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Halloween 4: Die Rückkehr des Michael Myers

Originaltitel: Halloween 4: The Return of Michael Myers

Herstellungsland:USA (1988)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Horror, Thriller
Alternativtitel:Halloween 4: Die Rückkehr des Michael Myers
Halloween IV: Michael Myers kehrt zurück
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,53 (107 Stimmen) Details
inhalt:
Michael Myers konnte aus dem Krankentransport, der ihn von einer staatlichen Anstalt für gefährliche Geisteskranke in ein öffentliches Krankenhaus überführen sollte, entfliehen. Seine blutige Spur führt erneut nach Haddonfield. Dr. Loomis, der aus seinen früheren Erlebnissen mit Michael Myers gelernt hat, kann sich vorstellen was er plant: Er will seine einzige noch lebende Verwandte, seine Nichte Jamie, töten. An Halloween startet er seine grausige Jagd auf alles, was sich ihm in den Weg stellt...
eine kritik von themoviestar:

Gemäß dem allseits beliebten Sprichwort "Wer nicht wagt, der nicht gewinnt" versuchten John Carpenter und Debra Hill mit Halloween 3 - Die Nacht der Entscheidung neue Wege zu gehen. Die beiden Produzenten ersetzten den bisherigen Dreh- und Angelpunkt des Franchises Michael Myers mit einem fantasievollen, abgefahrenen, aber gleichzeitig auch gewöhnungsbedürftigen Plot über tödliche, Computerchip manipulierte Halloweenmasken. Das Risiko wurde nicht belohnt und der meiner Meinung nach gar nicht mal so verkehrte Exot blieb an den weltweiten Kinokassen hinter den Erwartungen zurück, während Fans und Kritiker ihn förmlich in der Luft zerrissen. Teil 3 völlig ignorierend setzte man mit dem 1988 erschienen Halloween 4 - Die Rückkehr des Michael Myers auf das Motto "back to the roots" um die Serie wieder in die richtige Spur zu bringen. Dabei herausgekommen ist in der Summe leicht überdurchschnittliche, bodenständige Slasher Kost, die trotz eines überschauberen Spannungsbogens und eines mittelprächtigen Härtegrades ihre unterhaltsamen Momente hat.

Die Cannon Group (Yoram Globus und Menahem Golan) fragte Ende 1986 bei Debra Hill und John Carpenter ein Drehbuch für Halloween IV an, doch das abgegebene Material überzeugte Cannon nicht, so dass das Projekt eingestampft wurde. Daraufhin verkauften Carpenter & Hill ihre gesamten Rechte an den Halloween 1 + 2 Produzenten Moustapha Akkad, der Halloween IV postwendend nach einem neuen Skript von Alan B. McElroy umsetzte und Dwight H. Little als Regisseur installierte. Die Geschichte spielt exakt 10 Jahre nach den Geschehnissen von Halloween 1 (1978). Dem maskierten Psychopathen Michael Myers (George P. Wilbur) gelingt am Halloweenabend beim Krankentransport von einer Nervenheilanstalt in ein anderes Krankenhaus  die blutige Flucht. Umgehend begibt er sich erneut nach Haddonfield, um seine Nichte, die sechsjährige Jamie (Danielle Harris) zu töten. Wieder erkennt Dr. Loomis (Donald Pleasence) als einziger die Gefahr, welche von Myers ausgeht und heftet sich an die Fersen des geisteskranken Irren, während dieser jeden liquidiert, der sich ihm in den Weg stellt...

Auch wenn ich Halloween 3 - Die Nacht der Entscheidung mit seinen neuen Ansätzen beileibe nicht so schlecht einstufe wie die breite Masse, begrüße auch ich die Rückkehr von Michael Myers, weil er die beiden ersten Teile mit seiner unglaublichen Präsenz fast schon im Alleingang geprägt hat. So kann Halloween IV vor allem dann punkten, wenn Carpenters Gänsehaut erzeugendes Halloween Theme ertönt und die Kamera auf den maskierten Riesen schwenkt. Der Opener mit der Flucht aus dem Krankenwagen kann als atmosphärisches Highlight gewertet werden und Michael deutet seine Gefährlichkeit mit einem kurzen, aber deftigen Gewaltausbruch an. Die weiteren Mordsequenzen erreichen allerdings die Qualität der stimmigen Eröffnung nicht mehr ganz und liefern bestenfalls mittelprächtig inszenierte Tötungen, entweder zeugt die Tat an sich nicht gerade von großartigem Einfallsreichtum, oder es wird einfach zu früh abgeblendet. Ein weiteres Manko ist die Vorhersehbarkeit der Ereignisse. Obwohl Donald Pleasence als durchgeknallter Seelenklemptner mit seiner besessenen Aura zu überzeugen weiß, etabliert sich eine anfangs noch unterhaltende, im späteren Verlauf ermüdende Konstante: Michael schaltet Opfer für Opfer aus und Dr. Loomis hächelt hinterher und ist immer den einen entscheidenden Schritt zu spät. Wenigstens werden zum spannenderen Finale hin die Zügel wieder angezogen, so dass insgesamt von zufriedenstellender Genre Unterhaltung gesprochen werden kann.

