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Day of the Dead: Bloodline

Herstellungsland:Bulgarien (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,31 (13 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

In einer postapokalyptischen Welt hat sich eine kleine Gruppe von Menschen in einen Bunker retten können und forscht jetzt nach einem Heilmittel gegen die Zombies. Doch die ehemalige Medizinstudentin Zoe (Sophie Skelton) hat ein Geheimnis, das die ganze Gruppe in Gefahr bringt. Sie hält ihr Forschungsobjekt Max (Johnathon Schaech) - halb Mensch, halb Zombie und ein obsessiver Begleiter aus ihrer Vergangenheit - vor den anderen geheim. Bis er ausbricht und eine blutige Spur der Eingeweide hinter sich lässt. Wird Zoe es trotzdem schaffen, das Virus aufzuhalten? (EuroVideo)

eine kritik von romero morgue:

DOUBEL D-DAY - DAY (2018) VS. DAY (2008)


Sehr geehrte Leser-/innen,

es kommt in der Vorbereitungsphase zu einer weiteren Filmbesprechung nicht alle Tage vor das man *nicht* auf die Unterstützung der Beteiligten zurück greifen kann. Und was gibt es nichts besseres als für einen direkten Vergleich zweier offensichtlicher Remakes die beiden Regisseure *fiktiv* sprechen zu lassen. Dafür standen Steve Miner; der Kopf hinter DOTD von 2008; und Hèctor Hernández Vicens als Regisseur von BLOODLINE zur *imaginären* Verfügung. Das Interview führte für euch R. Morgue, im weiteren Verlauf nur noch als Romero bezeichnet. 

 

Romero: "Hallo Steve, hallo Hèctor, schön das ihr euch die Zeit genommen habt um mir und dem Leser ein paar Fragen zu beantworten und Fakten zu euren Filmen zu liefern. Bevor wir aber einsteigen laßt uns kurz eine Zusammenfassung starten, da es sein kann, dass nicht jeder mit der Grundidee von dem großen Vorbild DAY OF THE DEAD vertraut ist: Nach dem Ausbruch einer Seuche, welche die Toten als Zombies zurückkehren lässt, versucht eine handvoll Überlebender ein Heilmittel zu finden um die weitere Zukunft abzusichern. Leider gestaltet sich das Unterfangen aber als schwieriger als gedacht, da nicht nur die Untoten eine große Gefahr darstellen sondern auch der Umgang untereinander. George A. Romero hat das in seinem Sequel zu DAWN OF THE DEAD anno 1985 mit Bravur umgesetzt und damals auch im Bereich der Effekte echte Maßstäbe gesetzt. Die Fußstapfen sind also recht groß. Wie seit ihr damit umgegangen?"

Hèctor: "Nach dem die Rechte bezüglicher einer Neuverfilmung durch das Independent Label Campbell-Grobman sichergestellt  wurden, war man 2017 auf der Suche nach einem Regisseur, der das ganze mit einem schmalen Budget (und dem Umstand geschuldet noch weitere Kosten zu sparen) in Bulgarien dreht. Da ich sonst nur Drehbücher verfasst hatte, konnte ich wahrscheinlich mit meinen Debütfilm Die Leiche der Anna Fritz auf mich aufmerksam machen und wurde kurzerhand verpflichtet zusammen mit Millennium Films das Projekt in Angriff zu nehmen."

Romero: "Hèctor. Deine Version des Stoffes ist die jüngste. Wie würdest du selber dein Werk beurteilen und gibt es irgendwelche Besonderheiten?"

