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Duke Nukem Forever

Herstellungsland:USA (2011)
Standard-Freigabe:USK 18
Alternativtitel:Duke Nukem 4ever
Bewertung unserer Besucher:
Note: 5,85 (20 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Durchgeladen, entsichert und bereit für die Action! Duke Nukem ist einfach nur Spaß Pur. Fiese Alien-Horden haben die heißesten Frauen der Erde geklaut. Doch nichts kann sich dem Duke und seinen Babs in den Weg stellen. Epische Baller Action, tonnenweise Waffen, gigantische Explosionen - Check! Politisch unkorrekt, markige Sprüche und Macho Gehabe - Check! Mach dich bereit für das abgedrehteste und großartigste Erlebnis aller Zeiten. (DVD Cover)

eine kritik von dicker hund:

"Duke Nukem Forever" ist eine HD-Hommage an den kultigen Ego-Shooter "Duke Nukem 3D", die nach einer rekordverdächtig langen Produktionszeit im Jahr 2011 ihre Veröffentlichung fand. Für die folgende Besprechung wurde die britische Fassung für die XBOX 360 herangezogen.

Ein launiges Intro voller Zitate und Huldigungen des referierten Kult-Titels macht zunächst einmal gewaltig Lust auf die Spielerfahrung, die den gefundenen Grundton nahtlos aufnimmt. Veteranen fühlen sich atmosphärisch gleich zu Hause in dem hübsch modellierten Leveldesign, das Augenweiden wie die Hai-Aquarien in den coolen Fluren eines glämmerigen Hotels in Las Vegas bereithält, wo der eitle Revolver- beziehungsweise Shotgun-Held seine Residenz genommen hat. Der strahlende Detailreichtum geht jedoch spürbar zu Lasten der Bildrate. Wer bei Nutzung der Schrotflinte daneben schießt, war womöglich in einem Ruckler gefangen, den die Kollisionsabfrage nicht mehr zuzuordnen wusste. 

"Killing you is as easy as breathing."

Darüber lassen die coolen Sprüche des Duke zunächst noch hinwegsehen, die Querverweise auf muskelbepackte Actioner beinhalten. Die Welt des selbstverliebten Machos sprüht nur so vor verbalen und optischen Zweideutigkeiten, deren Ironie allerdings unmissverständlich ist (Humor 7/10). Lange Ladezeiten und ein ausgeprägtes Kantenflimmern lassen manchmal aber das Lachen im Halse stecken. Ein besonderes Ärgernis stellt oftmals die fehlende Bewegungsfreiheit dar, die sehnsüchtig an die frei erkundbaren Großareale aus dem Klassiker zurückerinnern lässt, in denen es selbst bei mehrmaligen Anläufen noch neue Strategien und Geheimnisse zu entdecken gab. Nunmehr geht es erschreckend linear zu; nicht einmal ein Jetpack kann genutzt werden.

Als Ausgleich bietet das Gameplay reichlich Abwechslung. Eine Micro-Machines-analoge Fahrpassage, ein Monstertruck-Parcours, Hubschraubereinsätze mit stationärem MG, Bossgefechte und Unterwasser-Herausforderungen lockern die Erfahrung gehörig auf. Am meisten Freude machen jedoch die kleinen Tricks, mit denen das maximale Ego aufpoliert werden kann, das den Energiebalken ersetzt. Ein Pornoheftchen anzuschauen (Sex 4/10) oder interaktive Minispiele wie den Flipper mit 100.000 Punkten zu bestehen, verlängert jeweils die prächtige Leiste. Diese füllt sich nach einer Weile ähnlich wie das Schild in "Halo" wieder auf, nachdem sie wegen feindlichen Projektileinschlags dezimiert worden ist. Das bleibt nicht die einzige Ähnlichkeit zu Bungies Franchise. Die Limitierung auf zwei tragbare Waffen erinnert ebenfalls daran. Dadurch wird die Steuerung ein wenig erleichtert, dafür jedoch die strategische Note fast ersatzlos entfernt. Auf minimaler Fläche ohne vollständiges Arsenal bleibt nichts mehr von der liebgewonnenen Vielseitigkeit der möglichen Angriffstechniken erhalten.