Mit Danielle Harris (Last Boy Scout; Zum Töten freigegeben) konnten die Verantwortlichen indessen eine ausdrucksstarke Kindschauspielerin besetzen. Mit ihren markanten Gesichtszügen strahlt sie eine Mischung zwischen faszinierender Unschuld, erschütternden Angstzuständen und geheimnisvoller Zwiespältigkeit aus, während ihre schockierenden Tagträume  mit geschickt eingestreuten Überraschnungseffekten für willkommene Abwechslung sorgen und vom Fluch der einschleichenden, monotonen Tristesse erfolgreich ablenken, was ebenfalls auf den unerwarteten, aber dafür umso wirkungsvolleren Schluss Twist zutrifft. Auch der Michael Myers Darsteller George P. Wilbur liefert hinter seiner zum Kult gewordenen Maske eine ordentliche Leistung ab und verfügt über die notwendige, stämmige Statur, um die furchteinflößenden und robotorhaften Bewegungsabläufe seiner Horrorikone evident und formidabel zu verkörpern. 

Von solch geglückten Performancen können ein Großteil der Nebendarsteller jedoch nur träumen. Elli Cornell enttäuscht mit ihrem laienhaften und unbeholfenen Auftritt als Stiefschwester und Babysitterin, während sie selten in der Lage ist, ihre durchlebten Emotionen wie Angst oder Besorgnis glaubwürdig zu illustrieren. Auch Sasha Jenson als ihr Freund und Möchtegern Kasanova gewinnt mit seiner unsympathischen Ausstrahlung keinen Blumentopf, so konnte ich mich dabei ertappen, dass ich gar nicht mal so traurig war, als Michael Myers ihm das Lebenslicht ausbließ und das Publikum von seiner Anwesenheit erlöste. Der Gipfel der Beschränktheit sind allerdings die 3 besorgten Wutbürger, welche primitive, strunzdoofe Parolen grölen und mit Gewehren bewaffnet auf die Barikaden gehen,  auch für Sie hat der emotionslose Killer zum Glück die passende Antwort, als er sie in ihrem Jeep gnadenlos erledigt.

Halloween 4 - Die Rückkehr des Michael Myers ist abschließend betrachtet eine annehmbare und solide Fortsetzung geworden, die mit Michael Myers  die Franchise Identifikationsfigur schlechthin zurückbekommen hat und diesen Vorteil natürlich auch konsequent ausspielt, was Feeling und Atmosphäre angeht. Bei den durchwachsen inszenierten Mordsequenzen ist durchaus noch Luft nach oben, was mit dem vorhersehbaren Handlungsablauf nach Schema F  für einen konstanten Unterhaltungswert im mittleren Bereich sorgt, während Donald Pleasence und Danielle Harris das allgemeine Produktionsniveau spürbar anheben. „Wir reden hier nicht über einen gewöhnlichen Gefangenen, wir reden über das personifizierte Böse auf zwei Beinen.MovieStar Wertung: 6 von 10 Punkte.

6/10
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Kommentare

21.04.2021 14:34 Uhr - sonyericssohn
1x
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Im vorletzten Absatz wurde aus Michael jemand anderes...😉
Wie sehr hier doch die Meinungen auseinandergehen. Aber gut, so isses einfach. Mein Favorit der Reihe, für meine Schwester (damals auf RTL zusammen gesehen) wars der beste Horrorfilm den sie je gesehen hat... Doch es zählt die eigene Wahrnehmung.

Stark gemacht Movie !

21.04.2021 15:36 Uhr - TheMovieStar
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@ Sony: Danke fürs Lesen, fürs Lob und für deine Rückmeldung. Michael ist wieder Michael 😉 und Geschmäcker sind wirklich verschieden, da hast Du Recht. Ich müsste die anderen auch mal wieder schauen, um aktuell vergleichen zu können. Mein Fav. war neben dem ersten unerreichten Original auch immer der zweite von der Erinnerung her... Kann sich aber auch aktuell geändert haben....

21.04.2021 18:06 Uhr - McGuinness
1x
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Den fand ich nur mittelmäßig, genauso wie den 5. Teil, wobei mir der 6. Ableger der Reihe wiederum ganz wunderbar gefällt 😊

So oder so aber wieder mal eine tolle Review, wie man es nicht anders von dir gewohnt ist.

Was allerdings den 3. Teil betrifft, da zähle ich mich auch ganz klar zur breiten Masse 👎🏻 aber auch hier gilt wie immer... Ansichtssache 😉

22.04.2021 10:46 Uhr - TheMovieStar
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@ MC Guinness: Danke auch dir fürs Lesen, fürs Lob und für deine Rückmeldung. Schön wenn wir für den vierten Teil eine ähnliche Wertung haben (Mittelmaß). Teil 5 und 6 müsste ich mal wieder aktuell gucken um das beurteilen zu können. 😊

Ja und was Teil 3 angeht, alles Ansichtssache da haste Recht 😊

22.04.2021 21:58 Uhr - Punisher77
1x
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Du wechselst ja gekonnt zwischen den Genres hin und her ... ohne Qualitätseinbußen.

"Leicht überdurchschnittliche, bodenständige Slasher Kost" trifft es ziemlich gut. Der Film ist jetzt kein Klassiker, aber ich seh ihn mir - im Gegensatz zu Teil 5 beispielsweise - ab und zu gern mal an.

26.04.2021 23:43 Uhr - TheMovieStar
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Danke auch dir fürs Lesen, fürs Lob und für deine Rückmeldung Puni. Freut mich wenn wir hier einer Meinung sind. Den fünften müsste ich mal wieder sehen, um da eine aktuelle Aussage zur Qualität bringen zu können.😊

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