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Macabra - Die Hand des Teufels

Originaltitel: Demonoid, Messenger of Death

Herstellungsland:Mexiko, USA (1981)
Standard-Freigabe:FSK 18
Genre:Horror
Alternativtitel:Devil's Hand
La Mano del Diabolo
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,29 (14 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Die Reliquie eines Jahrhunderte alten Satanskults erwacht zu neuem Leben und verbreitet Wahnsinn und Tod unter den Menschen. In Mexiko hat der Amerikaner Mark Baines eine alte Silbermine erworben. Doch er hat Schwierigkeiten mit seinen Arbeitern, die behaupten, in der Mine sei die „Hand des Teufels“ verborgen. Eines Tages entdeckt Mark diese Teufelshand, befreit sie aus ihrem Gehäuse - und wird von ihr getötet. Voller Entsetzen flieht seine Frau Jennifer in die USA, doch auch hier ist sie nicht in Sicherheit. Das Böse folgt ihr und vernichtet jeden, der sich ihm in den Weg stellt. Ein Priester nimmt schließlich den Kampf gegen die satanischen Kräfte auf - doch auch er droht zu unterliegen... (84 Entertainment)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von shharry2:

Seit Freitag läuft die aktuelle Frühlingsstaffel von Schlefaz bei Tele5, was lag also näher, als den ersten Film dieser Staffel, welche den klangvollen Namen „Macabra – Die Hand des Teufels“ trägt, begleitet von den launigen Kommentaren von Oli und Peter, anzuschauen? Richtig, nicht viel, also schnell die richtigen Knöpfe auf der Fernbedienung des TV’s betätigt, und nach ner kurzen und nicht uninteressanten Einführung unserer beiden Schlefaz-Moderatoren ging es auch schon los mit der linken Hand des Teufels.

Inhalt: In einem mexikanischen Städtchen (ich habe den Namen vergessen, irgendwas mit Guata-so-und-so) versucht der Amerikaner Mark Baines durch eine Silbermine das große Los zu ziehen. Blöd nur, dass bisher nix gefunden wurde und ganz allgemein die Mine „La Quemada“ laut den Einheimischen eh nur Unglück bringt. Als Marks Frau Jennifer ihren Gatten besucht, wird dies als zusätzliches, böses Omen gewertet (Frauen in einer Mine bringen immer Unglück). Um die Arbeiter vom Gegenteil zu überzeugen, geht das Pärchen bis ins tiefste Innerste der Mine hinab (laut Mark wird hier seit 300 Jahren geschürft, da frage ich mich, wieso er glaubt, nach so vielen Jahren noch auf ne ergiebige Silberader zu stoßen?) und stößt dort auf eine geheimnisvolle Kultstätte voller bizarrer Statuen und dergleichen. Darunter befindet sich auch eine silberne, handförmige Schatulle. Die Arbeiter sind ob dieser Entdeckung eher nicht begeistert, und verlassen geradezu fluchtartig das Gelände der Mine.

Später im Hotelzimmer öffnet der betrunkene Mark besagte Schatulle, doch es rieselt nur Sand heraus. Nachdem er zu seiner Maid ins Bett gefallen ist, materialisiert sich aus dem Sand eine fiese Hand, nämlich offenbar die des Teufels! Die körperlose Hand grapscht Jenny an ihren Schenkeln herum, bis ihr Mann aufwacht, und einen Kampf mit der Klaue führt, an dessen Ende die böse Pranke offenbar verschwunden ist, und Mark das gerade Geschehene als Alptraum seiner Frau abtut. Am nächsten Tag geht Mark stiften (nicht ohne zuvor alle Arbeiter in die Mine zu schicken, und den Eingang per Sprengung zu blockieren), ohne seine Frau zu informieren, und ist plötzlich in Las Vegas der Star am Würfeltisch, und zwar so gut, dass er 23 Runden am Stück problemlos gewinnt. Das zieht die Neugier professioneller Falschspieler auf ihn, welche ihn entführen, um ihm seinen Trick zu entlocken, mit dem er solch eine Glückssträhne hervorbringen konnte. Es kommt zu nem Handgemenge, die bösen Jungs sind tot und Mark, der sichtlich mit seiner besessenen, linken Hand im Clinch steht, kommt letztlich auch in einem selbst verschuldeten Feuer zu Tode.

