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Der Butler

Originaltitel: Lee Daniel's: The Butler

Herstellungsland:USA (2013)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Biographie, Drama
Alternativtitel:Lee Daniels' The Butler
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,33 (3 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Ob Eisenhower, Kennedy, Nixon oder Reagan − stets ist Butler Cecil Gaines (Oscar®-Preisträger Forest Whitaker) dabei, wenn Amerikas Präsidenten Weltgeschichte schreiben. Ein bescheidener Mann, der Unglaubliches erlebt: Er fachsimpelt mit Ford über Golf, ist zu Kennedys Beerdigung eingeladen und diniert mit Nancy und Ronald Reagan. Über drei Jahrzehnte durchlebt er nicht nur eine Zeit radikaler Veränderungen, sondern inspiriert die mächtigsten Männer der Welt auch bei manch weitreichender Entscheidung... (EuroVideo)

Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von velvetk:

Lee Daniels' Der Butler ist ein Film mit besten Absichten und sichtbar edlen Motiven, doch am Ende saß ich doch ein wenig ratlos da, denn es passt in so knapper Spieldauer wenig zusammen. Kaum überraschend basiert der Film auf wahren Begebenheiten, wenn man einige Dinge auch in vielerlei Hinsicht ziemlich dehnte und manchen Themen eine filmisch rundende Tragweite hinzudichtete, zu der es so in der Realität wohl nicht kam. Damit steht Der Butler ganz sicher nicht allein, doch letztlich macht Lee Daniels gar nicht viel daraus. Der Butler wird manchmal als ein schwarzer Forrest Gump missverstanden angepriesen, sogar von Daniels selbst. Sieht man diesen Film einmal, bleibt von diesem ungeschickten Vergleich nur wenig Gefälliges hängen. Da geht es um einen integren Butler, der mehrere Jahrzehnte im Weißen Haus mit Hingabe und Edelmut diente und allerlei mitbekam - wer sich mit der US-Geschichte nicht einmal im Ansatz auskennt, wird hier einfach nur unterschiedlich aussehende Präsidenten zu Gesicht bekommen. Auf der einen Seite ist es natürlich löblich, dass Daniels und sein Autor Danny Strong nicht alle Facetten komplett durcherklären, anderseits lässt der ohnehin präsente Kommentar aus dem Off über den gesamten Film nur unnötiges besprechen, das man sowieso jedes Mal klar vor sich hat. Kurzzeitig dachte ich sogar, ich hätte eine Fassung für Sehbehinderte aktiviert. Also einerseits verlassen sich das Gespann Regie und Skript auf das Publikum, vor allem was die Einordnung mancher Daten anbetrifft, andererseits hört man den Worten Forest Whitaker's zu, ohne dass es wirklich eine sinnige Zugabe ist. Schlechter hab ich einen drüber gelegten Kommentar selten eingesetzt erlebt.

Dann kommt noch hinzu, dass Der Butler etwas schäbig und uninspiriert aussieht. Nicht billig oder schlecht, sondern unter seinen gesetzten Ansprüchen. Sicher, Daniels wollte hiermit ein Gefühl für die unterschiedlichen Zeiten einfangen und was die Ausstattung und das Make Up betrifft, passt das Gebotene, doch die Bildsprache könnte unspektakulärer nicht ausfallen. Mut zu einem eigenen Stil kommt hier in keiner Aufnahme zu Tage. Der Butler ist ein anbiederndes Stück Hollywood von der Stange. Das schaudert weder, noch rührt es zum Jubel auf. Auch die Struktur des Erzählten steigt und fällt wahlweise. Hier möchte ich unbedingt auf's Bonusmaterial der physischen Scheibe hinweisen, denn alle zusätzlichen Szenen werten den Film ungemein auf - die Pannen und Versprecher beim Dreh ebenso. Hier hätte Daniels nicht auf die magische Marke von zwei Stunden setzen sollen und die paar Momente oben auf integrieren müssen, denn sämtlicher Zusatz erweitert das Geplauder um schöne und wichtige Stiche. Schade, schade.

Ein Butler und zig Präsidenten, Umstände in der Zeit und das Leben als unabdingbarer Wandel.

Der Butler ist dennoch kein Totalausfall, auch wenn er genügend Angriffsflächen bietet und heute, weit nach Obama und immer noch bestehenden Problemen zwischen allen Menschen dieser Sphären, schon ein bisschen antiquiert wirkt - da sind noch viele Stufen auf einer langen Treppe zu bewältigen.

Es ist zahlreich auszumachen, wo und wie oft sich die Probleme zwischen Regie und Drehbuch die Hand reichen, doch zumindest die Führung der Akteure gelingt gegenüber den Haken an sämtlichen wichtigen Daten zwischen 1950 und 2008. Ich zähle jetzt nicht alle prominenten Darsteller auf, doch dieser Film unterhält zuweilen allein dadurch, dass ein Sternchen nach dem anderen die Bühne selbst in kleinster Nebenrolle betritt. Forest Whitaker wirkt manchmal arg angestrengt, dennoch überzeugt er auf ganzer Linie, genau wie seine Filmfrau Oprah Winfrey. Die beiden haben wirklich schöne Szenen. Und wirklich sämtliche Nebendarsteller haben ihre Momente - dieser Cast ist durch und durch eine Wucht und dennoch reißt der viel zu schnell abgehandelte Plot diese Akteure und ihre Szenen nieder. Vor allem die Präsidenten haben mir in ihren überschaubaren Einstellungen gefallen. Robin Williams als Dwight D. Eisenhower, James Marsden als John F. Kennedy, Liev Schreiber als Lyndon B. Johnson, John Cusack als Richard Nixon und Alan Rickman als Ronald Reagan - allesamt absolutes Gold. Auch Jane Fonda, als Nancy Reagan, hat ihren Augenblick.

Tja, am Ende bleiben halt lediglich sehenswerte Versatzstücke. Die sind alle solide gemacht und immerhin unterhaltsam vorangetrieben, doch genial oder gar tiefschürfend sind die Verknüpfungen selten und das Band Butler und Präsident wird nie wirklich zu einer nachdenklichen und bewegenden Schleife geschnürt. Beste Absichten und edle Motive einmal beiseite, ist dieser Film schlicht und einfach zu kurz, zu glatt und zu verhalten geraten. Ein Stunde mehr in dieser inszenatorischen Qualität hätten sicher ein, zwei Punkte mehr gerettet. Danach wähnt man sich doch wieder zu Forrest Gump oder eben zu Was vom Tage übrig blieb. Prägnante und bis ins Mark durchdachte Filme, die sich ihrer politischen Spitzen im Gegensatz zu diesem Werk kongenial bewusst sind und viel besser zu eigen machen. Das gelingt Daniels hier nur fahrig. Der Butler ist ein Film, den man nicht bereut, aber eben auch nicht feiert. Stets bemüht, aber final nur Mittelmaß.

5/10
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