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Mutant River - Blutiger Alptraum

Originaltitel: The Barge People

Herstellungsland:Großbritannien (2018)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Horror
Bewertung unserer Besucher:
Note: 4,10 (10 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Eigentlich sollte es ein entspanntes Wochenende werden. Zwei Schwestern und ihre Freunde fahren in Großbritannien aufs Land. Dort ist eine gemütliche Flussschifffahrt geplant. Doch die Gruppe ahnt noch nichts von den fleischfressenden Mutanten die unter der Wasseroberfläche lauern und bereit sind sie zu vernaschen… ()

eine kritik von randolph carter:

Wenn man sich einmal entspannen und vom stressig, hektischen Stadtleben erholen will, eignet sich wunderbar ein Ausflug ins Grüne. Man kann die Natur genießen und wieder eins mit ihr werden, sowie die eigene, innere Mitte wiederfinden… oder aber man landet in den armen von fiesen Mutanten, welche quasi auch die innere Mitte von einem finden wollen. Nur eben nicht im positiven Sinne.

So eine Tour in die Wildnis des Grauens machen nun also auch Kat und ihre Schwester Jade, mit ihren jeweiligen Partnern. Die Truppe mietet sich ein uriges Hausboot, um damit durch idyllische Flüsse und Kanäle zu schippern. Allerdings werden die anfängliche Ruhe und Gelassenheit alsbald gestört. Nicht nur dass die Städter mit leicht reizbaren Einheimischen aneinandergeraten, auch eine Horde fischiger Mutanten hat es auf sie abgesehen…

„Mutant River“, oder auch „The Barge People“, so der wesentlich stimmigere Originaltitel wurde von Ein Mann Armee Charlie Steeds (Regie, Produktion, Editing) und seiner Produktionsfirma „Dark Temple Motion Pictures“ für schmales Geld realisiert.

Der Beginn kommt dann, dank cooler „Retromusik“ samt altmodischer Präsentation der Credits schonmal wunderbar „Oldschool“ rüber. Allerdings hat sich Steeds keinen Gefallen damit getan, eines seiner Monster gleich zu Beginn schon in aller Pracht zu präsentieren. Das nimmt dem Ganzen dann, bezogen auf das Aussehen der Mutanten etwas die Spannung.

Spannung ist dann gleich ein gutes Stichwort, denn damit ist es sowieso recht schnell vorbei, sobald unsere Truppe mit dem Boot in See, bzw. in die Kanäle stechen. Ganz genüsslich und unaufgeregt lässt man sich hier treiben und man kann sich an der schönen Flora und Fauna erfreuen. Stellenweise wirkte das ganze eher wie eine Sendung aus den Dritten Programmen der Sorte „Deutschlands schönste Flussrundfahrten“ oder sowas ähnliches. Die Natur ist ohne Zweifel schön anzusehen und auch mal eine nette Abwechslung zu den üblichen Wäldern, welche man sonst in so „Backwood“ Horrorfilmen zu sehen bekommt, der Stimmung ist das aber nicht wirklich dienlich. Das Ganze wirkt einfach nie bedrohlich. Ein beklemmendes Gefühl der Isolation, das man weit weg von der Zivilisation auf sich gestellt ist, will sich hier so gar nicht einstellen. Zumal auch immer wieder Radler, Fußgänger oder Angler durchs Bild huschen.

Natürlich ändert sich das ein wenig mit dem Einbruch der Dunkelheit. In der Finsternis wirkt selbst die schönste Natur irgendwie unheimlich. Mit der aufkommenden Finsternis kommen aber auch die üblichen Horrorfilmklischees aus ihren Verstecken gekrochen, so das der geübte Genre Fan hier das ein oder andere „Deja Vu“ Erlebnis haben wird. Da gibt es z.b. den alten verwirrten Mann, welcher die Gruppe warnt, es gibt die abgelegene Absteige samt merkwürdiger Bardame und natürlich macht man auch die Bekanntschaft mit der ortsansässigen Bevölkerung, was selbstredend in Streitereien ausartet. Habe ich schon das Handy erwähnt, welches selbstverständlich kein Empfang hat? Und dass der eine oder andere Hinterwäldler mit den Mutanten unter einer Decke steckt, dürfte auch die wenigsten überraschen.