Als Jennifer nun seinem Begräbnis beiwohnt, und mit dem anwesenden Pater Cunningham über ihre Befürchtung, die Gefahr durch die Hand des Satans wäre noch nicht gebannt spricht, tut dieser das als abergläubisches Geschwätz einer traumatisierten Witwe ab. Doch die in den folgenden Tagen noch bevorstehenden Ereignisse werden ihn schlussendlich eines Besseren belehren…

Die Hand des Teufels ist ein kleiner B-Movieschlock, dem ich einen gewissen Charme nicht absprechen kann. Ich hatte den Film vor Schlefaz schon vor einigen Jahren bereits auf DVD gesichtet, das allerdings die Bildqualität dort so anders ist, wußte ich nicht mehr. Habe daher heute die DVD nochmals in den Player geschmissen, und das Bild ist stellenweise SO dunkel, dass man fast Nichts mehr erkennt, tolle Wurst (Laser Paradise eben). Dann lieber erneut den Film in der Schleflix-Mediathek begutachten. Davon mal abgesehen macht der Film stellenweise schon sehr viel Laune, wenn beispielweise die Darsteller mit der teuflischen Hand kämpfen, sieht das schon sehr bekloppt aus. Am besten hat mir Mark gefallen, bei ihm sieht es aus, als ob er sich die ganze Zeit mit aller Kraft in den Schritt greift, ein Schelm, wer drann denkt, wo er da wohl tatsächlich seine Patschehändchen hat. 😉

Klasse auch die Szene, in der Jenny mit einem Polizisten auf der Wache sitzt und darüber spricht, dass 2 männliche Tote in einem ausgebrannten Schuppen gefunden wurden. Einer ist der polizeibekannte Falschspieler Franky irgendwas, die andere Leiche, so vermutet die Polizei, wäre der Besitzer. Jenny verneint, dies sei sicher Mark. Der Polizist wiederum sagt, nein, das könne nicht sein, er wäre von irgendwelchen Verwandten identifiziert worden und die Leiche auf dem Weg nach Inglewood zum Begräbnis. Hä, was ist das für eine Aussage, irgendwelche Verwandte hätten ihn identifiziert? Verwandte von Mark selbst, oder Verwandte von jemand anderem, beides macht keinen Sinn. Noch unglaublicher wirkt diese Szene, wenn man zuvor sieht, wie Jenny eine verbrannte Leiche im Leichenschauhaus mit dem Polizisten ansieht und den Kopf schüttelt, als sei dies nicht Mark. Woher sollte denn diese Leiche sonst stammen wenn nicht von dem ausgebrannten Schuppen, wo man laut Polizei doch insgesamt nur 2 männliche Leichen gefunden hat?! Fragen über Fragen.

Total bedeppert sind auch die Dialoge:

Cunningham betet in der Kirche zu Gott: „Zeichen wie dieses werden immer mehr. Sie sagen alle dasselbe: Geh weg.“

Jenny zum Pfarrer: „Es hat Übrigens seinen Grund, warum ich zuerst zu ihnen gekommen bin. Wenn das ein Fall wäre, bei dem man mit gesundem Menschenverstand, Logik, oder irgendwelchen Techniken weiterkommen würde, dann wäre ich zur Polizei gegangen.“

Cunningham: „Sie kommen also zu mir, weil es was Ungewöhnliches ist? Was Übernatürliches, schwarze Magie, ein Fluch, eine dämonische Besessenheit? Wissen sie, wenn das der Grund ist, dann sind sie bei mir an der falschen Adresse.“

Oder die Sache mit dem Polizisten Leo Matson: Der ist das nächste Opfer der Teufelspranke, nachdem diese sich selbst von Mark getrennt hat, mittels Autotür der Polizeikarre. Dann entführt er plötzlich Jennifer, geht zu irgendeinem Arzt, zückt seinen Revolver und verlangt, dass dieser ihm die linke Hand jetzt sofort amputiert (Arzt: „Ja Sergeant, was wollen sie?“ Saunders: „Ich will das sie mir die Hand abnehmen“). Arzt und Schwester gehorchen, während Jenny mit Handschellen an einen Stuhl gefesselt wurde. Scheint gang und gebe in den USA zu sein, das man sich mal so ohne Weiteres – und vor allem ohne Betäubung, dass möchte Saunders nämlich so – mal ne Gliedmaße amputieren lassen kann. Die Amputation selbst wird dann noch mittels Lötkolben durchgeführt, fantastisch, diese Szene.