Was geblieben ist, ist eine gewisse Härte der Auseinandersetzungen. Überreste Uniformierter, die keine Chance gegen die Außerirdischen hatten, liegen kopflos herum, was eine Prise Horror einbringt (3/10). Den aus dem Vorbild übernommenen, jedoch um einige Neuerungen ergänzten Gegnern können Gliedmaßen abgeschossen werden. Sie schlucken auch am Boden noch Blei und zerbersten bei Explosionen. Selbst die barbusig wimmernden Wirtinnen der aus Eiern schlüpfenden "Pregnators", die an den "Facehuggern" aus "Alien" orientiert sind, können noch mit einem Gnadenschuss erlöst werden. Mögliche "Exekutionen" erschöpfen sich aber in einem einfachen Tritt (Gewalt 6/10). Der Endboss transportiert dafür eine satte Zusatzdosis des beliebten Cheesy-Faktors mit einer schmierigen Abschluss-Sequenz.

"Yeah! More equipment means more ass-kicking!"

Bis dahin muss man sich jedoch durch zunehmend blassere Stages hindurchkämpfen, die unter willkürlichen Wegbegrenzungen ebenso leiden wie unter dem langsamen Textur-Aufbau. Auf höheren Schwierigkeitsgraden sind häufige Ableben sehr wahrscheinlich, was sich mit den langen Ladezeiten bis zum letzten Checkpoint so gar nicht vertragen will. Wenn witzige Automaten wie das frivole "Alien Abortion" oder ein echter Private-Dance mehr Freude machen als die eigentlichen Shootouts, wird die Fehlgewichtung erkennbar. Die Reminiszenz an die N64-Version im Level "Duke Burger" gefällt gerade deshalb, weil sie mehr auf Plattform-Einlagen als auf Feuergefechte setzt. Da ist es kein Wunder, dass das Prinzip mit den Statistiken zwischen den einzelnen Abschnitten gleich ganz über Bord geworfen wurde. Dieses wäre mit einem ständigen "Secrets 0/0" vielleicht einfach zu entlarvend gewesen. 

Die zahlreichen Kritikpunkte lassen "Duke Nukem Forever" zwei Klassen schlechter aussehen als das bis heute hochmotivierende Original. Damit erweist sich der Spätzünder indes noch immer als kleine Spieleperle (7/10 Punkten). Sexistischer Sleaze ist sonst kaum einmal so konsequent und augenzwinkernd zugleich zu bestaunen. Und so einseitig das Ego-Meter als einziges Upgrade auch sein mag, die Suche nach geeigneten Boostern ist liebevoll konzipiert worden. Sogar ein Air-Hockey-Tisch darf hierfür genutzt werden. Bei den Endgegnern kann ebenfalls kein Mangel an debiler Kreativität vorgeworfen werden. Das sind unterm Strich eine Menge Besonderheiten, die durchaus die Entdeckung lohnen. Als Ego-Shooter funktioniert der Titel dagegen kaum, als Vorzeigebeispiel für zeitgemäße Grafik zu den Standards der Entstehungsdekade schon gar nicht. Für eine geschmeidige Begegnung mit den charmanten Ideen sei ein einmaliges Durchspielen auf "Let's Rock" empfohlen. Ein zweiter Anlauf lohnt hingegen erst nach einer jahrelangen Pause.

 

7/10
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Kommentare

13.06.2021 15:29 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 8
Erfahrungspunkte von McGuinness 847
Diesen Titel habe ich sogar noch für die PS3, doch gefällt mir dieser bei weitem nicht so gut, wie das hervorragende Original 😎 welches ich damals für den PC rauf und runter gezockt habe.

Jahrelang habe ich " Duke Nukem Forever " nicht mehr gespielt, doch wenn ich deinem Schlusswort Glauben schenken darf, dann sei eine erneute Anspielung ja durchaus erstrebenswert 😉

14.06.2021 14:28 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 16
Erfahrungspunkte von dicker Hund 4.425
Hallo McGuinness, da scheinen wir ein ähnliches Bild zu haben. Für höhere Schwierigkeitsgrade ist "Duke Nukem Forever" nicht lohnend genug, für einen gelegentlichen Snack ist es aber eine erfreuliche Erscheinung.

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