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KeinOhrHasen

Herstellungsland:Deutschland (2007)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Komödie, Liebe/Romantik
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,67 (12 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Der Boulevard ist sein Revier: Reporter Ludo (Til Schweiger) ist mit Paparazzo Moritz (Matthias Schweighöfer) ständig auf der Jagd nach Stars, Starlets und Boxenludern. Manchmal glaubt er sogar selbst an die Storys, die er verzapft - und eines Tages geht das ins Auge: Die Richterin brummt ihm 300 soziale Arbeitsstunden in einem Kinderhort auf. Dort herrscht Anna (Nora Tschirner), die den Schwerenöter Ludo schon als Kind nicht ausstehen konnte - Ludo muss also barfuß durch die Hölle. Zwischen Klatschspalten und Klettergerüsten entdeckt er sich selbst - es ist der Knüller seines Lebens... (Warner Bros.)

eine kritik von s.k.:
Über Schweigers Schauspielkünste braucht man keine großen Worte verlieren:
Er gehört nicht zu den begnadesten Mimen made in Germany, aber setzt man ihn in eine geeignete Rolle, kann er mit seinem begrenzten Fähigkeiten doch noch Mindestvoraussetzungen erfüllen oder diese gar übertreffen. So z.B. in "Inglorious Basterds", wo er als Nazi-Schlächter genau die passende Rolle bekam: limitierte Emotionsregung, kühles Auftreten, wenige Worte. Das passt, und er schlägt sich in dieser Rolle sogar überraschend gut.
Den Sprung Richtung Hollywood hat er ja schon vor über 10 Jahren geschafft, angefangen mit "Replacement Killers". Bei kleinen Nebenrollen in mehr oder weniger großen Kinofilmen wie "Tomb Raider 2" oder "King Arthur" blieb es aber bis dato, der Rest ist zu vernachlässigende B-Ware. Umso erfolgreicher ist und bleibt er nach wie vor im Land der scharz-rot-goldenen Flagge. Und als Regisseur scheint er den richtigen Riecher dafür zu haben, was die Deutschen gerne sehen möchten. Anders sind seine Erfolge der letzten Jahre nicht zu erklären.
So auch bei seinem bisher größten Hit "Keinohrhasen", den ich mir gestern abend endlich mal angesehen habe, obwohl der Film schon über ein Jahr bei mir Staub angesetzt hat.

Die Geschichte rund um den Boulevard-Reporter Ludo, der nach der missglückten Jagd nach einem Titelblatt-Thema zu Sozialstunden in einem Kinderhort verurteilt wird und an die Leiterin Anna gerät, enthält die gleiche Formel wie die meisten romantischen Komödien.
Er - ein stark von sich selbst überzeugter Macho, der sich gerne und sehr oft der Fleischeslust hingibt, dabei aber jede Form von ernsthafter Beziehung meidet und im Leben nur schnellen Spaß ohne Verpflichtungen sucht.
Sie - eine überkorrekte, aber arg tolpatische Eigenbrötlerin, die sich an ihm wegen Gemeinheiten aus Kindheitszeiten rächen möchte und ihre Position mit Wonne ausnutzt, um ihm das Leben so schwer wie möglich zu machen.
Nun folgt die logische Konsequenz, dass sich Gegensätze bekanntlich anziehen. Und so ist es hier auch nicht anders. Erst hasst man sich, später schließt man unerwartet Frieden, darauf folgt die intime Annäherung und so weiter und so fort...

Til Schweiger hat die Romantik-Komödie also keineswegs neu erfunden, das gewiss nicht, aber er weiss diese schlichte Rahmenhandlung doch mit viel Witz, guten Gags und locker-flockigen Sprüchen zu füllen, die in der Summe überwiegend sitzen und so ein Filmerlebnis ergeben, das gar nicht mal so schlecht ist, wie man zunächst annehmen würde.
Natürlich ließ er es sich nicht nehmen und steht somit nicht nur hinter der Kamera, sondern baut sich selbst in der Rolle des Ludo in die Filmhandlung ein: ein gutaussehender und testosteron-gesteuerter Kerl, der leicht arrogant daher kommt und die Frauen magisch anzieht. Wer sein Spiel kennt, wird weder enttäuscht noch großartig überrascht sein. Til spielt eben Til.
Was Johanna Wodalek in Schweigers "Barfuß" war, ist Nora Tschirner in "Keinohrhasen": Sie ist ganz klar der eigentliche Star des Films. Sie zeichnet für die besten Lach-Szenen verantwortlich und spielt ihre Kollegen mühelos an die Wand. Ihre Darsteller-Qualitäten reichen von zuckersüß bis brüllend-komisch, und das ohne arg aufgesetzt oder unglaubwürdig zu wirken. Ihr verdankt der Film ohne Frage einen Großteil seines Erfolges.
Desweiteren hat Schweiger eine respektable Anzahl an etablierten Kollegen und B-Promis (Armin Rohde, Jürgen Vogel, Barbara Rudnick, Rick Kavanian, Christian Tramitz, Wolfgang Stumpf und viele weitere) gewinnen können, die entweder mit kleinen, aber gut gesetzten Momenten auftreten oder einfach ihre Gesichter für ein paar Sekunden vor die Kamera setzen. Ob gelungen, nett oder nur nervend, alle möglichen Schauspiel-Noten sind vertreten.
Ein wenig verlorenen wirkte dann aber doch Matthias Schweighöfer, der eigentlich eine größere Nebenrolle ausfüllen sollte, aber nur für lausige Sidekick-Einfälle und schlechtere Gags herhalten darf. Jammerschade, eigentlich kann er es besser, aber hierbei trägt nicht er, sondern Schweiger die Schuld.

Eine ganz besondere Frage in sehr delikater Angelegenheit plagt mich aber doch:
Für wen hat Til Schweiger seinen Film denn nun konzipiert ?! Sollte es ein familientauglicher Film sein ? Oder doch viel mehr eine frivol-schlüpfrige Komödie für junge und alte Paare ?
Ich finde es ein wenig gewagt, die eher harmlos, aber doch wirklich witzige Verbal-Keilerei zwischen Ludo und Anna inner- und außerhalb des Kindergartens mit unmissverständlichen und direkten Ein- bzw. Zweideutigkeiten rund um die schönste Nebensache der Welt zu vermischen. Für Teenies und ältere Semester eignet sich der hier gebotene Humor vielleicht, aber jüngeren Kinobesuchern wäre dieser Film meiner Meinung nach weniger anzuraten. Die passende Altersfreigabe ist auch hier mal wieder eine sehr zweischneidige Sache...

Wie dem auch sei, im Großen und Ganzen ist "Keinohrhasen" einer der (wesentlich) besseren Schweiger-Filme der letzten Jahre und ein durchaus spaßiges Filmerlebnis, angereichert mit reihenweise Charts-Hits. Die Bewertung mit 7 von 10 Punkten ist aber auch NUR (!) gemessen an reinen Schweiger-Filmen zu verstehen, denn im Komödien-Fach gibt es reichlich bessere und originellere Alternativen.
7/10
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