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Spacehunter - Jäger im All

Originaltitel: Spacehunter: Adventures in the Forbidden Zone

Herstellungsland:USA, Kanada (1983)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Science-Fiction
Alternativtitel:Adventures in the Creep Zone
Road Gangs
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,00 (1 Stimme) Details

Inhaltsangabe:

Der Weltraumvagabund und Bergungsunternehmer Wolff (Peter Strauss) empfängt ein Notsignal eines verunglückten Raumschiffes, das auf dem seuchenverwüsteten Planeten Terra 11 landet.
Wolff fliegt zu dem Planeten und begibt sich auf die Suche nach den drei hübschen Besatzungsmitgliedern. Niki (Molly Ringwald), die letzte Überlebende einer Rettungsexpedition, begleitet ihn in die verbotene Zone, die von unheimlichen Kreaturen bewohnt ist. Dieses Gebiet wird von dem tyrannischen Overdog (Michael Ironside) beherrscht. Overdog, ein abtrünniger Wissenschaftler von der Erde, besitzt das dringend benötigte GEgenmittel für die Seuche. Auch er ist von der Krankheit nicht verschont geblieben: Halb Mensch, halb Maschine ist er an eine lebenserhaltende Maschine gefesselt. Overdog hält in einer unheimlichen Trümmerstadt die drei Mädchen gefangen. Um die drei befreien zu können, führt Wolff eine Reihe waffenstarrender Spezialfahrzeuge ins Feld, und es kommt zu einer letzten großen Schlacht zwischen den Trümmern der toten Stadt... (RCA/Columbia Pictures International Video VHS-Cove)

eine kritik von shharry2:

Vor vielen Jahren – es sind inzwischen bestimmt schon 20 an der Zahl – sah ich damals, wenn mich die Erinnerung nicht rügt, im Sonntagnachmittagsprogramm auf kabel1 oder Prosieben einen Film, der auf einer Art verwüsteten Planeten spielt, leicht bekleidete Mädchen, schräge Vögel und Mutanten inklusive. Ich kann mich eigentlich nur an eine Sache erinnern, das war der Bösewicht, ein Cyborg mit riesigen, metallenen Klauen, mehr wußte ich nicht mehr von dem Film, der sich später als „Spacehunter – Jäger im All“ herausstellen sollte. Wobei der Originaltitel „Spacehunter – Adventures in the forbidden Zone“ den Film besser beschreibt, angesehen von den ersten 10 Minuten wird sich der Film nicht im Weltall abspielen. Dies wurde mir aber erst gestern klar, nachdem ich zufällig beim Zappen bemerkte, dass Spacehunter im TV läuft. Sofort habe ich den Sender gewechselt, und ich war neugierig, wie dieser Film, den ich viele Jahre lang lediglich mit einer Sache (allerdings sehr positiv) assoziiert habe.

Inhalt: Ein Raumkreuzer fliegt durch einen Nebel und wird irgendwie durch irgendwas beschädigt/explodiert. Eine Rettungskapsel mit 3 leicht bekleideten Mädels landet auf dem nächstgelegenen Planeten, und wird prompt von einer Horde Einheimischer entführt. Der etwas abgehalfterte Weltraumvagabund Wolff empfängt ein Notsignal, welches die 3 Girls betrifft nebst einer fetten Belohnung, sollten die 3 gerettet werden. So macht sich Wolff mit seiner weiblichen Androidenbegleitung Chalmers auf zum Planeten Terra IX, um die Rettung durchzuführen. Dort trifft er nicht nur auf die jugendliche Nikki und seinen alten Kumpel aus Militärtagen, Washington, sondern auch auf eine Gruppe von fiesen Kerlen, die angeführt werden von Overdog, einem grausigen Cyborg, der den Planeten als Warlord mit Angst und Schrecken überzieht. Kann Wolff hier leben herauskommen, und seine Belohnung einkassieren?

