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Laid to Rest

Herstellungsland:USA (2009)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror, Splatter, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,70 (97 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Wer in einem Sarg liegt, steht nicht mehr auf. Normalerweise. Doch normal scheint für die junge Frau in der Leichenhalle kaum etwas, als sie erwacht. Sie kennt weder ihren eigenen Namen, noch weiß sie, wie sie an diesen Ort geraten ist. Nur als plötzlich ein alter Mann vor ihren Augen erstochen wird, weiß sie eines sicher: Sie soll das nächste Opfer sein! Ihren Todeskampf will der Killer mit der silbernen Totenkopfmaske mit seiner Videokamera filmen. Nur knapp entkommt sie ihrem Schicksal. Vorerst - denn der Mörder ist ihr schon auf den Fersen. Eine Nacht des Grauens beginnt und endet in einem Nerven und Gliedmaßen zerfetzenden Finale.
(I-ON NEW MEDIA)

eine kritik von dicker hund:

Robert Hall hat sich vor allem als Spezialeffekt-Techniker zum Beispiel für "Wishmaster" oder "Akte X: Der Film" einen Namen gemacht, weniger dagegen als Regisseur. In dieser Funktion hat er jedoch den Slasher "Laid to Rest" auf die Beine gestellt, der für die FSK reichlich Federn lassen musste, und dessen Fortsetzung gleich auf Liste B indiziert worden ist. Ob diese jemals von hündischen Nüstern geprüft werden wird, bleibt offen. Denn das hier Gebotene erweist sich selbst in der zu Grunde gelegten Unrated als durchwachsen (5/10 Punkten).

Schon der Vorspann nervt mit einem billigen Digi-Look, nichtssagend hektischen Schnitten und austauschbarem Elektrogitarren-Geschrammel. Die Inszenierung entschleunigt in der Folge, und auch die musikalische Untermalung bessert sich später, indem sie etwas adäquater mit der Stimmung mitzugehen versucht. Die Bildqualität bleibt jedoch erhalten, was gleich einem Brandzeichen die Aura minderbemittelten C-Schundes hinterlässt. Hauptdarstellerin Bobbi Sue Luther ("The Poughkeepsie Tapes") wirkt davon überfordert, wenn sie die strunzdumme Trulla in dem Sarg mimen muss.

"Hast Du einen Namen?"

- "Ja, wahrscheinlich."

Charisma oder Schauspielqualitäten liefert sie dagegen kaum. Wenn sie mit einer unsichtbaren Armverletzung über die Straße schlurfen soll, macht sie dabei X-Beine, als sei ihre einzige Sorge der Standort der nächsten Toilette. Ihre Rolle hält dieses Niveau zugegebenermaßen mit links. Es kulminiert in einer abwegigen Frage an den Herrn mit der spiegelnden Blechmaske, der auf der Schulter eine dämliche Handkamera gerade so trägt, als sei es der Plüschpapagei eines Karnevals-Piraten:

"Sind Sie von der Polizei?"

Angesichts dieser unfreiwillig komischen (Humor 2/10) Figurenzeichnung scheint klar, dass die Gehirnzellen versehentlich in Richtung der üppigen Oberweite falsch abgebogen sind. Szenen, die mangels sonstiger Substanz nach näherer Inspektion letzterer geradezu schreien, bleiben dennoch züchtig bedeckt (Sex 2/10). Dass Boobsy, sorry, Bobbi Sue Luther, so ... schwachbrüstig aussieht, liegt vielleicht auch an den hoffnungslos überlegenen Nebenrollen, die sie gnadenlos an die Wand spielen. 

Kevin Gage ("Chaos") als sozialcouragierter Autofahrer Tucker weiß auf Anhieb zu gefallen, seine skeptisch-zynische Filmfreundin Cindy hat mit Lena Headey ("Game of Thrones") ohnehin ein Gesicht an Bord, dessen Talent-Implikationen über alle Zweifel erhaben sind. Selbst Sean Whalen ("Rob Zombies Halloween II") wirkt als der scheue Nerd Steven dreimal so authentisch wie die Protagonistin, obwohl er über das Internet - wohl gemerkt in einem Streifen aus dem Jahr 2009 - so sprechen muss, als sei es eine gerade erst etablierte Erfindung. Nicht einmal die ihm zugemutete cheesige Alptraumsequenz bringt ihn aus der Fassung. Statt jener sorgen die zerstückelten Leichen in diversen Särgen für halbwegs wirkungsvollen Horror (6/10), für den der Chromeskull, wie das Sequel dann gleich betitelt wurde, verantwortlich ist. 

