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Sweet Virginia

Herstellungsland:USA, Kanada (2017)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Drama, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Elwood (Christopher Abbott) ist ein Auftragskiller, der in einer Kleinstadt in Alaska einen Job erledigen soll. Aber anstatt nur den Mann zu töten, für dessen Mord er angeheuert wurde, richtet er ein Blutbad an. Sam (Jon Bernthal) ist ein ehemaliger Rodeostar, der durch seinen Umzug von Virginia nach Alaska versucht, seine eher glücklose Vergangenheit hinter sich zu lassen. Jetzt ist er Besitzer des "Sweet Virginia" Motels, in dem eines Tages ein seltsamer Kerl namens Elwood eincheckt. Lila (Imogen Poots) erträgt seit Jahren die Abarten ihres Mannes, bis sie eines Tages einen Auftragsmörder anheuert. Frisch verwitwet muss sie aber feststellen, dass ihr Mann ihr mehr Schulden als Cash hinterlassen hat und sie den Killer nicht bezahlen kann. Schnell geraten die Dinge außer Kontrolle und eine Welle an Gewalt rollt über die Stadt, in der sich plötzlich jeder selbst der Nächste ist.
eine kritik von randolph carter:

Auf dem Cover der Blu Ray sehen wir einen leicht ramponiert aussehenden Jon Bernthal mit dem Gewehr im Anschlag, links unten in der Ecke prangert das FSK 16 Logo. Jetzt könnte man denken, man sieht hier Bernthal in einer für ihn typischen Rolle als Knallharten Kerl der ordentlich austeilt und die einen oder anderen Fetzen fliegen. Aber wer hier einen Actionkracher erwartet liegt definitiv falsch, denn "Sweet Virgina" von Regisseur Jamie M. Dagg ist alles andere als das.

Die Geschichte spielt in einer Kleinstadt in Alaska, welche von einem brutalen Dreifachmord erschüttert wird. Schnell stellt sich heraus, dass es ein Auftragsmord war der etwas aus dem Ruder gelaufen ist und das der Killer noch in der Stadt ist. Dieser hört auf den Namen Elwood und wartet nämlich noch auf das Geld von seiner Auftraggeberin und nistet sich derweil im Hotel von Sam (Jon Bernthal) ein. Und je länger er auf die Scheine warten muss, desto ungeduldiger wird er. Als sich dann noch herausstellt, das die junge Dame die ihn angeheuert hat doch nicht so liquide ist wie gedacht, schlägt die Ungeduld alsbald in Wut um...

"Sweet Virginia" ist irgendwie so eine typische Kleinstadtballade, welche in einem sehr kleinen Kosmos spielt, nämlich dieser besagten Kleinstadt. Die Atmosphäre und das Aussehen ist dann auch so gewöhnlich, wie man es aus anderen solcher Filme kennt. Es gibt diesen klassischen Diner, in dem man jeden über dem Weg läuft, den Sportplatz, wo die Collegespiele, meistens ja Football, ausgetragen werden und irgenedwie kennen sich alle untereinander. Und dieser Film ist dann auch einzig auf diesen Schauplatz begrenzt und spielt auch innerhalb diesen nur an sehr wenigen Orten, was ihm eine fast schon klaustrophobische Atmosphäre verleiht.

Die meiste Spannung bezieht der unaufgeregte Film aus den Auftritten des Auftragsmörders, gespielt von Christopher Abbott. Dieser Charakter ist allerdings fast so ein Stereotyp, wie die Kleinstadt selbst. Wir alle kennen ja diese Art von Killer, die auf leicht unheimliche Art höflich, gesprächig und hilfsbereit sind, unter der Oberfläche es aber heftig am brodeln ist. Genauso so einer ist auch unser Elwood in diesem Film. Ich persöhnlich mag solche Figuren, weil sie immer so unberechenbar sind. Man weiss nie wann sie hochgehen, wann die merkwürdige Freundlichkeit in Gewalt umschlägt und was in deren Kopf so vorgeht. Hier hat der Film dann auch seine stärksten Szenen, immer dann wenn Elwood in Aktion tritt. Die anderen Charaktere wirken dahingehend irgendwie lanweilig. Wobei es mal ganz angenehm ist, Jon Bernthal mal in einer eher passiven Rolle zu sehen, in der er zur Abwechslung selber mal was auf die Mütze bekommt.

