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Stirb an einem anderen Tag

Originaltitel: Die Another Day

Herstellungsland:Großbritannien (2002)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Abenteuer, Action, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:James Bond 007 - Stirb an einem anderen Tag
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,13 (36 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

James Bond setzt alle Hebel in Bewegung, um Sie in diesem actiongeladenen Abenteuer auf eine unvergessliche, Adrenalin ausstoßende Achterbahnfahrt um den Globus mitzunehmen. Von einer dunklen Zelle in einem nordkoreanischen Gefängnis bis zu den traumhaften Stränden Kubas verfolgt 007 einen teuflischen Verbrecher, der die Erde aufschlitzen will - im wahrsten Sinne des Wortes. Jetzt liegt es an Bond, mit der Hilfe einer temperamentvollen amerikanischen Agentin die Pläne des diabolischen Genies auf Eis zu legen. (20th Century Fox)

eine kritik von mcguinness:

" Im Krieg sucht der siegreiche Stratege den Kampf nur dann, wenn er die Schlacht bereits gewonnen hat "

 

 

Nach drei erfolgreichen Einsätzen in " GoldenEye " (1995), " Der Morgen stirbt nie " (1997) und " Die Welt ist nicht genug " (1999), durfte Pierce Brosnan in " Stirb an einem anderen Tag " (2002) zum (leider) letzten Mal in seine bis heute beste Rolle als britischer Geheimagent schlüpfen, dessen Schlagfertigkeit, Kultiviertheit und einzigartiger Charme mich tief beeindruckt haben und ich diesen daher nur zu gerne auch in nachfolgenden Produktionen zum mitunter wohl berühmtesten Franchise der Welt gesehen hätte, mit dem legendären Zahlencode " 007 ".

Für Bonds letztes Abenteuer engagierte man den neuseeländischen Regisseur Lee Tamahori, bekannt für seine Werke " Auf Messers Schneide " (1997) und " Im Netz der Spinne " (2001. Das Drehbuch schrieben Neal Purvis und Robert Wade, welche bereits beim Vorgänger " Die Welt ist nicht genug " ihre Finger im Spiel hatten, doch sollten diese zusammen mit Regisseur Tamahori in diesem abschließenden Werk der Brosnan - Reihe ein weitaus weniger glückliches Händchen beweisen, da mir persönlich dieser Ableger am wenigsten gefällt.

Inhaltlich geht es kurz gesagt um Verrat und Intrigen, denen Bond sich gleich zu Anfang ausgesetzt sieht und als deren Folge er stolze 14 Monate in einem nordkoreanischen Foltergefängnis festgehalten wird. Auf Rache sinnend und offensichtlich nicht auf die Unterstützung des MI6 hoffen könnend, versucht Bond auf eigene Faust den Verräter ausfindig zu machen, welchen er in den eigenen Reihen vermutet. Seine Nachforschungen führen ihn zu dem Millionär Gustav Graves, welcher ein Vermögen mit einem Diamantenfund auf Island gemacht hat und bei dem Bond eine Verbindung zu dem Terroristen Zao vermutet. Unterstützt wird Bond dabei von der NSA - Agentin Jinx und gemeinsam nehmen die beiden den Kampf gegen Graves und Zao auf.

Das Bond hier nicht vollkommen allein agiert, sondern eine nicht minder begabte Partnerin an die Seite gestellt bekommt, sahen wir bereits in " Der Morgen stirbt nie ", doch sehen wir hier eine meiner Meinung nach wesentlich attraktivere und passender gewählte Begleiterin, die nicht nur rein äußerlich besser mit unserem Helden zu harmonieren weiß, als es Michelle Yeoh konnte, sondern uns zudem auch mehr ihrer weiblichen Reize offenbart, von denen ich nur zu gerne gekostet hätte.

