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Insel des Schreckens

Originaltitel: Whodunit?

Herstellungsland:USA (1982)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller, Mystery
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,50 (10 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eine mysteriöse Todesserie versetzt die Bewohner einer Insel in Angst und Schrecken. Die Leichen sind nicht nur schrecklich entstellt, sondern auch völlig ohne Knochen. Ein Team von drei Wissenschaftlern geht der Sache auf den Grund und stößt auf ein schreckliches Geheimnis. (Cult Cinema International DVD-Cover)

eine kritik von shharry2:

Michael Myers, Jason, Freddy Krueger und Co. sind nur einige – der aber wohl bekanntesten – Vertreter der Slasher-Welle der 80er Jahre, welche primär durch Carpenters „Halloween“ 1978 losgetreten wurde. In dessen Folge wurde beinahe schon wie am Fließband ein Slasher nach dem anderen rausgehauen, und dass darunter die Qualität leiden mußte, dürfte für kaum jemanden eine große Überraschung sein. Der nun von mir besprochene „Insel des Schreckens“ (OT: „Island of Blood“ aka „Scared Alive“) gehört leider zum absoluten Bodensatz dieses Genres, warum, könnt ihr hier erfahren, oder ihr spart euch eure Zeit und seht den Film einfach nicht an, hätte ich vielleicht auch mal tun sollen.

Inhalt: Eine bunt zusammengewürfelte Gruppe von Schülern/Studenten/einer Filmcrew (?, ich hab’s ehrlich gesagt nie so richtig verstanden), eine Rockband, der Regisseur und der Produzent des Films sowie ein mehr als nur grantiger Verwalter sind auf eine unbewohnte Insel gekommen, um im alten Gemäuer einer längst geschlossenen Schule eine echten „Feelgood“-Film (wie hohl hier schon die Prämisse ist) zu drehen. Es gibt wie üblich viele Klischees, darunter der nur auf den Profit und das Budget bedachte Produzent, die talentlose Hauptdarstellerin, der Nerd usw. Noch bevor überhaupt der Rest der Crew (also Kameramann, Assistenten, Cutter) auf der Insel mit der Arbeit beginnen kann, kommt es zu einem mehr als nur verdächtigen Unfall mit Todesfolge, der von allen Beteiligten noch auf die leichte Schulter genommen wird. Doch während ein Sturm tobt, das einzige Boot urplötzlich auf See explodiert und auch noch der lichtspendende Generator den Geist aufgibt, schleicht ein Unbekannter durch die Räumlichkeiten, um einen nach dem anderen abzumurksen...

Mann Mann, was für eine gequirlte Kacke ich mir da anschaue hätte ich im Vorfeld SO nicht erwartet. Ich bezeichne mich jetzt nicht als riesen Experte von Slasher-/Horrorfilmen, jedoch habe ich schon mehr als 3 Stück gesehen und maße mir an, einen halbwegs „guten“ Slasher von einem absolut miesen unterscheiden zu können.  „Insel des Schreckens“ – nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Peter Cushing Film von 1966 – gehört wirklich zum absoluten Bodensatz, und das nicht nur vom Slasher-Genre, sondern ganz allgemein, was Filme betrifft. Ein wirres Drehbuch, unbekannte Darsteller und wenig Spannung sind jetzt sicherlich kein Totschlagkriterium für eine Slasher, jedoch ist in diesem Fall alles so dermaßen mies, das macht keinen Spaß. Was haben zumindest die Schlitzerfilmchen zu bieten, die in den eben genannten Punkten versagen? Richtig, Gore und detaillierte Todeszenen, aber auch hier enttäuscht „Insel des Schreckens“ auf ganzer Linie.

