinden, indem sie, ganz stümpferhaft sowie ziemlich dreist, wieder JJ Abrams herangeholt haben, um das Abenteuer doch bitte wieder linear zu gestalten.
„Mach das weg“, so muss der Befehl gelautet haben und Abrams hat dann den Hauptteil von Episode 8 auch gestrichen, womit wir hier zu einem der tragischsten Fälle im Star Wars-Universum kommen, der kurz nach seiner Geburt bereits wieder umgebracht wurde.
Den Fans hat es eben zu sehr in den Fingern gekribbelt, sie konnten nicht darauf warten, wie sich die TLJ-Ereignisse auf Episode 9 ausspielen und ihre Rechnung dafür haben sie definitiv bekommen, nur leider auf Kosten einer eventuell ziemlich geilen Idee.

Unter all der plötzlichen Anti-Euphorie ging das nette, kleine Charakterspiel zwischen Rey und Kylo völlig unter, das in Episode 9 nicht mehr wirklich fortgeführt werden kann, weil Johnsons Pläne hinter dem Vorhang des erfolgreichen  „Knives Out“ verschwunden sind.
Im Gegensatz zum Endgame leben zweite Teile von Dreiteilern nun einmal vom Character Evolution-Dripfeeding.
Dann wäre dann noch Luke zu erwähnen.
Ich meine, hey, ein negativer Held, eine Entwicklung, die wir nicht erwartet hatten, wäre es nicht cool gewesen, mal zu schauen, was daraus wird, wie es mit Luke weitergeht oder ob er wirklich endgültig von uns gegangen ist, auf diesem, vergleichsweise,  unkonventionellen Storypfad?
Viele Fragen, wenig Antworten, aber leider gehörte ja auch Herr Hamill selbst zu den oben erwähnten, prominenten Crybabies und seitdem finde ich den Herren nicht mehr ganz so sympathisch wie viele andere Star Wars-Zuschauer oder Fans.
Ja, er liefert gut ab, aber bei manchen Dingen, bei manchen Aussagen, wäre es besser gewesen, er hätte seine Klappe gehalten, anstatt teils in die verräterische, hinterhältige, regelrecht kindische Läster-Bahn abzudriften.
Immerhin kann man den Casting Call sicherlich auch absagen, wenn einem das Skript nicht gefällt.
Viele Erzählungen dieses Schauspielers klingen wie Märchen oder übertriebene Abhandlungen normaler Sachverhalte.

Weg mit ihm aus dieser Review, her mit weiteren Darstellern, die das Rampenlicht in meinen Augen mehr verdient haben.
Adam Driver zum Beispiel und das nicht nur, weil er teils halbnackt herumturnt.
Ein toller Spielpartner für Daisy Ridley, zumindest, wenn es auf Dialoge ankommt.
Ach ja, ist euch mal aufgefallen, dass Rian Johnson darauf verzichtet hat, Rey und Kylo in diesem Film gegeneinander antreten zu lassen?
Der Kampf im Thronsaal zählt nicht umsonst zu den besten Kämpfen der Sequel-Trilogie.
Er findet nämlich auf ebenbürtiger Ebene statt.
Viele Gegner gegen zwei Lichtschwertträger.
Das ist halt einfach besser als erfahrener Kämpfer gegen Amateur.
Deswegen ist die Thronsaal-Sache am Ende auch epischer, als das letzte Lichtschwert-Gefuchtel der ganzen Saga, auf den Überresten des Todessterns, in Episode 9.
Jedenfalls hat Driver in E8 ganz schön was zu leisten, er muss nämlich mehr einen Storycharakter spielen, als jemanden, der nur auf Schienen dem „Das Böse wird gut“-Pfad folgt, während Special Effects über die innovationslose, immergleiche Leier hinwegtäuschen, mit der Disney seine Trilogie zu rechtfertigen versucht.
Nach 7 noch als Heulsuse geltend, hat das Writing Kylo hier unter Fans ganz schön den Allerwertesten gerettet.
Sie haben jetzt verstanden, dass er kein weicher Bösewicht, sondern ein gewissenhafter Nutzer der dunklen Seite ist, jemand, in dem ein Herz schlägt und Emotionen aktiv verarbeitet.
Wäre er ein weicher Bösewicht, hätte er Rey nicht gerettet, dann hätte er viel zu lang gezögert und dann hätte er auch viele seiner Gegner nicht halb so brutal exekutiert, wie teilweise gezeigt, sondern mit fortlaufender Saga immer wieder im Zwiespalt feststeckend begnadigt, bis hin zu einem „Du bist auch nur ein Mensch“-Stormtrooper-Moment.
Dann hätte Luke ihn auch right there bekehrt, auf Crait, einem clever gewählten Showdown-Planeten, auf dem weißer Boden rot durchzogen wird.
Warum?
Wegen des Salzes, werden Star Wars-Fans jetzt sagen.
Ja, gut, geschenkt, das ist die Lore.
Aber für mich geht es auch darum, das Helle mit dem Dunklen zu verschmelzen, den gesamten Film zu summieren, ihm ein visuelles Fazit zu verleihen.

