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Prinzessin Mononoke

Originaltitel: Mononoke Hime

Herstellungsland:Japan (1997)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Anime, Drama, Fantasy
Alternativtitel:Princess Mononoke
Princesse Mononoké
Bewertung unserer Besucher:
Note: 9,44 (27 Stimmen) Details
inhalt:
Vor langer, langer Zeit, als Japan noch von Göttern regiert wurde, lebte in einem riesigen Wald die wilde Prinzessin Mononoke bei den Wölfen. Doch das friedliche Miteinander von Mensch und Tier ist bedroht: Immer wieder frisst sich die Zivilisation in die Natur hinein. Erstmals werden Waffen aus Eisen geschmiedet, Gewehre, deren Kugeln bereits den Panzer einer Samurai-Rüstung durchschlagen können. Nun wollen die Menschen die alte Ordnung endgültig umstürzen und machen Jagd auf den mächtigen Waldgott. Die Tiere aber wollen sich nicht kampflos ergeben und sammeln sich zu einer letzten großen Schlacht. Mitten hinein in diesen tödlichen Konflikt gerät der junge Krieger Ashitaka. Er und Mononoke finden sich zwischen den Fronten wieder - und nur in ihren Händen liegt die Macht, die drohende Katastrophe abzuwenden...
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Vorab: Ich bin bei Asiawerken, Animes und Co. sehr unbewandert, mag 'sowas' zumeist auch nicht (sonderlich) und bewerte den Film daher als eigenständige Produktion. Ich kenne ausschließlich die internationale / deutsche Kinofassung, nicht die Originalversion des Films.

Vor vielen Jahren, schätzungsweise anno 2005 (?!), nahm ich per Videorecorder einen 'Zeichentrickfilm' auf und schaute eine Produktion des Studios Studio Ghibli von Regisseur und Drehbuchautor Hayao Miyazaki an, den (der Film, nicht der Regisseur^^) ich seither mehrfach erneut gesehen habe:

Prinzessin Mononoke

(Japan, 1997 - OT: Mononoke Hime, was wohl grob Geister- oder Dämonenprinzessin bedeutet). In diesem wird der junge und gutherzige Kämpfer Ashitaka von einem dämonischen Fluch getroffen und begibt sich auf eine Reise, auf der er Menschen, Tiere sowie Fabelwesen treffen wird... und über allem schwebt der Schatten eines nahenden Krieges.

Zeitlich ist das Geschehen schwierig einzuordnen und bzw. denn wir befinden uns in einer fiktiven Welt mit Fantasieeinlagen. Da die ersten Schusswaffen (Gewehre / Schwarzpulver) auf alte Samurai treffen, würde ich mal gobt aufs Mittelalter (500 bis 1500) tippen, vllt um 1300 rum.

Mit einem Budget von rund 2,4 Mrd Yen (etwa 18,5 Mio US-Dollar) war Prinzessin Mononoke seinerzeit der teuerste Anime aller Zeiten, spielte weltweit aber auch alleine an den Kinokassen fast 170 Mio US-Dollar ein. In Deutschland erhielt der Film unzensiert die FSK 12-Freigabe, was okay ist. Die internationale Fassung unterscheidet sich wohl bei einigen Dialogen sowie Ton & Musik zuweilen von der mir unbekannten Originalversion. 

„Auf dir lastet ein Fluch, sagst Du? Der lastet auf der ganzen Welt.“

Der Anime ist wirklich sehr bildgewaltig inszeniert - Wahnsinn, was hier gezeichnet wurde! Egal, ob wir bei den Menschen in der Siedlung sind, auf 'normale' Tiere, auf Fabelwesen bzw. Riesentiere (Wölfe, Wildschweine, kleine Baumgeister & Götter) treffen oder uns einfach in der Natur befinden. Die Wölfe als Anführer und Familie des menschlichen Findelkindes erinnern mich mitunter an Das Dschungelbuch (USA, 1967 - OT: The Jungle Book).