Es gibt zwar einen doch hohen Bodycount und mehr als nur 1 Tötungsart, aber dass ist einerseits vollkommen belanglos inszeniert (oftmals erkennt man fast Nichts, da sich Alles im Dunkeln abspielt, wie ungefähr die Hälfte des Films generell, oder, es ist beschissen gefilmt) und andererseits auch qualitativ in absolut mieser Art und Weise präsentiert. Bestes Beispiel ist der Typ – abgesehen von dem Mädel auf Krücken und unserem Final Girl konnte ich mir von diesen Pappnassen eh keinen Namen merken -, welcher per Kettensäge ermordet wird. Kettensäge klingt ja erst einmal nach viel Blut und Schauwerten, aber das Endprodukt ist so unglaublich lächerlich, man sieht praktisch Nichts (wieder bedingt durch die Dunkelheit und die Schnittfolge) und nachdem der arme Kerl schon sichtbar tot ist, wird ihm noch in den Schritt gesägt, und er schreit nochmals auf!? Auch hier könnte man meinen, dies wäre zumindest aus Sicht der Trashologen ein amüsanter Streifen, doch weit gefehlt.

Es gibt zwar massig Filmfehler (z.B. rennt das Mädel auf Krücken in einer Szene plötzlich nur mit einer Geh-Hilfe und beide Beine benutzend herum, während sie zuvor ihr bandagiertes Füßchen auf 2 Krücken umher geschleppt hat), aber die sind einfach nur peinlich und lassen den Zuschauer mehr als nur berechtigt daran zweifeln, ob die Leute, die diesen Flick gedreht haben, überhaupt etwas von ihrem Handwerk verstanden haben. Apropos Todesarten: Diese sind wie gesagt zwar abwechslungsreich, aber spannungsarm und auch in keinster Weise professionell in Szene gesetzt worden. Ich habe in einem englischsprachigen Review gelesen, das Ableben des dunkelhäutigen Girls in der Dusche mittels Batteriesäure aus dem Duschkopf wäre toll und klasse inszeniert worden, da kann ich echt nur mit dem Kopf schütteln. Das Verhalten des Girls ist ja schon bescheuert – sie steht in der Dusche, der Killer stellt dann wie-auch-immer von Wasser aus der Dusche auf Batteriesäure um, sie schreit, als sie das Zeug abbekommt und anstatt sofort aus der Dusche zu hüpfen, bleibt sie so lange dort stehen, bis sie eben tot ist -, aber ihre durch Säure zerfressene Leiche sieht einfach nur lachhaft aus, mehr nicht.

Es gibt keinen einzigen Darsteller, der dem Zuschauer tatsächlich in irgendeiner Art und Weise etwas bedeuten würde, alle sind Kanonenfutter für den Killer, mehr nicht. Speziell das Final Girl B.J. wird den ganzen Film über als eingebildete, untalentierte Tussie rübergebracht, und die überlebt dann auch noch als einzige das Massaker, wie beknackt ist das denn? Lediglich das Mädel mit den Krücken kann einem etwas leidtun, aber auch nur, weil sie aufgrund ihres Handicaps keine Chance hat, zu entkommen. Der einzige mir überhaupt bekannte Darsteller ist Steven Tash (spielt den Phil im hier besprochenen Film, aber ich hab keine Ahnung, wer Phil war), der hatte nen Bit-Part in „Ghostbusters“ übernommen, der Rest ist total unbekannt - abgesehen von einigen TV-Serienauftritten -, aus gutem Grund würde ich mal meinen.

Viele ikonische Killer haben ja ein gewisses Trademark, durch dass sie bekannt und berühmt wurden, richtig? Jason hat seine Hokeymaske, Freddy seinen Hut, Pulli und Handschuh, Michael Myers seine weiße Maske usw. Unser Killer hier spielt vor jedem Mord auf einem Kassettenabspielgerät den Theme-/Titelsong ab, der so schöne Lyrics aufweist wie „burn me, burn me...“ oder „stab me, stab me…“, um auf die Todesart des nächsten Opfers hinzuweisen. Klingt dämlich und bescheuert? Richtig, ist es auch, vor allem wenn man bedenkt, dass der Kassettenrekorder jedes Mal an einer Schnur hängt die weiß-der-Teufel-wo-auch-immer angebunden ist und ins Bild baumelt. So mies der Song auch ist, er hat was von nem Ohrwurm und ist auch so ziemlich das einzig positiv zu erwähnende Element dieses grauenvoll schlechten Films.

