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Curse of the Puppet Master - The Human Experiment

Originaltitel: Curse of the Puppet Master

Herstellungsland:USA (1998)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Puppet Master 6
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,10 (10 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Dr. Magrew (George Peck), hat das Puppenkabinett der lebenden Puppen ersteigert und will hinter das Geheimnis kommen. Seine Tochter Jane (Emily Harrison) verliebt sich in den Automechnaiker Robert (Josh Green). Ihr Vater will den neuen Freund in seine Versuche mit einbeziehen. Zusammen mit ihm, oder besser gesagt durch ihn, möchte er eine neue Menschenrasse erschaffen. Doch den Puppen gefällt sein Plan nicht wirklich. Schaffen sie es, den verrückten Dr. Magrew aufzuhalten? (Full Moon Production DVD-Cover)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                       CURSE OF THE PUPPET MASTER 

Während die ersten fünf Puppet Master-Filme (1989-1994) beinahe im Jahrestakt produziert wurden, vergingen zwischen Puppet Master V – The Final Chapter und Curse Of The Puppet Master sage und schreibe vier Jahre, in denen sich einiges tat. So bastelte Charles Band nach Puppet Master IV & V (1993 & 1994) an einer Trilogie mit dem Titel Puppet Wars, deren erster Teil Curse Of The Puppet Master heißen sollte. Die Trilogie sollte in Rumänien entstehen; für die Spezialeffekte wandte man sich an die Spiele-Abteilung von Philips, die parallel zur Trilogie ein Computerspiel entwickeln sollte. Der Deal platzte jedoch und die Puppet Wars wurden abgesagt, obwohl bereits Szenen mit einem alten Zug gedreht worden waren, in dem einer der drei Teile spielen sollte. Neben dem geplatzten Deal hatte Charles Band aber noch weitere Probleme. Mit Full Moon Entertainment begann er den Videomarkt zu übersättigen: Allein 1993 erschienen 20 (!) Direct-to-Video-Streifen unter dem Full Moon Entertainment-Label. Hinzu kamen weitere Streifen, veröffentlicht über neu gegründete Sublabels, was irgendwann dazu führte, dass Band nicht nur den Überblick über seine Arbeit verlor, sondern sich so sehr mit Paramount Pictures zerstritt, dass diese den Vertriebsdeal mit ihm kündigten, was zur Folge hatte, dass Charles Bands zukünftige Filme mit noch kleineren Budgets auskommen mussten als ohnehin schon. In der Hoffnung, sich wieder zu fangen, produzierte Charles Band  Curse Of The Puppet Master, der allerdings nichts mehr mit dem ursprünglich geplanten Puppet Wars- Auftakt zu tun hatte.

Wie wichtig Band Curse Of The Puppet Master gewesen sein muss, erklärt die Verpflichtung von Regisseur David DeCoteau, der mit Puppet Master III – Toulon´s Revenge (1991) den bis dahin populärsten Film der Reihe gedreht hatte. Er dirigierte eine Besetzung, bestehend aus George Peck (Die Mumie Des Pharao, 1981), Emily Harrison (Food For Thought, 2001), Josh Green (Spider Attack – Achtbeinige Monster, 2000), Robert Donovan (Black Leather Club, 1997) und anderen...im Gegensatz zu Puppet Master III – Toulon´s Revenge konnte DeCoteau diesmal nicht auf bekanntere Darsteller zurückgreifen und auch sonst hatten sich seine Arbeitsbedingungen deutlich verschlechtert...gerade mal acht (!) Drehtage und ein Budget von 250.000 Dollar hatte David DeCoteau zur Verfügung, um Curse Of The Puppet Master in den oft genannten Kasten zu bekommen.Das Budget war so niedrig, dass man bei den Puppen-Szenen auch auf Einstellungen aus früheren Filmen zurückgegriffen haben soll, zumal David Allen (1944-1999), der sonst für die Puppen-Szenen/Effekte verantwortlich war, nicht mehr zur Verfügung stand … mit ihm war der wahre Puppet Master aus der Produktion verschwunden. Aber Allens Abwesenheit und das niedrige Budget waren nicht DeCoteaus einzige Probleme. Ausgerechnet Hauptdarsteller George Peck erkrankte während der Dreharbeiten, so dass einige Szenen mit einem Double gedreht werden mussten. Kann unter solchen Umständen überhaupt ein halbwegs brauchbarer Film entstehen?

