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The Last Stand

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Komödie, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,08 (73 Stimmen) Details
inhalt:
Seitdem Sheriff Owens (Arnold Schwarzenegger) nach einem missglückten Einsatz seinen Posten beim Los Angeles Police Department aus Schuldgefühlen aufgegeben hat, widmet er sein Leben dem beschaulichen Kampf für Recht und Ordnung im verschlafenen Grenzstädtchen Sommerton Junction. Die Ruhe in der Kleinstadt ist jedoch vorbei als der berüchtigte Drogenboss Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) aus einem FBI-Gefängnistransport entkommen kann und mit einer Geisel und den Mitgliedern seiner schwer bewaffneten Gangstergruppe in Richtung mexikanischer Grenze flieht. Dabei steuert er geradewegs auf Sommerton Junction zu. Um den gejagten Verbrecher zu stellen, bevor er über die Grenze nach Mexiko verschwinden kann, versammelt sich die gesamte amerikanische Polizeimacht in Sommerton. Owens, dessen Kleinstadt-Polizei von den eintreffenden Truppen für unfähig gehalten wird, will sich zunächst aus dem Geschehen heraushalten, stellt sich aber schließlich seiner Verantwortung und dem unausweichlichen Duell...
eine kritik von themoviestar:

Nachdem Arnold Schwarzenegger Im Januar 2011 als Gouverneur von Kalifornien von Jerry Brown abgelöst wurde, hatte er wieder Zeit und Muse, sich um seine Schauspielkarriere zu kümmern. Zuvor stand er mit einem kostenlosen Cameo Auftritt für seinen Freund Sylvester Stallone in dessen Actionkracher The Expendables (2010) vor der Kamera und 2012 spielte er in der Fortsetzung Expendables 2 (2012) eine etwas größere Rolle. 2013 war es dann so weit: Arnold Schwarzeneggers erster Kinofilm als Hauptstar seit Terminator 3 - Rise of the machines (2003) feierte mit The Last Stand am 12.Januar 2013 seine Weltpremiere. Die Frage war, schafft es der ehemalige Blockbuster Garant nach über 10 Jahren Kinopause einen alleinigen Actionfilm wirtschaftlich rentabel zu stämmen? Verfügt er noch über genügend Starpower, um die Massen in die Lichtspielhäuser zu locken? Die Antwort ist nein, denn der meiner Meinung nach überaus unterhaltsame Old-School Actioner ging bei einem Budget von 45 Millionen Doller mit einem weltweiten Kinoeinspiel von 48 Millionen Dollar sang und klanglos unter. Dieser Flop sollte dafür sorgen, dass nachfolgende lukrative Angebote für die steierische Eiche Mangelware blieben, weswegen es heute um Arnold Schwarzenegger verhältnismäßig ruhig geworden ist.

Eigentlich sollte Liam Neeson (96 Hours; 5 Minutes of heaven) Sheriff Owens spielen, erst als dieser absagte war der Weg frei für Arnold Schwarzenegger. Das Studio Lionsgate und Produzent Lorenzo di Bonaventura wurden im Juni 2009 auf Andrew Kauers Drehbuch aufmerksam. Als Regisseur ist ein Jahr später der südkoreanische Kim Jee-Woon (I saw the devil) verpflichtet worden, da ihm der Ruf vorauseilte, auch aus überschaubaren Mitteln das Optimum herauszuholen. Dazu musste der Autor Jeffrey Nachmanoff das Skript neu schreiben, da einige Inhalte den Vorstellungen von Kim Jee-Woon noch nicht entsprachen. Der gemeingefährliche Drogenboss Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) kann einem FBI-Gefängnistransport entkommen und rast in einer getunten Corvette C6 ZR1 Richtung Mexiko. Beim Grenzstädchen Sommerton Junction errichtet dessen rechte Hand Thomas Burell (Peter Stormare) mit seinen Gefolgsleuten einen illegalen mobilen Übergang für das rasante Gefährt, was Sheriff Owens (Arnold Schwarzenegger) und seinen Deputys nicht verborgen bleibt. Als ein Polizeibeamter im Kampf mit den schwerbewaffneten Schurken sein Leben lassen muss und das FBI unter der Leitung von Agent John Bannister (Forest Whitaker) vergeblich versucht, Cortez zu stoppen, sind Sheriff Owens und seine tapfere Mannschaft bei der Fluchtvereitelung des Schwerverbrechers ganz auf sich alleine gestellt...

