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Monster

Herstellungsland:USA, Deutschland (2003)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Biographie, Drama, Krimi
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,78 (9 Stimmen) Details
inhalt:
Aileen (Charlize Theron) ist am Ende ihrer Kräfte...den Finger am Abzug.Doch plötzlich landet die Prostituierte in einer Bar und direkt in den Armen einer jungen Frau-Selby Wall (Christina Ricci).Eine heftige Liaison entbrennt zwischen den beiden ungleichen Frauen.Für Aileen ist Selby der Einstieg in ein neues Leben,aber noch fehlt das nötige Geld um durchzubrennen und der Stadt endgültig den Rücken zu kehren...nur noch ein paar Freier,dann ist Schluss.Doch einer von ihnen fällt so brutal über Aileen her,dass sie ihn in Notwehr erschießt.Es sollte nicht der letzte sein...
eine kritik von mcguinness:

" Liebe kann alles überwinden. Es gibt immer wieder einen Silberstreifen am Horizont. Der Glaube kann Berge versetzten. Liebe findet immer wieder einen Weg, nichts geschieht ohne Grund... Die Hoffnung stirbt zuletzt. " 

 

 

Die am 9.Oktober 2002 im " Florida State Prison " hingerichtete Serienmörderin Aileen Wuornos hatte es im Leben wahrlich nicht leicht und eigentlich nie eine Chance, diesem einen Sinn zu geben. Ausgrenzung, Demütigungen und sexueller Missbrauch bestimmten ihre Kindheit und Jugend und schon früh schlug Aileen daher einen Lebensweg ein, welcher leider die traurige Konsequenz aus den vorangegangenen Misshandlungen darstellt und welcher letzten Endes zu der Ermordung von sieben Männern führte, sowie ihr das Todesurteil durch die Giftspritze einbrachte.

Patty Jankins Film " Monster " aus dem Jahre 2003 zeichnet dabei schonungslos und authentisch das Leben von Aileen Wuornos und ihrer damaligen Freundin Tyra Moore nach, welche hier jedoch unter anderem Namen, nämlich Selby Wall, dargestellt wird. Nach Jahren voller Entbehrungen auf dem Autobahnstrich ist Aileen ein psychisches und teils auch körperliches Wrack und wird von Selbstmordgedanken getrieben, doch als sie bei einem letzten von ihr gewollten Bier die schüchterne Selby in einer Bar kennenlernt und sich beide ineinander verlieben, scheint sich das Blatt erstmalig in Aileens Leben zum Guten zu wenden und sie setzt alles daran, Selby bei sich zu halten und ihr das gewünschte Leben zu ermöglichen. Das einzige, was Aileen jedoch gelernt hat, ist sich zu prostituieren und als sie aus scheinbarer Notwehr zum ersten Mal einen Freier erschießt und dessen Geld und Auto an sich nimmt, wird der mörderische Raub von Freien fortan zu ihrer Haupteinnahmequelle, da alle Schritte in Richtung bürgerliches Leben und anständige Arbeit fehlschlagen. Als jedoch durch einen Autounfall mit dem Wagen eines der getöteten Männer die Cops auf ihre Spur kommen, beginnt sich die Schlinge für Aileen und Selby immer enger zu ziehen.

Ungepflegt, mit fettigen und strähnigen Haaren wird uns Aileen Wuornos präsentiert, welche übermäßig viel Alkohol konsumiert und sowohl äußerlich, als auch von ihrer geistigen Verfassung her, den Eindruck einer restlos gescheiterten und zerstörten Existenz macht. Sie scheint mit dem Leben abgeschlossen zu haben und gibt sich keinerlei Illusionen mehr hin, dass sich dies auch jemals ändern wird, doch genauso niedergeschlagen und depressiv wie sie zu sein scheint, genauso aufbrausend und aggressiv kann sie im nächsten Moment sein und mit irrem Blick und Drohgebärden auf sich aufmerksam machen. Im Grunde genommen sehnt sie sich nur nach einem menschenwürdigen Leben, einem geregelten Alltag und jemanden der sie wirklich liebt und nicht bloß an ihrem Körper interessiert ist, doch ein Blick auf ihre Vita wirft unweigerlich die Frage auf, wann Aileen jemals positive Gefühle und Wertschätzung hätte erfahren sollen ???