Werfen wir zunächst einen Blick auf die Handlung: Der Puppet Master-Timeline wird wieder einmal ein Schnippchen geschlagen, da sich Blade, Pinhead, Six Shooter, Leech Woman, Jester und Tunneler (Leider aber nicht Torch, der nur in der Credit-Sequenz auftaucht…) nicht in einem Labor oder etwa auf freiem Fuß befinden, sondern in den Käfigen von Dr. Magrew (George Peck), der die Puppenbande auf einer Auktion erworben hat und sie während einer Zaubershow auftreten lässt. Magrew träumt davon, eine weitere lebendige Puppe zu schaffen, doch dazu benötigt er einen Assistenten, den er in dem schüchternen Tankwart Robert, genannt „Tank“, gefunden zu haben glaubt …

Curse Of The Puppet Master merkt man sein knappes Budget durchaus an und dass es kein Mitglied der Besetzung zu höheren Hollywood-Weihen geschafft hat, gehört quasi zum guten Ton der Puppet Master-Reihe, was aber niemanden, der es bis zu diesem Teil geschafft hat, überraschen sollte …

Denn wer sich bis zu Curse Of The Puppet Master vorgearbeitet hat, sollte wissen, dass es hier keinen blankpolierten A-Klasse-Hollywodhorror zu sehen gibt, sondern einen Low Budget-Horrorfilm der B-, oder meinetwegen auch C-Kategorie, mit allen Höhen und Tiefen, die ein solcher Streifen mit sich bringt.

Trotz seiner budgetbedingten Mängel und der Tatsache, dass sich Curse Of The Puppet Master für keine filmische Hitliste empfiehlt und auch nicht an Puppet Master II & III herankommt, übertrifft er seine beiden Vorgänger und wartet mit einem interessanten Konzept auf. Und noch wichtiger: Curse Of The Puppet Master ist weniger harmlos als die Teile 4 und 5.

Die Idee, dass Blade, Pinhead, Leech Woman und Co. von Dr. Magrew als eine Art Jahrmarktattraktion gehalten werden, ist durchaus interessant, zumal man auch hier wieder ein Stück zurück zu den Wurzeln der Serie geht; die Curse Of The Puppet Master-Idee ist zudem weitaus weniger lächerlich, als mit Tunneler und Co. Lasertag zu spielen, zumal man sich nie sicher sein kann, ob eine der Puppen nicht doch auf die Zuschauer losgeht.

Mit George Peck als Dr. Magrew wird zudem eine andere Art Puppenmeister präsentiert wird. Peck liefert eine ordentliche darstellerische Leistung als Möchtegern-Wissenschaftler ab, der von der Idee besessen ist, eine Puppe á la Blade zu kreieren. Ähnlich solide Leistungen – gemessen an der Art von Film, in dem sie mitspielen – rufen Josh Green als schüchterner Tankwart, Emily Harrison als dessen Love Interest sowie Michael D. Guerin als Rowdy und Robert Donavan als Arschloch-Sheriff ab. Alle Darsteller repräsentieren Klischeefiguren wie sie klischeehafter nicht sein könnten, aber gerade das trägt zum Unterhaltungswert des Films bei.

