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Der Morgen stirbt nie

Originaltitel: Tomorrow Never Dies

Herstellungsland:Großbritannien (1997)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Abenteuer, Action, Thriller
Alternativtitel:James Bond 007 - Der Morgen stirbt nie
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,01 (48 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ohne Rücksicht auf Verluste versucht ein größenwahnsinniger Medien-Zar, einen Atom-Krieg zu provozieren. Sein Ziel: Die Kriegsberichterstattung soll die Einschaltquoten hochtreiben. In einem dramatischen Wettlauf mit der Zeit versucht der Superagent ihrer Majestät, James Bond alias 007, die Katastrophe zu verhindern... (20th Century Fox)

eine kritik von mcguinness:

Als ich 16 war, habe ich bei einer Zeitung in Hong Kong angefangen. Ein richtiges Käseblatt, aber vom Chefredakteur habe ich eine wichtige Lektion gelernt. Der Schlüssel zu einer guten Story lautet nicht wer oder was oder wann, sondern wieso ?! Dein Freund Mr. Bond hat mich heute Abend lächerlich gemacht. Ich will wissen wieso ? "

 

 

Zwei Jahre ist es her, als Pierce Brosnan in der Rolle des britischen Geheimagenten in " GoldenEye " seinen Einstand gab und mich mit seiner Darbietung dermaßen beeindruckt hat, dass ich es gar nicht erwarten konnte, in den lang ersehnten Genuss einer Fortsetzung zu kommen, welche mir anno 1997 mit " Der Morgen stirbt nie " dann endlich präsentiert wurde und mich erneut vollkommen überzeugen konnte.

Auf dem Regiestuhl nahm diesmal Roger Spottiswoode Platz, welcher u. a. für den spannenden Thriller " Mörderischer Vorsprung " (1988) und die von mir geschätzte Komödie " Stop ! Oder meine Mami schießt ! " (1991) verantwortlich zeichnet. In " Der Morgen stirbt nie " präsentiert uns Spottiswoode dabei einen ganz hervorragenden Actionfilm, der sich in keinster Weise vor seinem übergroßen Vorgänger verstecken braucht, auch wenn es diesem schwer fallen dürfte, aus dem Schatten des famosen Erstlings zu treten, so werden wir dennoch rund 120 Minuten lang bestens unterhalten, ohne das auch nur die Spur von Langeweile aufkommen mag.

Dieses Mal erhält Bond den Auftrag den Medien - Mogul Elliot Carver genauer unter die Lupe zu nehmen, da von diesem Verstrickungen anzunehmen sind, welche durch einen brisanten Vorfall zu einem Krieg zwischen dem Vereinigten Königreich und der Volksrepublik China führen könnten, dessen Profiteur am Ende Carver wäre, da dieser so hofft, die informatorische Weltherrschaft gewinnen zu können. Unterstützung erhält Bond dabei von Wai Lin, welche quasi sein chinesisches Pendant darstellt und ebenso einen offenen Krieg zwischen den beiden Ländern verhindern will. Gemeinsam bilden sie eine unschlagbare Allianz, doch sind ihnen Carvers Schergen stets dicht auf den Fersen und setzen alles daran, die beiden zur Strecke zu bringen.

Ist der Auftakt in " GoldenEye " schon überaus eindrucksvoll gewesen, so wird dies folglich auch im zweiten Ableger erwartet und dieser kann sich wirklich mehr als sehen lassen und dürfte das Herz jedes eingefleischten Actionfans bis zum Hals schlagen lassen, wenn Bond sich auf einem geheimen Waffenumschlagplatz in Russland eines Kampfjets bemächtigt, mit Raketen und MG - Feuer den halben Platz in Schutt und Asche legt und in allerletzter Sekunde noch in die Lüfte entfliehen kann, bevor eine abgeschlossene Cruise - Missile das Zielgebiet endgültig dem Erdboden gleichmacht. Eine spektakuläre Einleitung weiß auch diesmal den Zuschauer wieder für sich zu gewinnen und in freudiger Erwartung auf das einzustimmen, was nun folgen wird und wofür die Marke " James Bond " seit jeher steht, nämlich einen überaus schlagkräftigen,, wortgewandten und smarten Hauptdarsteller, mitreißende Feuergefechte und atemlose Spannung von Anfang bis Ende, schöne Frauen, sowie ausgeklügelte technische Spielereien seitens des Schatzmeisters " Q ", welche in diesem Abenteuer hier ganz besonders zu beeindrucken wissen.

