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Codename: Nina

Originaltitel: Point of No Return

Herstellungsland:USA (1993)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Action, Drama, Thriller
Alternativtitel:The Assassin
The Specialist
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,54 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Bei einem nächtlichen Einbruch in einen Drugstore erschießt Maggie völlig unter Drogen einen Polizisten. Von der Regierung wird sie vor die Wahl gestellt, auf Kommando zu töten - oder zu sterben. Maggie entscheidet sich für ein Leben als Killer. Ihr Codename: NINA. Diskret und ohne Spuren zu hinterlassen beseitigt sie fortan Personen des öffentlichen Lebens, bis sie den Fotografen J.P. trifft...
eine kritik von mcguinness:

" Du dummes, ignorantes kleines Mädchen, denkst du wirklich du brauchst nur zu schmollen und kannst entscheiden nicht mehr mitzuspielen ?! Es gibt kein aussteigen , es gibt kein fertig, es gibt kein raus ! "

 

 

Nachdem ich mir erst kürzlich " Weiblich, ledig, jung sucht... " (1992) und " Kiss of the Dragon " (2001) angesehen habe, in welchen Bridget Fonda ebenfalls eine der Hauptrollen spielt, bin ich aufgrund ihrer soliden Darbietung irgendwie auf den Geschmack gekommen und widme mich nun einem weiteren Werk mit ihr, welches ich vor etlichen Jahren schon einmal gesehen hatte und das mir als recht positiv in Erinnerung geblieben ist.

Unter der Regie von John Badham entstand 1993 der US - amerikanische Thriller " Codename : Nina ", welcher die Neuverfilmung und amerikanische Antwort auf Luc Bessons französischen Film " Nikita " ist, der nur 3 Jahre zuvor gedreht wurde. Das mit der Wahl von John Badham erfolgsversprechende Aussichten gegeben waren, liegt vor allem an seinem Händchen bei vorherigen Produktionen, wie etwa " Das fliegende Auge " (1982), " Nummer 5 lebt ! " (1985) oder aber " Ein Vogel auf dem Drahtseil " (1989) und auch im hier vorliegenden Film zeigt sich, dass Spannung und Action gekonnt miteinander verwebt werden und wir neben der Riege namenhafter Schauspieler, einen recht ansehnlichen Actionthriller geboten bekommen, der uns eigentlich durchweg gut zu unterhalten weiß.

Inhaltlich geht es dabei um ein drogenabhängiges Mädchen namens Maggie, welche bei einem Einbruch mit ihrer Clique in eine Apotheke einen Polizisten erschießt und daraufhin zum Tode durch die Giftspritze verurteilt wird. Ihre Hinrichtung, sowie anschließende Beerdigung, werden allerdings nur vorgetäuscht, denn im Auftrag einer geheimen Organisation der Regierung, gewährt man Maggie eine zweite Chance, wenn sie sich zur Profikillerin ausbilden lässt und fortan für die Regierung Aufträge erledigt. Nach anfänglichen Schwierigkeiten willigt Maggie schließlich ein, doch als sie sich eines Tages in den Fotografen J. P. verliebt, beginnt sie an ihrer Tätigkeit zu zweifeln, da diese sich nicht mit einem geregelten Leben und dem Wunsch nach Freiheit verbinden lässt, denn der Vertrag mit der geheimen Organisation gilt lebenslang und lässt sich nicht beenden.

Als wir Maggie kennenlernen, bekommen wir ein körperliches Wrack zu sehen, dessen jahrelanger Drogenkonsum sie schwer gezeichnet hat und dessen Schicksal nach dem Mord an einem Polizisten besiegelt zu sein scheint. Die zweite Chance, welche ihr die Organisation gibt, scheint Maggie anfangs jedoch überhaupt nicht zu interessieren, denn sie versucht zu fliehen, ist aufmüpfig und hält sich an keinerlei Regeln. Erst als ihr klargemacht wird, dass, wenn sie sich nicht schleunigst ändert, eine Kugel sie erwarten wird, realisiert sie den Ernst ihrer Lage und beginnt mit nie dagewesener Einsatzbereitschaft ihre Ausbildung zur Killerin. Diese Verwandlung vom heruntergekommenen Junkie zur verführerisch - betörenden Assassinin, verkörpert Bridget Fonda dabei glaubhaft und nachvollziehbar und ist nach ihrer Umerziehung kaum noch wiederzuerkennen, doch freut es uns als Zuschauer umso mehr, hier eine attraktive und kultivierte junge Dame zu sehen, die zum Glück rein gar nichts mehr mit dem einstigen Schreckgespenst der Drogensucht gemeinsam hat und nicht nur beim Essen mit Messer und Gabel, sowie mit ihren Fäusten und Waffen, besser umzugehen weiß, als mit dem Spritzbesteck.

