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Ab in die Ewigkeit

Originaltitel: Happy Birthday to Me

Herstellungsland:Kanada (1981)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror
Alternativtitel:Compleanno di Sangue
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,80 (15 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die beliebte Highschool-Studentin Virginia überlebt einen unerklärlichen Unfall, leidet aber fortan unter Gedächtnislücken und traumatischen Blackouts. Als sie versucht, ihr normales Leben wieder aufzunehmen, werden ihre Freunde nacheinander auf brutalste Weis ermordet... (DVD-Cover Columbia)

eine kritik von chollo:

1981 drehte der britische Regisseur J. Lee Thompson  mit "Happy Birthday to Me" einen Beitrag zu dem sich gerade auf dem Höhepunkt befindlichen Genre des Slasherfilms. Mit einem geringen Budget ausgestattet; von dem produzierenden Studio zwecks Dreharbeiten ins Nachbarland Kanada ausgelagert und mit einem sagen wir mal Genre -erprobten Regisseur ausgestattet ist "Ab in die Ewigkeit" (so der deutsche Titel) dann auch als Kind seiner Zeit und seiner Thematik einwandfrei identifizierbar. Klingt erstmal negativ, ist aber keineswegs so gemeint.

J. Lee Thompson das Projekt anzuvertrauen war schon mal keine schlechte Idee.  Dem zu Zeiten der Dreharbeiten bereits 66 Jahre alten Veteranen im Filmgeschäft merkt man sein handwerkliches Geschick durchaus an. Mit Auftragsarbeiten wie "Eroberung vom Planet der Affen"; "Die Schlacht um den Planet der Affen" Anfang der Siebziger, diversen Charles Bronson Vehikeln wie "Murphys Law"; "Kinjite"  Ende der Achtziger aber auch ambitionierten Projekten wie "Ein Köder für die Bestie" zu Beginn der Sechziger hat der Gute bewiesen über die Jahrzehnte und verschiedenen Genres hinweg solide Arbeiten  abliefern zu können. 

Auch der Slasherfilm bzw. was potenzielle Kunden sich von einem weiteren Output versprechen oder erwarten schien ihm durchaus bekannt zu sein. "Ab in die Ewigkeit" versprüht durch seine etwas eigenwillige Optik und der schwer zu durchschauenden Geschichte ein schönes Maß an morbider und gruseliger Atmosphäre. Natürlich bedient sich Thompson was seine Inszenierung angeht auch an altbewährten Kniffen wie POV-Shots und thematisch etwas ausgeleierten  Settings, aber durch sein Geschick und der jahrzehntelangen Erfahrung fallen diese Klischees kaum ins Gewicht. Zudem verpasst er seinen Protagonisten ein Mindestmaß an Profil, was in der Clique dann erfreulicherweise zu recht glaubwürdigen Reibereien führen darf.

Leider sind seine agierenden Teens/ Twens rein optisch betrachtet keine ganz so glückliche Wahl. Der Umstand das hier ein Gesicht dem anderen gleicht macht die Sache, was die Prämisse dieses Werks und sein Finale angeht, nicht wirklich überschaubarer. Da können selbst erfahrene Liebhaber den Überblick verlieren. Melissa Sue Anderson; Tracy Bregman; Lesleh Donaldson und wie sie alle heißen war dann Karierre-technisch nicht mehr viel zuzumuten, weshalb sie größtenteils auch wieder sang- und klanglos in der Versenkung  verschwanden. Nur Westernheld Glenn Ford ( "Nebraska"; "Superman") kann sich auch mit seinem Konterfei etwas absetzen, was aber wohl eher seiner Rolle und dem fortgeschrittenen Alter geschuldet sein dürfte.

