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We Summon the Darkness

Herstellungsland:USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,27 (15 Stimmen) Details
inhalt:
Sommer 1988: Im amerikanischen Hinterland haben vermeintliche Satanisten bereits 18 unschuldige Menschen umgebracht. Für die besorgten Sittenwächter ist ganz klar, dass nur Heavy Metal schuld an allem sein kann! Das hält die drei Freundinnen Alexis, Val und Beverly nicht davon ab, einen Roadtrip zu einem Heavy-Metal-Festival zu unternehmen. Dort angekommen, lernen sie Mark, Kovacs und Ivan kennen und beschließen, nach dem Konzert in Alexis' abgelegenem Landhaus weiterzufeiern. Was eine Nacht voller Spaß und Ausschweifung werden sollte, nimmt allerdings schnell eine mörderische Wendung und nicht alle werden diese unheilvolle Party überleben…
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von shharry2:

„We summon the darkness“ ist ein in den späten 80ern angesiedelter Pseudo-Horror-Slasher, dessen durchaus gute und sympathische erste halbe Stunde danach leider ziemlich schnell im schon hundertfach gesehenen Mittelmaß versinkt.

Inhalt: Die 3 Freundinnen Alexis, Val und Beverly sind unterwegs zu einem Rock-/Heavy Metal-Konzert irgendwo im Hinterland der (mittleren?) USA. Während im Radio einerseits der Prediger John Butler vor den Gefahren der Heavy Metal-Musik warnt und andererseits eine satanische Sekte ihre neuesten Opfer fordert, treffen die 3 Girls vor der Konzerthalle auf 3 etwa gleichaltrige Jungs, und nach anfänglichen Startschwierigkeiten macht sich das Sextett erst auf zum Konzert, und anschließend nach ein wenig Alkoholgenuss zum Haus von Alexis‘ Vater, welcher passenderweise über das Wochenende nicht zu Hause ist. Nach noch mehr Alkohol könnte das typische Teenagertreiben zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht mit der nächsten Stufe weitergehen, doch plötzlich geschieht etwas für manche der Akteure Unvorhergesehenes, und Blut und Tod werden bis zum Morgengrauen den Ton angeben….

„We summon the darkness“ ist ein typischer Vertreter eines Films, der wirklich vielversprechend anfängt, und dem man als Zuschauer sogar wünschen würde, er wäre besser geworden, als er es letztlich dann ist. Manches macht der Film ja auch durchaus richtig:

Die Atmosphäre der 80er wird, ähnlich wie in „Summer of 84“, sehr gut und glaubhaft eingefangen, egal ob durch die Klamotten und Frisuren, manche Dialoge in Bezug auf real existierende Bands und deren damalige Besetzung sowie letztlich den 80er Hit „Heaven is a place on earth“

Auch die Schauspieler sind soweit okay in ihren Rollen und teils recht sympathisch wie eben die Protagonistin Amy Forsyth als Beverly, oder ihr männlicher Gegenpart Keean Johnson als Mark. Ziemlich gut gefallen haben mir Alexandra Daddario als Alexis sowie Maddie Hasson als Val aufgrund ihrer beider leicht abgedreht-verrückten Performance. Blass hingegen bleibt der Rest vom Cast, ganz schlimm ist Allison McAtee als Stiefmutter von Alexis, ein wandelndes Klischee im negativsten Sinn.

Johnny Knoxville hat nen kurzen Auftritt als John Butler, aber so wirklich im Gedächtnis bleibt einem sein Auftritt nicht, und ich hatte ihn erst auch nicht erkannt, er wirkt irgendwie sehr dünn, ja geradezu eingefallen im Gesicht und an den Wangenknochen. Hat mit seiner Darstellung erstmal Nichts zu tun, aber das fiel mir halt auf.

Der Rest, wie die beiden Kumpels Ivan und Kovacs von Mark oder der Sheriff/Deputy, sind nur Beiwerk bzw Kanonenfutter, um den Blutpegel nach oben zu fahren, mehr nicht.

Das größte Problem des Films ist seine unglaubliche Vorhersehbarkeit. Die Macher versuchen zwar, den Zuschauer auf eine falsche Fährte zu locken, indem es so aussieht, als ob entweder die 3 hormongesteuerten Jungs die zu Beginn im Radio erwähnten Satanisten sind oder, dass wie in 100 anderen Slashern, ein maskierter Irrer die ganze Truppe im Haus massakriert. Wer aber mehr als 2 Slasher zuvor gesehen hat weiß spätestens, wirklich allerspätestens ab dem Zeitpunkt, an welchem Alexis mit Beverly in der Küche darüber spricht, ob sie (Beverly) „bereit wäre“ und die beiden jeweils 3 Becher mit Bier nach draußen tragen, dass die 3 Weiber was Böses vorhaben.