Trotz mehrmaligem Umschreiben überzeugt die Story nicht immer zu 100%, was sich vor allem in den klischeebehafteten Hintergründen, Wendungen und Zusammenhänge von Kleinstadt Gesetzeshütern, seitenwechselnden Kriminellen, dem unfähigen FBI und den schablonenhaften Bösewichten bemerkbar macht. Auch über den Sinn einer Flucht in einem Sportwagen quer durch Amerika lässt sich streiten, wenn ein Flugzeug oder ein Helikopter doch viel naheliegender bzw. zielführender gewesen wäre. Doch sind wir einmal ehrlich: Die Geschichte bei einem Actionreißer wie The Last Stand, die sympathischer Weise auch dezente Western Anleihen binhaltet, ist eher sekundär und erfüllt am Ende des lausigen Tages nur einen Zweck: Dem Action Spektakel ein unterhaltsames Gerüst zu geben, was der Plot von The Last Stand problemlos erfüllt ohne auch nur im geringsten mit der Wimper zu zucken, so gibt es nahezu keinerlei Spannungsschwankungen bei der extrem kurzweiligen Inszenierung zu bemängeln.

Wenn Sie also Schwarzenegger Sympathisant sind, bzw. sich als Liebhaber von alten Actionfilmen der 80er/90er Jahre bezeichnen, sind Sie bei The Last Stand genau an der richtigen Adresse. Der Streifen fängt relativ beschaulich an und steigert den Actionanteil sukzessive bis zum furiosen Finale, was im wahrsten Sinne des Wortes keine Wünsche übrig lässt. Es gibt knallharte, extrem brutale Shootouts, rasante Verfolgungsjagden mit spektakulären Stunts, fulminante Explosionen und einen klassischen Mann gegen Mann Schlusskampf, der als krönender Abschluss gewertet werden kann. Der Härtegrad ist für eine kommerzielle Kinoproduktion wirklich beachtlich, denn die Kamera scheut sich nicht, auf blutigste Einschusswunden voll draufzuhalten und nicht wenige Gegner werden von der Wucht der Geschosse regelrecht zerfetzt. Leider sind die CGI Effekte nicht immer qualitativ hochwertig, so dass einige Szenen etwas billig und gekünstelt wirken, obgleich in Summe die gelungenen Wundzeichnungen jedoch deutlich überwiegen.

Es ist schon faszinierend, wenn man die schauspielerischen Leistungen von Arnold Schwarzenegger vergleicht, was seine Darbietungen in jungen Jahren angeht und wie sich sein Schauspiel im fortgeschrittenen Alter zum Positiven gewandt hat. In The Last Stand verkörpert der damals 64 jährige zwar wie gewohnt den knallharten Actionhelden, doch auch den altersbedingten Wandel seiner Figur meistert der ehemalige Mr. Universum mit bravour und streckenweise auch ungewöhnlich selbstironisch. Außerdem verfügt Arnies Minenspiel mittlerweile über unterschiedlichste Gesichtszüge und sein Blick ist wie ein Spiegel seiner Seele, was ihn in seinen Actionsequenzen trotz höheren Alters absolut authentisch wirken lässt. Die Zusammenstellung seines Teams kann sich ebenfalls sehen lassen, welches mit bekannten Gesichtern bestückt wurde, die zum routiniert professionellen Gesamteindruck von The Last Stand beitragen: Johny Knoxville (Jackass; Men in Black 2), Luiz Guzmán (Out of Sight; The Limey; Traffic) und die bildhübsche Jaimi Alexander (Kyle XY; Blindspot) kämpfen unterhaltsam an der Seite vom "Governator" und sorgen auch mit dem ein oder anderen lustigen Spruch für eine angenehme Auflockerung des Geschehens.

