SCHNITTBERICHTE | # | A | B | C | D | E | F | G | H | I | J | K | L | M | N | O | P | Q | R | S | T | U | V | W | X | Y | Z
Titel suchen:
Cyberpunk 2077 · Dein wahres Ich ist nicht genug. · ab 29,99 € bei gameware Exploding Kittens NSFW Edition · Das explosionsstärkste Katzen ähm Kartenspiel · ab 16,99 € bei gameware

Guardians - Beschützer

Originaltitel: Zashchitniki

Herstellungsland:Russland (2016)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Science-Fiction
Alternativtitel:Zashchitniki
Defenders, The
Защитники
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,45 (11 Stimmen) Details
inhalt:
Moskau während des Kalten Krieges: Gerüchte um ein angebliches Superhelden-Programm des Erzfeindes USA kann und will die sowjetische Führung nicht auf sich sitzen lassen. Durch gezielte Manipulation ihrer DNS-Stränge werden Ler, Arsus, Khan und Kseniya zur eigenen übermenschlichen und schlagkräftigen Verteidigungstruppe umfunktioniert. Doch durch den Verfall der UdSSR und die Abkühlung des kalten Krieges werden die GUARDIANS nicht mehr benötigt und müssen untertauchen – bis eines Tages mit Kuratov ein neuer, würdiger Gegner auf den Plan tritt: Mit einer gigantischen Cyborgarmee legt er Moskau in Schutt und Asche und ist kurz davor, das ganze Land zu unterwerfen. Das Militär ist machtlos, aber die GUARDIANS sind es nicht!
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von draven273:

Superheldenfilme sind ja immer so eine Sache. Die einen lieben sie, die anderen hassen sie. Immer wieder hört man von diesen ganzen ominösen Strumpfhosenstramplern etc. Ja, aber so ist das halt und wer damit überhaupt nichts anfangen kann, der sollte jetzt vielleicht nicht mehr weiterlesen, denn hier kommt die russische Antwort auf die Avengers- und diese heißt- Guardians- Beschützer.

Guardians- Beschützer ist aus dem Jahr 2017 und wurde unter der Regie von Sarik Andreasyan (Unforgiven, Robo), von Andrey Gavrilov (Survival Game, American Heist), Gevond Andreasyan (Earthquake, Deadly Still), Vladimir Polyakov (und Aleksey Ryanzant produziert. Musik stammt von Georgiy Zheryakov (The Barkers: Mind the Cats!) und das Drehbuch ist von Andrey Gavrilov und Sarik Andresyan, der hier hauptsächlich an der Story mitgeschrieben hat. In Deutschland wurde Guardians wie für Superheldenfilme typisch, mit einer FSK 12 freigegeben und läuft ca. 85min. Bei uns kam der Streifen auch für kurze Zeit in Originalsprache in die Kinos.

Während des Kalten Krieges ruft das Militär ein Superhelden Programm ins Leben. Diverse Personen werden mit verschiedensten Kräften ausgestattet. Kurze Zeit später jedoch bricht die Sowjetunion in sich zusammen und auch das Programm mit dem Namen “Patriot“ wird eingestampft. Einige Jahre später, die Zeit hat sich stark verändert und ja- nicht zum Vorteil, will der Wissenschaftler August Kuratov (Stanislav Shirin/ All true about men), Russland unterwerfen, da das Militär absolut machtlos ist und man keine Chance sieht den psychopathischen Wissenschaftler, der bereits auch über Superkräfte verfügt, aufzuhalten, sollen 4 “Beschützer“ wieder reaktiviert werden. Darunter befinden sich Ler (Sebastien Sisak/ Unverfänglich, Die letzte Prüfung), Arsus (Anton Pampushnyy/ Coma, Balkan Line), Khan (Sanjar Madi/ Deadly Still, Paris Song) und Kseniya (Alina Lanina/ Mission Artic, To Paris!).

