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Die Klapperschlange

Originaltitel: Escape from New York

Herstellungsland:USA, Großbritannien (1981)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Action, Science-Fiction, Thriller
Alternativtitel:John Carpenter's Escape From New York
New York 1997
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,57 (48 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

New York im Jahr 1997. Reinzugehen ist verrückt, auszubrechen unmöglich! Ganz Manhattan ist ein Hochsicherheitsgefängnis, in dem drei Millionen Mörder, Räuber, Vergewaltiger und gefährliche Durchgedrehte ohne Wärter eingesperrt sind. Es herrscht reine Anarchie und das Recht des Stärkeren. Mitten in dieses Chaos, in Mid Town Manhattan, stürzt Air Force One, die Maschine des Präsidenten. Jemand muss in diese Hölle rein - und wieder raus - um das Leben des Präsidenten zu retten. Die Wahl für dieses Wahnsinnsunternehmen fällt auf Snake Plissken, einen hochdekorierten Ex-Lieutenant, der wegen seiner Verbrechen im Zivilleben selbst zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt wurde. Bei Erfolg kann er seine Weste reinwaschen. Um sicherzustellen, dass Plissken seine Mission auch erfüllt, werden ihm kleine Sprengkörper implantiert. Snake hat weniger als 24 Stunden Zeit, den Präsidenten und sich selbst zu retten - danach explodieren die Ladungen... (Universum Film)

eine kritik von dicker hund:

"Die Klapperschlange" fällt in John Carpenters Filmografie zwischen "The Fog" und "Das Ding aus einer anderen Welt". Mit letzterem teilt er als Genre das Sci-Fi - und den Hauptdarsteller Kurt Russel, der hier mit schwarzer Augenbinde und von den deutschen Titelgebern fehlgedeutetem Cobra-Tatoo eine sparsame, grimmige Mimik bietet. Aus dieser heraus kann gerne einmal kurze, doch heftige Gewalt (4/10) eskalieren. Schauplatz derselben ist Midtown Manhattan anno 1997, was 16 Jahre in der Zukunft der Entstehungszeit von "Escape from New York" (Originaltitel) liegt. Dann wird es im Narrativ des Drehbuchs zu einem Hochsicherheitsgefängnis ohne Wärter, mit einfachen Regeln.

"Die Regeln sind einfach: Wer erstmal drin ist, kommt nicht wieder raus."

Entsprechend zügig ist die Einleitung erzählt, die zum Glück nicht den Fehler macht, dafür in Hektik zu verfallen. Atmosphärisch wie eh und je erklingt der Carpentersche Syntheziser, um eine Umgebung mit viel Schatten und wenig Licht zu präsentieren. Karge Feuerchen lassen einen unruhigen Fackelschein in suspekte Gebäude leuchten, während draußen auf den mit Sperrmüll übersähten Straßen hinter jeder Ecke eines der Gangmitglieder lauern kann. Diese vermitteln durch ein Miminum an Kommunikation ein Maximum an Bedrohlichkeit (Horror 4/10).

"Snake Plissken... Ich hab' schon von Dir gehört. Aber ich hörte, Du wärst tot."

Leithammel der ausweglosen Insel ist der Duke (Isaac Hayes, "Chefkochs" Stimme aus "South Park"), welcher den Präsidenten (Donald Pleasence, "Halloween") im Schach hält, den Snake nun einmal befreien soll. Verlässliche Verbündete sind hierzu auf Knacki-Island natürlich schwer zu finden, werden aber in Person des Taxifahrers Cabbie (Ernest Borgnine, "Air Wolf") und dem "Brain" (Harry Dean Stanton, "Alien", "Wild at Heart") mit seiner Herzdame Maggie an der Seite (Adrienne Barbeau, "The Fog", "Creepshow") vorstellig. Ersterer sorgt mit dezentem Overacting und kuriosen Bemerkungen der Marke "miese Gegend hier" für einen Hauch Humor (2/10), letztere mit einem äußerst großzügigen Ausschnitt für einen Hauch Erotik (Sex 2/10). Spannungsfrei ist der Umgang miteinander  nicht, was bei der zynischen Grundidee auch nicht weiter verwundert. 

