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John Wick: Kapitel 2

Originaltitel: John Wick: Chapter 2

Herstellungsland:USA, Hongkong (2017)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Krimi, Thriller
Alternativtitel:John Wick 2
John Wick: Chapter Two
John Wick: Kapitel Zwei
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,91 (81 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

John (Keanu Reeves) ist ein weiteres Mal gezwungen aus seinem Ruhestand zurückzukehren: Ein ehemaliger Kollege wurde damit beauftragt, die Kontrolle über eine mysteriöse, international agierende Organisation von Auftragskillern zu erlangen. Ein alter Blutschwur verpflichtet John ihm dabei zu helfen. Er reist nach Rom, wo er gegen einige der tödlichsten Killer der Welt antreten muss... (Concorde Filmverleih)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von punisher77:

                                                     JOHN WICK: KAPITEL 2

Mit John Wick (2014) hatte das Regie-Duo Chad Stahelski und David Leitch (In den Credits nicht erwähnt) einen der besten aktuellen Actionfilme inszeniert, dessen hervorragend choreographierten Schusswechsel auch nach mehrmaliger Sichtung immer noch packend und vielleicht sogar der Hauptgrund sind, warum der Film so rockt; außerdem bot der Film Keanu Reeves eine absolute Paraderolle, die den zuletzt nicht gerade vom Erfolg verwöhnten Star wieder auf (Erfolgs)Spur brachte. Ein weltweites Kinoeinspielergebnis von 86 Millionen Dollar (bei einem Budget von – je nach Quelle – 20 bis 30 Millionen Dollar) riecht zwar nicht unbedingt nach Blockbuster, aber dennoch folgte drei Jahre später John Wick: Kapitel 2.

Ursprünglich sollte auch das Sequel von Chad Stahelski und David Leitch gedreht werden, aber da Leitch aufgrund von Terminen abspringen musste, schulterte Stahelski die 40 Millionen Dollar teure Produktion, die in New York, New Jersey, Montreal und Rom entstand, allein. Neben Keanu Reeves nahmen auch Ian McShane, John Leguizamo, Thomas Sadoski und Lance Reddick ihre Rollen aus dem Original wieder auf. Neu hinzu kamen Reeves´ Matrix-Filmpartner Laurence Fishburne, US-Rapper Common, Riccardo Scamarcio (You Can´t Save Yourself Alone, 2015), Ruby Rose (xXx: Die Rückkehr Des Xander Cage, 2017) sowie Peter Stormare (22 Jump Street, 2014) und Franco Nero (Django, 1966), die Cameos im John Wick-Sequel übernehmen.

Nachdem sich John Wick (Keanu Reeves) seinen Wagen zurückgeholt hat, könnte das Leben des Ex-Profikillers, der für seinen blutigen Privatkrieg gegen den Mörder seines Hundes noch einmal aus dem „Ruhestand“ zurückgekehrt war, in Ruhe und Frieden weitergehen. Allerdings hat Wicks „Comeback“ für Aufsehen gesorgt, so dass bald Santino D´ Antonio (Riccardo Scamarcio) auftaucht und eine alte Schuld einfordert. Als Wick Antonios Anliegen ablehnt, legt dieser sein Haus in Schutt und Asche, so dass John Wick den Gefallen, den er dem Camorra-Boss schuldet, erledigt. Doch damit ist Wick immer noch nicht aus dem Schneider …

Eigentlich hätte John Wick keiner Fortsetzung bedurft. Der Streifen bot einen schön kompakten Racheplot, der den nötigen Rahmen für hervorragende Actionszenen in Hülle und Fülle bot, in deren Mittelpunkt ein von Keanu Reeves charismatisch dargestellter Ex-Profikiller steht. Am Ende des Films hieß es Mission Accomplished und gut war. Was sollte John Wick denn im nächsten Teil tun? Erneut den Tod eines Haustier rächen? Die Strippenzieher des zweiten Teils dürften solche Zweifel berücksichtigt haben, denn John Wick: Kapitel 2 tappt nicht in diese Falle, sondern schafft es das, was die Fans am Original geliebt haben, mit neuen Elementen zu kombinieren, so dass am Ende ein Sequel herauskam, das mit einem weltweiten Kinoeinspiel von über 171 Millionen Dollar mehr als doppelt soviel Geld einspielte wie John Wick. Und in diesem Fall ist der Erfolg des Films auch tatsächlich ein Gradmesser für dessen Qualität.