Ler kann mit allerhand Stein und Geröll gut umgehen, Khan ist ein Nahkampfexperte, Meister der schnellen Bewegung und hat zwei wundervoll geschwungene Klingen, die er sein Eigen nennt. Arsus kann sich in einen mit Gatlinggun bewaffneten Bären verwandeln und Kseniya nennt die Manipulation von Wasser ihr Eigen. So weit so gut, die 4 Beschützer werden in diversen kleinen Szenen reaktiviert und geben schon ein wenig ihres Könnens preis. Unter der Anleitung von Major Elena Larina (Valeriya Shkirando/ Battalion, The Night Train), sollen sich die 4 sich nun als Team beweisen. Nach einem intensiven Training geht es dann auf die Jagd. Denn der unberechenbare Wissenschaftler, hat sich bereits eine Armee erschaffen, die fleißig dabei ist das Land ins Chaos zu stürzen und wie Wissenschaftler eben so sind, hat auch er einen Superplan, um die alleinige Macht zu erhalten. Es kommt zu diversen Kämpfen, wo unsere Heldentruppe auch das eine oder andere Mal an ihre Grenzen stößt, denn die Armee von Kuratov scheint schier unendlich vorhanden zu sein. Zudem wird Kuratov immer stärker und stärker. Doch die kleine Beschützer Gruppe schafft es Kuratov stellen zu können. Kommt es nun zum alles entscheidenen Showdown???...

Nun, wie bereits erwähnt, wer Superheldenfilme mag, wird auch hier nicht enttäuscht. Größter Kritikpunkt ist sicher die Story, die sich nun mal von dem handelsüblichen Einheitsbrei, nicht absetzen kann. Wie so oft gibt es wieder mal einen Irren, der ein ganzes Land oder am besten die ganze Welt unterwerfen will. Damit muss man leben, das Rad wird also auch hier nicht neu erfunden. Und dann kommen wir zu dem wohl schwerwiegendsten Problem und das sind mal wieder die Effekte. Klar gibt es hier CGI, diese kommt entsprechend häufig zum Einsatz. Mal wirklich ansehnlich und gut, mal absolut grenzwertig. Guardians zählt mit zu den teuersten Produktionen der letzten Jahre, verglichen mit Filmen jenseits des großen Teiches doch nicht vergleichbar. Wer also schon bei Hollywood Blockbustern etwas zu meckern hat, der sollte seine Zeit hier gar nicht investieren. Für das vorhandene Budget, das ca. 5Mio. Dollar entsprach, sind die Effekte ihren Möglichkeiten nach ok, diverse Abstriche sind aber zu machen. Ist eben Geschmackssache. Wer anderen Produktionen gerne mal eine Chance geben mag, dem möchte ich Guardians schon ans Herz legen. Denn von den oben genannten Kritikpunkten mal angesehen, macht Guardians richtig Spaß.

Die Charaktere sind mit ihren Fähigkeiten mal eine willkommene Abwechslung und vor allem, was ich ganz sympathisch finde, sie sind immer noch verwundbar und nicht übermächtig. Natürlich bekommen hier hauptsächlich die Bösen ohne Rücksicht auf die Mütze, aber auch unsere Helden müssen einstecken und dies ist durchaus besser verarbeitet als bei den amerikanischen Kollegen. Leider wird nicht viel berichtet, wie unsere Helden eigentlich an ihre Superkräfte gekommen sind. Dies wird mit ein bis zwei Sätzen abgehandelt, visuell bekommen wir aber nichts zu sehen. Was wirklich schade ist. Wobei man auch hier, wie gewohnt, die Option offen lässt was Sequels angeht.