Was die Hand eigentlich will, wird nie so ganz klar, offenbar ist ihr primäres Ziel Jennifer, aber ob sie diese jetzt wie die anderen Opfer besitzen/als Wirt nutzen oder sie einfach nur töten will, bleibt ziemlich im Dunkeln. Liegt aber auch teilweise an den unterschiedlich existierenden Schnittfassungen. In der US-Version (OT: „Demonoid – Messenger of Death“) gibt es eine Szene, die als Flashback irgendwann vor ein paar Jahrhunderten spielt, dort wird ein blondes Girl von irgendwelchen kuttentragenden Mönchen verfolgt, ihr wird die linke Hand abgehakt, welche sich von selbst weiterbewegt, dann wird mit einem Dolch die Hand erstochen und in der silbernen Schatulle vom Filmanfang unter Verschluss gebracht. Zwischendurch gibt es immer wieder sekundenlang Einblendung einer Teufelsgestalt, mit Hörnern und Schwanz, welcher die linke Hand fehlt. Mir ist allerdings nicht ganz klar, ob die Hand dieses blonden Girls schon zuvor besessen gewesen ist oder erst hier die körperlose, lebendige Hand erschaffen wurde.

Weiterhin gibt es gegen Ende des Films noch folgende Szene: In der deutschen/internationalen Fassung taucht die vermeintlich zerstörte Hand urplötzlich wieder in Jennifers Appartement auf und greift ihr ins Haar. Jenny kreischt, die Kamera dreht sich in wilder Kreiselbewegung um sie herum, da friert das Bild ein, finito. In der US-Fassung geht das Ganze noch wenige Momente weiter, die Hand schleudert Jenny mit dem Gesicht nach vorne in einen Glastisch, das blutige Antlitz unserer „Heldin“ wird nochmal gezeigt, und dann ist auch hier der Film zu Ende. Ob Jenny tot ist oder nun vollkommen von der Hand besessen, ich weiß es nicht. Ich wußte auch nicht, bevor ich Schlefaz gesehen habe, dass hier solche Unterschiede in den Fassungen vorliegen, allein deswegen war es die Sichtung wert.

Nachdem Sergeant Matson seine Hand endlich losgeworden ist, bemächtigt sich diese des Arztes. Saunders wird umgebracht (die Krankenschwester übrigens auch, und zwar von der körperlosen Hand, die sich den Revolver des Bullen schnappt und beinahe wie Lucky Luke übers Eck die Schwester abknallt, muss man gesehen haben), und später sind sowohl der tote Bulle, als auch die tote Krankenschwester auf 2 Bahren aufgebahrt, und sehen aus, als ob sie urplötzlich um mindestens 40 Jahre gealtert sind. Warum, wieso, weshalb, erklärt uns der Film in keinster Weise.

Darstellerisch agieren hier alle grundsolide, die beste Leistung dürfte Samantha Eggar als Jennifer Baines bieten, ihr nimmt man die willensstarke, auf der Suche nach der Wahrheit durch Nichts abzubringende Witwe auch ab. Der alte Recke Stuart Whitman (in den 80ern in so manchen B- und C-Movies zu sehen, darunter „Söldner des Todes“ oder auch „Das Geheimnis der blauen Diamanten“) ist mir ein wenig zu zurückhaltend, da hätte ich mehr erwartet. In Nebenrollen sind noch Lew Saunders (war in 28 Folgen von „CHiPs“ zu sehen) als Leo Matson sowie Narcis Busquets als Dr. Rivkin zu sehen, dessen Auftritte haben mir auch recht gut gefallen. Ach ja, Roy Jenson, ein vielbeschäftigter Nebendarsteller (u.a. in „Der Mann, der niemals aufgibt“ oder „Die rote Flut“) gibt hier das erste Opfer der Hand, nämlich Minenbesitzer Mark Baines.

