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Ruinen

Originaltitel: The Ruins

Herstellungsland:USA (2008)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Ruines, Les
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,99 (61 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine Gruppe befreundeter Collegestudenten besichtigt eine unberührte Ruine der Maya und stolpert in eine uralte Falle. Darin wartet etwas unaussprechlich Böses darauf, seine Opfer in einen nicht enden wollenden Albtraum aus Angst und Horror zu zerren. Angst und Paranoia fressen sich in ihren Verstand, denn ihre einzige Chance zur Flucht besteht darin, das Undenkbare zu begehen. (Paramount Pictures)

eine kritik von randolph carter:

Die Buchvorlage „Dickicht“ von Scott Smith, welche zur filmischen Umsetzung auch gleich das Drehbuch beisteuerte, habe ich tatsächlich im Schrank stehen. Allerdings ist es schon sehr lange her das ich es gelesen habe, so dass ich nicht auf Vergleiche zwischen Buch und Film eingehen werde, da die Erinnerungen an die Lektüre recht schwammig sind.

Die Geschichte dreht sich um die befreundeten Pärchen Jeff & Amy und Eric & Stacy, welche gemeinsam in Mexiko Urlaub machen. Eines Tages treffen sie am Pool Matthias, welcher ihnen von einer mysteriösen Maya Pyramide erzählt, welche sein Bruder archäologisch untersuchen wollte, aber nicht zurückgekehrt ist. Matthias will nun also zur besagten Pyramide, um den Vermissten zu suchen und da die Freundesclique eh vor der Abreise noch auf ein bisschen Kultur aus ist, begleiten sie ihn. Dort angelangt, werden sie aber nicht nur von aufgebrachten Indigenen auf die Pyramide gejagt und dort festgehalten, sie müssen sich auch bald noch mit fiesem, angriffslustigem Blattwerk herumschlagen….

Die Ausgangslage erinnert ein bisschen an Filme wie „Black Water“ oder auch „Open Water“. Eine Gruppe Menschen, die an einem Ort gefangen sind, sich quasi in einer Art Belagerungszustand befinden. Dazu gesellt sich dann natürlich bald Panik, Hoffnungslosigkeit, Dehydrierung und gerne wird sich dann auch untereinander gestritten. So eine Situation setzt den Nerven verständlicherweise ordentlich zu. Dazu kommt dann noch immer eine unberechenbare Gefahr von außen, die jederzeit zuschlagen könnte, wie zum Beispiel ein Krokodil oder Haie, um die oberen Beispiele aufzugreifen.

Die Bedrohung, welche unseren Freunden auf der Maya Pyramide zusetzt, ist allerdings nicht tierischer, sondern pflanzlicher „Natur“ und kann, genauso wie die tierischen Kollegen ordentlich zupacken. Ebenso wie der Film, welcher zwar nicht mit vielen, dafür mit ordentlich rustikalen Blut – und Ekeleffekten aufwarten kann. Dazu zählt eine Beinamputation gleichermaßen, wie die Entfernung der Pflanzen, welche sich tief im Fleisch der armen Unglücksraben einnisten. Das geht buchstäblich unter die Haut! Auch deshalb, weil es technisch super umgesetzt wurde. Mit handgemachten Tricks werden hier wirklich ein paar unangenehme Szenen kreiert, welche aufgrund der realistischen Darbietung wirklich schocken. Die R–Rated Fassung wurde dahingehend zwar minimal etwas entschärft, aber auch hier verfehlen sie ihre Wirkung nicht. Bei den pflanzlichen Übeltätern griff man hin und wieder auf die Unterstützung aus dem Rechner zurück, was aber nicht wirklich groß auffällt.

