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Weiblich, ledig, jung sucht...

Originaltitel: Single White Female

Herstellungsland:USA (1992)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,40 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Nach der schmerzhaften Trennung von ihrem Freund ist Allison Jones (Bridget Fonda) einsam. Per Inserat sucht die aparte junge Frau eine neue Mitbewohnerin für ihre große Wohnung. Allison und die schüchterne Hedra (Jennifer Jason Leigh) verstehen sich auf Anhieb. Hedra hört zu, versteht, tröstet und macht sich unentbehrlich. Bis Allie und ihr Freund sich wieder versöhnen. Da zeigt Hedra ihr wahres Gesicht - und das ist zum Fürchten!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von mcguinness:

" Er wird dich wieder betrügen, ganz sicher, dass verspreche ich dir !  Aber dann komm nicht wieder zu mir, denn du gehst mir wahnsinnig auf die Nerven !  Wie kann man nur so schwach sein ?! "

 

 

Filme, in denen die eigenen vier Wände zur Bedrohung und tödlichen Falle werden, erfreuen sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit und wissen durch den auf unsere vertraute und als vermeintlich sicher eingestufte Umgebung übergreifenden Horror, gleichermaßen zu fürchten, als auch zu faszinieren. Egal ob nun in " Inside " (2007), " Kidnapped " (2010) oder " Home Sweet Home " (2013), um nur ein paar Beispiele aus der recht breit gefächerten und stetig wachsenden Palette zu nennen, wobei erstgenannter in Sachen beispielloser Brutalität nach wie vor die Messlatte in schwindelerregende Höhen gelegt hat, Werke dieser Art wissen uns zu gefallen und werfen dabei jedesmal unweigerlich die Frage auf, wie wir uns denn in solch einer Situation selbst verhalten würden und ob die von uns begangenen Handlungen letztendlich jeglicher Logik entbehren oder aber doch nur das Resultat einer stressbedingten Ausnahmesituation sind ?!

In " Weiblich, ledig, jung sucht... " aus dem Jahre 1992, geht es dabei inhaltlich um eine junge Frau namens Allison Jones, welche von ihrem Verlobten Sam mit dessen Ex - Frau betrogen worden ist und daraufhin die Trennung vornimmt und es fortan vorzieht, allein zu leben. Lange hält sie es in der leeren Wohnung jedoch nicht aus und sucht per Zeitungsinserat nach einer Mitbewohnerin, aus dessen verschiedenen Bewerberinnen sie sich für die junge Hedra Carlson entscheidet, da sich beide Frauen auf Anhieb prima verstehen. Als Sam jedoch Allison um Verzeihung bittet und diese ihm nochmal eine Chance gibt, unternimmt Hedra alles, um die beiden auseinander zu bringen und dazu ist ihr jedes Mittel recht.

Regisseur Barbet Schroeder, mir lediglich durch seine Werke " Desperate Measures - Jede Stunde zählt " (1998) und " Mord nach Plan " (2002) bekannt, schuf mit dem hier vorliegenden Film " Weiblich, ledig, jung sucht... " einen Psychothriller, welchen ich schon immer mal gesehen haben wollte, da meine Werte Frau Mama diesen anno 1992 im Kino gesehen hatte und mir diesen als recht spannend beschrieb, ich mit meinen 9 Jahren damals allerdings noch viel zu jung gewesen bin, um mir diesen ansehen zu können bzw. überhaupt zu dürfen, und doch ist mir der Titel des Films über die Jahrzehnte in Erinnerung geblieben und die lange vorgenommene Sichtung erfolgte dann doch noch erst kürzlich.

Allison Jones wird dabei von Bridget Fonda gespielt, welche bei uns einen bleibenden Eindruck in " Codename : Nina " (1993) oder aber " Kiss of the Dragon " (2001) hinterlassen konnte und die hier mit ihren damals noch jungen 28 Jahren, mich besonders durch ihr äußeres zu beeindrucken wußte, wenn auch ihre schauspielerischen Qualitäten nicht minder zu gefallen wissen, doch die Attribute ihrer Weiblichkeit können mich heutzutage einfach mehr erreichen. Schlanke, endlos lange Beine, die in den Himmel zu reichen scheinen, eine perfekt - schmale Taille und eine freche kurzhaarfrisur, dessen feuerrote Tönung mein Blut in Wallung brachte, und als sie dann auch noch im kurzen Mini - Rock auf dem Bett herumkrabbelte oder im schummrigen Licht hüllenlos durch die Wohnung streifte, musste ich mich ganz schön zusammenreißen, um der Handlung noch weiter folgen zu können. Allison wird uns demnach als eine echte Schönheit präsentiert, welche zudem als Modedesignerin kreativ und zielstrebig erscheint, aber auch als emotional instabile, leicht verletzbare und zu vertrauensvoll wirkende Person porträtiert wird.

Ganz anders als ihre neue Mitbewohnerin Hedra, verkörpert von Jennifer Jason Leigh und bekannt aus " Flesh and Blood " (1985) oder etwa " Hitcher - Der Highway Killer " (1986), welche wesentlich zäher, schlagfertiger und dadurch weitaus weniger verletzlich wirkt, allerdings auch nicht mal ansatzweise so attraktiv ist. Diese hat in Allison scheinbar ihre neue beste Freundin, man könnte auch sagen Zwillingsschwester, gefunden und setzt alles daran, in der neuen Unterkunft und Allisons Nähe zu bleiben. Die wieder aufflammende Beziehung zu Sam ist ihr daher ein gehörige Dorn im Auge und dieses durchtriebene Biest lässt sich so einiges einfallen, um die beiden wieder auseinander zu bringen und Allison ganz für sich allein zu haben.