Der Soundtrack von Richard Gillis wiederholt sich zwar oft, aber er ist gar nicht mal so schlecht, vor allem das Hauptthema hat was für sich. Witzig ist noch der Kampf zwischen Jenny und dem zwischenzeitlich unter der Fuchtel der Hand stehende Cunningham. Der Pfaffe hat Jenny in der Kirche eingekesselt, mit mehr oder weniger klaren Worten überzeugt er sie – so hat es den Anschein –, dass es kein Entkommen gibt und sie nun von der Hand auserwählt wurde. Sie läuft auf ihn zu – er steht in dieser Szene übrigens hinter einer Art großem Bleiglasbild also die Dinger, die meist in den Kirchenfenstern eingebracht sind und irgendwelche kirchengeschichtlichen Ereignisse zeigen, und die besessene Hand hat er durch das Glas gehauen -, legt ihren Kopf in seine linke, sprich böse Hand, er holt mit einem Drehmeißel oder großen Schraubendreher aus, sticht auf ihren Kopf zu, doch dabei ist er so langsam, dass Jenny ihren Kopf rechtzeitig zurückzieht, und er sich das Teil in die eigene Hand reindonnert. Da er seine Hand durch das Glasfenster hindurch gesteckt hatte, kann er sie nicht mehr zurückziehen, es steckt ja der Meißel drinn. Dies gibt ihm nun genug Zeit und klaren Kopf, mittels eines Brenners seine Hand abzufackeln, bis tatsächlich nur noch Asche davon übrig, und er nun wieder voll und ganz der gute, alte Cunningham ist. Zwischendurch, also während die Hand von ihm Besitz ergriffen hatte, spricht er stellenweise auch in einem langsamen, knarrigen Tonfall nebst dem für richtig böse Fieslinge reservierten Lachen.

Fazit: „Macabra“ ist weder ein schrottiger, absolut langweiliger B-Film, noch ist er ein Trashknaller zum Abfeiern. Er liegt wie so oft irgendwo dazwischen, hat ein paar Highlights zu bieten, und ist größtenteils auch ansehbar. Wer auf einfache Horrorkost der späten 70er und 80er Jahre im Fahrwasser von „Der Exorzist“ und wahrscheinlich noch treffender, auf ähnlich gelagerte Filme wie die spanischen „Die reitenden Leichen“-Reihe steht, kann hier gerne mal reinschauen.

6 von 10 unheilvollen Grabschefingern.

6/10
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Kommentare

13.04.2021 16:47 Uhr - dicker Hund
1x
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Feine Titelwahl!

Das Review liest sich locker-leicht. Einige Straffungen wären bei Inhaltsangabe und Wiedergabe kompletter Szenen für meinen Geschmack nicht verkehrt, Dein Standpunkt kommt aber nicht zu kurz.

"Macabra" ist mit 6 Punkten ziemlich großzügig bewertet. Werde ihn mir mittelfristig auch noch einmal vornehmen, wäre aber aus der Erinnerung nicht höher als 5. Den kürzlich veröffentlichten Schnittbericht zur US-Fassung fand ich ebenfalls interessant.

13.04.2021 18:16 Uhr - Draven273
1x
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Ach ja :) Lieber Harry ich mag das ja wenn Du immer so schöne Schinken raussuchst, wo ich mich dann selbst immer Frage, warum ich das olle Ding im Regal stehen habe. Aber nun gut, dass war halt aus der Zeit wo man alles haben musste. Deine Reviewe beschreibt den Film absolut passend, zumindest von den Erinnerungen her die ich daran habe. Und wie dicker Hund schon so fein bemerkte, gut zu lesen sind sie grundsätzlich auch. Wenn ich ehrlich bin, ich glaube der kommt bei Dir besser weg als bei mir :) Ändert aber nichts an Deiner schönen Arbeit.

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