Die Geschichte wirkt dahingehend allerdings fast so, als würde er zwei Stories erzählen, die lose miteinander verknüpft sind. Da ist zum einen der Plot mit dem Auftragskiller, der vergeblich auf sein Geld wartet. Seine Auftraggeberin, gespielt von Imogen Poots, welche das zu zahlende Geld doch nicht auftreiben kann und ihre daraus resultierende Angst vor ihrem Klienten. Die andere Handlung ist die vom Hotelbesitzer Sam, welcher eine Äffare mit der Witwe eines der Opfer des Dreifachmordes hat und irgendwie wohl noch Frau und Kind hinterher trauert. Was mit ihnen aber genau geschehen ist, erfahren wir nicht. Natürlich haben beide Plots gemeinsame Eckpunkte, schon allein wegen der Kleinstadtprämisse, aber oftmals wirkt es so, als würden beide Handlungen nebeneinander herlaufen.

Action sucht man hier eigentlich vergebens, man hat es hier eher mit einem ruhigen Thriller-Drama zu tun, der meiner Meinung nach aber eher als Thriller funktioniert, da eher für ein Drama dann doch zu wenig Emotionalität bietet. Trotz der Themen wie Verlust, Trauer und Tod. Großartige Twists oder Aha - Momente darf man auch nicht erwarten, die Story verläuft recht schnörkellos und geradlinig und bietet kaum Überraschungen. Das Drehbuch macht es sich manchmal sogar sehr leicht, wie z.B.: bei dem recht einfallslosen Motiv für den Mordauftrag, oder das er manche Sachen schlicht nicht erklärt. U.a. die Beziehung zwischen Sam und Maggie, seiner Quasi Ersatztochter, die an der Rezeption des Hotels arbeitet. Natürlich muss ein Film nicht immer auf alles eine Antwort geben, aber ich hatte oftmals das Gefühl, dass der Film auf manches selber keine wirkliche Antwort weiss. Manches muss man als Zuschauer halt so hinnehmen, oder sich selbst seine eigene Geschichte ausmalen.

 Fazit: "Sweet Virginia" ist ein düsterer Thriller mit Ausflügen ins Gebiet des Charakterdramas, bietet dafür aber dann doch, bis auf den Killer, zu uninteressante Figuren und zu wenig Komplexität. Trotzdem bleibt immernoch ein recht spannender Film der knackige, kurzweilige Unterhaltung bietet.

 

7/10
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Kommentare

27.02.2021 11:03 Uhr - cecil b
DB-Co-Admin
User-Level von cecil b 18
Erfahrungspunkte von cecil b 6.392
Ein weiterer Beweis dafür, dass man sich darüber freuen, dass du Reviews auf Schnittberichte veröffentlichst!

Die Idee des Films gefällt mir.

27.02.2021 11:27 Uhr - sonyericssohn
Moderator
User-Level von sonyericssohn 20
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 8.790
Stimme Cecil zu. Über solche "Neulinge" kann man nur froh sein !👍

27.02.2021 12:43 Uhr - Randolph Carter
User-Level von Randolph Carter 2
Erfahrungspunkte von Randolph Carter 74
Herzlichen Dank euch beiden für die lieben Worte :-)

27.02.2021 18:00 Uhr - Draven273
User-Level von Draven273 4
Erfahrungspunkte von Draven273 241
Randolph, Randolph.... :) da bist Du ja wieder. Hey schön zu lesen, kenne ich nicht, wandert mit auf meine Liste. Jon Bernthal, den ich bei Walking Dead noch gehasst habe, kann mich inzwischen durchaus begeistern. Außerdem klingt die Story danach, als wäre das vielleicht etwas für mich. Somit sage ich mal wieder vielen Dank für diesen Tipp. Und sonst, kann ich meinen Kollegen nur zustimmen, weitermachen bitte :)

28.02.2021 12:56 Uhr - Randolph Carter
User-Level von Randolph Carter 2
Erfahrungspunkte von Randolph Carter 74
@Draven: Vielen Danke fürs Lesen und dein erfreuliches Feedback :-) Den Film kann man sich mal anschauen, allerdings nix was ich mir in de Sammlung stellen würde. Bernthal finde ich auch ziemlch cool, irgndwie hat er so ne Art zu schauspielern, wie er seine Charaktere rüberbringt, die mich überzeugt. Schwer zu erklären. Sein Charakter in Walking Dead fand ich allerdings super. Schön ambivalent, besonders in der zweiten Staffel. Immer hin und her gerissen zwischen seiner Freundschaft zu Rick und der Liebe zu Lori. Aber ich kann verstehen, das er eingen auf den Sack ging :-D Toll finde ich ihn auch in "Punisher" oder z.b. in "Snitch" oder "The Wolf of Wall Street". Und in dem hier besprochenen Film liefert er definitv auch keine schlechte Leistung ab, sein Charakter hat mir nur nicht so zugesagt...

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