Ebenso glasklar ist es für den Zuschauer, dass die gerade genannte Beverly eben nicht bereit ist, einen der Jungs abzustechen, und sich letztlich als das obligatorische „Final Girl“ entpuppt. Überhaupt ist der Grund, warum die Morde begangen werden, auch recht bekloppt: John Butler und seine Tochter Alexis sind Teil bzw Anführer einer typischen, erzkonservativ-religiösen Sekte der Amis, und um mehr Mitglieder zu erhalten, begehen sie Morde im ganzen Land, welche sie Satanisten zuschreiben, und da Butler selbst Heavy Metal als Brutstätte von allem Übel anprangert, sind letztlich Heavy Metal-Musikfans die Ursache der Morde laut der Film-internen Logik. „D’oh!“ würde Homer Simpson sagen.

Nachdem der Film seinen einen, und im Grunde genommen schon meilenweit vorherzusehenden Twist verspielt hat, ist die Spannung größtenteils auch weg und der Streifen tritt dann irgendwie auf der Stelle. Fast ne halbe Stunde lang verstecken sich Kovacs und Mark in der Lebensmittelkammer, während Beverly allein im Bootshaus ist, und ne Waffe sucht, oder halt einfach die Laufzeit totschlägt. Wenn endlich mal wieder etwas Schwung in die Chose kommt und Beverly sich dazu entschlossen hat, doch keine Mörderin zu sein, wird es trotzdem nicht besser. Der Kampf mit Val im Keller ist – mal wieder – sehr dunkel, relativ zahm gehalten und gerade hier bei Val hätte es sich so angeboten, ihre Figur kurz am Ende – ähnlich wie bei Karl am Ende von „Die Hard“ – nochmal mit verbranntem Schädel und Gesicht, schreiend mit einem Messer auf Beverly und Mark stürzen zu lassen. So aber werden ihr halt die Haare abgefackelt, sie taumelt in eine dunkle Ecke des Kellers, man sieht noch nicht einmal, das sie irgendwie zusammenklappt oder ihr Ableben sonst angedeutet werden würde, das war es dann einfach. Ein weiter Let-Downer des Films, sehr schade.

Richtig dämlich ist das Verhalten von Knoxvilles‘ John Butler: Einerseits ist dem aufmerksamen Zuschauer schon bei seinem Erscheinen in der Auffahrt klar, dass er den armen Kovacs abknallen/abmurksen wird, aber andererseits spaziert Butler, nachdem er wie gesagt Kovacs erschossen hat und die Leichen seiner Ex-Frau, des Deputys und von Ivan schon gesehen hat, seelenruhig in die Küche, nimmt sich nen Keks, und bleibt dort mehrere Minuten, während im Haus, sowohl im Keller, als auch im 1. Stock gekämpft und gekeift wird. Ich meine, er macht sich sogar noch ein Bier/ne Dose auf. Das ist so unglaublich dämlich, dass es schon beim Zusehen weh tut.

Ein richtiges Finale, oder ein finaler Kampf fehlen dann – vielleicht auch konsequenterweise, wenn man die abflachende Spannungskurve davor nimmt – leider auch, Beverly und Alexis haben sich an den Haaren/an der Gurgel, das geht ein paar Momente hin und her, Alexis stürzt aus dem Fenster, schwupps, da ist sie tot. ODER etwa doch nicht?!

Naja, sie rappelt sich dann zwar wenig später nochmal auf, aber erwartet auch hier Nichts Besonderes mehr, sie schlurft noch in die Einfahrt, während Beverly mit dem Jeep der Butlers über sie hinwegfährt, das war es dann.

Abschließend kann ich nur sagen, dass „We summon the darkness“ leider ein Vertreter der Sorte Film ist, welche viel zu versprechen scheinen, letzten Endes aber nur sehr wenig halten können. Einmal anschauen reicht völlig, danach vergisst man den Film eh wieder schnell.

4 von 10 Außenbordmotoren.

