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Warm Bodies

Herstellungsland:USA (2012)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Horror, Komödie, Liebe/Romantik
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,77 (13 Stimmen) Details
inhalt:
Die Untoten beherrschen das Land, und er ist einer von ihnen: Zombie R (Nicholas Hoult) bewegt sich durch ein post-apokalyptisches Amerika der kollabierten Hochhäuser, verrosteten Autowracks und zerstörten Highways. R hat es vor allem auf eines abgesehen: auf die Gehirne der noch verbliebenen Menschen. Die Erinnerungen, die diese in sich bergen, sind sein Lebenselixier und erinnern ihn an das, was er auch einmal war: ein Mensch. Nachdem er eines Tages das Gehirn eines jungen Mannes verspeist hat, ändert sich sein Leben schlagartig. R wird überwältigt von Liebesgefühlen zu Julie (Teresa Palmer), der Freundin des Toten, und entbrennt in heißer Leidenschaft für sie. Dass er nicht sprechen kann, macht eine Kommunikation mit seinem menschlichen Schwarm nicht leicht, aber für ihre Rettung vor seinen Artgenossen braucht er auch nicht viele Worte. Es gelingt ihm, Julie vor dem schon sicheren Tod zu bewahren und sie in sein Versteck zu bringen. Im Zusammensein mit ihr wird R zunehmend menschlicher und probiert sich sogar in Zombie-untypischen Aktivitäten aus, dem Autofahren zum Beispiel. Als Julie jedoch eines Tages aus dem gemeinsamen Lager verschwindet, folgt R ihr - ins Citi Stadium, die größte noch existierende Menschen-Kolonie...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

„Das ist mein bester Freund. Mit bester Freund meine ich,
dass wir uns ab und zu mal anknurren und blöd anstarren.“

Der Zombiefilm, ein Subgenre um Untote, die sich von lebenden Menschen ernähren und oftmals in (post-)apokalyptischen Zeiten in Horden über die Erde ziehen, ist ein fester Bestandteil des Horrorgenres.

Seit dessen Aufkommen mit Im Bann des weißen Zombies (1932) erschienen mörderische Kultwerke, wie George A. RomeroDie Nacht der lebenden Toten (1968 - siehe Special) mitsamt Fortsezungen (siehe Retroperspektive), Splatterspaß, a la Braindead (1992 - Übersicht beschlagnahmter Filme), oder auch andere revolutionäre Filme, wie 28 Days Later (2002), in dem die Untoten plötzlich schnell rennen konnten (!), was sich seither oftmals etwabliert hat.

Man merkt an der Auswahl bereits, dass besonders dieses Untergenre in Deutschland zensurtechnisch stark aneckt(e) oder zumindest Erwachsenenfreigabe nach sich zog. Es gibt aber auch andere Zombiefilme, diejenigen, bei denen die Kamera nicht voll auf blutige Gedärme draufhält, sterbende Menschen und Leichen nur im Off vorkommen und alles allgemein harmloser bzw. lustiger inszeniert wurde; einer davon ist

Warm Bodies

(USA, 2012). Bereits bei der groben Handlung zeigt, dass wir hier eine andere Art Film vorliegen haben, denn ein Zombie (Nicholas Hoult), der teilweise reden kann, sich in eine Frau (Teresa Palmer) verliebt, nachdem er das Gehirn Ihres Freundes verspeist hat und Ihr hilft im konterminierten Gebiet voller Zombies zu überleben, was ungeahnte Folgen nach sich zieht, sticht tatsächlich aus der Masse von Zombiefilm-Inhaltsangaben heraus.

Die romantisch angehauchte PG-13-Horrorkomödie erhielt ungeschnitten die FSK 12-Freigabe und anfangs wohl noch geplante, längere Fassungen (siehe hier, hier & hier) folgten nicht. Dies finde ich persönlich zwar etwas schade, da besagte Erweiterungen sicherlich interessant gewesen wären, vor allem, aber da ich Warm Bodies, so wie er ist, überzeugend finde, ist es für mich verkraftbar.