Verkörpert wird diese heißblütige Raubkatze mit Namen Jinx dabei von Halle Berry, gesehen in den " X - Men " - Filmen (2000 - 2014) oder " Monster's Ball " (2001), deren weiblichen Attributen ein James Bond selbstredend nicht widerstehen kann, mir der Weg zum anvisierten Abenteuer in den Federn dann allerdings doch etwas zu schnell ging. Wo Brosnan sonst hat seinen markanten Charme sprühen lassen und zumindest mehr als ein oder zwei anzügliche Andeutungen von sich geben musste, um das Objekt seiner Begierde zur Paarung aufzufordern, gelingt ihm dies hier relativ plump und ohne die sonst so typischen Raffinessen, was nun entweder seiner jahrelangen Routine geschuldet oder aber der Einfallslosigkeit der Produzenten zuzuschreiben ist.

Mit dem aufsuchen einer geheimen Klinik auf Kuba, in welcher dank Gen - Therapie speziellen Patienten zu einem neuen Aussehen verholfen wird, trifft Bond auf seinen alten Erzfeind Zao wieder, welchem er zuletzt in Nordkorea und als Austausch für seine Freilassung begegnet ist. Dessen Transformation scheint noch nicht abgeschlossen zu sein, als Bond diesen unter einer quietschbunten Maske liegend entdeckt, welche eher amüsant wirkt, als das diese uns einen bedrohlichen Eindruck vermitteln kann. Hier hätte ich mir doch sehr eine Operation wie in " Face Off - Im Körper des Feindes " (1997) gewünscht, die uns zumindest einen blutig - grausigen, wenn auch recht kurzen Blick auf das geboten hätte, was der geneigte Zuschauer mit solch einer Verschönerung nun mal verbindet, anstelle dieser doch recht weichgespülten Variante. Auch die folgenden Actionsequenzen rund um die Flucht Zaos aus besagter Klinik nebst Verfolgung durch Bond und Jinx wissen zwar zu unterhalten, stehen in ihren Schauwerten aber den Vorgängern deutlich nach und konnten mich zumindest nur bedingt begeistern. Schade, denn gerade das tolle Setting auf Kuba wäre hier für eine wilde Verfolgungsjagd durch die Straßen und Gassen, sowie dazugehörige ausladende Feuergefechte, besonders geeignet gewesen.

In Gustav Graves, gespielt von Toby Stephens und bekannt aus " Der große Gatsby " (2000) oder " Severance - Ein blutiger Betriebsausflug " (2006), findet Bond zumindest einen ebenbürtigen Gegner, dessen Überschuss an Testosteron sich beide Herren zunächst in einem aus dem Ruder laufenden Fechtduell entladen, in dessen Eröffnung wir zudem den Pop - Star " Madonna " zu sehen bekommen, welche hier auch den Titelsong " Die another Day " singen durfte. Bevor Bond und Graves jedoch wieder ordentlich aneinander rasseln, muss sich der Zuschauer bis zum Ende gedulden, wobei Graves dann jedoch in seinem Anzug, mit welchem er den Super - Mega - Laser - Satelliten " Icarus " steuern kann, geradezu lächerlich wirkt und eher den Anschein erweckt, als wäre er einer wildgewordenen Superhelden - Adaption entsprungen, dessen ausströmende Blitze zuweilen an die des Imperators aus " Die Rückkehr der Jedi - Ritter " (1983) erinnern.

Auch die Entwicklungen des neuen Schatzmeisters " Q ", Desmond Llewelyn war leider schon 1999 im Alter von 85 Jahren gestorben, konnten mich nicht überzeugen und wußten mir auch nicht zu gefallen, deren hanebüchener Höhepunkt in einem Aston Martin gipfelt, der eine Tarnfunktion besitzt und somit für das menschliche Auge unsichtbar wird, Bond sich mit diesem aber kurioserweise quasi lautlos fortbewegen kann. Dieser doch sehr auffällige Computereffekt bleibt leider nicht das einzige Salzkrümmelchen in der auch sonst nur lauwarmen Suppe, welche dem sich nach etwas bodenständigerer Action sehnenden Zuschauer kredenzt wird. So ist der Einsatz von CGI nur überdeutlich in einem Eispalast auf Island zu sehen, aus welchem Bond seine Angebetete Jinx vor dem ertrinken zu retten versucht und dabei mit seinem Aston Martin im Feuergefecht mit Zao diesen buchstäblich zum einstürzen bringt. Oder aber die Flucht vor einer riesigen Flutwelle, ausgelöst durch eine herabstürzende Eiswand ins Meer, vor welcher Bond mittels umfunktioniertem Fallschirm und improvisiertem Surfbrett flieht, wirkt für solch eine teure Produktion recht beschämend, wenn auf derart schlecht getrickste CGI - Effekte zurückgegriffen wird.

