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Duke Nukem 3D

Herstellungsland:USA (1996)
Standard-Freigabe:USK 16
Alternativtitel:Duke Nukem: Total Meltdown
Duke Nukem 3D SE
Duke Nukem 64
デュークニューケムトータルメルトダウン
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,74 (23 Stimmen) Details
inhalt:
Die Story setzt direkt nach den Erlebnissen aus 'Duke Nukem II' ein. Als der Duke wieder einmal einhändig die Erde vor Außerirdischen gerettet hat und mit seinem Space Cruiser auf die Erde zurückkehrt, hofft er auf einen verdienten Urlaub. Doch sein Schiff wird über Los Angeles abgeschossen. Kurz bevor er noch den rettenden Eject-Knopf betätigen kann, empfängt er einen Notruf der Stadt unter ihm.
L.A. ist Opfer einer Alien-Invasion und alle Polizisten wurden in Schweine-Mutanten verwandelt. Aber es gibt immer noch einen wahren Mann da draußen, der dem Ganzen Einhalt gebieten und die Angreifer stoppen kann. 'Hail to the King baby!'
eine kritik von dicker hund:

"Duke Nukem 3D" ist eigentlich eine Fortsetzung einer bis zu seinem Erscheinen eher unbekannten Spiele-Reihe, funktioniert aber vor allem als satirische Ego-Shooter-Alternative zu dem Klassiker "The Ultimate Doom". Diesem Review liegt die Fassung "Duke Nukem 64" für Nintendos 64-Bit-Cartridge-Konsole zu Grunde. Zu ihr gibt es einen umfassenden Schnittbericht nachzulesen, der zu Recht das Fehlen von nackten Brüsten, einigen Geschmacklosigkeiten insbesondere in den Zwischensequenzen und der Verweise auf Alkohol- und anderen Substanzmissbrauch kritisiert. Dem stehen allerdings etliche Exklusivitäten gegenüber, die selbst solche Eingriffe wieder wett machen. Das sind folgende:

1.

Es gibt einen Split-Screen-Coop-Modus.

2.

Ganze vier neue Bonuslevel können gefunden werden.

3.

Das Waffenarsenal ist erweitert, was die taktische Note erhöht.

4.

Die Grafik ist deutlich aufpoliert, was vor allem bei den häufig zu sehenden Explosionen sehr schön aussieht.

5.

Liegenbleibende Alien-Körper können zerschossen werden. Dies ist auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad "Damn, I'm good!" sogar notwendig, weil sich die Gegner sonst regenerieren.

 

Nach einem Vorspann, der aus Text und einigen langweiligen Bildern besteht, kann es losgehen. Die Steuerung sollte auf "Control Stick Look" eingestellt werden, damit ähnlich wie in "Turok" mit den gelben Tasten gelaufen werden kann. Bereits im ersten Level fallen liebevoll designte Hommagen an die Genregrößen des bewegten Bildes auf, wenn an Plakaten vorbei ein Kino zum Schauplatz des Geballers wird. Wie die meisten Areale ist alles mit Secrets vollgestopft, was den Wiederspielwert enorm erhöht. Das variantenreiche Gegnerdesign kennt immer neue Überraschungen, wenn bei jedem Neuanfang der ausgewogene Schwierigkeitsgrad um eine Stufe erhöht wird. Beim Sound gibt es keine Musik während der Action, dafür aber für Modulverhältnisse erfreulich krachiges Geschepper einschließlich der coolen Jingles des Macho-Mannes, die etliche Reminiszenzen an "Dirty Harry" und andere Klassiker der Schießeisenfront bereithalten.

"Well I ... guess you didn't feel so lucky, Punk!"

Darin liegt auch einiges an Humor (6/10) verborgen, der noch unmittelbarer zum Vorschein kommt, wenn es für banale Dinge wie Urinieren etwas Lebensenergie zurückgibt. Solcherlei Tricks kann man gut gebrauchen, da die Abläufe nicht frei von Gemeinheiten sind. In einer frühen Gefangenschaft wird dem Sprücheklopfer einfach seine Ausrüstung weggenommen. In diesem Sinne quasi nackt wollen die an "Alien" orientierten Feinde den Duke doch tatsächlich auf dem elektrischen Stuhl grillen. Durch einige hinterhältig platzierte Fallen oder urplötzlich sich materialisierende Angreifer halten die Konfrontationen ebenfalls - besonders für noch unorientierte Einsteiger - einige Schreckmomente bereit (Horror 4/10). Diese wirken um so mehr, als dass konsolentypisch erst nach Abschluss eines Gebietes gespeichert werden kann.