Was mich nur etwas verwundert hat ist, dass dieser Müllfilm nicht wie so oft, auf der berüchtigten Video Nasty-List oder der 131er stand. Das war ja für viele Filme oft der einzige Grund ihrer Existenz bzw. ihres „Kultstatus“. Vollkommen sinnentleert ist zudem der erste Mord, denn dieser hat mit dem Rest der Handlung absolut Nichts zu tun sowie der finale „Twist“ um die Identität des wahren Killers und seine Beweggründe. Wie Alles andere an diesem Film ist es lächerlich, unlogisch und an den Haaren herbeigezogen.

Fazit: Ich habe mich denke ich mehr als nur deutlich ausgedrückt: „Insel des Schreckens“ ist wahrhaftig ein auf Zelluloid gebannter Schrecken für den Zuschauer, im negativst-möglichen Sinn. Keinerlei Spannung, miese Darsteller, eine Handlung voll mit der größtmöglichen Anzahl an Logiklöchern, schlechte Splattereffekte und dazu noch ein viel zu dunkles Bild über 50% der Laufzeit machen diesen Streifen definitiv zu einem sehr starken Anwärter auf den Titel des „schlechtesten Slashers aller Zeiten“. Der Film ist weder alleine, noch in Gesellschafft mit hektoliterweise Bier, noch für ein Format wie Rifftrax oder Schlefaz geeignet. Spart euch eure Zeit, seht Gras beim Wachsen zu oder wie ein Sack Reis umfällt, da habt ihr echt mehr davon.

1 von 10 Kassettenspielern.

1/10
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Kommentare

05.04.2021 18:04 Uhr - McGuinness
1x
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Scheint ja wirklich alle unterste Schublade zu sein... ganz im Gegensatz zu deiner toll verfassten Review, welche mir nur allzu deutlich aufzeigt, weshalb ich dieses Ausnahmewerk meiden sollte wie der Teufel das Weihwasser.

Besonders die zuletzt von dir genannten Alternativen wussten mich besonders zu begeistern und haben nochmals überdeutlich dargelegt, warum in Hamburg genauso gut ein Fisch vom Tisch rutschen könnte, was mit angrenzender Sicherheit wesentlich interessanter wäre, als sich diesen Müll von Film anzugucken.

Danke für deine aussagekräftige Warnung 😉👍🏻

06.04.2021 00:28 Uhr - Dissection78
1x
DB-Co-Admin
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Ist ja kurios. Ich stehe total auf obskure Horrorstreifen der 80er. Vor allem die Sachen aus der ersten Hälfte dieses Jahrzehnts haben's mir angetan. Doch von dem hier habe ich, jedenfalls soweit ich mich entsinne, noch nie gehört. Zusammen mit Deinem vergnüglich zu lesenden Totalverriss macht mich das schon sehr neugierig. Werde ich mir mal notieren, für den Fall, dass ich ihn irgendwo billig mitnehmen kann. Allerdings scheint es ihn selbst im Ausland nur auf VHS zu geben. Das macht mich NOCH neugieriger. Und die obige Bewertungsskala zeigt einen recht ambivalenten Eindruck auf. Nun, was filmische 'Qualitäten' anbelangt, bin ich Kummer durchaus gewohnt. Insofern... ;)

06.04.2021 11:20 Uhr - shharry2
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Erfahrungspunkte von shharry2 196
@MCGuinness

Gern geschehen mit der Warnung. ;-)

@Dissection78

Also wenn du dir den Film wirklich antun möchtest, dann schau mal auf Filmrise, dort kann man kostenlos einige - vor allem ältere - Filme verschiedener Genres anschauen, allerdings nur auf Englisch.

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