Zusammengefasst wurde mir mit Brosnans letztem Abenteuer ein allenfalls mittelmäßiger James Bond - Film präsentiert, der in einigen Bereichen recht enttäuschend wirkt und sich u. a. ungewollt der Lächerlichkeit preisgibt, da sich die oftmals gegenseitig zu übertreffend versuchten Actioneinlagen in schlechten computergestützten Animationen ergießen, wodurch es selbst für Bond - Fans eher zu Kopfschütteln und schmunzeln kommen dürfte, als das hier ernsthafte Begeisterung aufkommen mag. Wie gerne hätte ich Brosnan noch in weiteren Produktionen der nachfolgenden Bond - Filme gesehen, doch entschied man sich leider für Daniel Craig, mit welchem ich bis heute nicht so recht warm werde, auch wenn mir seine bisherigen Beiträge zum Bond - Franchise sehr gut zu gefallen wissen, was allerdings nicht an seiner Person, sondern eher an den Drehbuchautoren, Produzenten und dem jeweiligen Regisseur liegt. 

5/10
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Kommentare

18.04.2021 16:47 Uhr - TheMovieStar
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Ich bin beileibe kein Bond Fachmann und schaue die Filme, wenn sie mal im TV kommen und nichts anderes läuft. Deine Reviews zu den einzelnen 007 Abenteuern sind gekonnt formuliert, informativ und sehr lesenswert. Auch dieses hier gefällt mir gut und zu Brosnan muss ich sagen, dass ich von ihm nur den Golden Eye gesehen habe und mir der Typ noch nie sympathisch war. Den Film fand ich mittelprächtig.
Mein Lieblingsbond ist Roger Moore dicht gefolgt von Timothy Dalton...

18.04.2021 17:36 Uhr - McGuinness
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@TheMovieStar

Vielen lieben Dank für dein Lob, MovieStar... Darüber freue ich mich wirklich sehr ☺️

An Brosnan scheiden sich bekanntlich ja die Geister, wobei viele eingefleischte Bond - Fans nur wenig Sympathien für diesen hegen und meistens halt Connery oder Moore favorisieren 😉
Bei mir ist es nunmal Craig, welchen ich nicht besonders schätze, doch werde ich weitere Bond - Abenteuer auch zukünftig verfolgen, egal wer da noch alles kommen mag.

18.04.2021 22:17 Uhr - Lukas
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Oh je, das schmerzt sicher, einem Brosnan-Bond nur 5 Punkte geben zu können, gell?! Aber gut, so ist es leider, der war halt auch eher nix.
Zum Glück hat der Neustart der Reihe den Karren dann souverän aus dem Dreck gezogen.

18.04.2021 22:25 Uhr - McGuinness
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@Lukas

Oh ja, einen derartigen Abgesang auf meinen Helden hinnehmen zu müssen, war sicherlich nicht leicht für mich 😪 aber nun gut, gelungen ist der Neustart allemal... wenngleich auch ohne Brosnan 😉

19.04.2021 08:32 Uhr - Ghostfacelooker
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^@Moviestar ....und mir der Typ noch nie sympathisch...das ist der beste Kommentar von dir seit gefühlt...EVER^^^^

19.04.2021 09:31 Uhr - McGuinness
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@Ghostfacelooker

🤣🤣🤣 Das glaube ich dir nur zu gerne, dass dir der Kommentar von MovieStar gefällt 🤣🤣🤣

19.04.2021 11:56 Uhr - Draven273
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Ach ja, der Bondfilm mit der gigantischen Welle, ach was hab ich sie geliebt... Die beste....äh nee... die beschi.... Szene in ganzem Film. Wer auch auf die Idee kam, ist inzwischen hoffentlich seinen Job los. Für Brosnan leider ein etwas schlechter Abgang. Ich gehe davon aus, das hättest Du dir sicher anders gewünscht :) Trotzdem ist die Action aber gar nicht so verkehrt in dem Film. Paar spaßige Sachen kommen da schon vor. Ansonsten kann ich Dir da nur zustimmen. Wieder schön gemacht Herr Guinness

