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Ark - Survival Evolved

Originaltitel: Ark: Survival Evolved

Herstellungsland:USA (2015)
Standard-Freigabe:USK 16
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,33 (3 Stimmen) Details
eine kritik von aquifel:

Ark Survival Evolved ist seit seinem Start im Ealry Access im Jahre 2015 ein feste Größe im Bereich der Survival-Spiele und bekommt durch stetige Erweiterungen (egal ob kostenpflichtig oder für lau) immer mehr content spendiert, um die Spieler bei Laune zu halten. Doch ist der anhaltende Hype um das Spiel tatsächlich gerechtfertigt?

Grundlegend geht es bei Ark um folgendes: Man wacht mit seinem zusammengeschusterten Überlebenden fast nackt auf einer Insel auf (zumindest im Standardspiel). Man weiß nur eins: Irgendwie muss man überleben und das Implantat im Arm juckt gewaltig.

Also zieht man los und sammelt Ressourcen, um sich bessere Werkzeuge und eine Unterkunft bauen zu können. Man jagt für Nahrung, sammelt weiter, craftet was das Zeug hält und setzt sich mit seinen Mitbewohnern dieser Insel auseinander: Dinosauriern. Diese liefern nicht nur Fleisch und andere Ressourcen, sie können sogar gezähmt werden. Und das sollte man definitiv tun, denn viele Dinos haben spezielle Fähigeiten. Einige sammeln besser Beeren oder Steine, andere dienen als Transportmittel und teilweise geben sie nicht nur gute Reittiere, sondern auch Bodyguards oder Kämpfer ab.

An diesem Prinzip ändert sich nie wirklich was. Ark bietet hierbei aber einige Hernagehensweisen. Man kann das Spiel einfach nur als Sandbox spielen, also sammeln, bauen, zähmen, kurzum: Sich kreativ austoben. Weiß man wie, dann ergeben sich unzählige Möglichkeiten, vom Basenbau bishin zur Dinozucht. Dazu hat sich, ich glaube 2016, noch eine Story gesellt. Diese wird einem nicht in Form von Quests präsentiert, sondern offenbart sich eher denjenigen, die aufmerksam ihre Umgebung erkunden und schön brav die Explorer Notes suchen, die Aufschluß darüber geben, was zum Geier hier eigentlich gespielt wird. Schön ist, dass es diese Option gibt, aber man sich nicht zwangsläufig damit aufhalten muss.

Die Königsdisziplin von Ark: Survival Evolved ist dabei aber weniger das Solospiel, sondern der Multiplayer. Das Survivalabenteuer sollte auch so gespielt werden (es sei denn man hat wirklich sehr viel Zeit oder nutzt die Cheatkonsole), denn alleine stößt man schnell an seine Grenzen. Ein Stamm, also eine Gruppe von Spielern, die zusammenarbeitet, muss her. 

Wichtig ist darüberhinaus die Wahl zwischen PvP und PvE. Im PvE erkunden ein oder mehrere Stämme recht friedlich die Insel und ihre Geheimnisse, im PvP werden die Kämpfe um Ressourcen dann doch etwas wilder ausgetragen.

Ich für meinen Teil habe es vorgezogen mit 5 Leuten auf einem Privatserver zu spielen. Den muss man zwar mieten, aber die paar Euro im Monat lohnen sich durchaus, um in Ruhe und zusammen alles ausprobieren zu können. Die drei Alternativen auf PS4 sind nicht ganz so toll: Entweder gibt es einen Host, von dem sich keiner der anderen Spieler mehr als 200 Meter entfernen darf (was einen zu stark einschränkt), man nutzt eine PS4 rein als Server (da muss man erstmal eine übrig haben) oder man spielt auf offiziellen Servern. Die sind teilweise schon recht voll und auf vielen gibt es, auch im PvE, Platzhirsche, also Stämme, die quasi die Kontrolle haben.

Für welche Alternative (PvE oder PvP, Story oder Sandbox, Privat oder Öffentlich) man sich entscheidet... das ist halt persönliche Geschmackssache. Wichtig hierfür ist vor allem, ob das Spiel Spaß macht.