Manchmal täuschen einen die eigenen Erinnerungen, zumindest ein wenig, wie ich im Falle von „Spacehunter“ nun wieder erfahren habe. Der Film hat zwar die richtigen Zutaten – Amazonen, Fischmonster, irgendwelche fetten, missgebildeten Mutanten, Overdog, eine Heldentruppe um einen erfahrenen Abenteurer nebst plapperndem Sidekick, tolle Kostüme und Ausstattung -, bringt diese aber selten in der richtigen Form zusammen, was sehr schade ist. Das Problem läßt sich denk ich an der Figur des Overdog am besten beschreiben. Das ist ein Bösewicht wie aus dem Comicbuch, ein brutaler Cyborg, mit riesigen, dreifingrigen Metallklauen anstelle seiner Hände, vor dem alle, Feinde wie Untergebene, Angst haben. Man erkennt kaum, dass sich unter der Maske Michael Ironside verbirgt. Das Problem ist, dass er viel zu wenig Screentime hat, um überhaupt irgendeinen Eindruck hinterlassen zu können. Ich glaube, die Szene, die sich mir im Gedächtnis festgenagelt hat war ziemlich am Ende im Finale, wenn Wolff Nikki aus den Klauen von Overdog retten will. Es scheint mir auch so, als wäre mal eine Hintergrundgeschichte zu Overdog geplant gewesen, jedenfalls meine ich, dass ich den Namen Dog McNab oder so gehört habe, als Wolff sich zu Terra IX aufmachte und der alte Zausel, der beim Angriff auf das „Schienenschiff“ (ein Art Eisenbahnwaggon mit einem riesigen Segel zur Fortbewegung) den Namen ebenfalls erwähnt bzw., dass er und Overdog alte Feinde seine. Wie gesagt, ganz sicher bin ich mir nicht, aber selbst wenn, ist das wieder so ein typisches Beispiel für ein wenig durchdachtes Drehbuch, in dem eigentlich interessante Ideen ins Leere laufen oder halt einfach nicht weitergesponnen worden sind.

Insgesamt wirkt der Film auch sehr episodenhaft, es gibt eine Sequenz mit Amazonen in einer Art Höhle, die ein Wassermonster anbeten / diesem etwaige Eindringlinge zum Frass vorwerfen, dann gibt es eine Art alte Mine/altes Silo, in welchem Wolff und Nikki übernachten und dann von grotesken, aufgeblähten, weißhäutigen Mutanten angegriffen werden und der Showdown in Overdogs Domäne (das ist dann auch die im OT besagte forbidden zone). Das ist echt Alles sehr toll ausgestattet, Kostüme wie Make-Up passen in diese Mad Max-artige Endzeitwelt, aber es wirkt einfach unausgegoren, wenn man den Film von vorne bis hinten ansieht. Schade, ehrlich. Wenn man sich überlegt, dass Ivan Reitman („Ghostbusters“) einer der Produzenten gewesen ist und ein doch üppiges Budget von ca. 14 Mio. zur Verfügung stand, ist das Ergebnis umso unverständlicher.

Auch die Schauspieler können sich sehen lassen. Ironside als Overdog hatte ich ja schon erwähnt, dem fehlt leider einfach die nötige Screentime, um nennenswerten Eindruck hinterlassen zu können. Peter Strauss als Wolff passt in der Rolle des einzelgängerischen, aber doch guten Abenteurers, irgendwie hat er mich stellenweise, also vom Aussehen her, an Mark Wahlberg erinnert. Molly Ringwald spielt hier eine ihrer ersten Rollen als die einheimische Nikki, das ist okay, manchmal ist sie aber etwas zu schwatzhaft und neunmalklug. Ernie Hudson, der den Winston Zedmore in den ersten beiden „Ghostbusters“-Filmen spielte, tritt in der Rolle des Washington auf, eines Ex-Militärkameraden von Wolff, was, genrebedingt, zu einigen Animositäten führt, aber letzten Endes arbeiten sie, wie eben auch üblich, zusammen gegen die Fieslinge. War auch das erste Mal, dass ich ihn mit Glatze in einem Film sah, erstaunlich.