Getragen wird dieses intensiv - bedrückende Schauspiel dabei von Charlize Theron, bekannt aus " Im Auftrag des Teufels " (1997) oder aber " The Astronaut's Wife - Das Böse hat ein neues Gesicht " (1999), welche für ihre großartige Darbietung der Aileen Wuornos vollkommen zu Recht zahlreiche Auszeichnungen erhielt, u. a. den begehrten Oscar als beste Hauptdarstellerin, sowie den Golden Globe Award. Theron scheint dabei förmlich mit der Person der Aileen Wuornos zu verschmelzen und verkörpert diese geradezu genial, an dessen ungeheurer Intensität wir als Zuschauer fast schon ehrfürchtig teilhaben dürfen und welche mich auch nachhaltig immer noch tief beeindruckt. Diese Verwandlung wirkt umso krasser, wenn man sich Charlize Theron aus vorher genannten Werken in Erinnerung ruft und meint, dass doch hier eigentlich eine komplett andere Schauspielerin am Werk sein müsste, von daher... Hut ab vor dieser Glanzleistung !

Als ihre Freundin Selby Wall griff man dabei auf die allseits bekannte und beliebte Christina Ricci zurück, gesehen in " Adams Family " (1991) oder " Sleepy Hollow " (1999), welche hier schauspielerisch zwar ebenfalls zu überzeugen weiß, dennoch missfällt mir ihre Wahl, da sie im Gegensatz zu Wuornos viel zu gepflegt, beinahe schon aalglatt und auch zu unschuldig erscheint. Familiäre Probleme werden bei ihrem Charakter nur grob angedeutet, doch bewegen sich diese nicht mal annähernd auf demselben Niveau wie bei Aileen. Keine Spur also von sexuellem Missbrauch, Demütigungen und Gewalterfahrungen, wodurch diese Konstellation auf mich etwas unglaubwürdig bzw. unvorteilhaft gewählt wirkte, denn selbst die Neugier auf das gleiche Geschlecht und der Wunsch nach Abenteuer und Freiheit erklärt nur schwer nachvollziehbar, weshalb ein junges und dazu noch sehr hübsches Mädchen alles über Bord wirft, um fortan mit einer obdachlosen Prostituierten zusammenzusein und nur so in den Tag hineinzuleben.

Kommt es zu tödlichen Konfrontationen mit den Freiern oder sexuellen Handlungen, so sind diese stets auf ein annehmbares Maß reduziert worden, ohne dabei jemals in die voyeuristische Nische abzudriften und somit deplatziert zu wirken. Gewalt und Sex zeugen demnach von solider Nüchternheit und schießen erfreulicherweise niemals über das Ziel hinaus, sondern fügen sich routiniert in die Geschichte ein.

Als besonders deprimierend empfand ich es beim Ansehen des Films dabei, wie Aileen versucht von der Prostitution loszukommen und den Schritt in ein bürgerliches Leben, nebst Vorstellungsgesprächen, wagt, um sich und Selby eine gesicherte Existenz aufbauen zu können. Gebrandmarkt durch ihre gesellschaftliche Stellung, ohne Berufserfahrung, geschweige denn einem Bildungsabschluß, sind die Aussichten jedoch nicht gerade erfolgversprechend und somit führt ihr Weg sie letztlich immer wieder zurück in die Prostitution, wo sie der Willkür der Freier ausgesetzt ist. Wenn sie durch einen Mord kurzfristig an das vermeintlich große Geld gekommen ist, dann malt sie sich und Selby die Zukunft in den buntesten Farben aus, mit einem Porsche vor der Haustür, einem Haus am Strand usw., doch kollidieren ihre Träume alsbald wieder mit der bitteren Realität, sobald das Geld aufgebraucht ist und der Teufelskreis beginnt wieder von vorne... Ziemlich bedrückend !