Ebensowenig ist die "Klapperschlange" spannungsfrei, hält den Zuschauer vielmehr hervorragend bei der Stange (9/10 Punkten). Lediglich einige Animationen, die eine videografierte Oberfläche der Großstadt mit den noch bestehenden Zwillingstürmen des World Trade Center simulieren sollen, sind suboptimal gealtert. Ansonsten wissen die sinisteren Auftritte von Statistenhorden ebenso wunderbar zu gefallen wie das archaische Wrestling-Match mit Nagelkeulen oder die Temposzenen, bei welchen kühne Fahrer versuchen, Personenkraftwagen über die hoffnungslos verwahrlosten, teilweise gar verminten Straßen zu führen. Eine Prise einfach gestrickter Kritik an der Arroganz der Macht darf im Schlussteil nicht fehlen, fertig ist der gefällige Noir, der mit eingeschränkter Jugendfreigabe der FSK seit jeher schikanefrei erhältlich ist.

9/10
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Kommentare

25.05.2021 11:01 Uhr - sonyericssohn
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Man mag mich Banause nennen, aber mit dem kann ich nix anfangen. Immer wieder geb ich dem ne Chance, doch der zündet bei mir einfach ned. Wie man aber hier anschaulich sehen kann hat der seine Fans 😉

25.05.2021 11:12 Uhr - McGuinness
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Tolle Review, die alles wissenswerte beinhaltet, wobei dieser in meinen Augen zeitlose Klassiker, den ich mitunter zu Carpenters besten Werken überhaupt zähle, ohnehin jedermann ein Begriff sein sollte.

Ein Werk, welches mich damals wie heute gleichermaßen zu faszinieren weiß und dem ich nach wie vor uneingeschränkt die Höchstwertung attestiere 👍🏻

25.05.2021 11:15 Uhr - McGuinness
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@sonyericssohn

Banause trifft es ganz gut, aber da dürfte es sich ähnlich wie bei dem erst kürzlich von dir fabelhaft besprochenen " M. A. R. K. 13 - Hardware " verhalten... Entweder der zündet oder eben nicht 😉

25.05.2021 11:18 Uhr - sonyericssohn
1x
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25.05.2021 11:15 Uhr schrieb McGuinness
@sonyericssohn

Banause trifft es ganz gut, aber da dürfte es sich ähnlich wie bei dem erst kürzlich von dir fabelhaft besprochenen " M. A. R. K. 13 - Hardware " verhalten... Entweder der zündet oder eben nicht 😉


Dafür halte ich Carpenters -The Fog- für sensationell, während andere den für seinen schlechtesten sehen. So ist es nun mal.🙄

25.05.2021 11:24 Uhr - Rullep
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Kurz und knackige Review dicker Hund!

Ich mag den sehr, vor allem wegen seines Endes. Dort zeigt sich, das der Präsident (wie die meisten Politiker) ein verlogener Machtmensch ist, der sich einen Dreck um das kleine Volk schert. Snakes Abgang ist dann die süffisante Abrechnung mit dem System.

Schön das Lee Van Cleef hier nochmal eine gelungene Vorstellung abgeben konnte und auch Isaac Hayes, Donald Pleasence, Harry Dean Stanton und Ernest Borgnine tragen viel zur Qualität bei. Die düstere Atmosphäre ist ein weiterer Pluspunkt, obwohl ich an sich kein Fan von Filmen bin, die fast ausschließlich im Dunkeln spielen. Was die Effekte bzw. Computeranimationen angeht hast du natürlich recht. Die sind selbstverständlich nicht besonders gut gealtert, aber dann müsste man auch Anstoss an der Stop-Motion-Technik von "Terminator" nehmen, was ich nie machen könnte. Es war eben noch die Zeit vor den großen Trickschmieden und von daher sehe ich bei Filmen älteren Datums darüber hinweg. Der Qualität des Streifens tut es keinen Abbruch.

Gelungene Review eines sehenswerten Films, den ich am Ende wohl eher mit 8 Punkten bewerten würde, aber das ist eben Geschmackssache ;-)

25.05.2021 14:42 Uhr - shharry2
2x
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Schönes - für meinen Geschmack einen Ticken zu kurzes ;-) - Review, dicker Hund.