Die Action ist für die gegebenen Verhältnisse gut in Szene gesetzt. Mir gefällt vor allem Khan, der Meister der Geschwindigkeit, der mit seinen Klingen, die in der Lage sind, fast jedes Material zu zerschneiden, ein paar coole Szenen bekommt. Allein die Anfangssequenz, in der er vorgestellt wird, ist ein kleiner Augenschmaus. Diese Szene hätte ich auch gerne mal in einer “Erwachsenen Variante“ gesehen, ach was hätte man da alles Schönes machen können. Denn wenn er ganze Auto zweiteilt inklusive Insassen, sieht das hier zwar cool aus, aber es fehlt halt doch die entsprechende Härte. Doch auch wie bei den amerikanischen Vorbildern, ist das angestrebte Zielpublikum eben viel viel jünger. Auch Arsus der Mensch/Bär Hybrid ist für diese Verhältnisse wirklich gelungen und hat mir das eine oder andere schmunzeln ins Gesicht gezaubert. Ler ist der Anführer und kommt ein wenig wie Iron Man rüber. Kseniya ist eben was für uns Männer und hält hier den Sexappell hoch, zudem ist sie aber wohl überlegt in ihrer Vorgehensweise und nicht einfach nur als blondes Dummchen dargestellt. Was ich positiv anmerken möchte. Ein bisschen dahin geschmolzen bin ich aber trotzdem.

Das Team passt insgesamt sehr gut und ergänzt sich großartig. Dazu gesellen sich auch gewisse Oneliner. Die Musik reicht von leicht unterhaltsam bis zur epischen Untermalung, wenn die größeren Kämpfe anstehen. Die Kostüme gehen völlig in Ordnung und stehen anderen Filmen ins nichts nach. Insgesamt wollte man hier schon klotzen und nicht kleckern. Die Kamera leistet angenehme Arbeit für den Zuschauer. So gibt es zwar hin und wieder schnelle Schnitte, aber das was unsere Augen erkennen sollen, erkennen sie auch. Mal wird um die einzelnen Personen herumgefahren, die beliebten Slow Motion Szenen gibt es auch und die Emotionen werden passend für uns eingefangen. Passt also. Da gibt es nichts zu beanstanden. Die deutsche Synchro geht einerseits was die Stimmen angeht in Ordnung, was nicht in Ordnung ist, ist wie man mal wieder versucht hat, den Film unnötigerweise witziger wirken zu lassen, als er eigentlich ist. Wer der russischen Sprache also mächtig ist, dem kann nur diese Tonspur empfohlen werden. Die deutsche Synchro setzt Lächerlichkeiten, wo keine sind.  Nach diversen Beschwerden, hat Capelight eine zweite Synchro anfertigen lassen, beide Synchros sind inzwischen auf der Heroes Edition der veröffentlichten DVDs und Blu Rays enthalten.

Was bleibt nun übrig? Wie immer kann ich nur von meinem Eindruck sprechen. Für mich ist Guardians ein absolut schmackhafter Leckerbissen für zwischendurch. Wären die CGI nicht so unterschiedlich von der Qualität her, würde er problemlos mein Superheldenherz mit einer 8 oder 9 erobern. So muss auch ich leider ein paar Abstriche in der B- Note vornehmen. Unterhalten kann Guardians aber auf jeden Fall, ist kurzweilig genug, zu keinen Zeitpunkt langweilig und für eine erste Auskopplung in dem Bereich als gelungen zu bezeichnen. Ehrlich gesagt, würde ich mich über einen weiteren Teil sehr freuen. Ich hatte auf jeden Fall meinen Spaß und habe ihn in den vergangenen Monaten auch bereits dreimal verschlungen. Was die Note angeht, da bin ich etwas hin- und hergerissen. Und würde mich derzeit auf eine nett gemeinte 7/10 einlassen. Und Euch wünsche ich wie immer viel Spaß.

