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Jacob's Ladder - In der Gewalt des Jenseits

Originaltitel: Jacob's Ladder

Herstellungsland:USA (1990)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Mystery
Alternativtitel:Dante's Inferno
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,71 (17 Stimmen) Details
inhalt:
Jacob Singer ist total verwirrt. Sein ganzes Leben wird auf einmal ein heilloses Durcheinander. Es häufen sich die Erinnerungen an sein früheres Leben - an seine Verwundung im Vietnamkrieg, seine frühere Ehe und seinen verstorbenen Sohn. Das Schrecklichste sind allerdings seltsame Visionen, die ihn ständig heimsuchen: Gesichtslose Dämonen, Teufelsfratzen und seltsam verstümmelte Monster. Seine Alpträume werden real und sein Leben wird zu einem unglaubwürdigen Abenteuer. Verzweifelt versucht Jacob, die Ursache für sein Leiden zu finden. Da trifft er zufällig ein paar Vietnamveteranen, die über das gleiche Schicksal klagen. Haben ihre gemeinsamen Visionen etwas mit dem brutalen Krieg zu tun? Doch die Auflösung ist weitaus erschreckender...
eine kritik von ghostfacelooker:

Mythologisch gesehen ist die Jakobsleiter der Weg zu Gott oder oder respektive sowas wie das Fegefeuer, denn Jakob hat ebenso wie der Jacob der Handlung in der Genesis Traumvisionen, in der der biblische Jakob Engel auf besagter Leiter auf und absteigen sieht, während auf der höchsten Stufe Gott selbst steht.

Somit mag der deutsche Nebentitel von Regisseur Adrian Lyne´s Werk mit Tim Robbins auch für Leute ohne religiösem Hintergrund ein wenig verräterisch, gleichsam fast irreführend wirken, denn nichts ist in diesem Film wirklich im ersten oder auch zweiten Blick so wie es scheint.

Die Handlung selbst ist ein komplex und fast schon an David Lynch-Werke sich selbst surreal darstellender Widerspruch in sich und beginnt mit dem Einsatz Jacob Singers in Vietnam.

Dabei wirkt Tim Robbins, vor allem weil man ihn damals mit derlei Filmen kaum in Verbindung brachte in der Szene, in der man ihm begegnet, da er sich gerade scheinbar selbst erleichterte und dadurch fett grinsend aus der Hocke kommt, für mich so deplatziert wirkt als hätte man Melissa McCarthy in den Dschungelkrieg geschickt.

Aber die Groteske gibt sich mit dem Surrealen hier anders als bei Lynch einen, wenn auch nicht im ersten Moment ersichtlich, nachvollziehbareres Stelldichein, denn obwohl man als Zuschauer bewusst mit der Frage konfrontiert wird, warum Jacob all diese befremdlichen Begegnungen, oder zeitweise diabolisch wirkenden Gestalten oder Zerrbildern dessen erlebt, ist der zwar komplex wirkende Handlungsverlauf mit fortschreitendem Kontext selbsterklärend, auch wenn man dächte den roten Faden verloren zu haben.

Man könnte durchaus Parallelen zu dem 1962 entstandenen Botschafter der Angst entdecken, dessen Inhalt mit ähnlichem Subtext 2004 mit Denzel Washington erneut im  Manchurian Kandidat aufgegriffen wurde, wobei hier die mystische Ebene einen bedeutend größeren Anteil hat.

Dieser Film sollte jedoch für alle die ihn nicht gesehen haben, nicht als reißerischer oder actionlastiges Konstrukt betrachtet oder mißverstanden werden, denn sonst zerstört man die zeitweise subtilen und in verstörenden, rätselhaften Bildern verflochtenen Botschaften des Films samt seiner Auflösung und beraubt sich so dem gesamten Genuß,

Die emotionale Tragweite, die Verzweiflung samt innerer Agonie wird nicht nur phantastisch durch die Handlung selbst, sondern besonders durch Tim Robbins´eindringlicher Performance und dem Zuschauer, zumindest bei der ersten Sichtung fast schon selbst schmerzlich spürbar übermittelt.

Die zu früh verstorbene Elizabeth Peña, ehemals heißes Dienstmädchen bei Richard „Dave Whiteman“ Dreyfuss aus Zoff in Beverly Hills gibt hier die weibliche Hauptrolle, wobei sie meiner Meinung nach durch ihr feuriges Temperament das teuflische Pendant zu Singers Ehefrau, gespielt von Patricia Kalembe.

Überhaupt ist der Film welcher von der damals noch hoch im Kurs stehenden Carolco Schmiede produziert wurde mit Danny Aiello (Hudson Hawk), Vingwie sieht Marsellus Wallace ausRhames und Macaulyverdammt ich bin allein zu Hause“ Culkin, um nur einige zu nennen, gut besetzt.

Letzterer scheint es seinen Produzenten gleichgetan zu haben und verschwand in der Versenkung des von einigen so verhassten Business, obwohl er vielleicht heute einer der ganz Großen hätte sein können. Seine Darbietung in diesem Film, ist der Handlung zwar glaubwürdig, jedoch hätte diesen Part auch jeder andere übernehmen können

Zusammengefasst ist dies ein für cineastische Gemüter auf hohen Niveau ansprechender Film der wie gesagt durch den ihn tragenden Hauptdarsteller und seine fast schön künstlerisch zu nennende Kamerafahrten, aber auch eine gleichwertige Moral auszeichnet.

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Kommentare

19.04.2021 15:12 Uhr - dicker Hund
User-Level von dicker Hund 15
Erfahrungspunkte von dicker Hund 4.271
Oh ja, lang ist's her...

Der muss mal wieder aufgefrischt werden!

Die Rezi macht darauf schon einmal richtig Lust.

19.04.2021 15:37 Uhr - TheMovieStar
User-Level von TheMovieStar 10
Erfahrungspunkte von TheMovieStar 1.345
An den Streifen kann ich mich auch noch erinnern Ghost, dass letzte Mal auf VHS gesehen, damals bei Erscheinen aus der Videothek ausgeliehen.... Nach den etwas verblassten Erinnerungen hat der mir ganz gut gefallen und dein wie immer ansprechend formuliertes Review flüstert mir zu, den Film mal wieder anzusehen.


19.04.2021 22:47 Uhr - Ghostfacelooker
User-Level von Ghostfacelooker 19
Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 7.539
Danke euch beiden

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