Der Soundtrack ist für solch eine Produktion in Ordnung, es gab jetzt aber kein nennenswertes Stück, an das ich mich erinnern könnte. Die Action ist ebenfalls durchweg als gelungen zu bezeichnen, es gibt Faustkämpfe, Laserbeschuss, viele Explosionen und im Finale noch eine Art Todeslabyrinth, welches als Unterhaltungsspektakel für Overdog und seine Bande dient. Hier sind mir dann auch einige, seltsame Handlungsverläufe aufgefallen: Wolff und Co. befreien die Gefangene, und es kommt hörbar und sichtbar in der Nähe des Labyrinths zu Tumulten und Kämpfen. Overdog schreit kurz irgendwas, aber dann wenden sich alle wieder dem Spektakel im Labyrinth zu so, als ob der Ausbruch nie stattgefunden hätte. Die Ausgebrochenen Häftlinge wiederum scheinen dann auch einfach abgehauen zu sein, jedenfalls sieht man keinen mehr von denen. Später dann schleicht sich Wolff alleine in Overdogs „Fusionskammer“, wo dieser gerade der armen Nikki ihre Lebensenergie entzieht (warum, wieso bleibt bestenfalls vage), aber abgesehen von 2 Wachen taucht auch hier überhaupt keiner von Overdogs Männern auf, um ins Geschehen einzugreifen, wo sind plötzlich alle, war Feierabend, gabs noch ne Runde Freibier oder was? Total unverständlich und nicht nachvollziehbar, aber, wie bereits erwähnt, symptomatisch für den gesamten Film.

Fazit: Ich hätte gerne, vor allem aufgrund meiner persönlichen Erinnerung an den Streifen, eine bessere Bewertung abgegeben, dies ist aber aufgrund oben genannter Mängel bedauerlicherweise nicht möglich. Manchmal täuscht einen da das eigene Gedächtnis, oder es versucht, eine Erinnerung zu beschönigen (nicht nur auf Filme bezogen, sondern ganz allgemein). Ein anderer Film aus den 80ern, der ähnliches Potential hatte, was aber dann auch nur bedingt ausgeschöpft wurde, dürfte noch „Metalstorm – The Destruction of Jared-Syn“ sein. Kurioserweise wurden beide Filme damals in 3D ins Kino gebracht, ob das evtl. auch zum mittelmäßigen Endergebnis beitrug, also dass man sich eher auf die 3D-Effekte konzentrierte als eine spannende, unterhaltsame Geschichte zu erzählen? Keine Ahnung, ich weiß es nicht. „Spacehunter – Jäger im All“ ist kein schlechter Film an sich, er bleibt jedoch hinter seinen Möglichkeiten z.T. deutlich zurück. Für Fans von 80er-Jahre Science-Fiction-Abenteuern ist er aber durchaus mal einen Blick wert.

5,5 - 6 von 10 Weltraumratten.

6/10
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Kommentare

10.04.2021 20:37 Uhr - Draven273
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Ach Harry :) der kommt doch noch im guten Mittelfeld bei Dir weg. Ist doch völlig ok. Damals fand ich den auch echt witzig und auch unterhaltsam, leider hab ich den bis heute nicht wieder gesehen. Daher hab ich mich bei Deiner so schön geschriebenen Review echt schwer getan, den wieder ins Gedächtnis zu bekommen. Und ich nutze die Zeit lieber zum loben, Deine Review ist nämlich mal wieder eine echt schöne Arbeit geworden und lesenswert dazu. Den von Dir angesprochenen Metalstorm kenne ich gar nicht. Reviewst Du den auch noch?

11.04.2021 13:43 Uhr - shharry2
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Danke Draven für deinen Kommentar. Ob ich "Metalstorm" in nächster Zeit mal ein Review spendiere, weiß ich ehrlich gesagt nicht, ich müßte ihn mir erstmal wieder anschauen, die letzte Sichtung ist auch schon ein paar Jährchen her.

12.04.2021 22:56 Uhr - Romero Morgue
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Saubere Review zu einem dieser Filme die man nicht mit heutigen Sichtweisen bewerten darf/sollte. Früher (1983) war das ein Highlight und schwamm auf der damaligen Welle an beliebten SciFi Filmen mit (und nebenher auch auf der kurzweiligen 3D Welle). KRULL, KRIEG DER EISPIRATEN, MUTANT und eben auch der bereits angesprochene METALSTORM um nur ein paar Exemplare zu nennen. Alles „liebenswerte“ Filmchen die mMn selbst heute noch jedem neueren B-Erguss das Wasser reichen können. 🙂
Danke für den kleinen nostalgischen Ausflug in die beste Zeit des Films und der Musik! 😉

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