So unterschlägt Hedra beispielsweise Allison die Briefe von Sam, löscht dessen Nachrichten auf dem Anrufbeantworter oder lässt den gemeinsamen Hund aus dem Fenster in den Tod stürzen, wo doch Sam eigentlich erst am Vortag das Gitter von diesem repariert hat. Dazu versucht sie sich Sam auch körperlich zu nähern und seinen Hang zur Untreue für sich auszunutzen und auch äußerlich eifert sie Allison immer mehr nach, was sich in der exakt selben Wahl ihrer Kleidung, als auch in der Kopie ihrer Frisur äußert. Anzeichen für das zunehmend seltsame Verhalten von Hedra finden sich also zuhauf, doch anstatt konsequent einzuschreiten, drückt Allison immer wieder ein Auge zu und lässt Hedra gewähren.

Dieses fortlaufende gewähren lassen ist dabei dem Verlauf der Spannung nur bedingt zuträglich und lässt sich bis zum Finale hin auch leider kaum merklich steigern. Viel zu oberflächlich und vorhersehbar plätschert der Film vor sich hin und obwohl Hedra eine recht impulsive, mit gestörter Persönlichkeit ausgestattete Frau ist, bleiben ihre unternommenen Aktionen weitestgehend zu zahm, zu unspektakulär und in ihrer Zeigefreudigkeit auch hinter meinen Erwartungen zurück, weshalb sich die Freigabe ab 16 Jahren wohl eher auf die etwas ausgedehnten Sex - Szenen und unverhüllten Brüste, sowie einer kurzen Masturbationsszene gründet, als auf ausufernden Gewaltspitzen, welche zwar vorhanden sind, in ihrer Darstellung mir zumindest viel zu harmlos erschienen und erst im besagten Finale einen doch recht überschaubaren Anteil des roten Lebenssaftes preisgeben.

Unverständlich bleibt, wieso Allison nicht schon vorher den Schlußstrich gezogen hat, zumal sie nach der Versöhnung mit Sam einen starken und durchsetzungsfähigen Partner an der Seite hat ?! So allerdings wirkt Allison im weiteren Verlauf geradezu ängstlich in Hedras Gegenwart, was diese natürlich erkennt und auf raffinierte Art für sich zu nutzen weiß. Auch der Part mit Hedras einstiger Zwillingsschwester, von ihrem Tod und der sich daraus ergebenden psychischen Störung, welche sich in enormer Verlustangst äußert, bleibt nur grob umrandet, ohne diesen anschaulicher, psychologisch tiefgreifender und somit auch spannungsfördernder in die Geschichte einzubinden.

Somit bleibt letzten Endes ein für mich eher enttäuschender Film zurück, der zuviel seines durchaus vorhandenen Potenzials nicht genutzt hat und trotz des starken Schauspiels der beiden Hauptdarstellerinnen, nur leicht über das Mittelmaß hinauskommt, auch wenn die optischen Reize einer Bridget Fonda nett anzusehen sind, sowie der Austragungsort des New Yorker Apartments mit den dadurch verbundenen Möglichkeiten, an sich gut gewählt und inspirierend ist. Die Unfähigkeit von Allison, sich aktiv zur wehr zu setzen und erst im Finale aus sich herauszukommen, sowie die verschenkten Möglichkeiten beim Spannungsaufbau, als auch beim Härtegrad, verhindern bei mir folglich eine höhere Wertung. 

6/10
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Kommentare

24.01.2021 19:13 Uhr - prince akim
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Den hatte ich damals im Kino gesehen, da waren wir alle hellauf begeistert, da wäre locker die volle "10" gegeben worden ... Ja, damals halt, heute bin ich sogar eher bei 5 Punkten angelangt. Irgendwie hat mich der Film sogar eher genervt, als ich ihn das letzte mal gesehen hatte. Deinen Kritikpunkten kann ich somit voll und ganz zustimmen. Review abgesehen davon aber wieder die volle "10" ;-)

24.01.2021 20:12 Uhr - McGuinness
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@prince akim

Auch ich hatte mir wesentlich mehr erhofft und bin letztlich dann doch recht enttäuscht gewesen 😔
Was nützen starke Charaktere und ein an sich interessanter Plot, wenn die Spannung auf Sparflamme läuft und die erhofften Schauwerte ausbleiben ?!

Dein Lob hingegen ehrt mich mal wieder sehr... Besten Dank mein Lieber 😊

25.01.2021 20:00 Uhr - Draven273
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Da geht es mir ein wenig wie dem prince akim. Der gefiel mir durchaus mal besser, irgendwie hat der dann aber bei jeder Sichtung Federn gelassen. Wobei ich da jetzt auch nicht zu hart ins Urteil gehen möchte. Mit Deiner denke ich gut gemeinten 6/10 gehe ich noch mit. Der könnte mehr wenn er wollen würde, leider. Was aber nicht für Deine, wie immer gelungene Review gilt mein Lieber. Sehr nett vorgetragen und mir damit auch wieder gut ins Gedächtnis geholt.

25.01.2021 21:30 Uhr - McGuinness
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@Draven273

Für mich ist es wie gesagt die erste Sichtung gewesen und ich weiß auch nicht so recht, ob und wann ich mir diesen überhaupt nochmal ansehen werde 🤷‍♂️

Dein Lob hingegen ehrt mich mal wieder sehr 😉

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