Im Gegensatz zu den beiden Vorgängern geht es in Curse Of The Puppet Master wieder etwas ruppiger zu; der Horror – und der Gewaltanteil wurden wieder etwas in die Höhe geschraubt. So gibt es z.B. eine durchaus gruselige Eröffnungssequenz, einige unheimliche Traumszenen etc. zu sehen und die Puppen ermorden diesmal wieder Menschen, wobei manchmal richtig ordentlich Blut spritzt. Zwar sind die Effekte nicht weltbewegend und bieten nichts, was an moderne Horror – bzw. Splatter-Streifen gewöhnte Filmfans verschrecken dürfte, und dennoch ist es erwähnenswert, dass der Film, der zunächst ungeprüft erschien und für eine Freigabe ab 16 Jahren um 30 Sekunden gekürzt werden musste, sich wieder etwas härter präsentiert als es die beiden Vorgänger getan hat.

Dieses Review steckt voller Zweifel und Einschränkungen, die deutlich machen dürften, das Curse Of The Puppet Master kein Meisterwerk ist. Fans, die bisher nichts mit der Reihe anfangen konnten, werden auch mit dem sechsten Teil der Killerpuppenreihe nicht Brüderschaft trinken wollen. Und dennoch ist Curse Of The Puppet Master ein solider, durchaus unterhaltsamer B/C-Streifen, vor allem, wenn man bedenkt, dass der Streifen in nur acht Tagen und ohne Puppenmeister David Allen und mit einem erkrankten Hauptdarsteller fertiggestellt werden musste. Dafür muss man auch Regisseur David DeCoteau ein Lob aussprechen, dass er es geschafft hat, Curse Of The Puppet Master mit seiner zwar nicht meisterhaften, aber dennoch soliden Inszenierung vor dem Absturz zu bewahren.

Charles Band ließ sich von all dem nicht beirren und begann mit der Bastelei an einem Jubiläumsfilm, denn 1999 jährte sich die Veröffentlichung des ersten Puppet Master zum zehnten Mal …

5-6/10

 

6/10
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Kommentare

31.03.2021 22:18 Uhr - dicker Hund
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Beachtliche Fleißarbeit zu einem anscheinend nicht annähernd so beachtlichen Film! Teile 2 und 3 werde ich vielleicht noch einmal nachholen. Was den Rest betrifft, reicht mir das Review-Lesen.

01.04.2021 07:01 Uhr - TheMovieStar
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Soso, die Puppen tanzen weiter, das nächste mehr als lesenwerte Review von Dir Puni , welches ich wieder mit Genuss gelesen habe.

Ich habe allerdings nochmal eine spezielle Frage an dich: Ich habe die ganzen Puppet Master Teile nun auch auf Amazon entdeckt. Kannst du mir was zu der Zensur Situation sagen? Sind die jetzt alle Uncut oder noch geschnitten? Einige Puppet Master Teile gab es früher nur schwer ohne Kürzungen zu bekommen. Vielleicht schaue ich mir die Teile jetzt auch mal wieder an, würde halt allerdings gerne vorher wissen, ob die uncut sind.

01.04.2021 21:39 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Eure netten Kommentare!

02.04.2021 09:14 Uhr - Draven273
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Sorry für die später Meldung, aber ich musste gefühlt 20mal gucken, bis ich gesehen habe, dass es sich hier noch um einen Puppet Master handelt und nicht irgendein Filmchen was mit dem Namen spielt. Ich mochte die ersten 4 Filme ja noch, wobei auch mir Teil 2 und 3 am Besten gefallen. Ab Teil 5 habe ich keinen mehr gesehen. Dieser hier, liest sich aber wieder besser als der letzte von Dir besprochene Teil. Und er liegt im Mittelfeld, was mich also nicht davon abhalten würde, doch mal einen Blick zu riskieren. Dafür und natürlich insgesamt für Deine lesenswerte Arbeit vielen Dank. Auch ich würde Dich gerne bitten, wie Movie auch, mir kurz etwas über die Zensurthematik zu erzählen wenn möglich, vielen Dank.

03.04.2021 15:24 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank für Dein Feedback. Ja, der Teil hier ist zwar immer noch keine Offenbarung, aber immerhin schon ein wenig besser und guckbar. Schicke Dir - wie MovieStar - eine PM.

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