"Come, get some!"

Das kann bei Herausforderungen wie der weitgehend unter Wasser mit endlichem Schnorchelgerät zu meisternden Kampfeszone "Toxic Dump" angesichts des Trial-and-Error-Gameplays und unvorhersehbarer Instant-Tode auch schon mal für gehörigen Frust sorgen. Doch lassen sich selbst die anspruchsvollsten Abschnitte mit entsprechender Spielerfahrung in drei oder weniger Anläufen meistern. Stressige Hektik wie in "Doom: Eternal" ist hier erholsamerweise nicht zwingend zu ertragen. Dafür sind die Wegführungen schon ziemlich verzwickt, manchmal gar schwerer zu finden als die Geheimnisse. Das war früher ein Riesenproblem, schadet aber angesichts moderner Möglichkeiten der Informationsbeschaffung nicht mehr wirklich. 

"Uhh, who's your plastic surgeon?!"

Populäre Walkthrough-Videos zeigen übrigens eine mit dem Original nicht konkurrenzfähige Emulator-Grafik, die zu dunkel, verpixelt und mit einem hässlich-gelben Fadenkreuz verunstaltet ist, das entgegen der Vorlage nicht unterscheidet, ob sich ein Ziel in der Vertikalen außerhalb des Fokus befindet. Damit geht der größte Clou der Erweiterung der dritten Dimension ein gutes Stück weit verloren. Sehr befriedigend ist es dagegen in allen Versionen, mit dem Granatwerfer über Bande zu attackieren, zumal die Ballistik nachvollziehbar berechnet ist. Die künstliche Intelligenz kann auf verschiedene Weisen ausgetrickst werden, wovon dies nur eine ist. Bei den Endgegnern hilft dieselbe Taktik eigentlich im Sinne von "einer für alle" immer, so dass auf "Cobra" verwiesen werden kann mit:

"You're the desease, and I'm the cure."

Die zu rettenden Ladys sind durchaus noch leicht bekleidet und in lasziven Posen unterwegs, wenn auch nicht mehr ganz so vulgär wie auf dem PC (Sex 2/10). Dafür ist in der umgetauften Stage "Gun Crazy" ein Pornokino klar als solches zu erkennen. Zudem werden einige der entführten Damen, für die jede Hilfe zu spät kam, als Leichen mit blank liegender Wirbelsäule gezeigt. Das bringt ebenso zusätzliche Härte wie das angedickte Arsenal, welches mit dem Expander ergänzenden Splatter liefert, indem aufgeblähte Kontrahenten mit einem höhnischen Mikrowellengeräusch zerbersten (Gewalt 7/10). Leider sind diese Wundermittel gegen die Obermotze, die später sogar als normale Wegelagerer auftauchen, wirkungslos. Dafür bleibt die Rohheit der Schluss-Szene vollständig erhalten, wenn der letzte, neu und besser modellierte Endboss das Zeitliche segnet. Bis dahin heißt es frei nach "Predator": 

"I got time to bleed."

Fehlerfrei ist "Duke Nukem 64" bei aller Begeisterung jedoch nicht. Es gibt seltene Clipping- und Bildratenprobleme, der träge Wummen-Wechsel kostet mehr Leben als nötig und der Kollisionsabfrage wird mit der Bezeichnung "einfältig" noch geschmeichelt. Zudem waren die unveränderten Animationen auf dieser Plattform längst nicht mehr auf dem neuesten Stand. Die zahlreichen Querverweise auf andere Titel wie "Doom", "Indiana Jones", "Star Wars", den "Terminator" oder das "Schweigen der Lämmer" erweisen sich dagegen gerade bei Nintendo als wahres Fest für jeden Genrefan.