Mit " Monster " präsentiert uns Patty Jenkins einen Faustschlag in die Magengrube, dessen unangenehmes Ziehen auch nach dem Abspann noch lange nachwirkt und gleichzeitig müssen wir uns als Zuschauer auch fragen, ob nicht wir als Gesellschaft eine Mitschuld an den Verbrechen der Aileen Wuornos tragen, indem wir solche stigmatisierten und eigentlich bemitleidenswerten Kreaturen ausgrenzen oder gar deren Dienste noch in Anspruch nehmen ?! Rechtfertigen also die jahrelangen Misshandlungen und Demütigungen nicht sogar auf irgendeine Art und Weise ihre Taten, bei denen wir den Grundstein quasi mitgelegt haben ? Dies jedoch, sollte jeder für sich selbst entscheiden, indem sich eindringlich mit der jeweiligen Thematik auseinandergesetzt wird.

Jedenfalls wird uns mit " Monster " ein richtig starkes Drama präsentiert, welches hervorragend gespielt ist, allen voran natürlich Charlize Theron, und dessen bedrückend - realistische Darstellung der Gesellschaft und der diese kreierenden Verlierer, sowie den daraus resultierenden Folgen, garantiert niemanden kalt lässt. 

9/10
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Kommentare

19.01.2021 18:53 Uhr - sonyericssohn
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Is jetzt kein Film der mich anspricht. Hab zwar schon einiges darüber gelesen und gehört, aber rein von der Thematik her... I woas ned 🤔

Im letzten Absatz bin ich über das Wort -geschauspielert- geholpert. Klingt für mich ein wenig roh. Gespielt wäre doch evtl. eine Alternative 😉

19.01.2021 19:04 Uhr - McGuinness
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@sonyericssohn

" Monster " ist mit Sicherheit kein schöner Film, dennoch sehr sehenswert... Vorausgesetzt man kann sich mit dem gezeigten auch anfreunden ?!

Habe es im letzten Absatz geändert... Klingt tatsächlich doch irgendwie runder 😉

Danke dir für's Lesen und vielleicht findet der Film eines Tages ja doch noch mal den Weg auf deinen Bildschirm 😁

19.01.2021 19:06 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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19.01.2021 19:04 Uhr schrieb McGuinness
@sonyericssohn

" Monster " ist mit Sicherheit kein schöner Film, dennoch sehr sehenswert... Vorausgesetzt man kann sich mit dem gezeigten auch anfreunden ?!

Habe es im letzten Absatz geändert... Klingt tatsächlich doch irgendwie runder 😉

Danke dir für's Lesen und vielleicht findet der Film eines Tages ja doch noch mal den Weg auf deinen Bildschirm 😁


Das war nur eine Anregung, kein Muss ! 😁 Aber es liest sich tatsächlich angenehmer.👍

19.01.2021 19:08 Uhr - McGuinness
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@sonyericssohn

... Dann danke für die Anregung 😉👍🏻

19.01.2021 19:22 Uhr - Cinema(rkus)
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Mr. Guinness

Ich hebe mein Glas (Kupfer ???) und proste Dir zu. Viele Filme, die hier nach wie vor abgefeiert werden, erreichen mich leider nicht mehr. Wenn in einem anderem Kommentar-Strang an dem Regie-Können von einem Ridley Scott gezweifelt wird, andererseits die gleichen User aber verkünden, dass Freitag der 13., Teil 1- 4, sehr "schöne" Filme wären, dann entschließt sich ein kleines Dackel-Mädchen mehr und mehr dazu, öfters zu schweigen.
Nicht aber bei diesem Film und Deiner grandiosen Vorstellung. Was für ein starkes Drama !! Und Charlize, diese sexy Hexy, diese Furiosa, dieses atomare blonde Sahnehäubchen, dieses "saublitzbildhübsche" Mädel beweist in diesem Film, welch grandiose Schauspielerin sie ist. Ein 1-A-Premium-Film, der einen ganz fies in dieses trostlose Leben mitnimmt. Klasse !!
Warum ich noch ab und zu auf dieser Seite auftauche ? Es sind Reviews hinsichtlich dieser Filme, es sind manche News zu Filmen, die über irgendwelche pubertären Geschmacksverirrungen weit hinausgehen. Ja, yeah, deshalb streife ich hier noch ab und zu durch die Seiten.
Wichtig, dass Du die Fahne für diesen Film schwenkst und diesen in Erinnerung bringst. Ein starkes Stück Kino und eine ebenso starke Vorstellung von meinem Lieblings-Malocher mit der steilen Kurven-Lage. Zwinker Zwinker !!
Gruß C.M.