Der Konflikt Mensch vs. Natur ist wohl ein zentraler Punkt / Markenzeichen des Regisseurs. Die beiden jungen Hauptdarsteller, Ashitaka & die Prinzessin, sind aber klar als Identifikationsfiguren und Sympathieträger ausgelegt, sodass man förmlich auf die Seite der Natur gezogen wird. Dabei nehmen Sie konträre Positionen ein, denn während Ashitaka stets den Frieden bewahren will, ist die Prinzessin eine Kriegerin, die die Menschen verabscheut. So gleitet das Geschehen auch nicht ins kitschige ab. Trotzdem darf eine unterschwellige Liebesgeschichte natürlich nicht fehlen - aber auch wirklich nur unterschwellig.

„San ist ein Kind unseres Stammes und wenn unsere Welt untergeht,
dann bleibt sie bei uns und geht mit uns unter.“

Die Menschen wirken, wie aus einem längst vergangenen Zeitalter und zumindest heute musste ich oftmals an den Herrn der Ringe (2001 bis 2003) denken, etwa bei den Mooren oder der Mine über dem See. An sich sind die Menschen auch recht sympathisch und unschuldig, die Gefahr geht von der erbarmungslosen Anführerin Eboshi aus; die Dame könnte man als Anspielung auf Am Tode vorbei (USA, 1954 - OT: The Woman They Almost Lynched) auffassen, denn auch hier will eine Frau und Anführerin einer Siedlung eine begehrte Mineralmine kontrollieren. Im hiesigen Film ist sie als Antagonistin mit Ihrer Armee auf jeden Fall überzeugend. Dennoch wird auch Sie nicht nur als Böse dargestellt, sondern kämpft bloß für die Sache der Menschen und hilft dabei Frauen, Kranken und beschützt Ihresgleichen. Als Feind werden die Samurai & mitunter kaiserlichen Abgesandten gezeigt bzw. auf der Seite der Tiere die Wildschweine, passrecht zur Rolle in der Animal Farm (1954).

Prinzessin Mononoke lässt sich bei seinen rund zwei Stunden Laufzeit genügend Zeit dem Zuschauer einen umfassenden Einblick in die damalige Zeit sowie die lebenden Menschen und den genannten Hauptdarstellern sowie der tierischen Begleiter zu bieten. Die Natur mit Ihren Göttern (zum einen Riesentiere, zum anderen der mystische Waldgott in zwei Gestalten (Tag / Nacht)) erhalten klar einen besonderen Stellenwert. Insgesamt spitzt sich die Handlung immer weiter zu und ist klar auf ein Grande Finale, eine Endschlacht, ausgelegt.

„Der Mensch ist nun mal so, dass er alles zwischen Himmel und Hölle will,
und sich mit nichts weniger zufrieden geben kann.“

Kleine Anekdote an dieser Stelle: Für die US-Veröffentlichung wurden Kürzungen gefordert. Regisseur Hayao Miyazaki verließ wohl wütend das Treffen und schickte etwas später ein Katana-Schwert mit Klingengravur 'NO CUTS'. Er setzte damit seinen Willen durch. Richtig so! Man schaue sich nur mal den SB zur zensierten TV-Fassung in Deutschland an... ekelhaft.

Jedenfalls habe ich mir viele Jahre nach der Erstsichtung recht günstig den Film in der Holzbox mit 2-Disc-Digipack im geprägten Pappschuber, Postern, Karten und Co. zugelegt. Eine schöne Box, passend zu dem wirklich guten Film. Da ich diesen im Zuge dieses Reviews nochmals gesichtet habe, war ich erneut begeistert und kann sagen, dass Prinzessin Mononoke auch nach 24 Jahren super gealtert ist. Die anfängliche Verletzung / Kugel, die ein Tier zu einem mörderischen Wesen werden lässt, kommt übrigens auch in Wolverine - Weg des Kriegers (2013) vor und ein Fluch mitsamt Mal, dass einen langsam tötet, gab es auch in Harry Potter und der Halbblut-Prinz (2009).