7/10
Weiter:
mehr reviews vom gleichen autor
Poltergeist
Draven273
10/10
Jiu
Draven273
6/10
die neuesten reviews
Timecop
TheMovieStar
9/10
Killer,
dicker Hund
7/10
Herz
VelvetK
4/10
Tödliche
cecil b
8/10
Heat
VelvetK
8/10
Tumbling
DestinyWhite
6/10
Slaughtered
DestinyWhite
6/10

Kommentare

16.04.2021 19:38 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 7
Erfahrungspunkte von McGuinness 752
Als besonders großer Freund von Super Helden bzw. Fantasy - Filmen, konnte ich mich noch nie bezeichnen, wohl aber als Fan deiner Reviews, denn auch diese hier ist mal wieder super verfasst worden und weiß mir einen rundum zufriedenstellenden Eindruck des Films zu vermitteln 😉

Schade finde ich es immer, wenn sich zum ohnehin von mir nicht allzu beliebten Genre auch noch in der Qualität stark schwankende CGI - Effekte gesellen, welche den Gesamteindruck des Werkes dann noch weiter zu schmälern wissen.

Nichtsdestotrotz habe ich auch diese Review wieder mal gerne gelesen 😊 auch wenn eine Sichtung meinerseits wohl eher ausbleiben wird.

16.04.2021 21:05 Uhr - beebop251
1x
Ich finde die Review auch gelungen und stimme ihr komplett zu. Für das Budget sind die Effekte wirklich sehr ordentlich geworden, nur an einigen Stellen sieht es etwas künstlich aus (schlecht/billig finde ich sie nämlich nicht). Nur der Bösewicht sieht etwas albern aus. Ich habe mir den Film kürzlich mit nem Kumpel nochmal angeschaut. Diesmal komplett mit der 1. Synchro. Auch wenn es wirklich eine Frechheit gegenüber dem Film ist, musten wir an einigen Stellen tatsächlich gut lachen. Im Original ist das ein grundsolider Superhelden Film mit ordentlichen Effekten, sympathischen Figuren und einem guten Soundtrack. Und Moskau als Setting ist mal eine willkommene Abwechslung. Der hätte durchaus etwas länger sein können.

17.04.2021 11:57 Uhr - Draven273
1x
User-Level von Draven273 4
Erfahrungspunkte von Draven273 241
@McGuinness vielen lieben Dank wie immer mein Lieber fürs lesen. Die CGI sind so gesehen nicht der Todbringer, aber ich sage es mal so, anderes Land andere Art von Effekten, mal eben gut mal anders als wir es gewohnt sind. Wobei man das wirklich auf alle anderen Länder auch beziehen kann, bei unseren Produktionen sehen einige Sachen toll aus, andere sind zum Fremdschämen. Aber wenn man mit Superhelden nicht ganz so viel anfangen kann und das ist ja auch kein Problem, dann sind die Effekte sowieso eher zweitrangig. :)))

@beebop251 vielen lieben Dank auch Dir für diese ausführliche Rückmeldung. Auch ich kann Dir nur zustimmen :) schön das uns beiden der Film so zusagt :)

18.04.2021 15:23 Uhr - Romero Morgue
1x
User-Level von Romero Morgue 5
Erfahrungspunkte von Romero Morgue 355
In Anbetracht des doch eher geringen Budgets (für Hollywood wäre das ein C-Movie) sind die Effekte erstaunlich gut gelungen und stören nie. Aber was wie gesagt gar nicht ging war die deutsche Synchro. Die ist sowas von Saublöd das es schon weh tut. Ein Manko (was sich der Film aber gefallen lassen muss) ist die geringe Laufzeit. Dadurch kommen zwar keine große Leerstellen auf aber es wirkt so, als ob etwa ein drittel im Schneideraum liegen geblieben ist. Da wird von einem Schauplatz zu nächsten gehetzt und viele Stränge werden nur halbgar angeschnitten. Da hätte mehr dem Endprodukt wirklich besser getan.
Ansonsten bin ich mit deiner Ausführung dacore. Nur die Bewertung würde ich aufgrund der obigen Punkte dann eher bei einer 5-6 ansiedeln.

kommentar schreiben

Um Kommentare auf Schnittberichte.com veröffentlichen zu können, müssen Sie sich bei uns registrieren.

Registrieren (wenn Sie noch keinen Account hier haben)
Login (wenn Sie bereits einen Account haben)