Als ihr Ziehvater wird ihr dabei der Geheimdienstler Bob an die Seite gestellt, welcher hier großartig von dem recht populären Gabriel Byrne dargestellt wird, dessen Schauspiel uns u. a. aus " End of Days - Nacht ohne Morgen " (1999) oder aber " Ghost Ship " (2002), erfreuen konnte. Einfühlsam und geduldig versucht er Maggie auf ihre neue Rolle einzuschwören und als diese ihn bittet, ihr doch ein paar Schallplatten ihrer Lieblingssängerin " Nina Simone " zu besorgen, bekommt sie daraufhin den Codenamen " Nina " verpasst. Bob ist der Organisation treu ergeben und scheint sich einst in einer ganz ähnlichen Situation wie Maggie befunden zu haben und macht dieser auch immer wieder unmissverständlich klar, dass ein Ausstieg unmöglich ist und ihre Liquidierung zur Folge hätte, denn so hilfsbereit Bob auch zu sein scheint, so verlangt er doch immer wieder von Maggie das zu tun, wozu sie letzten Endes ausgebildet worden ist.

Bereits ihr erster Einsatz wird uns überaus bleihaltig und actionlastig präsentiert, mit einer ausgiebigen Schießerei in einem Restaurant, welche zudem noch durch Slow - Motion Kamerafahrten geprägt ist, welche ich immer sehr zu begrüßen weiß und wodurch sich die Action für mich wesentlich intensiver und packender gestaltet. Blutige Treffer sind ebenso mit inbegriffen, ohne dabei zu übertrieben oder aber zu zahm zu wirken und bereits mit der ersten Konfrontation hatte ich demnach Blut geleckt und freute mich auf weitere, ausladende Feuergefechte, denn Tempo und Spannung des Films stimmten schon mal und ließen mich auf ähnlich gelagerte Schauwerte hoffen.

Als Maggie jedoch den Fotografen J. P. kennenlernt, der hier von Dermot Muhroney gespielt wird und den wir aus Werken wie " Copykill " (1995) oder " Ein heißer Coup " (2000) kennen, nimmt der Film eine von mir so nicht ganz erwartete und gewünschte Wendung und fokussiert sich zunehmend auf die Beziehung zwischen Maggie und J. P. , sowie den sich daraus ergebenden Schwierigkeiten, da Maggie immer noch Eigentum der Regierung ist und jeglichen Nachfragen über ihre Vergangenheit konsequent aus dem Weg geht. Diese innere Zerrissenheit von Maggie, welche einerseits von der Liebe zu J. P. und andererseits jedoch von der Bindung an die Organisation geprägt ist, transportiert sich glaubwürdig und ergreifend auf uns Zuschauer, ohne dabei etwaige Längen entstehen zu lassen, auch wenn ich mir im weiteren Verlauf des Films noch 1 - 2 mehr Aufträge gewünscht hätte, die nur zu gerne so spektakulär wie die erste Mission hätten gestaltet werden können und welche man problemlos noch hätte integrieren können.

So allerdings müssen wir uns erst bis zu Maggies letzten Auftrag gedulden, welcher dann wieder wuchtiger und in seiner Zeigefreudigkeit an Brutalitäten auch ausgiebiger präsentiert wird. Bei diesem Job hat übrigens auch Harvey Keitel als sogenannter " Cleaner " einen Einsatz, welcher also die Spuren vom Tatort nebst Leichen beseitigt und kurioserweise hatte Keitel nur 1 Jahr später dieselbe Rolle in Quentin Tarantinos Meisterwerk " Pulp Fiction " (1994) inne.