Wer nun aber denkt, dass Warm Bodies gänzlich auf brutalere Elemente verzichtet, irrt. Die Angriffe von Zombies auf Menschen sowie das Verspeisen halten sich zwar in Grenzen und es werden keine blutenden Wunden usw gezeigt, aber die Bonies, also Zombies, die Ihre eigene Haut gefressen haben und nur noch aus schwarzen Knochen bestehen, sind schon recht gruselig und gekonnt eingebettet. Die handlungsbedingte Anspannung beim Aufeinandertreffen von Menschen, Zombies & Bonies sowie die folgenden Kämpfe sind ebenfalls (oftmals) spannend inszeniert.

„Ich will nicht so sein. Ich bin einsam. Ich hab mich verirrt. Ich hab
mich buchstäblich verirrt. In diesem Teil des Flughafens war ich noch nie.“

Warm Bodies lebt stark von der Darstellerleistung. R (Nicholas Hoult) und Julie Grigio (Teresa Palmer) harmonisieren einfach toll zusammen und es ist amüsant den beiden zuzuschauen. Dabei ist egal, ob Rs lustige Gedanken, Monologe oder Aussagen im Erzählerstil vorkommen oder der verknallte Zombie tollpatschig langsam aber sicher seine 'Gefangene' auf seine Seite zieht.

Die Nebendarsteller von M / Marcus (Rob Corddry) über Nora (Analeigh Tipton) bis Colonel Grigio (John Malkovich) stehen dies in nichts nach und so wirkt in solch einem surrealen Film - ich meine, hallo (?!), hier leben Zombies auf nem verlassenen Flughafen und so... - doch irgendwo alles logisch und passrecht aufgebaut.

Stilistisch sind die Rückblenden, Erinnerungen & Träume uä ebenfalls sehr schick eingebettet und geben wichtige Zusatzinfos bzw. Einblicke. Daneben ist die Tatsache, dass es im Zombiegenre nun nicht alltäglich ist (kam das eigl jemals vor?), dass besagte Untote wieder menschenähnlich werden können und nicht bloß das Feindbild bedienen.

 „Es gibt viele Möglichkeiten, einen Menschen kennenzulernen.
Das Gehirn Ihres toten Freundes zu essen, ist eine eher unorthodoxe Methode.“

Warm Bodies an sich kann man als freie Verfilmung von Romeo & Julia ansehen. Neben der verbotenen Liebe stellen vor allem die ähnlichen Vornamen klare Verweise her: Hauptdarsteller R, Hauptdarstellerin Julie Exfreund / -mann Perry / Paris & Kumpel Marcus / Mercutio mitsamt Übergang Leben-Tod am Ende (ok, gegenteilig hier^^). Ich mag solche Anspielungen sehr gerne und hier folgen im Laufe des Films noch viele mehr.

Neben den Zitaten, die (hoffentlich) ein wenig amüsieren, denn im Film selbst wirken diese wirklich lustig, kommt uns Filmfans natürlich ein Spruch, wie Komm mit mir (wenn Du leben willst) , aus Terminator-Filmen (seit 1984) genauso bekannt vor, wie das Lied (zu) Pretty Woman (1990); allg. wurde hier ein sehr guter Soundtrack gewählt - etwa, mit Shelter from the Storm von Bob Dylan, Hungry Heart von Bruce Springsteen uvm!

Es erfolgen aber auch diverse andere Bezüge auf weitere Filme. Die DVD- / Blu-ray-Hülle von Woodoo - Die Schreckensinsel der Zombies (1979) wird zwecks Vergleich gezeigt, das getarnte Mitmarschieren eines Menschen mit Zombies kennen wir aus Shaun of the Dead (2004), die Mauer und den Einsatz im konterminierten Gebiet mitsamt Autofahrt (Sportwagen) assoziiere ich ein wenig Doomsday - Tag der Rache (2008) und die Bonies / Knochen / Skelette, die als finale Stufe des Zombiedaseins gezeigt werden, erinnern ein wenig an die Ringgeister vom Herrn der Ringe (2001 bis 2003) bzw. entsprechend dem Geist aus The Frighteners - Herr der Geister (1996) & den Demontoren der Harry Potter-Reihe (2001 bis 2011).

