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Death Wish

Herstellungsland:USA, Kanada (2017)
Standard-Freigabe:FSK keine Jugendfreigabe
Genre:Action, Drama, Krimi, Thriller
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,52 (46 Stimmen) Details
inhalt:
Dr. Paul Kersey (Bruce Willis) ist ein Chirurg, der die Gewalt in Chicago in der Regel erst im Nachhinein zu Gesicht bekommt. Nämlich dann, wenn die Opfer in seine Notaufnahme eingeliefert werden. Doch eines Tages werden seine Frau (Elisabeth Shue) und seine Tochter (Camila Morrone) Opfer eines brutalen Überfalls. Angesichts einer völlig überlasteten Polizei entschliesst sich der nach Rache dürstende Paul dazu, die Übeltäter selbst zu jagen und so für Gerechtigkeit zu sorgen. Als die Medien von den anonymen Morden an den Kriminellen Wind bekommen, fragt sich die ganze Stadt: Soll der Unbekannte, der gnadenlose Selbstjustiz übt, als Schutzengel gefeiert oder als Verbrecher verfolgt werden? Währenddessen schreitet die Spaltung von Paul Kerseys Persönlichkeit weiter voran: Er ist Mann und Arzt, der Leben rettet und der Leben nimmt… und dem die Polizei bereits auf den Fersen ist.
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von phyliinx:

Dass Hostel - Regisseur Eli Roth zusammen mit Stirb Langsam - Legende Bruce Willis einst die Death Wish - Saga um Charles Bronson beerben würde, hätte sich zu Anfang des Unterfangens, im Jahr 2018, sicherlich niemand gedacht und wäre diese Rechnung finanziell aufgegangen, würden wir den eigentlichen Actionstar heutzutage vielleicht nicht nur in merkwürdig anmutenden DTV - Grabbeltisch-Formaten zu sehen bekommen, aber aus irgendeinem Grund sollte das alles leider nicht sein und die modern aufgerollte Geschichte um den Arzt, der nach dem Überfall auf seine Familie rachsüchtige Selbstjustiz ausübt, blieb von vielen Kinogängern ungesehen.
Dabei wird sie gar nicht mal so übel dargeboten.
Ich habe jetzt das Original nicht gesichtet, aber es ist doch erfrischend, dass eine Hauptfigur den Umgang mit Waffen erst studieren-und dabei Fehler einstecken muss. Leider mangelt es im weiteren Text an dieser realistisch dargebotenen Menschlichkeit und nach einem düsteren Einstieg hält man es auch mit dem Ernsten eher auf einer geruhsamen Sparflamme. So sehen wir Willis schon in Nacht Eins, ohne Erfahrung mit dem selbst herbei geführten Tod, bereits am Boden liegende Missetäter mit mehreren Kopfschüssen niederstrecken, was bald danach in einer Foltersequenz mündet, die ihren größten Moment in einen Oneliner investiert. Damit gerät die Story um Rache, Selbstjustiz und tatsächliche Gerechtigkeit in eine arg krude Schieflage und man ist sich ehrlich gesagt nicht mehr ganz sicher, ob man nun einen Actionfilm oder einen Thriller schaut.

Für einen Actionfilm gibt es zu mager gesetzte Ballereien, für einen Thriller ist die Stimmung mitunter zu fluffig.
Es wirkt als hätte Skriptautor Joe Carnahan mittendrin die Ausrichtung des Filmes aus den Augen verloren und sich daran gemacht, das Thema für eine desorientierte Mogelpackung mit diversen CGI-Härtespitzen zu verwenden.
Das bedeutet aber nicht, dass Death Wish ein schlechter Film ist, denn wenn man sich auf diese Art des Handlungsverlaufes einlässt, dann funktioniert der Streifen an sich echt zufriedenstellend, mindestens sättigend, einfach, weil er es sich erlauben kann, die Action auch mal gegen ruhige Momente zu tauschen, in denen dann doch rekapituliert wird, was die letzten paar Kugeln mit dem Bild des allgemeinen Verbrecherlebens angestellt haben.
Somit wirkt das Gesamtwerk in seinen Grundfesten nicht gänzlich dumm oder ahnungslos, sondern schon zu einer Aussage bekräftigt, wenn eben auch mit One Linern, die dem ganzen etwas einer möglichen Tiefe berauben.
Immerhin scheint Bruce Willis hier Spaß zu haben, heutzutage ist schon ein müdes Lächeln von ihm etwas sehr seltenes, weil er sich, von außen betrachtet, nicht mehr sehr darum schert, welche Rolle man ihm denn nun wieder auf den alternden Pelz gezwungen hat.
Dabei sind einige seiner Billigfilm-Feinde sicherlich interessanter als die Widersacher dieses Kino-Titels, denn hier findet man in den Gegenspielern wirklich nicht mehr, als belanglose Kugelkissen.
Das geht sogar so weit, dass der letzte Schlagabtausch sehr, sehr schnell runtergekurbelt wird, als wäre hinter den Kulissen gehörig die Zeit oder das Budget zur Neige gegangen.

Musikalisch verhält man sich rar, ab und an geht es mal rockig zur Sache, aber besonders rausspringen will kein Stück aus dem Soundtrack.
Wer sich also mal ein wenig von einem relativ anspruchsfreien Rache-Film berieseln lassen will, der seine eigene Nachricht nicht so ganz zu verstehen und lieber ein wenig der Audienz entgegen zu zwinkern scheint, der sollte sich mal mit Death Wish befassen.

7/10
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Kommentare

17.05.2021 09:46 Uhr - Phyliinx
User-Level von Phyliinx 5
Erfahrungspunkte von Phyliinx 414
So, war schön bei euch, auch diesen Schwung wieder, aber ich mache jetzt hier erst einmal eine kleine Pause, um zwei alte Reviews neu aufzulegen! :)

17.05.2021 18:10 Uhr - Columbo61
Habe mir die BD damals "blind" gekauft, in Erwartung einer Neuinterpretation des Themas. Der Roman von B. Garfield "Death Wish" ist mir bekannt, die Umsetzung v. Michael Winner aus 1974 hat mir gefallen.

Zum jetzigen Film finde ich keinen Zugang. Die Hauptfigur ist m.E. fehlbesetzt und agiert unglaubwürdig. Die Nebendarsteller gefallen da schon eher. Somit findet der Film bei mir in meiner Sammlung kaum weitere Beachtung. Fazit: Ein Film, den man nicht gesehen haben muss.

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