Hèctor: "Ich würde behaupten, dass meine Umsetzung doch sehr Originalgetreu geworden ist. Natürlich musste ich aufgrund der neuen Sehgewohnheiten die Zombies anpassen. Dadurch sind diese wie in vielen Genrestreifen vorher auch nicht mehr die schlurfenden Beißer sonder die Parkourflitzer der neuen Generation. Das Setting und das Grundgerüst haben wir nur leicht angepasst und versucht komplett zu übernehmen. Darüber hinaus haben wir aber einen Prolog eingebaut um den Ausbruch der Geschehnisse zu zeigen; etwas was so natürlich damals nicht vorhanden war. Der Großteil spielt dann auch in einem Militärbunker und dem Umland, welches immer mal wieder erkundet wird und zu Konfrontationen mit den Zombies führt. Das ganze haben wir versucht auch schön blutrünstig umzusetzen und so viel Handmade eingebaut wie möglich war. Ganz ohne den Verzicht von CGI ging es dann aber doch nicht. Gerade beim Makeup finde ich, wurde eine gute Mischung gefunden das Design anzupassen und trotzdem auch auch die älteren Fans zufrieden zu stellen. Darüber hinaus wurde auch der Zwischenmenschliche Aspekt; also die Konfrontation der einzelnen Parteien innerhalb der Isolation; aufgegriffen um die Spannungen aufgrund der Situation darzulegen. Denn neben den Soldaten und den Ärzten tummeln sich auch noch einige andere Überlebende in der Militärbasis. Auch wenn die meisten davon am Ende nur als Zombiefutter herhalten."

Romero: "Steve, wie sieht es bei dir aus? Du bist im Gegensatz zu Hèctor ein alter Hase im Geschäft und hast mit zwei Teilen aus der Freitag der 13 Reihe sehr gute Einträge im Franchise vorzuweisen."

Steve: "Da mein letzter, richtiger Horrorfilm bereits 9 Jahre her war (Halloween H20, Anm. d. Verf.) wollte ich mal wieder einen Genrefilm drehen und meinen Fans ein neues Lebenszeichen geben. Da kam mir das Angebot für das erste Remake völlig recht. Da bereits damals die Zombie im neuen Gewand auftraten, habe auch ich das natürlich übernommen. Das diese dann teils auch an Wänden und Decken krabbeln, war somit nur Konsequent in der Umsetzung. Schließlich befindet sich seit jeher unser Untoter Freund in einer Entwicklungsphase. Unser Hauptaugenmerk lag dann in dem direkten Ausbruch der Katastrophe und der Anfangsphase. Dadurch wollten wir einen eigenständigen Film entwickeln, der sich zwar in seiner Machart und der Geschichte unterscheidet aber dennoch Punkte aufgreift, die auch im Original vorkommen. So gibt es auch bei uns eine militärische Einrichtung und eine Sondereinheit die um ihr Überleben kämpft." 

Romero: "Kommen wir doch zu einem Kernelement was ihr beiden auf eure eigene Art umgesetzt habt - Bub, den gezähmten oder auch intelligenten Zombie."

Steve: "Hier wollte ich generell einen anderen Weg Einschlagen. Storyline bedingt musste ich das Bindeglied natürlich anders integrieren. Und was ist eine bessere Erklärung für den Nicht-Hunger auf (Menschen)Fleisch als durch Vegetarismus?" (Steve lacht,  Anm. d. Verf.) "Unser Film hat ein enormes Tempo, ähnlich dem Dawn of the Dead von Zack. Nur sehen unsere Zombies noch einen Tick ekliger aus."

Romero: "Naja, über diesen Einfall kann man sich echt streiten."

Hèctor: "Auch ich wollte Bub nicht 1 zu 1 kopieren sondern ihm eine besondere Note geben. Dadurch, dass er bereits in den ersten Minuten noch als normaler Mensch vorgestellt wird, kommt er als Charakter viel besser zur Geltung und der Zuschauer kann seine spätere Handlungsweise besser nachvollziehen. Da er in direkter Beziehung zur Hauptakteurin steht, konnten wir auch eine schaurige Liebesgeschichte mit einbauen."

Romero: " Leider ist euch das überhaupt nicht gelungen, da euer Bub eher wie eine überdrehte Stalkervariante vom Joker wirkt. Hier wäre weniger Overacting und Makeup wirklich mehr gewesen. Zumindest aber wirkt die penetrante Art den ganzen Film lang und der von Johnathon Schaech gespielte Max ist ein wirklicher Kotzbrocken - und das in doppeltem Sinne."