Das der Terror so gekonnt auf die Leinwand gebracht wird, liegt außerdem daran, dass man hier sehr talentierte Darsteller an Bord holte, welche die nötigen Emotionen glaubhaft auf den Zuschauer übertragen. Jeff & Amy werden von Jonathan Tucker und Jena Malone gespielt. Tucker kennen die Horrorfans wohl am ehesten aus Marcus Nispels „Texas Chainsaw Massacre“. Mir ist er auch noch aus einer spannenden Folge „Criminal Minds“ positiv im Gedächtnis, wo er zusammen mit seiner Braut auf einer Bonny & Clyde mäßigen Amok Tour unterwegs ist. Malone hat in unzähligen Filmen mitgespielt, darunter „Donnie Darko“, „The Neon Demon“ oder auch im schönen Drama „Das Haus am Meer“. Das andere Pärchen, Eric & Stacy, werden von Shawn Ashmore und Laura Ramsey verkörpert. Ich muss zugeben, Ramsey kannte ich vorher gar nicht, somit auch keinen Film, in dem sie mitspielt. Ashmore lieferte z.b. in  „Frozen“ eine tolle Perfomance ab , in dem er in einer ähnlich hoffnungslosen Situation gefangen war, nur das es dort ein paar Grad kälter war… Nicht zu vergessen wäre dann noch Joe Anderson als Matthias. Anderson hat bei mir, seitdem er mich mit seiner Darstellung im Film „Horns“ begeistern konnte, ein Stein im Brett. Ebenfalls war er in der sehenswerten, aber leider kurzlebigen Serie „Hannibal“ zu sehen, wo er Michael Pitt als Mason Verger ersetzte.

Die kompetenten Mimen schaffen es dann auch, dass man als Zuschauer den Figuren ordentlich Sympathien entgegenbringt, auch wenn diese nicht sonderlich tiefgründig gezeichnet sind. Trotzdem wirken sie natürlich und handeln auch nicht allzu doof, so dass man sich wünschte, noch ein bisschen mehr Zeit mit ihnen zu verbringen.

Womit wir dann auch schon bei den negativen Punkten wären. Es geht alles irgendwie zu flott und zu zügig voran. Man beschränkte sich eher auf körperlichen als auf psychischen Terror. Der Film nimmt sich zu wenig Zeit, die Hoffnungs- und Aussichtslosigkeit usw. wirklich auf die Leinwand zu bringen. Natürlich nimmt man den Figuren die  genannten Dinge ab, aber manches ging dann doch zu schnell. So wirken auch manche Konflikte zu bemüht, man hätte sich schlicht mehr Zeit lassen sollen, um das Dilemma psychisch besser spürbar zu machen, wie es z.b Filme wie die genannten „Black Water“ und „Open Water“ taten. Die Produzenten, darunter auch Schauspieler Ben Stiller, wollten eben eine kurze, knackige Filmfassung und die 90 Minuten nicht überschreiten. Bei den „Deleted Scenes“ lässt sich noch gut 20 Minuten mehr Material entdecken, welche dem Film meiner Meinung nach gutgetan hätten.

Fazit: Unterm Strich bleibt aber trotzdem ein packender, knackiger und ziemlich garstiger Horrorfilm, bei dem man sich als Zuschauer gerne vor dem Fernseher „pflanzt“, um den kompetent in Szene gesetzten Streifen beizuwohnen.

8/10
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Kommentare

27.03.2021 21:49 Uhr - sonyericssohn
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Uih, is schon etwas länger her. Aber ich fand den ganz schön giftig. Muss mal ne Auffrischung her.
Sauber gepflanzt !

27.03.2021 23:02 Uhr - Kaiser Soze
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Sehr guter, konsequenter Horrorfilm, der es seinerzeit tatsächlich geschafft hat, sehr gut zu unterhalten, da man hier nie wissen kann, wer überlebt, wer (wann & wie) stirbt. Hab ich zugegebenermaßen auch nur einmal geschaut, da aber sehr angetan. Danke für die schöne Erinnerung :) Ein überzeugend verfasstes Review! Und ja, „pflanzt“ ist passend!

27.03.2021 23:20 Uhr - Draven273
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Autsch, ein fieser kleiner Horrortrip. Der gefällt mir immer noch gut. Hat fiese Szenen und ein paar sehr geile Momente wie ich finde. Da hast Du eine schöne und passende Review gezaubert Randolph, echt super. Hat mir wieder sehr gefallen. :)

28.03.2021 11:05 Uhr - shharry2
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An den kann ich mich auch positiv erinnern, ist auch schon einige Jährchen her, hat mir damals aber gefallen. Wie auch dein Review. :-)

28.03.2021 11:51 Uhr - cecil b
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Eine hervorragende Review, der ich zustimmen kann.

Es lag wirklich nur an mir, dass die Schwächen bei mir mehr ins Gewicht fielen, und ich es einfach nicht schaffe, mich vor Pflanzen zu fürchten, selbst wenn sie amputieren.

Aber ich würde einen weiteren Blick wagen.