Rey braucht Anspielhilfe.
Was genau will man aus Rey auch machen?
Luke muss ihren Story Arc heben, während er gleichzeitig die Zuschauer darum anfleht, sich doch den achten Star Wars zu geben, weil Disney, wie sie mit ihren Remakes bestens beweisen, kein Vertrauen in Neues hat.
Für mich ist Rey bisher immer eine sehr uninteressante Figur gewesen, mich hat nie wirklich gepackt, was mit ihr geschieht, was sie erreicht und mit wem sie es  zu tun bekommt.
Das liegt nicht am angeblichen Mary Sue-Charakter, sondern einfach, weil sie gänzlich kreidebleich geschrieben ist, die schlechtere Hälfte von ReyLo sozusagen, das, was Kylos Charakterfarben eben leider ausgleichen muss und soll.
Hier weiß auch Rian Johnson nicht weiter.
Deswegen degradiert er sie zu einem Niemand.
Vielleicht wäre ihm ja im nächsten Teil noch etwas dazu eingefallen, einen Plan gab es ja eh nie, aber vorerst hat man ihn in einer Sackgasse erwischt, die ihm viele noch vorwerfen werden ohne eine Ahnung zu haben, was alles dahinter stecken müsste, um Rey wieder in Fahrt zu bekommen.
Denn Rey schwingt ja ein Lichtschwert, also muss sie toll genug sein, um dieses Abenteuer als Protagonistin tragen zu können.

Das teilt den Film also in zwei Hälften.
Kylos Charaktermomente und Reys seichter Lindenstraßen-Ausgleich.
Deswegen bleibe, zur endgültigen Entscheidung, Admiral Holdo nicht außer Acht gelassen.
Sie sorgt für einen der beeindruckendsten Momente im gesamten Star Wars-Kosmos, nachdem Johnson ihre Figur sorgfältig eingeführt, aufgebaut und für ihren Klimax entwickelt hat.
Ihre Interaktionen mit Poe sind ein weiterer Arc, den Disney im Skywalker-Aufstieg ignoriert.
Der größte Mittelfinger ist von daher Poes neue Dialoggefährtin, die dann nochmal klarmacht: „Holdo existiert nicht mehr in seinem Kopf, jetzt nur noch die Leute, mit denen er kann.“
Denn Holdo hat Poe auch mal Feuer unter dem Hintern gemacht und wenn dem Helden Feuer unter dem Hintern gemacht wird, ist das anscheinend nicht besonders ansprechend für Disneys Zielgruppe von Feinden alternativer Star Wars-Denkweisen.

Somit bleibt „The Last Jedi“ am Ende also nur ein Hinweis auf das, was hätte sein können und sein sollen.
Eigentlich ist es aus der Hinsicht gar nicht vollständig bewertbar, aber vor dem Problem stand JJ zweimal, mit 7 und 9, also gebe ich diesem Titel für seine höchst interessanten Vorlagen sieben Punkte.

 

Ich hoffe, Johnson bekommt seine Trilogie, von ihm hätte ich gerne eine Star Wars-Story erzählt.

7/10
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Kommentare

14.01.2021 01:07 Uhr - Großadmiral Thrawn
1x
Sehr gute Kritik. Der Film ist neben Episode III und V mein Lieblingsteil und mit den beiden erst genannten ein 10/10 Kandidat für mich

14.01.2021 12:50 Uhr - shharry2
2x
User-Level von shharry2 2
Erfahrungspunkte von shharry2 91
Gelungene Besprechung zum sehr wahrscheinlich am meisten und am kontroversesten diskutierten Film der Saga. Rückblickend halte ich ihn persönlich für den besten Teil der Sequel-Trilogie, und ich hätte auch brennend gerne Rian Johnsons Version von Ep.IX darauf gesehen.

Was war ich damals im Kino überrascht und erfreut, als die plumpe Palpatine-Kopie der ST, Snoke, getötet wurde und der echt klasse umgesetzte Kampf in seinem Thronsaal folgte. Ebenfalls hatte ich am Ende von TLJ echt die Hoffnung und Vorfreude, dass man Kylo nun - im Gegensatz zu seinem Großvater - bis zum bitteren Ende auf den Wegen der dunklen Seite wandeln läßt, leider, leider kam es dann 2019 anders...

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