19.01.2021 19:55 Uhr - McGuinness
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@Cinema(rkus)

Vielen Dank mein Lieber, für Lob und Meinung hierzu... Freut mich wirklich sehr und schön mal wieder von Dir zu hören bzw. zu lesen 😉

Charlize Theron ist wahrhaftig eine Wucht, äußerlich wie auch vom schauspielerischen Talent her, da sind wir uns wohl einig 😁👍🏻 und auch ich finde " Monster " grandios und habe lediglich deswegen nicht die Höchstwertung vergeben, weil ich wie gesagt die Wahl von Christina Ricci doch etwas unpassend fand, mir ansonsten aber ein äußerst starkes und doch schwer verdauliches Drama geboten wurde, welches ich mir immer wieder gerne ansehe, wozu der tolle Soundtrack (Ferris Wheel - Love Theme) enorm zu beiträgt, zu fesseln und zu begeistern weiß.

Schade, dass du nicht mehr so häufig im Forum unterwegs bist, denn ich würde gerne mal wieder eine tolle Review von dir lesen, kann aber deine Gründe auch nachvollziehen und respektiere diese selbstverständlich.

Ich proste dir heute mit einem herrlich kühlen Fiege zu 🍻 und sende dir und deinen Damen daheim einen ganz lieben Gruß 😊

19.01.2021 21:23 Uhr - dicker Hund
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Krasser Film mit einer starken Charlize Theron, angemessen besprochen. Das Vorstellungsgespräch war auch für mich eine der einprägsamsten Szenen, aus der ich einzelne Zeilen noch im Wortlaut erinnere, obwohl die Sichtung deutlich länger als 10 Jahre her ist...

19.01.2021 21:43 Uhr - McGuinness
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@dicker Hund

Danke dir für dein Feedback hierzu 😊

Das Vorstellungsgespräch ist auch gerade deshalb so einprägsam, weil es so ziemlich alle Facetten des gesellschaftlichen Abstiegs von Aileen und deren Stigmatisierung widerspiegelt.
Eine Szene, die ich somit als besonders bedrückend empfand, denn der Wille zur Veränderung ist ja offensichtlich vorhanden, doch wenn sich ein Misserfolg nach dem anderen einstellt, dann wundert es wohl kaum, dass Aileen wieder in alte Verhaltensmuster verfällt 😔

21.01.2021 10:34 Uhr - cecil b
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DB-Co-Admin
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Ein toller Film, der von dir optimal besprochen wurde!

21.01.2021 12:07 Uhr - McGuinness
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@cecil b

Vielen Dank cecil... Freut mich sehr, wenn Film und Review dir gefallen 😊

24.01.2021 09:52 Uhr - Draven273
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Ein Film der bei mir noch immer auf der Watchlist steht. Meine Güte, ich weiß gar nicht warum ich mich so schwer mit dem tue, wollte den schon längst geschaut haben. Dank Deiner tollen und informativen Review, rückt dies dann doch mal in greifbare Nähe. Gefesselt hast Du mich mit Deinen Worten schon, die Weichen sind also gestellt. Tolle Vorstellung :)

24.01.2021 10:32 Uhr - McGuinness
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Erfahrungspunkte von McGuinness 558
@Draven273

Den sollte man zumindest einmal gesehen haben, denn hier wird ein echt starkes und außergewöhnliches Drama präsentiert, welches richtig gut gespielt wird und garantiert unter die Haut geht.

Danke dir für dein tolles Feedback 😉

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