28.03.2021 12:34 Uhr - Randolph Carter
1x
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Vielen Dank für die Rückmeldungen :-) Freut mich sehr das der Film hier grüßtenteils positiv wahrgenommen wird, da ich finde das der Film im allgemeinen immer eher untergeht, was so die Bekanntheit angeht.

@cecil b: Gebe dem Film ruhig nochmal eine Chance, manchmal rückt eine weitere Sichtung einen Film ja nochmal bisschen ins positive. Und bei "Ruinen" braucht man bestimmt auch keinen "grünen Daumen" um ihn zu mögen :-D

29.03.2021 00:32 Uhr - ulver
Ich hatte vor einiger Zeit den Roman in der Hand, der die Vorlage für den hier dargestellten Film liefert. Meine Begeisterung für das Werk wuchs tatsächlich von Seite zu Seite. Alllein schon das dort gewählte Bedrohungsszenario hat ein besonderes Alleinstellungsmerkmal, zumindest ist mir nichts derartiges an anderer Stelle bekannt. Das es dann auch noch eine gelungene filmische Umsetzung gibt lässt wirklich aufhorchen. Dein wunderbares Review Randolph Carter lässt den Roman vor meinem inneren Auge aufleben und macht wirklich neugierig auf den Film.

29.03.2021 09:51 Uhr - Randolph Carter
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@ulver: Auch dir lieben Dank für deine Rückmeldung :-) Den Roman habe ich damals auch verschlungen, fand ihn auch wirklich gut. Ist aber, wie gesagt schon lange her mit der Lesung. Nach der Sichtung des Films habe ich aber tatsächlich Lust verspührt, das Buch nochmal zur Hand zu nehmen :-)

29.03.2021 10:45 Uhr - Stoi
Schon richtig, ein kleiner, fieser Horrorfilm, der ganz gut unterhält. Nur wären mir da 8/10 deutlich zu viel.
8/10 ist für mich eigentlich ein Meisterwerk mit ein paar kleinen, zu entschuldbaren Fehlern und 5/10 sind auch nicht schlecht sondern gutes Mittelfeld, und da gehört (für mich) RUINEN auch hin.

29.03.2021 23:07 Uhr - Romero Morgue
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Über die Bewertung lässt sich sicherlich streiten aber über die Kritik nicht! 😉 Aber auch für mich ist eine 8 dann doch etwas zu hoch, zu eklatant sind teils die Defizite. Die Schauspieler sind austauschbar, die Story minimal gehalten und einige Elemente dann doch zu hanebüchen. Trotzdem macht der Film eine Menge Spaß und unterhält. Und das es diesmal die Flora ist die zuschlägt, ist auch mal was anderes. Sehr solides Mittelmaß mit dem man nichts verkehrt macht. Sichere 6 Punkte würde ich geben.

30.03.2021 08:22 Uhr - Randolph Carter
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@Stoi: Danke Dir für deine Rückmeldung :-) Also ein Meisterwerk ist bei mir eine 10. Eine 9 auch noch, dann aber mit den von dir erwähnten kleinen, entschuldbaren Fehlern. Ist natürlich alles immer eine subjektive Wahrnehmung, bei "Ruinen" war es so, das die positiven Punkte einfach etwas die negativen Aspekte quasi überflügelt haben. Ich fand den einfach sehr spannend, unterhaltsam und wie die Pflanzen, sehr fesselnd :-) Daher die 8.

@Romero Morgue: Auch Dir vielen Dank für das Feedback :-) Das ist ja gerade das, was so Spaß macht. Über Filme diskutieren, gerne auch über de Bewertung eines Streifens. Die Schauspieler fand ich wie gesagt gar nicht austauschbar, ich fand es eher erfrischend in einem Horrorfilm wie diesen Mal talentierte Darsteller zusehen und nicht wie so oft Glattgesbügelte Pappfiguren die so aussehen, als wären sie nem Modelkatalog entsprungen :-D

01.04.2021 20:53 Uhr - Dissection78
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Solider Horrorstreifen, dem ich ein Pünktchen weniger spendiere, der dann und wann aber doch in meinem Player landet. Interessanterweise verwechsele ich manche Szenen aus "Ruinen" mit Sequenzen aus "Turistas", vice versa, was vermutlich eher am Setting liegt, da die Geschichten ziemlich unterschiedlich sind. Während "Ruinen" ja von seinen übersinnlichen Elementen lebt, ist "Turistas" (relativ) realistisch gehalten. Gut eingefangen, Randolph! :)

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