Und der grundlegende Gameplay-Loop hat definitiv Suchtpotential. Die Basis ausbauen, neue, stärkere Dinos zähmen, bessere Baupläne finden, neue, tolle Gegenstände herstellen, weitere Engramme (Grundbaupläne) und Möglichkeiten freischalten, seinen Charakter leveln.... es gibt viel zu tun, zumal Ark insbesondere bei der Dinozucht wirklich so einiges an... nennen wir es Tiefgang... bietet.

Allerdings macht Ark es einem nicht einfach, gerade am Anfang: Erklärt wird einem nichts. Wirklich GAR NICHTS. Die Steuerung hat man schnell raus, aber viele Tricks und Kniffe und vor allem einige überlebenswichtige Grundlagen muss man auf die harte Tour lernen. Oder wie mein einer Mitspieler erzählt hat: Er wurde früher auf einem offiziellen Server mal gefragt, ob er wisse, wie man Ark WIRKLICH spielt. Er meinte ja. Er erkannte recht schnell: Er hatte gar keine Ahnung. Ob man das mag oder ob man lieber etwas mehr an die Hand genommen wird, daran werden sich die Geister scheiden. Den Survival Aspekt unterstützt das auf jeden Fall, ebenso wie das Weiterlaufen der Spielwelt, wenn man offline ist.

Das Gameplay ist also nicht gerade so zugänglich, wie viele heute erwarten werden, aber es macht sehr viel Spaß. Der wird allerdings, auch anno 2021, noch von Bugs gestört. Auf PS4 bekommt man öfters mal CE-Fehler (also schmiert das Spiel ab), Dinos buggen sich fest, es laggt teilweise (wobei das eher der Hardware geschuldet ist, wenn zu viele Objekte und Dinos unterwegs sind) und manchmal gibt es auch andere Spinnereien. Auch die an sich gelungene Steuerung stößt mit seinen widerspenstigen und teils unübersichtlichen Befehlsrädern manchmal sauer auf.

Mein Hauptkritikpunkt am Spiel ist allerdings das Balancing. Das orientiert sich stark am PvP. Auf The Island gibt es z.B. drei Bosse (bzw. vier). Besiegt man diese schaltet man Hightech Engramme frei. Diese sind im PvP natürlich sehr, sehr stark. Ergo ist der Aufwand, um die Bosse ohne Cheats besiegen zu können, enorm. Man muss sich wirklich kampftaugliche Dinos zähmen, diese ewig lange zurechtzüchten, man muss tonnenweise Ressourcen für, sofern man sie hat, gute Baupläne herankarren und die Viecher dann überhaupt erstmal legen können. Mit 15 Leuten im Stamm mag das gehen, zu sechst, auch ohne PvP Gegner, bedeutet das monatelange Arbeit, vor allem, wenn man genug Techgegenstände und Element (das zum Betrieb benötigt wird) heranschaffen will, um den finalen Boss zu legen. Und da wird der Gameplayloop dann doch etwas eintönig. Im PvP verständlich, im PvE in kleiner Gruppe dann doch eher eine Tortur, da man den letzten Boss für die Story legen sollte.

Man kann das natürlich umgehen, aber irgendwie ist das dann doch nicht ganz so befriedigend. Da wäre etwas Feintuning seitens Wild Card nett gewesen, gerade da die Sevrereinstellung für Privatserver auch eine Wissenschaft für sich sind.

Unterm Strich macht Ark aber trotz Bugs und Balancingproblemen viel Spaß und kann selbst ohne Add-Ons monatelang motivieren. Auch wenn man zwischendurch immer mal wieder eine Pause braucht, das Spiel bietet jedem etwas, egal ob man Massenschlachten auf Dinos, eine kreative Sandbox oder eine fordernde Ko-Op Herausforderung sucht.

8/10
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Kommentare

25.02.2021 10:00 Uhr - Chímaira
User-Level von Chímaira 12
Erfahrungspunkte von Chímaira 2.120
Das Spiel gab es vor geraumer Zeit bei Epic kostenlos. Habe es mal mitgenommen und ging von einer Art "Jurassic Park" aus. Deine Kritik liefert schon mal interessante Informationen. Mal schauen, ob ich nach dem Durchspielen meiner momentanen Games (Mafia und Metro Exodus) einen Blick riskiere. Vielen Dank für die Vorstellung und Spieletipps ;)

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