Äußerst wichtig für ein solches Produkt sind natürlich auch die dargebotenen Schauwerte. Diverse Kritiker oder User auf den unterschiedlichsten Seiten ließen sich dazu hinreissen, "Ab in die Ewigkeit" als eher harmloseren Vertreter seiner Zunft zu bezeichnen. Jenes kann ich nach Sichtung dieses Werks eigentlich nicht nachvollziehen. Natürlich ist Thompsons Output mittlerweile 40 Jahre alt und ein Vergleich zu aktuelleren Erzeugnissen wäre nicht fair. Auch die Gegenüberstellung zu den extremeren Zeitgenossen wie "My Bloody Valentine" oder "The Burning" hält "Ab in die Ewigkeit" nicht stand, deswegen ist er aber keinesfalls harmlos. Eine äußerst grafisch dargestellte Gehirn-Op, diverse Gewalttaten im Framebereich und die Darbietungen allen Übels in den Schlusseinstellungen hieven "Ab in die Ewigkeit" deutlich über Mittelmaß und lassen andere Kollegen wie " Halloween"; "Prom Night"; "Terror Train" und "Curtains" meines Erachtens nach in diesem Sektor blass aussehen.

Alles in allem ist J. Lee Thompson und seinen Beteiligten mit "Happy Birthday to Me" aka "Ab in die Ewigkeit" ein leicht überdurchschnittlicher Vertreter seiner Art gelungen, was vor allem an der kompetenten Regie und der Ausgewogenheit im Bereich der Atmosphäre und dargestellten Härten liegt. Nett anzuschauen ist auch das kreative Ende, welches im Nachgang dann aber einen etwas konstruierten und ungelenken Eindruck hinterlässt.

7/10
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Kommentare

08.04.2021 19:04 Uhr - Intofilms
3x
"HBTM" mochte ich immer recht gern, in erster Linie wegen der doch recht eigenwilligen, um nicht zu sagen, 'bizarren' Mordtechniken und weil dieser Slasher auch sonst ein wenig vom Schema abweicht. Den Härtegrad finde ich allerdings wirklich nicht sonderlich hoch. Aber das ist verschmerzbar. Dass Glenn Ford hier natürlich auch mitspielt, war mir tatsächlich ganz entfallen. Sehr schöne Kritik, CHOLLO! ;)

08.04.2021 19:39 Uhr - cecil b
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Wirklich schön, mal wieder was von dir zu lesen, Chollo! Danke! :)

08.04.2021 21:52 Uhr - Kaiser Soze
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Ich habe gestern ein paar Reviews gelesen und kommentiert nachdem ich mein The Cell-Review vö hatte. Da dachte ich mir sowas, wie "lange nichts von CHOLLO gelesen - schade" :(. Ich merke schon, dass ich sowas häufiger denken sollte, denn zack, da iset, ein Review von CHOLLO :D und dann auch noch zu einem Film, an den ich seit des Beitrags im Kuriositäten-Specials quasi keinen Gedanken mehr 'verschwendet' hatte. Wobei verschwendet hier wohl falsch ist, denn der Film scheint ja doch unterhaltsam zu sein und nun wieder eine weitere, sehr gelungene Besprechung erhalten. Fein verfasst! Ich habe den Film nie gesehen, aber es klingt interessanter, als ich so vom Cover und Co her vermutet hätte. Von daher vielen Dank für die interessante Info :)

Aja und nur damit Du bescheid weißt, ich denke dann nächste Woche wieder an Dich - Wink vom Zaunpfahl und so^^

08.04.2021 23:21 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank liebe Kollegen :)
Meine Schreibe ist in letzter Zeit ein wenig unregelmäßig bzw. zum Erliegen gekommen. Geb mir Mühe wieder etwas aktiver zu werden. Abgesehen davon könnte ich auch ein bisschen mehr kommentieren, denn die für mich Interessanten Reviews meiner Mitstreiter verschlinge ich nach wie vor. Aber egal, vielen Dank erstmal.

@KS
Da setzte mich aber schwer unter Druck mein Lieber;)

09.04.2021 09:06 Uhr - Mucki1979
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Gewohnt lesenswertes Review zu einem Film, den ich letztens auch mal wieder sehen durfte.