Als besonderes Highlight darf hier der BMW 750 genannt werden, welchen der gute " Q " mit allerlei Raffinessen ausgestattet hat, von denen jeder Autofahrer wohl träumen dürfte und der einen geradezu auffordert, sämtliche Verkehrsregeln zu brechen und sich insbesondere seiner Verfolger zu entledigen. Stinger - Raketen, die aus einer Vorrichtung vom Schiebedach abgefeuert oder mehrere kleine Krähenfüße, die aus dem Heck unterhalb des Kofferraums geworfen werden können, eine in der Motorhaube integrierte kleine Kreissäge, um selbst den stärksten Draht zu zerschneiden oder aber die Reifen, welche sich von selbst wieder aufpumpen, sollten diese Schäden genommen haben, um nur einige Vorzüge dieses High - Tech Vehikels zu nennen. Der größte Vorteil besteht allerdings darin, dass sich der Wagen auch ohne Fahrer steuern lässt, indem Bond auf seinem Handy nur über einen TouchPad streichen muss, wobei besagtes Mobiltelefon außerdem noch über einen Scanner für Fingerabdrücke, sowie einen mehrere tausend Volt starken Elektroschocker verfügt. Einfach der pure Wahnsinn, was der alte " Q " da ausgetüfftelt hat.

Wie bereits erwähnt erhält Bond im weiteren Verlauf Unterstützung von der chinesischen Geheimagentin Wai Lin, welche er erstmals auf einer Eröffnungsfeier des neuen Medienzentrums von Carver in Hamburg kennenlernt. Diese wird von Michelle Yeoh verkörpert, gesehen in " Tiger and Dragon " (2000) oder " Sunshine " (2007). Dieser möchte ich eine durchweg solide schauspielerische Leistung keineswegs absprechen, doch hätte ich mir hier aufgrund des persönlichen Geschmacks und optischer Vorzüge lieber eine Lucy Liu (Kill Bill 1 + 2, 2003 und 2004) oder aber eine Kelly Hu (The Tournament, 2009) gewünscht. Dennoch scheint auch Yeoh bestens mit den asiatischen Kampfkünsten vertraut zu sein und weiß sich eindrucksvoll auch gegen gleich mehrere Gegner zu behaupten.

Als Duo sind Bond und Lin jedenfalls ernstzunehmende Gegner für Carver und schaffen es doch immer wieder diesem im letzten Moment noch zu entkommen, sei es an einem riesigen Banner, an welchem die beiden nur an einem dünnen Seil hängend an der Außenfassade eines imposanten Wolkenkratzers in die gähnende Tiefe stürzen oder bei anschließender und nicht weniger adrenalintreibender Verfolgungsjagd auf einem Motorrad, mit welchem sie die Dächer von Ho - Chi - Minh - Stadt in Vietnam unsicher machen. Dabei sollte vielleicht nicht unerwähnt bleiben, dass beide permanent durch Handschellen miteinander verbunden sind, was nicht nur die Basis für tolle Actioneinlagen bietet, sondern zudem auch für so manchen Einfall zum schmunzeln verleitet.

Ihr großer Gegenspieler ist der Medien - Mogul Elliot Carver, dargestellt von Jonathan Pryce, gesehen u. a. in " Brazil " (1985) und " Evita " (1996). Mit seiner exzentrischen Darbietung weiß dieser das Bild eines machtbesessenen Soziopathen glaubhaft zu vermitteln, dem zum erreichen seiner Ziele jedes Mittel recht ist, dieser dabei buchstäblich über Leichen geht und selbst nicht davor zurückschreckt für seine eigene Frau einen Termin bei dem begabten Dr. Kaufmann zu vereinbaren, um an Informationen über Bond zu gelangen. Leider bleiben seine Aktionen abseits seiner Fingerfertigkeit zum manipulieren des Weltgeschehens recht blass, sodass die Drecksarbeit sein Mann fürs Grobe, welcher auf den Namen Stamper hört, erledigen darf.

Dieser schlanke, jedoch keinesfalls schwächliche junge Herr, wird von dem deutschen Schauspieler Götz Otto verkörpert, bekannt aus " Der Untergang " (2004) und " Iron Sky " (2012). Auch hier geht dieser stets mit deutscher Gründlichkeit ans Werk und agiert dabei genauso empathielos, wie man es von solch einem Unmenschen aus den beiden genannten Werken und den Umständen der damals gegebenen Ideologie erwarten würde. Mit Stamper liefert Bond sich den ein oder anderen Schlagabtausch, der seinen Höhepunkt im Finale auf einem Stealth U - Boot findet, in dem die Pyrotechniker nochmal all ihr Können unter Beweis stellen dürfen. 

So wurde mir mit Brosnans zweitem Einsatz im Auftrag Ihrer Majestät ebenfalls ein rundum gelungenes und fulminantes Actionspektakel geboten, welches zwar nicht ganz an den von mir in den Himmel gelobten " GoldenEye " herankommt, dennoch absolut sehenswert bleibt und in puncto Spannung, Einfallsreichtum und phantastisch in Szene gesetzter Action vollends überzeugen kann. 

