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Killing Zoe

Herstellungsland:USA, Frankreich (1994)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,01 (29 Stimmen) Details
inhalt:
Safeknacker Zed (Eric Stoltz) soll mit Jugendfreund Eric (Jean-Hughes Anglade) eine Bank ausrauben. Doch der Coup wird zum Flop, die Bande dreht durch und nimmt Geiseln. Darunter befindet sich auch Zeds neue Liebe, die Prostituierte Zoe (Julie Delphy)...
eine kritik von dicker hund:

Roger Avary drehte mit Quentin Tarantinos Unterstützung den Thriller "Killing Zoe", bevor er für ihn das Drehbuch zu "Pulp Fiction" verfasste. In letzterem mimt Eric Stoltz einen Drogendealer. Hier dagegen wird sein Panzerknacker Zed zu dem politoxen Konsum verführt, und zwar von seinem Jugendfreund Eric (Jean-Hugues Anglade, "Nikita"). Dieser plant in Paris einen Banküberfall, für welchen er den Tresorspezialisten extra aus den USA eingeladen hat. Der Titel bezieht sich auf eine Frau (Julie Delpy, "Hitlerjunge Salomon", "Drei Farben"), die anfangs nackig auf dem importierten Werkzeugkastennutzer reitet (Sex 4/10). Stilvolle Überblendungen zu dem schwarz-weißen Original von "Nosferatu" auf dem Hotelfernseher geben schon dieser frühen Szene eine surreale Note. Noch mehr driftet die Wahrnehmung ab, sobald der Gastgeber seinem seit elf Jahren nicht mehr gesehenen Freund die angeblich "wahre" Seite von Paris vorstellt.

"Jetzt ziehen wir uns Heroin rein."

Zugedröhnt verschwimmt das Bild, während Erics berauschte Kameraden wie pubertierende Jungs herumjohlen. Obwohl der anspruchsvolle Coup schon am Folgetag steigen soll, wird das Nachtleben in einer Jazzbar mit allerlei Betäubungsmitteln verbracht. Wie schon in Erics Wohnung dominiert hier ein dreckiger Look, der durch die ununterbrochen erklingende Musik auf bizarre Art beschönigt wird. An der Kunst haben so ziemlich alle Akteure ein Interesse, das sie nicht selten verbalisieren. Doch so locker, wie man sich gibt, ist das Leben der desolaten Antihelden vielleicht nicht.

"Ich fühl' mich, als hätte ich Möbelpolitur getrunken."

Der Überfall selbst erhält - im Gegensatz zu Tarantinos Erstling "Reservoir Dogs" - reichlich Screentime. Dabei zeigt sich schnell, dass die Gangster keinerlei Ehrgeiz haben, Kollateralschäden zu vermeiden. Zur Begrüßung wird Pornostar Ron Jeremy gleich ohne ersichtlichen Grund aus seinem Kurzauftritt herausgeschossen, wobei sein Körper nicht der letzte bleiben soll, der von Patronen zersiebt wird (Gewalt 5/10). Die Brutalitäten der maskierten Schurken hinterlassen teilweise grausige Spuren, welchen Tom Savini die handwerklich gebotene Hässlichkeit verleiht (Horror 4/10). Als gewisse Identifikationsfigur hadert Zed mit der übertriebenen Härte der Bande, die selbst auf blutverschmiertem Boden noch unbekümmert ihre vulgären Witze reißt (Humor 4/10). Trotzdem bleibt er seiner zugewiesenen Funktion zunächst treu. Ob er daran festhalten will, muss er entscheiden, als einige Komplikationen die Situation schließlich eskalieren lassen.

Dabei erzeugt diese große Filmperle (8/10 Punkten) eine bemerkenswert spannende und zugleich boshafte Atmosphäre, die räudiger ausfällt als jene ihrer nordamerikanischen Verwandten. Paris erhält hier das abstoßende Antlitz eines trostlosen Molochs voller verlorener Seelen. Das grobkörnige Bild wirkt manchmal billiger als nötig, was den Eindruck besonders zu Anfang mehr als nötig dämpft. Danach entfaltet "Killing Zoe" indes sein herbes Bouquet, das ihm einen roten Flatschen der FSK eingebracht hat.

8/10
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Kommentare

17.05.2021 09:19 Uhr - McGuinness
1x
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Knackig - kurze, aber treffende Besprechung eines Werkes, dass ich schon länger nicht mehr gesehen, doch als recht solide, wenngleich auch nicht als herausragend in Erinnerung habe.
Was mir allerdings noch schauerlich in den Ohren klingt, ist die furchtbare Synchro von Eric Stoltz, welche in ihren Grundzügen mich unweigerlich an Howard Carpendale denken lässt 🙉

17.05.2021 10:44 Uhr - Stoi
1x
Auch ewig nicht mehr gesehen und habe ihn auch nicht im Regal.
Ich meine, da gab es auch keinen anständigen Release, hat sich das mittlerweile geändert?

17.05.2021 10:59 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Ich glaub mich zu erinnern daß ich den ganz furchtbar fand. Is aber auch schon wieder zig Jahre her...fast 27...
Kurz und knackig verfasst wie gewohnt. Doch leider kein Grund dem ne neue Chance zu geben 😉

17.05.2021 12:24 Uhr - dicker Hund
2x
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Hallo zusammen!

Danke für Eure Kommentare. "Killing Zoe" ist mal wieder so ein Fall, dessen Zero-Review-Status mich schon überrascht hat.

@McGuinness
Ich fand die Synchro in Ordnung, bin da aber auch Schlimmstes aus C-Gefilden gewohnt.

@Stoi
Was Du anständig findest, kann ich natürlich nur schwer beurteilen. Dem Review liegt eine ungekürzte DVD von EuroVideo mit deutschem Ton zu Grunde.

@Sony
Wow, nach so einer Frist wäre bei indizierten Titeln sogar eine Listenstreichung drin.
;-))




19.05.2021 11:52 Uhr - cecil b
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Sollte ich mir den Film mal wieder geben? Ist doch sehr lange her, dass ich den gesehen habe. Ich denke, ein zweiter Blick könnte nicht schaden. Dank deiner schmackhaften Review liegt der zumindest nahe.

19.05.2021 17:42 Uhr - prince akim
1x
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Wie gewohnt eine knackige Review zu dem Film, der mich wohl am Anfang meiner DVD-Karriere mit am meisten entäuscht hatte. Einmal gesehen, seitdem nie wieder. Wird wohl auch nicht mehr passieren ... ;-)

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