Ich muss zugeben, dass ich diesen - wie viele andere zu der Zeit- auf der Slasherwelle reitenden Vertreter in seiner ersten Hälfte eher unfreiwillig komisch empfand. Dies aufgrund der Tatsache, dass er storytechnisch anfänglich versucht, mit dem Inbegriff an stereotypen Charakteren eine Art mysteriöse Spannung aufzubauen, da wohl jeder Charakter durchaus gewissen Animositäten an den Tag legen soll. Auch war mir nicht ganz klar, warum sich Glenn hier so verheizen lässt und welche wirklich tragende Rolle er nun einnehmen soll.

Aber ab etwa der Hälfte des Streifens wird es dann durchaus unterhaltsam und ansehnlich. Seinem kanadischen Kollegen "My bloody Valentine" aus der selben Ära, muss er sich m.E. jedoch SEHR deutlich geschlagen geben.

Aber ich finde es wirklich sehr schön, dass die ganzen "alten Schinken" jetzt hin- und wieder in guter Qualität über gängige Streamingportale aus der Versenkung geholt werden!

09.04.2021 10:44 Uhr - Nubret
1x
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Einer der wenigen Filme, der trotz 16er-Freigabe nachträglich der Indizierung zum Opfer gefallen ist. Na ja, damals gab es auch deutlich harmlosere Filme mit der FSK 18, und ungeschnitten ist das Tape obendrein.

Wundert mich übrigens, dass das Teil bisher weder als Blu-Ray noch als Mediabook von irgend jemandem verwurstet wurde. Interessenten gibt es da sicherlich genug, und die alte DVD ist auch schon lange oop und recht kostspielig geworden.

Ich persönlich finde den immer noch ziemlich unterhaltsam. Genau wie Deine gelungene Besprechung!

09.04.2021 14:56 Uhr - CHOLLO
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Vielen Dank euch beiden fürs Feedback

09.04.2021 20:16 Uhr - shharry2
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Tolle Besprechung eines Films, von dem ich hier und da schon gelesen habe, aber selbst gesehen bisher noch nicht. Klasse auch die Tagline auf dem Filmplakat:

"John will never eat Shish Kebab again". :-D :-D

09.04.2021 23:41 Uhr - Punisher77
1x
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Toll zu lesende Kritik zu einem Film, den ich unbedingt mal sehen möchte, da ich Slashermovies mag und Thompson aufgrund der von Dir genannten Filme sehr schätze. Auch wenn einige davon Auftragsarbeiten waren, hat er gute Filme geliefert wie z.B. "Die Kanonen Von Navarone", "Ein Köder Für Die Bestie", "Der Liquidator" und "Murphys Gesetz". Selbst trashige Spätwerke wie "Quatermain - Auf Der Suche Nach Dem Schatz Der Könige" oder "Feuerwalze" hatten einen gewissen Charme. Dein Review ist aber alles andere als trashig!

10.04.2021 00:11 Uhr - CHOLLO
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Auch hier vielen Dank für eure Kommentare!

@Punisher77
Ich würde sogar soweit gehen zu sagen das Bronson unter Thompson mit seine besten Beiträge abgeliefert hat.

12.04.2021 01:01 Uhr - Dissection78
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Ein kleiner, feiner Slasher aus dem schönen Kanada, der zum Ende hin zwar ziemlich unlogisch wird, mit fast 110 Minuten meiner Meinung nach etwas zu lange dauert und nicht ganz an meinen anderen kanadischen Schlitzerliebling "Blutiger Valentinstag" heranreicht, den ich aber trotzdem nach wie vor recht gerne schaue. Sonderlich explizit ist "Happy Birthday to Me" in meinen Augen zwar nicht, doch letztendlich ich das eher unerheblich, wenn das ganze Drumherum passt. Regisseur Thompson ist klarerweise routiniert, Kameraarbeit und Score sind super, die Darsteller überdurchschnittlich, eine gewisse unheimliche Stimmung kommt an den richtigen Stellen ebenfalls auf. Ergo: Guter Film, blendend getroffen! Ich kann Dir insgesamt also nur zustimmen ;)

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