Hèctor: "Aufgefallen ist er mir in Filmen wie z.B. Laid to Rest oder der Neuverfilmung von Prom Night, in der er bereits Kontakt mit dem Horrorgenre hatte und für mich wie prädestiniert für die Rolle war. Mit Bart könnte er auch als kleiner Bruder von Negan durchgehen." (Hector lacht, Anm. d. Verf.) "Darüber hinaus möchte ich aber auch die beiden Hauptdarsteller Jeff Gum als Miguel Salazar und Marcus Vanco als sein Bruder Baca erwähnen. Beide liefern eine überdurchschnittlich gute Performance ab. Besonders Jeff spielt den Part analog Rhodes fast genau so intensiv wie damals Joseph Pilato und hat sich sogar als Executive Producer betätigt. Stolz bin ich auch auf die damalige Zusage von Sophie Skelton die Ärztin Zoe zu verkörpern. Als Dreh- und Angelpunkt der Geschichte war sie wirklich eine Bereicherung für unser Projekt und konnte viel Erfahrung aus der Serie Outlander mitbringen."

Romero: "Wo du gerade die Rolle des Rhodes bzw. Miguel angesprochen hast. Auch in deinem Film kommt dieser den Fleischfressern körperlich sehr nahe, nur nicht mehr ganz so schockierend wie noch in meinem Film. Eigentlich schade, da gerade das Finale, wenn eine ganze Zombieherde den letzten Protagonisten auf die Pelle rückt, wirklich rasant und atmosphärisch in Szene gesetzt wurde. Besonders hier atmet dein Film eindeutig die Luft vom großen Bruder ein. Die Action passt und der Blutzoll ist enorm. Auch habt ihr das Pendant zum Bunker wirklich gut getroffen."

Hèctor: "Das schöne ist doch; auch wenn viele immer Meckern bezüglich der Ostblockschauplätze; dass hier noch viele nicht so verbrauchte Schauplätze sind, die man gut und günstig nutzen kann. Wo genau unser Bunker nun wirklich ist, verrate ich aber nicht! Solange man nicht erkennt ob das auch irgendwo anders sein könnte, ist doch alles gut geworden."

Romero: "Steve. Interessanterweise habt auch ihr damals viele Teile der Produktion in Bulgarien gedreht aber auch ein über doppelt so hohes Budget zur Verfügung gestellt bekommen."

Steve: "Das rührt daher dass wir mit viel mehr Statisten und bekannteren Leuten gearbeitet haben wie z.B. Ving Rhames und Mena Suvari. Darüber hinaus mussten wir viel mehr Aufwand in die Setbauten stecken und haben einen höheren Actionanteil. Da knallt und splittert es an allen Kanten. Die Leistung (und das Gehalt) der Stuntman sollte man nicht unterschätzen."

Romero: "Das Werk von Hèctor zeichnet sich auch dadurch aus, dass hier eine ernsthafte Herangehensweise an dem Stoff vollzogen wurde und man auf Humor völlig verzichtet hat. Ich sehe das als eine weitere Würdigung an das Original."

Steve: "Unser Film ist beileibe keine Komödie, enthält aber einige humoristische Einlagen. Da wie bereits gesagt die Grundausrichtung auch dem Actionfilm zugeordnet werden kann und auch ein Fokus auf diesem liegt, habe ich die Gunst der Stunde genutzt um meine Art Humor zu integrieren - dunklen Humor wenn du so willst."

Romero: "Ihr hatten kurz das Thema der Produktionshintergründe angesprochen. Ein weiterer Fakt der eure beiden Filme verbindet ist auch der Umstand das einige Personen an beiden Filmen beteiligt sind. Avi Lerner z.B. tritt für beide als Executive Producer auf und Christa Campbell; bei Steve sogar noch vor der Kamera zu sehen; war für Hector auch maßgeblich für die Produktion zuständig."

Héctor: "Unabhängig davon muss man aber festhalten, dass wir doch zwei sehr unterschiedliche Variationen des selben Themas entworfen haben. Der Einfluss dieser Personen hielt sich dann doch in Grenzen. Man darf auch nicht vergessen das uns mehrere Jahre trennen."