Was John Wick: Kapitel 2 so überaus sehenswert macht, ist, dass man nicht nur auf das setzt, was sich im ersten Teil bewährt hat,sondern den Kosmos rund um den von Keanu Reeves verkörperten Rächer erweitert hat. Der eine oder andere Zuschauer mag das vielleicht kritisch sehen – streckenweise erweckt der Film den Eindruck, dass jeder dritte New Yorker ein Profikiller ist – aber trotzdem wirkt John Wick: Kapitel 2 dadurch spannend und interessant, dass man über das Prinzip der „Schuldmünze“ informiert wird oder einen tieferen Einblick in das Hotel Continental bekommt. Auch die neue Figur des „Bowery King“, die so erinnerungswürdig von Laurence Fishburne dargestellt wird, dass sie auch in John Wick: Parabellum (2019) auftaucht, stellt eine Bereicherung für die Welt des John Wick dar. Somit entgeht man dem Vorwurf, eine ideenlose Fortsetzung gedreht zu haben und sich darauf zu beschränken, lediglich Altbewährtes neu aufzukochen.

Außerdem wurde John Wick: Kapitel 2 mit deutlich mehr Aufwand produziert; der Abstecher nach Rom hat schon fast etwas von einem James Bond 007-Film. So hat man deutlich mehr Wert auf beeindruckende Schauplätze gelegt, wie z.B. auf den Raum, in dem Wick auf seine Zielperson trifft oder das Labyrinth, in dem er auf eine Armada von Meuchelmördern trifft, die ihm nach dem Leben trachten. Und auch das Spiegelkabinett, in dem der Showdown stattfindet, ist ein visuell höchst prägnanter, einfallsreicher Ort – in dieser Hinsicht braucht der zweite Teil keinen Vergleich zu scheuen.

Aber nicht nur die aufwändigeren Schauplätze und Kulissen bereichern John Wick: Kapitel 2, sondern auch die Leistungen der Darsteller. Sicher, ein Film wie dieser benötigt keine Academy Award-Anwärter, wie z.B. Keanu Reeves´ Performance zeigt. Ohne Reeves´ Leistung schmälern zu wollen – in den John Wick-Filmen überzeugt er weniger durch ausgefeiltes Minenspiel und das Wiener Burgtheater würde ihn wahrscheinlich auch eher weniger für ein Engagement in die engere Auswahl nehmen - aber dafür bleibt er aufgrund seines Charismas und seiner Qualitäten als Kämpfer mit und ohne Waffen in Erinnerung. Es gibt zwar hier und da immer wieder Kritiker, die dem damals 53jährigen Reeves, der in einem Cinema-Interview offen zugab, dass es seine Fähigkeiten übersteigen würde, in einem echten Kampf zu bestehen, vorwarfen, dass er es nicht mit der Top 10 der Martial Arts-Darsteller aufnehmen könnte. Wenn man aber z.B. bedenkt, wie sich ein Steven Seagal (Alarmstufe: Rot, 1992), der Träger des 7. Dan in Aikido ist und u.a. Judo, Karate und Kendo trainierte und weitere Meistergrade errang, in diesem Alter präsentierte, braucht Reeves keine Angst vor Vergleichen zu haben. Neben Reeves gibt es aber noch andere Darsteller, die punkten können – allen voran Ian McShane, der als Manager des Hotel Continental ebenso überzeugen kann wie es Ruby Rose als stumme Meuchelmörderin im Dienste von Santino D´ Antonio tut, der von Riccardo Scarmacio hervorragend schmierlappig gespielt wird. Weitere darstellerische Pluspunkte sammeln Lance Reddick als Hotel Continental-Concierge, Franco Nero als Manager des italienischen Hotel Continental und Peter Stormare als russischer Gangster … wer würde mit dem Mann nicht gern mal `nen Wodka trinken?