"Escape from New York" ist in meinen Top 3-Filmen von John Carpenter, hier stimmt mal wieder Alles. Besetzung, Action, Ausstattung, Musik (alleine das Titel Thema ist SOOO hammer), sowie eine minimalistische, jedoch superb umgesetzte Story.

@sonyericcsohn

"The Fog" gefällt mir auch sehr, sehr gut.
Aber wer bitte hält denn "The Fog" für Carpenters schlechtesten Film, das ist doch eher "Escape from L.A."? :-D :-D

25.05.2021 14:59 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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@harry
Da kenn ich so einige !😬

25.05.2021 15:16 Uhr - immi666
2x
ESCAPE FROM NEW YORK ist in vielerlei Hinsicht ein
besonderer Film. Nicht nur, dass dieser Film überwiegend viel
größer aussieht, als er schlussendlich ist (ESCAPE ist ganz klar dem
B-Film zuzuordnen), seine Handlung absolut geradlinig und ohne Schnörkel
abläuft, ist er ausserdem der Wegbereiter des "Endzeit-Genres".
Nicht eine Szene zu viel oder zu wenig, ist ESCAPE ein Musterbeispiel
von acton-betonten, komprimierten Spannungskinos, dessen dichte,
unheilgeschwängerte Atmosphäre für mehrere Filme ausreichen würde.

John Carpenter ist/war bekanntlich ein Anhänger von
schlichtem Erzähl-Kino und dies ist ihm auch mit diesem
Kultfilm gelungen.

25.05.2021 15:40 Uhr - dicker Hund
2x
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Vielen Dank für das rege Feedback!

@Sony
Ich kenne sogar jemanden, der die Frechheit besessen hat, "The Fog" auf dieser schönen Seite hier als mittelmäßigen Zombiestreifen zu diskreditieren.
;-))

@McGuinness
Vom Rekordjäger die Höchstwertung? Passt!

@Rullep und Harry
Mehr spoilerfrei Ausführbares fiel mir nicht ein...

@immi
Da spricht ein Fan!


25.05.2021 17:42 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
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Unfassbar !😆

25.05.2021 18:40 Uhr - leichenwurm
2x
DB-Helfer
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Carpenter-Evergreen...genialer Score, eine einmalg eingefangene, dystopische Kulisse, eine Atmosphäre die manche Horrorfilme gerne erreichen würden und als Krönung ein unfassbar cooler Kurt Russel (vor allem im O-Ton) als Outlaw Plissken...! Der geht wirklich immer... und bekommt nach wie vor von mir die volle Punktzahl ! Toll besprochen Hundchen ;-) !

25.05.2021 22:00 Uhr - tp_industries
2x
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Erfahrungspunkte von tp_industries 235
Du bist einfach ein Meister der kurzen und knackigen Reviews. Kompakt, informativ und unterhaltsam. Ich lese deine Kritiken immer wieder gerne!

Zu Carpenters Schaffen:
Die meisten seiner Werke finde ich richtig klasse. Dazu zählen "Die Klapperschlange", "The Fog" und "Das Ding aus einer anderen Welt". Nur ... und ich höre schon das Raunen ... mit dem Original Halloween konnte ich noch nie etwas anfangen. Nach der wirklich starken Einleitesequenz ist bei mir der Ofen aus. Insgesamt zu blutarm für einen Slasher. Spannung kam bei mir auch nicht auf ( Ein langer Kerl steht in der Weltgeschichte rum und starrt die Leute an. So einen haben wir bei uns im Ort auch. Der hat in jedem Laden Hausverbot.). Und auch die Handlung bzw die Erklärung des Ganzen zieht bei mir nicht. Der anerkannte Psychologe Dr. Loomis begutachtet Michael und seine fachmännische Diagnose lautet: "Naja, er ist halt einfach böse."
Nope, da bin ich raus.
Natürlich ist mir bewusst was Halloween für das Genre für einen Stellenwert hat. Und auch dass ich mit meiner Ansicht zur Minderheit gehöre, aber der hat mich nie abgeholt.
Im Gegensatz zur "Klapperschlange" und deiner Review! 😉

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