Etwas zwiespältig sind die Arbeitsnachweise vom FBI Chefermittler und den Antagonisten des Films ausgefallen: Forest Whitaker (Platoon; Ghost Dog - Der Weg der Samurai; The Great Debaters) mimt den überforderten, in Klischees badenden Regierungsangestellten gewohnt solide und sympathieträchtig. Peter Stormare (Fargo; The Big Lebowski; 8 mm) hingegen fährt ganz andere Geschütze auf und stiehlt mit seiner charismatischen Interpretation des hochnäsigen, gnadenlosen Gangster Supervisors Thomas Burell seinem Chef eindeutig die Show, er spielt den meines Erachtens nach enttäuschenden Drogenboss Gabriel Cortez (Eduardo Noriega) förmlich an die Wand. Noriega (Tesis; Open your eyes) gelingt es weder Bedrohlichkeit noch den nötigen Respekt einer derartigen Rollendefinition auszustrahlen und wirkt wie ein störender Fremdkörper in dem ansonsten durch und durch überzeugenden Cast.

Es ist daher fast schon überflüssig zu erwähnen, dass The Last Stand seine wirtschaftliche Abstrafung an den weltweiten Kinokassen nicht verdient hat. Die Gründe fürs Scheitern sind meiner Meinung nach eher in der bröckelnden Strahlkraft des Hauptdarstellers fürs jüngere Publikum zu suchen, die Qualität des Streifens spielt hier wohl eine untergeordnete Rolle. Wenigstens konnte Schwarzeneggers Comeback auf DVD / Blue Ray ordentlich abräumen und genießt in der Fachpresse und bei den Fans einen ausgezeichneten Leumund. Die mittelprächtige Story und die nicht immer überzeugenden CGI Effekte  schmälern den Unterhaltungswert von The Last Stand nur marginal, da das brachiale Actiongewitter, die gefällig agierenden Schauspieler, die markigen One-Liner und der gesunde Schuss Selbstironie für wohl bekömmliche 110 Filmminuten sorgen. "Wer zum Teufel bist Du?" "Ich bin der Sheriff" MovieStar Wertung: 8 von 10 Punkte.

8/10
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Kommentare

25.02.2021 01:30 Uhr - Kaiser Soze
1x
DB-Co-Admin
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Sehr cooler Film mit lustigen (Neben-)Darstellern, ordentlicher und unterhaltsamer Action und einem Arnie, wie man ihn einfach lieben muss. Hab den Film schon xmal geschaut, immer wieder sehr gut. Apropos sehr gut, das gilt natürlich auch für Dein Review! Viele Infos, plausible begründet, wird dem Film völlig gerecht. N8

25.02.2021 08:22 Uhr - sonyericssohn
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Moderator
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Hat sich bei mir erst beim zweiten, dritten Mal bewiesen. Dann aber macht der echt Spaß ! Die FSK 12 Fassung fast noch mehr !😆

25.02.2021 09:08 Uhr - ActionJackson77
1x
Mit diesem rockigen Review hast du dich mal wieder selbst übertroffen. Rockige Infos, rockig argumentiert, feine Ausdrucksweise, so lässt es sich gern lesen.

Der Film ist klarer 10er Kandidat und der Flop ein schlechter Witz. Ich war vier mal im Kino aber kann halt die Zahlen nicht alleine retten 😆

25.02.2021 09:29 Uhr - Draven273
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Tolle Review zu einem tollen Film. Movie da hast Du wieder etwas feines rausgesucht. Die Infos, und da kann ich den Anderen hier nur zustimmen, sind wieder spitze. Ich finde auch, dass man sehen kann, wie Schwarzenegger sich über die Jahre gesteigert hat. Zumal seine Selbstironie damit umzugehen super ist. So gehört sich das. Wenn das mal alle so machen würden... Deine Arbeit ist toll, hab ich wieder gern gelesen und der könnte auch demnächst zur Sichtung mal wieder in den Player wandern. Vielen Dank.