Nach alledem ist "Duke Nukem 64" ein hervorragender Ego-Shooter (9/10 Punkten) - und eines der besten Spiele auf dem Nintendo 64 überhaupt. Selbst Liebhaber des Originals können beherzt zum Pad greifen, weil es in dieser Variante Unmengen von Neuigkeiten zu entdecken gibt. Besonders die Langzeitmotivation ist nicht zu unterschätzen, wenn man sich erst einmal in "Piece of Cake" ohne Vorkenntnisse vorzutasten versucht und nach Recherchen dann auf den drei höheren Stufen immer neue Gegnerplatzierungen entdeckt und auf bisher übersehene Easter Eggs und Bonusgegenstände stößt, die zu innovativen Kriegführungsstrategien einladen. Sogar die in "Vitamin X" umgetauften Steroide sind beim maximalen Chaos mit Wiederauferstehungszugabe auf einmal nicht mehr nutzlos, sondern zum schnelleren Zertreten der nur temporär harmlos herumliegenden Überreste eine willkommene Unterstützung.

 

9/10
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Kommentare

10.06.2021 19:09 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 7
Erfahrungspunkte von McGuinness 798
Dieses Spiel ist zumindest auf dem N64 komplett an mir vorbei gegangen, da ich vermutlich nur noch Augen für das meiner Meinung nach sagenhafte " GoldenEye 007 " (1997) gehabt habe 🤩

Andere Games wie " Doom 64 " (1997) und " Perfect Dark " (2000) zockte ich ebenfalls sehr gerne.

Ärgerlich, dass ich meine Konsole verkauft habe, denn deiner ausführlichen und anschaulichen Review nach zu urteilen, dürfte es sich hier um einen echt lohnenswerten Titel handeln 💪🏻😎

13.06.2021 13:50 Uhr - Man Behind The Sun
1x
User-Level von Man Behind The Sun 5
Erfahrungspunkte von Man Behind The Sun 368
Das Problem bei den spielen war ja damals, dass man so extrem schlecht rangekommen ist; Online-Händler gab es bis dahin wenige bis gar keine, man musste schon ins Ausland...

Ich war damals nnoch nicht mal 14, aber auf einem Urlaub in Österreich habe ich mir dann Quake II fürs N64 geholt. Hat mich zwar mein ganzes Urlaubsgeld gekostet, aber naja.. Einer der besten Spielekäufe bis heute!

DN 64 ist da schon ein Exot gewesen. Sogar Goldeneye hatte irgendein Kumpel von mir. Vllt lag es aber auch daran, dass wir DN schon auf dem PC hatten.

Aber hier sollte man tatsächlich mal reinschauen; klar, die verschiedenen Einschränkungen ggü den andern Versionen, insbeosndere der Zensur, sind nervig, aber Nintendo schafft es immer wieder einen Ausgleich für die Einschränkungen zu finden (siehe auch: Quake 64, Shadowman, RE 2).

Es gibt auch viele interesante Videos hierzu bei Youtube, wo bspw. Quake in allen verfügbaren versionen verglichen wird. Sehr interessant das Ganze!

Zum Schluss: Tolle Review, zu alten Klassikern immer wieder gerne! :)

14.06.2021 14:41 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 16
Erfahrungspunkte von dicker Hund 4.341
Danke fürs Kommentieren!

@McGuinness
Ich habe zunächst auch meine Spiele verkauft, um Geld für neue zu bekommen. Später habe ich mir einige Oldies wieder zurückbeschafft, als diese verramscht worden sind, aber durchaus noch in annehmbarer Qualität zu bekommen waren. Der "Duke" für das N64 gehörte allerdings schon beim Erstkontakt mit dem N64 zu meinen Favoriten - und ist ziemlich gut gealtert, wie ich nun feststellen durfte.

@Man Behind The Sun
"Quake I + II" habe ich in der oben genannten Verramschungsphase in neuwertigem Zustand für 10 bis 15 Euro ergattern können. Meine Erinnerungen sind nicht mehr allzu ausgeprägt, müsste denen nochmal eine Chance geben, denke ich. Der teuerste Neukauf war bisher glaube ich "Turok", das in der ungekürzten Version mal eben 160 DM gekostet hat. Ins Ausland musste ich dafür nicht, weil der Flohmarkt-Händler meines Vertrauens ebenso wie einige gut sortierte Freak-Shops sich mit Importen ausgekannt haben.



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