„Das Date läuft aus dem Ruder - ich würde am liebsten noch mal sterben.“


Fazit:
Ein Zombiefilm der etwas anderen Art, der lustig, unterhaltsam & schön ist und Dank seiner Darsteller sowie Inszenierung überzeugen kann. Die musikalische Untermalung und einige etwas brutalere bzw. schaurigere Elemente werten das Geschehen dann weiter auf.

Warm Bodies fügt dem alten Untergenre einen gelungenen, neuen Aspekt hinzu, was nach rund acht Dekaden auch schon etwas heißen darf und bietet zusätzlich / selber viele Anleihen auf andere Werke. Dass der Film bei einem Budget von 35 Mio Dollar alleine an den Kinokassen über 116 Mio Dollar einspielen konnte - Heimkino & Co noch nicht mitgerechnet - ist aus meiner Sicht genauso zu begrüßen / gönnen, wie ich die Entscheidung gutheiße 'trotzdem' keine Fortsetzung an den abgeschlossenen Film anzuhängen.

Insgesamt vergebe ich dieser Zombiehorrorkomödie mit romantischem Anstrich nach der Erstsichtung 

08 von 10 Punkten

8/10
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Kommentare

25.01.2021 19:52 Uhr - Draven273
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Warm Bodies, ja eigentlich kann ich es mal sehr kurz machen. Ich stimme Deinen tollen Worten einfach zu. Ging mir damals bei der Sichtung im Kino auch so. Beim Trailer dachte ich erst naja.... aber als ich den Film als Lückenfüller einplante und nichts erwartete, war ich dann doch positiv überrascht und vor allem gut unterhalten. Die Charaktere sind durchgehend passend, haben den nötigen Witz und die Charakterentwicklung, paar kleine Härten wenn man es mal so nennen will und einfach mal erfrischend anders. Passt. Schöner Film, ich wäre mit ner 7 dabei. Tolle Review Mr. Kaiser

26.01.2021 20:37 Uhr - cecil b
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Eine bombenstarke Review!

Der Film scheint ja vor Zitaten zu platzen!

26.01.2021 23:06 Uhr - Cabal666
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Ach ja... "Warm Bodies". Den Film hab ich mir damals nicht im Kino angesehen, obwohl ich den Trailer eigentlich recht lustig fand. Und von Nicholas Hoult bin ich seit "X-Men: First Class" auch ein großer Fan. Fand ihn zum Beispiel auch klasse als "Tolkien". Teresa Palmer mag ich auch. Aber irgendwie hatte damals anderes Vorrang.
Mit deiner sehr unterhaltsam zu lesenden Kritik hast du mir den auf jeden Fall wieder schmackhaft (^^) gemacht, Kaiser. Den hol ich mir demnächst sicher mal auf DVD oder Blu-Ray.

27.01.2021 11:40 Uhr - Romero Morgue
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Frischer Wind im Zombiegenre. Aus dem Grunde gebe ich auch eine Topwertung ab: 10 Punkte. Nicht weil er alles richtig macht sondern weil er den Spagat schafft verschiedene Elemente zu verbinden und trotz der Jugendfreigabe den Zombie gekonnt auslotet. Man könnte sagen, dass hier der Perfekte Einsteigerfilm vorliegt um das Genre einem jüngeren Publikum schmackhaft zu machen.

28.01.2021 22:07 Uhr - Kaiser Soze
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Ein bisschen später, aber bekanntlich besser als nie^^
Danke für die netten Worte! Freut mich, wenn Film sowie Review gefallen haben.

@Draven
Na, immerhin 7 Punkte. Aber Hauptsache, wir wurden gut unterhalten!

@cecil
Jup, sehr viele ;-)

@Cabal
Riskiere ruhig mal nen Blick und meld Dich gerne, wie Du den fandest.

@Romero
Definitiv was Neues!

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