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Land of the Dead

Herstellungsland:USA (2005)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,03 (99 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Jetzt ist die Erde vollständig in der Hand von Zombies. Nur eine letzte menschliche Gesellschaft hat sich in einer befestigten Stadt verschanzt. Geschützt durch einen dicken Wall, fristen sie ihr Leben in Wolkenkratzern, hoch über dem trostlosen Treiben. Doch vor den Stadtmauern formiert sich eine Armee von Untoten, die nur nach einem giert: Menschenfleisch. Um sich vor dem drohenden Untergang zu schützen, wird eine Truppe von Söldnern angeheuert, die die letzte Schlacht gegen die Übermacht schlagen soll. (Universal Pictures)

eine kritik von dicker hund:

George A. Romero verlieh seiner "Dead"-Trilogie mit "Land of the Dead" einen Epilog in Spielfilmlänge, für welchen die "Stinker" mal wieder außerhalb ihrer Gräber flanieren. Hierzu schuf er eine satirische Sozialparabel, in welcher Dennis Hopper ("Easy Rider", "Texas Chainsaw Massacre 2") das Oberhaupt des Fiddler's Green namens Kaufman mimt. Dieses Gebäude ist ein leuchtender Turm mit frappierender Ähnlichkeit zum Chrysler Building in Manhattan, dessen Chef der Zynismus auf die schmalen Lippen geschrieben ist. In Richtung dieses modifizierten Wahrzeichens des Kapitalismus schlurfen die Untoten unter der Führung von Eugene Clark als Big Daddy, wobei ihre Anläufe zu illegalen Grenzübertritten sicherlich nicht zufällig an die Migrantenströme dieser Welt von Süd nach Nord erinnern. Gegenentwurf zu den reichen Bonzen, die gegenüber den immer menschlicher werdenden Zombies die Schotten dicht machen, ist der human eingestellte Protagonist Riley (Simon Baker).

"In der Welt, die ich suche, gibt es keine Zäune."

Hier aber schon. Zunächst nur jenseits derer spritzt reichlich Blut aus den Köpfen der Aufersteher, welches einen irritierend glatten CGI-Look hat. Mit diesem wird der geneigte Fan jedoch schnell versöhnt, sobald mehrfach vorhandene Kannibalismus-Impressionen die Latex-Sehnen überspannen, was bis hin zu frameweise präsentierten Ausweidungen reicht (Gewalt 8/10). Diese Härte findet in Gestalt der sinisteren Stimmung passende Gefolgschaft, wenn die Beißer durch den nachtschwarzen Nebel taumeln (Horror 5/10). Der Kampf gegen sie ist allerdings actionlastiger geworden, nicht nur aufgrund der Silvester-Raketen, die als Ablenkung eingesetzt werden, sondern auch wegen der explosionsreichen Schlachten. Zwischendurch kommen die Romero-typischen pazifistischen Mahnungen zu Wort.

"Das heißt guter Schuss, Charlie, einen schönen Schuss gibt es nicht."

Dieser Charlie (Robert Joy, Remake von "The Hills Have Eyes") steuert mit seinen naiven Bemerkungen etwas galligen Humor (4/10) bei, der Verstärkung seitens des subtilen Augenzwinkerns erhält. Dass die bald von Slack (Asia Argento, "Mother of Tears") verstärkte Truppe zum Beispiel nach Kanada flüchten will, vereint sich mit dem Gastgeberland des tatsächlichen Drehorts. Natürlich sollen an dieser Stelle die meta-komischen Cameos von Tom Savini oder Simon Pegg nicht unerwähnt bleiben. Weitere Querverweise gibt es zuhauf, genannt sei nur noch die Dead Reckoning, ein gepanzertes Fahrzeug, das gewiss nicht zufällig an jenes aus dem Remake von "Dawn of the Dead" erinnert. Es stellt zugleich einen möglichen Ausweg aus dem Moloch dar, in welchem dekadenter Luxus mit Stripperinnen (Sex 2/10) und Gladiatorenkämpfen die Bedürfnisse der in den Slums um das Hauptgebäude herum vegitierenden Massen befriedigen soll.

Viele der Letztgenannten fallen angesichts der äußeren Bedrohung durch die Menschenfresser auf die Verheißungen des egozentrischen Anführers mit den vielen Geldbündeln herein, insbesondere die Söldner um Cholo (John Leguizamo, erste Fortsetzungen zu "Stirb Langsam" und "John Wick"). Ihr schießwütiges Treiben wird beiläufig als "Massaker" kommentiert, was im Hinblick auf das Entstehungsjahr ein Verweis auf den zweiten Irak-Krieg sein könnte, der 2003 begann und mit zahlreichen Skandalen um Misshandlung von Gefangenen (Stichwort Abu Ghuraib) und ähnlichem einherging.

Nach alledem liefert diese große Filmperle (8/10 Punkten) dem Zombiefreund durchaus wie bestellt, lässt jedoch im Gegensatz zum 2004er Ansatz von Zack Snyder die beiläufige Gesellschaftskritik nicht vermissen. Als zur Entstehungszeit dessen Original von 1978 noch beschlagnahmt war, ging "Land of the Dead" beanstandungsfrei in ungeschnittener Form mit Erwachsenenfreigabe durch die FSK, obwohl er in Sachen Robustheit keine besonders großen Unterschiede aufweist.

 

 

8/10
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Kommentare

23.06.2021 08:00 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 8
Erfahrungspunkte von McGuinness 840
Den seh ich auch heute noch ziemlich begeistert... So wie ich deine Review hierzu mal wieder zum fressen gerne hatte 🧟‍♂️🧟‍♀️

23.06.2021 11:06 Uhr - sonyericssohn
1x
Moderator
User-Level von sonyericssohn 21
Erfahrungspunkte von sonyericssohn 9.052
Hehe, ich fand den leider etwas albern. Aber trotzdem nicht schlecht ! Im Gegensatz zu den Vorgängern aber ziemlich unterlegen... Müsste den evtl. mal wieder auffrischen.

23.06.2021 14:15 Uhr - CheesyAK47
1x
Ich mag Land of the Dead auch sehr gern, genauso wie deine Reviews! Film 8/10, Review 10/10. Bravo!

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