John Wick sorgte vor allem mit seinen Actionszenen für Furore und Teil 2 steht dem in nichts nahe, im Gegenteil – das zweite John Wick-Kapitel kann in dieser Hinsicht nicht nur genauso überzeugen wie das Original, sondern sogar noch mit etwas mehr Abwechslungsreichtum auftrumpfen. So bedient sich John Wick in seinem zweiten Leinwandfeldzug eines Waffenarsenals, das selbst gestandene Recken des Achtzigerjahre-Actionkinos neidisch machen würde, und das in einer Reihe fantastisch inszenierter Feuergefechte ins rechte Bild gerückt wird. Zwar trübt der Einsatz von CGI-Blut hier und da (minimal) das Sehvergnügen für Actionfans, die es old school mögen, aber trotzdem schafft es Regisseur Stahelski, den Zuschauer mittels einer ungeheuer packenden Inszenierung blutiger Schießereien ebenso in seinen Bann zu ziehen, wie es ihm im Verbund mit David Leitch im Original gelang. Und auch die Kämpfe ohne Schusswaffen, die (gefühlt) zahlreicher sind als im ersten Teil wissen zu überzeugen; zudem ist der Härtegrad der Actionszenen etwas gestiegen, so dass John Wick: Kapitel 2 eine 18er-Freigabe erhielt.

Somit ist John Wick: Kapitel 2 eine hervorragende Fortsetzung. Die Qualität des Originals wird zwar nicht übertroffen, aber dafür bietet das Sequel einige interessante inhaltliche Erweiterungen und kombiniert diese mit den Elementen, die den ersten Teil so gut gemacht haben, so dass man mit dem ersten Teil (meiner Meinung nach) gleichzieht – wer John Wick kennen und schätzen gelernt hat, sollte sich dessen Fortsetzung auf keinen Fall entgehen lassen.

9/10
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Kommentare

03.05.2021 15:35 Uhr - Kaiser Soze
1x
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Ah, gleichn Doppelpack, sehr gut!
Interessanter Blick auf einen Film / eine Fortsetzung, die ich zwar gut, aber schlechter als Du fand und die ich weit schlechter als den Erstling fand; aber halt immer noch gut, unterhaltsam und schön brutal. Jedenfalls störte mich gerade die von Dir gelobte Parallelwelt, ich gehöre also zu denen, die "das vielleicht kritisch sehen"^^ Davon ab, stimme ich Dir aber zu, dass man hier merkt, dass der Film durch seinen gelungenen Darsteller und der Handlung mitsamt der Gegner überzeugend und unterhaltsam ist. So oder so: Spitze verfasstes Review.


Davon ab: Ich schreibe aktuell ein Review zu Hard Boiled und hatte gelesen, dass John Wick zu den US-Heroic Bloodshed zählen soll. Auftragsmörder, Moral, Liebegeschichteneinflüsse, Drama - passt, aber JW ist und war für mich nie ein HB. Was sagst Du dazu?

03.05.2021 17:20 Uhr - TheMovieStar
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Tolles Doppelpack Puni, ich hoffe du verzeiht mir, dass ich nur bei Teil 2 kommentiere. Für mich ist der zweite der beste Teil, der dritte war auch ok aber etwas schwächer... Gruss Moviestar

03.05.2021 17:57 Uhr - Lukas
1x
Gelungene Review, deren Argumentation ich weitestgehend unterschreiben kann, auch wenn es bei mir "nur" für ne 8/10 reicht, aber schwer unterhaltsam ist Teil 2 allemal! :)

04.05.2021 21:29 Uhr - Punisher77
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Vielen Dan k für Eure netten Worte.

@Kaiser Soze
Auch wenn sich meine HB-Kenntnisse auf die John Woo-Standardwerke beschränken ("A Better Tomorrow 1 & 2", "The Killer" etc.) würde ich nie und nimmer sagen, dass "John Wick" eine amerikanische Variante des Genres ist - dazu gibt es zu wenig Drama und es fehlen Elemente wie Ehre und Verrat. Nein, ein Heroic Bloodshed-Film ist das meiner Meinung nach nicht. Würde mich interessieren, wo Du das gelesen hast.

@MovieStar:
Kein Problem, so mache ich es ja selber auch.

@Lukas:
Ich hatte auch erst an eine 8/10 gedacht, aber bei der erneuten Sichtung hat er mir dann doch besser gefallen...also war ich großzügig ;-).

05.05.2021 09:08 Uhr - leichenwurm
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Jau... vollste zustimmung meinerseits. Eine tolle Fortsetzung, die action- und härtetechnisch noch ne dicke schüppe nachlegt. Mir persönlich hat zwar der simple Rachegedanke aus Teil eins etwas besser gefallen, dieses Manko macht Teil 2 aber mit interessantem "World building" wieder gut... ! Klasse Review Punisher ;-) !

05.05.2021 23:04 Uhr - Punisher77
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Vielen Dank, Leichenwurm. Schön mal wieder von Dir zu lesen.

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