Romero: "Da gebe ich dir recht. Beide Filmen vereinen zwar die Grundthematik, sind aber dennoch völlig verschieden. Beide haben ihre Stärken und Schwächen.  Wobei aber nun im direkten Vergleich deine Version die bessere ist. Die Atmosphäre passt für einen Zombiefilm und der Goregehalt ist hoch genug um auch den Fan härterer Kost zufrieden zu stellen. Das vorhandene CGI ist wie immer Mittel zum Zweck und stört überhaupt nicht. Wenn also einer der beiden den Titel DAY verdient hat dann BLOODLINE. Denn nur hier sind die Parallelen zum Meisterwerk durchgehend vorhanden, kopiert geschickt und geht trotzdem seinen eigenen Weg. Hätte man im Nachgang noch auf die gewöhnungsbedürftige Darstellung des Max (Bub) verzichtet und mehr Tiefe in den Konflikt zwischen den Parteien investiert, hätte sogar eine noch höhere Bewertung erfolgen können. So bleibt am Ende trotzdem noch ein mehr als solider Film übrig, der gute Unterhaltung bietet aber auch einiges an Potenzial liegen lässt. Unverständlich das trotz der vorhandenen Qualität viele den Film bereits im Vorfeld ziemlich verrissen haben. Da ist der Titel DAY wohl eher Fluch als Segen. Ohne den bekannten Titel hätte man von einem dreisten Plagiat sprechen können und so tritt man wenigsten offiziell das Erbe an. Wie man es macht - man kann es halt nicht jedem Recht machen. Von mir bekommst du glatte 7 Punkte mit Tendenz nach oben."

Hèctor: "Danke Romero für das positive Feedback und die Kritikpunkte, welche ich mir wirklich zu Herzen nehme. Für mich war es dennoch eine tolle Erfahrung aus wenig viel rauszuholen und hoffe mich dadurch auch für weitere Projekte zu empfehlen. Gerne sogar für einen weiteren Zombiefilm."

Steve: "Schade, dass dir meine Interpretation weniger gefallen hat und ich mich zumindest für heute in diesem Vergleich dem Jungspund geschlagen gegen muss. Man kann nicht immer gewinnen." (Zwinkert Hèctor zu, Anm. d. Verf.)

Romero: "Ich danke euch beiden für die Zeit und das mir entgegengebrachte Vertrauen, wünsche euch noch alles gute und uns noch viele weitere Streifen von euch."

Wer jetzt noch Lust hat auch die andere Sichtweise zu betrachten, wird auf dieser Seite sicherlich fündig.

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Kommentare

06.02.2021 17:39 Uhr - cecil b
1x
Moderator
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Ich kopiere hier noch mal einen wesentlichen Kommentare dazu, der auch hier gilt:

Fakt ist, dass du dadurch tatsächlich den Film an dieser Stelle besprochen hast, mit Hintergründen, und einen Vergleich mit dem Original gemacht hast. Ein Kunststück.

Ansonsten ist es klar, dass solche Texte sehr fordern, weshalb sie natürlich eine willkommene Ausnahme sind. Nicht jeder Leser möchte sich da "durchkämpfen'. Ähnliches kann man bestimmt über ein paar Reviews von mir sagen.

Eine willkommene Abwechslung, wie deine MIRRORS-Review in stellenweise spiegelverkehrter Sprache, und, damit die Besucher es noch mal ganz genau wissen: Eine tolle Ausnahme, die Reviews auf dieser Seite sind für gewöhnlich eher klassisch gebaut. ;)


06.02.2021 19:20 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Grandios geschrieben ! Wie Cecil schon sagte ist so ein Text ein ganz schöner Brocken, aber trotzdem find ich die Idee und wie das ganze verfasst wurde echt stark !!!
Zur Abwechslung mal sehr erfrischend. 😉🤪

06.02.2021 19:31 Uhr - Romero Morgue
1x
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Grazie, ihr beiden. So ein Lob geht natürlich runter wie Butter. 😁

07.02.2021 16:23 Uhr - Horace Pinker
1x
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Sehr interessante und kreative Gestaltungsidee, ansprechend umgesetzt und mit allen wichtigen Infos, two thumps up Romero Morgue. Für mich persönlich ist der Originale Day of the Dead mein absoluter Favorit vor George Romeros Dead Reihe, wäre da auch bei 10 Punkten. Beide Remakes hatte ich vor einer ganzen Weile mal von Video World für einen Filmabend ausgeliehen und muss sagen das keiner der beiden Teile mich wirklich überzeugen konnte (wäre aus der Erinnerung heraus so bei 5 Punkten).

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