Allerdings kann man sich mit so Genrekonventionen ja noch abfinden, wenn man anderweitig auf seine Kosten kommt. Und da kommen die Titelgebenden „Barge People“ ins Spiel, denn die können sich buchstäblich sehen lassen. Wie Eingangs schon erwähnt, bemüht sich der Regisseur gar nicht erst, sie subtil zu inszenieren. Man sieht sie eigentlich immer in voller Pracht und das ist gar nicht mal so schlecht, da sie wirklich ziemlich cool aussehen. Die Masken der Monster sind wirklich gelungen und schön schleimig – eklig. Sie wecken außerdem leichte Assoziation zu gewissen Bewohnern einer Stadt namens Innsmouth, was mir sehr gefallen hat.

Schleimig – eklig wird es dann auch, wenn die Bösewichte zur Tat streiten. Besonders der Angriff unserer fischigen Freunde auf das Hausboot, in der Mitte des Films, ist wirklich Action – sowie temporeich in Szene gesetzt. Da geht es drunter und drüber und es werden Erinnerungen an den berüchtigten Wohnwagenangriff aus Ajas „The Hills have Eyes“ wach. Diese Intensität erreicht Steeds Werk zwar nicht, ist aber trotzdem nicht schlecht gemacht. Auch wenn Fans harter Kost hier eher nicht auf ihre Kosten kommen. Das Ganze ist zwar recht blutig, wirklich explizite Gore – oder Splatterszenen bekommt der Zuschauer nicht zu sehen.

Danach begnügt sich der Film dann allerdings mit den üblichen Versatzstücken des Genres. Da wird durch die Wälder gerannt, sich versteckt und gekämpft. Alles wenig aufregend und irgendwie zog sich das Ganze gegen Ende hin dann schon ein bisschen, trotz der geringen Laufzeit von rund 80 Minuten. Ebenso fangen die Charaktere etwas an zu nerven. Wenn auf der Flucht erstmal stehengeblieben wird, um sich darüber auszulassen, dass man jetzt ja ganz allein sei, weil alle tot sind. Ebenso wird noch gefühlt die komplette Familienchronik diskutiert, von wegen das die Mutter ja auch schon lange nicht mehr lebe und so weiter. Nichts gegen Charaktermomente, aber sie sollten dann auch zu den richtigen Momenten in den Film integriert werden.

Fazit: Grundsätzlich ist das ein Film, der schon sympathisch ist und das Herz am rechten Fleck hat. Da kratzt ein junger Filmemacher etwas Geld zusammen, um einen Horrorfilm auf die Beine zu stellen und kämpft gegen alle Widrigkeiten die eine „Low - bzw. „No – Budget“ Produktion so mit sich bringt. Und trotz vorhandener Sympathien muss ich leider sagen, kann ich hier leider keine hohe Punktzahl vergeben. Das Ganze ist zu vorhersehbar und bietet, abgesehen von den gut gemachten Fischmutanten und dem Bootsangriff, nichts was den Film aus der Masse der Horror B-Movies wirklich heraushebt.

5/10
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Kommentare

24.04.2021 21:41 Uhr - sonyericssohn
Moderator
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Mir hat der beim ersten Mal eigentlich ganz gut gefallen. Kein großer Brüller, aber doch nett. Ob der aber beim zweiten Kontakt auch noch funktioniert.... keine Ahnung. Nach der Lektüre hier hab ich irgendwie keine Lust das anzutesten 😆

25.04.2021 11:45 Uhr - Randolph Carter
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Ja stimmt, bei Dir kam der Film etwas besser weg. Hoffe du findest irgendwann trotzdem nochmal die Lust auf eine Zweitsichtung und ich hab Dir die Laune auf den Film nicht komplett verhagelt. Bin gespannt wie er dann bei Dir wegkommt. Und wer weiß, vielleicht gefällt der Film mir bei eine Zweitsichtung irgendwann sogar besser :-)

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