Fazit:
Animes sind einfach nicht meins, aber die Ausnahme bestätigt bekanntlich die Regel! Prinzesin Mononole ist dann wohl janz klar meine Ausnahme. Eine unterhaltsame Handlung mit Sympathieträgern, schönen Bildern und guter musikalischer Untermalung in eine fantasiegeladenen Geschicht.

Ein sehr guter Film - heute, wie damals:

10 von 10 Punkten

10/10
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Kommentare

21.04.2021 13:38 Uhr - Lars Vader
1x
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Eine wirklich tolle Review zu einem meiner liebsten Anime-Filme. Ich bin da zwar jetzt auch kein Experte auf dem Gebiet, aber ich kenne so manche Animes und dieser hier hat einfach eine wundervolle Story und einen tollen Zeichenstil zu bieten.

Nur das mit "Logan - The Wolverine", stimmt glaube ich nicht. Es müsste "Wolverine - Weg des Kriegers" ["The Wolverine" USA 2013] gewesen sein. Dort findet Wolverine zu Beginn im Wald einen verwundeten Bären, der mit Giftpfeilen beschossen wurde und daraufhin wahnsinnig wurde und zum Sterben zurückgelassen wird von den feigen Jägern, welche Logan daraufhin zur Rechenschaft zieht.

21.04.2021 14:25 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Danke Dir, Lars!
Ja, ein toller Film, der immer wieder begeistert. :)
Mit Wolverine haste natürlich recht - ist korrigiert.

22.04.2021 00:23 Uhr - The Machinist
1x
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War auch einer meiner ersten Berührungspunkte mit dem Medium. Ich mit zarten neun Jahren, am Wochenende auf Super-RTL. Bessere Zeiten. :) Absolut fabelhafte Kritik, die diesem Klassiker mehr als gerecht wird. Auch bei der Punktewertung gehe ich mit, ist auch mein Favorit von Ghibli.

Weitere 10/10-Animefilme wären bei mir:
''Akira'': der Cyberpunk-Overkill bläst mich jedes mal aufs Neue weg
''Koe no Katachi - A Silent Voice'': hab ich geheult
''Tenshi no Tamago'': Viel zu unbekanntes Frühwerk von Mamoru Oshii, kein Unterhaltungskino in dem Sinne, eher ziemlich hohe Kunst
''Chihiros Reise ins Zauberland'': der mMn zweitbeste Film von Ghibli


22.04.2021 16:47 Uhr - Kaiser Soze
1x
DB-Co-Admin
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Vielen Dank auch Dir, Machinist!
Freut mich, wenn Film und Review gefallen haben!
Wie (brutal, beängstigend?) war der Film denn bei der Erstsichtung - zufällig Erinnerungen dran?
Ja, Animes sind nun nicht unbedingt meins, aber ich behalte Deine Liste mal im Hinterkopf, bedankt :)

22.04.2021 20:39 Uhr - The Machinist
1x
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Hmm, gute Frage. Der ist ja teilweise schon recht brutal. Also die Szene in der Ashitaka dem einen Kerl mit Pfeil und Bogen die Arme wegschießt hat sich jedenfalls eingebrannt. Und das Finale mit dem verseuchten Eber... oh weh. War jetzt aber auch nicht so, dass ich Albträume davon hatte und ich den danach eigentlich nur noch öfter sehen wollte.
Etwa ein Jahr später gab's dann heimlich ''Elfen Lied''. :)

22.04.2021 21:53 Uhr - Kaiser Soze
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DB-Co-Admin
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22.04.2021 20:39 Uhr schrieb The Machinist
Hmm, gute Frage. Der ist ja teilweise schon recht brutal.


Ja, aber ich find ab 12 okay. Zählt vllt zu den eher härteren 12er-Filmen, aber ab 14 oder ab 16 fänd ich zu hoch angesetzt. Eingebrannt, aber keine Alpträume, okay. Danke für die Antwort ;-)

Elfen Lied: Nie gesehen, hab ich auch nicht vor zu ändern. Ist das gut? :D

23.04.2021 00:03 Uhr - The Machinist
1x
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https://www.youtube.com/watch?v=HXodMLCCS8A
Also ich finde es sehr gut.

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