Dieser gibt in den drastischen Gore-Szenen Gummi, die der einzige wirklich interessante Aspekt des Films sind. Wenn sein Kampfmesser drauf los metzelt, wird erkennbar, wohin das meiste Budget geflossen ist (Gewalt 7/10). Damit geht zumindest die Hauptmotivation, warum man sich einen Titel dieses Subgenres gibt, konform mit der gebotenen Kost. Die meisten Kategorie-Kollegen haben dazu noch ein ansprechendes Setting und kompetente Kamera-Einstellungen zu bieten. Diese erschöpfen sich hier jedoch allenfalls in Standards. Nicht einmal der Friedhof wirkt atmosphärisch, weil alles so steril-grell erleuchtet ist wie in einem Cola-Werbespot.

Zusammengefasst hat "Laid to Rest" einige deftige Splattereien, fähige Stars - wenn auch nur in den Nebenrollen -, Ansätze von zielführenden Schockbildern und den Auslach-Effekt seiner eigenen Stupidität zu bieten. Die zentralen Figuren des Flicks erweisen sich dagegen als schlechte Witze, die Umgebungen als "stets bemüht fotografiert", die Bildqualität als grottig, Versuche von Erotik als mutlos-langweilig und der Plot als hanebüchen vor dem Herrn.

5/10
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Kommentare

20.06.2021 11:26 Uhr - Mynan
1x
User-Level von Mynan 7
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Deine wie üblich sehr wortgewandte und unterhaltsame Kritik trifft wirklich haargenau meine Sichtweise auf dieses Werk. Die einzelnen Punkte (Billiglook, Schauspiel ...) habe ich absolut genauso empfunden, als ich "Laid to Rest" vor ein paar Tagen eine zweite Chance gegeben habe, mich aber wieder genauso duchquälen musste, wie beim ersten Mal vor einigen Jahren. Die Effekte sind tatsächlich das einzige, was hier auf der Habenseite zu verbuchen ist. Ich bin ein Freund von gelungenen Slashern und wollte diesen Film gerne mögen, aber das wird wohl nichts mehr, leider.

20.06.2021 11:35 Uhr - leichenwurm
1x
DB-Helfer
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Schon ewig nicht mehr gesehen... hatte aber auch damals schon die ganzen Vorschussloorbeeren, sowie diverse überschwänglich positive Berichte einiger Genre- Magazine wenig nachvollziehen können. Vor allem Chrome Skull wurde ja quasi ad hoc so etwas wie Kult- bzw Slasher-Ikonenstatus zugesprochen. Mich hat der hagere, wenig imposante Glatzkopf aber eher zum naserümpfen angeregt. Zensurtechnisch war da ja einiges los, und das hat den Film letzlich interessant gemacht... die Goreszenen sind dann auch tatsächlich das einzige was hier im Gedächtnis bleibt... ! Schliesse mich deinem Review und der Wertung also komplett an... klasse Review dicker Hund ;-) !

20.06.2021 18:30 Uhr - Randolph Carter
1x
User-Level von Randolph Carter 3
Erfahrungspunkte von Randolph Carter 109
Den hab ich auch nicht so gut in Erinnerung. Besonders das dumme Verhalten der Figuren hat auch bei mir für diverse Stirnfalten gesorgt :-D Der zweite Teil war da schon besser, mal sehen ob oder wie es mit der Reihe weitergeht, nachdem Robert Hall verstorben ist... Und wie immer natürlich eine schön verfasste Review von Dir :-)

20.06.2021 23:43 Uhr - Lukas
1x
Ja Mensch, wusste gar nich, dass sich Lena Headey in den Schrott verlaufen hat. Die Info is wahrscheinlich fast interessanter als der Film an sich. ;-)

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