19.04.2021 13:20 Uhr - McGuinness
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@Draven273

Zweifelsohne eine überaus peinliche Welle aus dem Rechner, die da auf den entsetzten Zuschauer losgelassen wird, der sich vermutlich fragte, ob er gerade im falschen Film ist ?!
Für Brosnan leider ein Abgang mit Tiefgang, auch wenn einige Actionszenen noch punkten können, im großen und ganzen war das nix 😒

Über deinen Kommentar freue ich mich allerdings mal wieder sehr und spreche dir hiermit meinen besten Dank aus ☺️

19.04.2021 23:05 Uhr - Kaiser Soze
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Schöne 007-Brosnan-Reviewreihe! Da haste echt mega ausführlich gezeigt, warum Du die Filme magst und / bzw. wieso gerade dieser anders abschneidet als dessen Vorgänger. Super geschrieben. Ich hab diese vier Filme vor einigen Monaten (?!) Nochmals geschaut und war schockiert, wie schlecht die für nicht gealtert sind. GoldenEye gefiel mir als einziger Teil noch ganz gut. Ohja, wie die Zeit vergeht. Egal, spitze rezensiert!

20.04.2021 08:24 Uhr - McGuinness
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@Kaiser Soze

Dein Lob nehme ich gerne an, vielen lieben Dank dafür ☺️

Bis auf diesen recht vermurksten Teil hier, wissen mich die übrigen Filme auch heute noch durchweg zu begeistern, was letzten Endes aber natürlich immer im Auge des Betrachters liegt 😉

21.04.2021 15:24 Uhr - shharry2
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Sehr schönes Review, wobei ich dir, wie schon angedeutet, nicht zustimmen kann. ;-)

Gerade wegen dem völligen Overkill, was den Plan von Graves, der finale Kampf mit ihm, das Auto im totalen Stealth-Modus oder die Story selbst betrifft, macht der Film solchen Spaß, jedenfalls mir. ;-)
Klar, die Welle und Bond auf dem selbstgebauten Surfbrett sahen schon 2004 peinlich aus, der Rest ist aber wie ich finde ok bis sehenswert.
Alleine der Schwertkampf im Gentlemens-Club ist so dermaßen geil, sehe ich mir immer wieder gerne an.

Manches läßt mich aber auch heute noch Grüblen, warum z.B. Zao über Jahre die Diamanten einfach in seinem Gesicht hat stecken lassen, macht Null Sinn. Kann mir kaum vorstellen, dass man die nicht relativ einfach operativ hätte entfernen können.

Und der Titelsong war m.M.n. der letzte, der tatsächlich gelungen und anhörbar ist.

21.04.2021 17:33 Uhr - McGuinness
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@shharry2

Schön, dass ich mit dir auch bei meiner abschließenden Review zur Brosnan - Bond - Reihe rechnen kann 😊

Wie bereits angekündigt wußte ich, dass dieses letzte Abenteuer hier bei dir wesentlich besser abschneiden würde, was ja auch vollkommen in Ordnung ist 😉 wobei ich sagen muss, dass auch mir der Schwertkampf mit Graves gut gefallen hat, straff und von männlichem Ehrgeiz geführt, ein durchweg unterhaltsames Spektakel ⚔️

Die Steinchen hätte der gute Zao sich allerdings problemlos entfernen lassen können, doch passte seine funkelnde Visage einfach zum Kontext des Films, in welchem die Edelsteine ja eine tragende Rolle spielen und die Bedeutung dieser so nochmal unterstrichen wird, aber das sind nur vage Vermutungen meinerseits.

Der Titelsong sagte mir hier jedoch gar nicht zu... Zu modern und poppig, aber nun gut, Geschmäcker sind halt verschieden ☺️

Jedenfalls freue ich mich sehr über dein Feedback und bin schon gespannt, welche Review du als nächstes präsentieren wirst ? 😃

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