Zusammengefasst wird uns mit " Codename : Nina " demnach ein durchaus spannender und auch gut durchdachter Actionthriller präsentiert, der mit einigen bekannten Gesichtern und  soliden Leistungen überzeugen kann, dessen Tempo und actionlastige Anfangsmomente im weiteren Verlauf jedoch etwas ins stocken geraten und sich mehr mit der Person Maggie und ihrem Disput mit J. P. und Bob auseinandersetzt. Wie der einzelne von uns diese Entwicklung nun gewichtet, muss ein jeder für sich selbst entscheiden, denn spannend bleibt " Codename : Nina " definitiv bis zum Schluß, doch da ich nun mal ein großer Fan von ratternden Maschinengewehren, wuchtigen Explosionen und halsbrecherischen Verfolgungsjagden bin, hätte ich mir doch einen größeren Anteil an diesen gewünscht. 

7/10
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Kommentare

25.01.2021 16:05 Uhr - prince akim
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Ich weiss nicht warum, aber ich fand "Codename:Nina" immer besser als das "Original", "Nikita", obwohl viele anderer Meinung sind. Irgendwie hatte "C:N" für mich immer so eine coole & edle Atmosphäre, auf so was stehe ich auch heute noch. Ist zwar schon recht lange her, daß ich den auf VHS hatte ( und somit auch die letzte Sichtung ), aber er bleibt einfach in sehr guter Erinnerung bei mir, genau wie deine Review dazu ... ;-)

25.01.2021 17:15 Uhr - McGuinness
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@prince akim

Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich " Nikita " bis heute noch nicht gesehen habe 🙈 und daher leider auch keine Vergleiche ziehen kann.
Ich gelobe aber diese eklatante Bildungslücke schnellstmöglich zu schließen 😉

Für dein Lob bedanke ich mich an dieser Stelle dennoch sehr 😊

25.01.2021 17:45 Uhr - sonyericssohn
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Der ging an mir immer vorbei. Kann mich auch mit dem Original nicht wirklich anfreunden. Vielleicht bekommt der mal ne Chance...? Man weiß es nüscht.
Stets süffig serviert Mc !

25.01.2021 18:51 Uhr - McGuinness
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@sonyericssohn

Danke dir für Meinung und Lob sony 😊 auch wenn der Film dich vermutlich eher nicht erreichen konnte.

25.01.2021 19:56 Uhr - Draven273
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Sag mal mein Lieber, täusche ich mich grade oder bist Du im Schreibwahn :) Wieder so eine nette Erinnerung. Der kommt an den Klassiker Nikita für mich nicht ganz ran, kann aber auf seine eigene Art durchaus unterhalten. Bridget Fonda passt hier in meinen Augen sehr gut. Müsste ich aber auch mal wieder sichten, ist doch schon etwas her. Wie immer sehr angenehm vorgetragen Mr. Mc Guinness :)

25.01.2021 21:34 Uhr - McGuinness
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@Draven273

Mensch, jetzt muss ich mir das Original aber doch schleunigst mal geben, wo ich doch schon so oft von dessen Vorzügen gehört habe.
Freut mich aber, wenn ich dir diese Neuverfilmung hier wieder etwas ins Gedächtnis rufen konnte und über dein Lob freue ich mich immer wieder 😊

Momentan habe ich tatsächlich öfters mal Lust eine Review zu schreiben und Corona - bedingt vor allem eines... Genügend Zeit 😉

26.01.2021 20:34 Uhr - cecil b
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Wieder ne tolle Review!

Endlich wieder eine positive Perspektive auf diese beschissene Zeit, in der ich so hart arbeiten muss, wie selten zuvor! Positiv, weil du die Zeit in so tolle Reviews investierst! Danke dafür!

Bridget Fonda: Ich sehe sie sehr gerne in Filmen. ;)

Ein einfacher Plan: Mein Fonda-Film. Ihre Rolle ist ja nur eine Nebenrolle, aber ich liebe diesen Film.






27.01.2021 07:54 Uhr - McGuinness
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@cecil b

Es freut mich sehr, dass meine sinnvoll investierte Zeit in dieser Krise zu solch positiver Resonanz führt 😊

Bridget Fonda sehe ich auch sehr gerne und " Ein einfacher Plan " ist ebenfalls ein toller Film mit ihr 👍🏻

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