25.02.2021 09:53 Uhr - McGuinness
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DB-Co-Admin
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Prima Review, MovieStar, welche dem Film gegenüber zudem sehr fair bewertet ist und bei dessen Punktevergabe ich gern mitgehe 👍🏻

Auch für mich war es sehr schön, " Big Arnie " nach jahrelanger Pause mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen und das in einem Film, der mich durchweg gut zu unterhalten wußte.
Nun nagt der Zahn der Zeit halt auch an einem Arnold Schwarzenegger und ganz so unzerstörbar wie der " Terminator " ist dieser dann wohl doch nicht, was dem Film im Grunde genommen aber keinen Abbruch tut, da seine Darbietung mich sowohl in den Actionsequenzen, als auch in den Dialogen, welche ja bekanntlich nie seine große Stärke waren, vollkommen überzeugen konnte.

Für viele junge Leute der heutige Generation gleicht Schwarzenegger leider immer mehr einem Dinosaurier, der zu einer aussterbenden Spezies von einstigen Action - Helden gehört, was ich persönlich sehr schade finde, dies aber irgendwie auch nachvollziehen kann, zumal es bei mir und beispielsweise einem Charles Bronson, auch nicht anders gewesen ist.

Toll, dass du mit deiner super verfassten Review diesem Relikt der 80er - und 90er - Jahre ein würdiges Denkmal gesetzt hast 💪🏻😎

25.02.2021 16:41 Uhr - TheMovieStar
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@ All: Vielen lieben Dank euch allen fürs Lesen und für euer Lob. Hat mich sehr gefreut 😊😊😊

25.02.2021 23:39 Uhr - Punisher77
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DB-Helfer
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Tolle, informative und plausibel begründete Kritik!

Dem Film gebe ich auch `ne 8/10. Meiner Meinung nach Schwarzeneggers bester Film seit seinem Comeback...da können "Sabotage" und "Terminator 5 & 6" nicht mithalten. Schade, dass es ihm nicht gelungen ist, sich auch im Alter in der (Kino-)Filmlandschaft zu behaupten, wie es Stallone gelungen ist.

26.02.2021 00:16 Uhr - Dissection78
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DB-Co-Admin
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Wertung und Fazit sind absolut nachzuvollziehen. Interessanterweise bin ich hier wieder bei sony. Nach dem ersten Sehen wurde ich mit dem Film nicht richtig warm, habe ihm allerdings noch eine Chance gegeben... und siehe da: Nach dem zweiten und dritten Mal hat er mir tatsächlich Spaß gemacht. 7 Punkte gebe ich gerne :)

26.02.2021 20:23 Uhr - TheMovieStar
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@ Punisher: Danke auch dir fürs Lesen und dein Lob, freut mich wenn wir den Film ähnlich bewerten 😊

@ Dissection: Danke auch dir fürs Lesen, dein Lob und deine Meinung, hat mich sehr gefreut.😊

26.02.2021 20:23 Uhr - TheMovieStar
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Mal wieder dein Doppelpost..... Das hier kann gelöscht werden!

26.02.2021 20:57 Uhr - Giant P
Hi Star , tolle Review.
Insgesamt gesehen ,ist es schon einer von Arnies schwächeren Filmen aber das liegt nicht an ihm genau wie du auch gesagt hast.Handwerklich hat er ein paar Schwächen. Du weißt wie ich zu CGI stehe.
Der Bösewicht ist fast (es fehlt nicht viel) schon peinlich.

Es ist kein schlechter Film... es geht noch schlechter.

Danke und bleib gesund

28.02.2021 11:49 Uhr - TheMovieStar
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@ Giant: Danke auch dir fürs Lesen und dein Lob, hat mich sehr gefreut 😊

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