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Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden

Originaltitel: Ventajas de viajar en tren

Herstellungsland:Spanien, Frankreich (2019)
Standard-Freigabe:FSK 16
Genre:Komödie, Thriller, Mystery
Alternativtitel:Avantages de Voyager en Train
Advantages of Travelling by Train
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,00 (2 Stimmen) Details
inhalt:
Die Verlegerin Helga Pato wird während einer Zugfahrt von dem Psychiater Ángel Sanagustin angesprochen. Um die Zugfahrt etwas angenehmer zu gestalten, beginnt er, ihr seine Lebensgeschichte und insbesondere von seinem ungewöhnlichsten Fall zu erzählen: Die Geschichte des Patienten, der Soldat war: Im Krieg begegnete er einer Ärztin, die ein Kinderkrankenhaus unter den widrigsten Umständen erhalten möchte und dabei auf eine zwielichtige Gestalt stößt, die Verstörendes erblickt. Nach dem Matroschka-Prinzip wird Helga Pato in immer tiefere Schichten der Erzählung hineingezogen. Das zufällige Zusammentreffen mit dem Psychiater wird unwiderruflich die Zukunft der Verlegerin als auch die der Figuren aus den Geschichten bestimmen, die in einer Serie von unvorhersehbaren Ereignissen verwickelt sind, die sich Schicht für Schicht ineinander verweben, bis sie einen wahnsinnigen Höhepunkt erreichen.
eine kritik von kaiser soze:

„Müllmänner?“

Ich mag manchmal so etwas kuriosere Komödien, wie etwa Wild Tales - Jeder dreht mal durch (Argentinien & Spanien, 2014 - OT: Relatos salvajes) oder Der Gott des Gemetzels (Frankreich, Deutschland & Polen, 20011 - OT: Carnage), die aus der Masse der Filme herausstechen, sei es aufgrund der Inszenierung, des Settings oder auch der Darsteller.

Als ich letztes Jahr (anno 2020) die Meldung (+ deutscher Trailer) zu 

Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden

(Spanien & Frankreich, 2019 -OT: Ventajas de viajar en tren) verfasste, fand ich alleine schon die Tatsache amüsant, dass ein FSK 6-Trailer einen KJ-Titel beworben hat (seit der Neuprüfung: FSK 16) und vor allem konnte mich eben besagte Vorschau anfixen. Die Zeit verging und man gönnt sich ja sonst nichts, also zack, her mit dem hoffentlich guten Werk!

Der Film selbst ist in drei Kapitel mit mehreren Episoden aufgeteilt (ähnlich , wie bei o. g. Wild Tales), die teilweise abgeschlossen von einander, mitunter integriert, nicht immer chronologisch erzählt werden und in der Laufzeit variieren. Neben den titelgebenden Fremden, die sich auf der Zugfahrt begegnen, erfahren wir über deren Leben, Patienten und anderen Personen in besagten Episoden etwas mehr und alles hängt dabei zusammen. Quasi, wie in dem sensationellen Cloud Atlas (2012 - Review), in dem in einer Geschichte ein Tagebuch verfasst wird, das in der nächsten gelesen wird.

„Er machte gar kein Geheimnis daraus, woher das Gulasch stammte.“

Grundsätzlich ist Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden der erste Spielfilm von Regisseur Aritz Moreno, der zuvor mehrere Kurzfilme inszenierte. Den Kniff durch Episoden hier quasi mitunter im gewohnten Terrain zu bleiben, ist geschickt und gelungen. Der Film (insgesamt 99 Minuten lang) ist zu keinem Zeitpunkt langweilig, auch wenn mir vom direkten Anfang abgesehen die erste Episode am wenigsten gefällt (Ernesto Alterio redet zu viel & wie ein Wasserfall; ich bin aber auch kein Freund bestimmter landestypischer Worte / Namen), aber das ist Geschmackssache und so wirkt die darauf folgende umso besser. Insgesamt sind alle folgenden okay bis gut, wenn auch mitunter vorhersehbar - ich verrate aber nun absichtlich nicht mehr vom Geschehen.

Man merkt auch direkt, dass hier ein echter Ideenreichtum an den Tag gelegt wird, bei dem neben verschiedene Handlungssträngen, etwa auch skurrile Einlagen vorkommen: Etwa ein Riesenberg Müll im Vorgarten, ein einarmiger Mann mit Armattrappe, fast so täuschend, wie in Irgendwann in Mexico (2003) oder der paranoide Martin (Luis Tosar), der mich im Keller an John Malkovich in R.E.D. (2010 - Review) erinnerte. Der Witz resultiert somit nicht nur aus Sprüchen, sondern auch diesem schier abwegigen Szenerien. Wobei Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden keine wirkliche / reine Komödie, sondern ein bunter Genremix mit hohem Thriller- / Dramenpart ist.

„... wie alles, was ich erstmals tat.“

Bei den Darstellern gibts nichts zu meckern. Pilar Castro als Helga darf gut und gerne positiv hervorgehoben werden. Sie kann als Zugreisende sowie Ehefrau und Hündchen durchweg überzeugen und tut einem trotz Ihrer Träume / Phantasie zuweilen leid. Ich würde mal behaupten, dass besagte Einbildung mit Hannibal (2001 - Reivew)... äh, sagen wir mal "Hirnessszene" bei der ersten FSK-Prüfung fürs rote Siegel gesorgt haben dürfte. Davon ab wäre nur noch die Anfangsthematik (KiPo, Snuff usw.) irgendwo möglich.

Von der abwechslungsreichen Handlung abgesehen, lebt Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden von der sehr guten Inszenierung, die wirklich richtig gelungen ist. Kamera, Zooms, Perspektiven, musikalische Untermalung - ich würde fast perfekt sagen wollen!


Fazit:
Die obskuren Geschichten eines Zugreisenden ist ein spitze inszenierter Film, den man definitiv als "mal was anderes" zusammenfassen kann und kuriose Ideen, gut aufgelegte Darsteller und einige, lustige Einlagen hat. Insgesamt wollen einige Passagen für mich nicht so recht funktionieren, andere sind gelungen(er).

Die zweite Episode (Ehepaar) war leider die einzige, die ich sehr gut fand, der Rest fiel im Vergleich ab. Daher gibbet insgesamt für einen Film, den man aufgrund seiner Individualität durchaus anschauen kann 'nur':

07 von 10 Punkten

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Kommentare

10.05.2021 16:25 Uhr - cecil b
1x
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Danke für die interessante Vorstellung!

Mal was anderes, könnte was für mich sein.

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