9/10
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Kommentare

12.04.2021 17:19 Uhr - Lukas
1x
Leider ging es in der Brosnan-Ära nach Golden Eye kontinuierlich abwärts mit der Qualität der Bondfilme, wobei "Tomorrow never dies" immer noch deutlich besser als die beiden Nachfolger ist.
Die Review liest sich wie immer angenehm und man spürt deine innige Beziehung zu Pierce Brosnan gut. :-D

12.04.2021 17:31 Uhr - McGuinness
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@Lukas

Bis auf " Stirb an einem anderen Tag " finde ich die übrigen Teile mit Brosnan sehr gelungen und hätte diesen wie gesagt nur zu gerne noch weiter als Bond - Darsteller gesehen, woher vermutlich auch meine innige Beziehung zu diesem smarten Iren mit dem gewinnenden Lächeln rührt 😁

Über dein Feedback freue ich mich sehr ☺️

12.04.2021 18:13 Uhr - Draven273
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Jo....also das Brosnan Dein Bond ist merkt man einfach. Sei Dir gegönnt. Von der Action her ist der Film ok, aber die Story und so das ganze drum herum.... also kann man mögen oder nicht :) Der liegt bei mir im Mittelfeld derzeit, um genaueres zu sagen müsste ich den echt mal gucken und da kann dauern, weil er liegt mir nicht mehr vor. Da schreibe ich Dir dann gerne nochmal. Witzig waren aber die Dreharbeiten, zu dieser Zeit hatte meiner einer nämlich nichts besseres zu tun und hat sich den Spaß mal live angesehen. Unter anderem gab es da ja Aufnahmen auf einem Dach eines bekannten Hamburger Hotels etc. Natürlich macht Deine Review aber Spaß, ging gut und schnell zu lesen, hatte wieder einige Infos und wie gesagt Deine Begeisterung ist zu spüren und das macht doch vieles aus.

12.04.2021 18:52 Uhr - McGuinness
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@Draven273

Das du hautnah am damaligen Geschehen dabei gewesen bist, es handelt sich übrigens um das Hotel " Atlantic ", macht mich jetzt schon ein wenig neidisch, denn auch ich hätte nur zu gerne einen Blick auf die Dreharbeiten, insbesondere aber auf Brosnan erhascht.

Schau dir den Film ruhig nochmal an, auch wenn ich fürchte, dass du meine Begeisterung letzten Endes nicht teilen wirst, was aber auch vollkommen in Ordnung ist 😉

12.04.2021 19:26 Uhr - shharry2
1x
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Wie nicht anders zu erwarten war, ist dies wieder einmal ein äußerst gelungenes Review, Chapeau!
Ich würde persönlich einen Punkt weniger bei der Bewertung vergeben, ansonsten stimme ich dir in allen Belangen zu.

Ich kann mich noch daran erinnern, dass der Film damals von Brosnan (und Michelle Yeoh?) bei "Wetten Dass" promotet wurde, und zwar mit der Szene in Carvers neuem Medienhaus in Hamburg, wenn Bond und Wai Lin senkrecht die Wände entlanglaufen.
Klasse auch, dass wieder mal ein Deutscher in den Reihen der Bösewichter zu sehen ist und der Prolog auf dem internationalen Terroristenmarkt ist noch besser, als bei "Goldeneye".

Lediglich der Titelsong ist ziemlicher Käse, aber das Problem hat seitdem praktisch jedes Bondabenteuer.

12.04.2021 20:22 Uhr - McGuinness
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@shharry2

Vielen Dank auch für dein Lob 😊 und die erwähnenswerte Promotion bei " Wetten Dass ", ein Fakt, der mir gar nicht bekannt gewesen ist.

Der Prolog ist schon echt klasse... Kommt als glühender Verehrer von " GoldenEye " aus meiner Sicht aber nicht an dessen Einleitung heran 😉

An dem Titelsong, gesungen von Sheryl Crow, kann ich hingegen nichts aussetzen... Gefällt mir ganz gut 👍🏻

Ich hätte ja wahnsinnig gerne hierzu noch ein Game für den N64 gesehen, aber ich glaube, da kam nur etwas für die PS1, wenn ich mich jetzt nicht irre ??? 🤔

13.04.2021 00:05 Uhr - Punisher77
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Tolles Review zu einem Bond-Film, den ich auch sehr schätze. Du bringst die Vorzüge des Films gut auf den Punkt.

13.04.2021 02:19 Uhr - McGuinness
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@Punisher77

Das dir der zweite Ableger der Reihe ebenfalls ganz wunderbar gefällt, konnte ich bereits in deiner wunderbar verfassten Review zu diesem herauslesen 😉

13.04.2021 13:35 Uhr - shharry2
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12.04.2021 20:22 Uhr schrieb McGuinness
@shharry2

An dem Titelsong, gesungen von Sheryl Crow, kann ich hingegen nichts aussetzen... Gefällt mir ganz gut 👍🏻


Ist natürlich alles subjektive Ansichtssache, aber abgesehen von den ersten 17 Sekunden ist das Lied in meinen Augen totaler Käse, belanglos ohne Ende, kein Pfiff drinn, nüschts.

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