4/10
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Kommentare

17.01.2021 13:39 Uhr - NoCutsPlease
3x
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Habe mir den Streifen kürzlich angesehen, weil er zurzeit im Prime-Angebot ist.
Das 80er Flair ist wirklich gut eingefangen, der Rest ist - wie treffend von dir beschrieben - in der Tat eher Mittelmaß und für slashererfahrene Zuschauer nicht gerade umwerfend.
Bin unterm Strich bei recht wohlwollenden 6/10.

17.01.2021 14:32 Uhr - Ghostfacelooker
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Da sind wir ja einer Meinung

17.01.2021 19:11 Uhr - sonyericssohn
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Der Titel versprach viel, der Trailer schon weniger und der gesamte Film ist wohl zu vernachlässigen. Das mach ich dann wahrscheinlich auch.
Danke fürs warnen 👍🙏😉

17.01.2021 21:16 Uhr - TheMovieStar
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Schönes Review! Den wollte ich mir eigentlich auch noch ansehen. Mal gucken, ob ich mir meine eigene Meinung doch noch bilde. Danke fürs Vorstellen!

18.01.2021 07:59 Uhr - Dissection78
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Ganz so schlimm finde ich's ja nun nicht, haha. Nach einigen Kritiken, die den Film als 'durchwachsen' oder gar 'unterdurchschnittlich' bezeichneten, machte ich mich schon auf einen ziemlichen Langweiler gefasst. Letztendlich sehe ich es aber wie NoCutsPlease.

Mir fallen hier vor allem die für einen Regisseur vermutlich furchtbar klingenden Wörter und Formulierungen 'solide', 'relativ ordentlich' (weia... relativ!), 'ganz okay', 'geht in Ordnung' und 'leicht über Mittelmaß' ein. Nix Besonderes, vielleicht sogar etwas belanglos, andererseits ließen mir meine arg runtergeschraubten Erwartungen "We Summon the Darkness" im Nachhinein dann doch noch als recht unterhaltsam und amüsant durchgehen. Dabei erinnert mich die Atmosphäre ein wenig an "Jennifer's Body", welchen ich auch sooo schlecht nicht finde. Die ganze, leidlich spannende Chose könnte tatsächlich aus den 80ern stammen, allerdings nicht, weil die Handlung in diesem Zeitraum angesiedelt ist, sondern weil sie so herrlich unbedarft rüberkommt. Ich bin hier also wie NCP ebenfalls bei wohlwollenden 6 Pünktchen. Werde ich mir irgendwann nochmals anschauen, das Dingens. Bin gespannt wie das Fazit dann ausfällt ;)

Ach, und von den drei Hauptdarsteller-Grazien gefällt mir Amy Forsyth schauspielerisch noch am besten. Alexandra Daddario und Maddie Hasson overacten nämlich teils wie Bolle. Das mag vielleicht zu den Charakteren passen, geht mir persönlich zwischendurch jedoch auf den Senkel. Die gute Amy sollte sich im Horrorbereich dennoch bessere Skripte aussuchen (wenn möglich), denn der ein Jahr zuvor erschienene Slasher "Hell Fest", in dem sie gleichfalls eine zentrale Figur gibt, ist in meinen Augen noch schwächer.

18.01.2021 10:03 Uhr - shharry2
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Danke euch für die Kommentare.

@Dissection78

Ich war irgendwie unterm Strich dann doch etwas zu sehr enttäuscht vom Film, als dass ich ihn noch mit ner 5 oder 6 hätte bewerten können. Ich fand den Trailer ziemlich gut und auch die erste halbe Stunde, aber das danach, das hat mich halt auf ganzer Linie enttäuscht, da konnte ich nicht besser oder gar wohlwollender bewerten. ;-)

18.01.2021 13:22 Uhr - (sic)ness_666
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Tolle Rezi, welche auch ziemlich treffend meine Meinung wiederspiegelt.
Für mich ging jedoch selbst das Setting nach dem Opening flöten bzw. rückte so sehr in den unscheinbaren Hintergrund, was mich auch sehr geärgert hat. Gerade weil es am Anfang richtig gut ausgekostet wird. Doch spätestens, wenn man auf dem Anwesen ist, ist es völlig nichtig. Da wird kurz noch am Lagerfeuer bisschen Namedropping von Bands gemacht aber dann war es das komplett. Das fande ich zusätzlich zu den schon von dir genannten Punkten sehr ärgerlich.
Ein Film mit verschenktem Potenzial an allen Ecken und Kanten.

21.01.2021 10:13 Uhr - cecil b
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Ich finde die Review schön straight to the Point. :)

"Das größte Problem des Films ist seine unglaubliche Vorhersehbarkeit. " Slasher ;)

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