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Army of the Dead

Herstellungsland:USA (2021)
Genre:Action, Horror, Science-Fiction,
Thriller
Alternativtitel:Zack Snyder's Army Of The Dead
Bewertung unserer Besucher:
Note: 6,91 (28 Stimmen) Details
inhalt:
Ein Mann plant in der Zombie-besetzten Quarantäne-Zone von Las Vegas den größten Raubzug der Geschichte durchzuführen, dazu heuert er eine Gruppe Söldner an...
eine kritik von ghostfacelooker:

Der Zombiefilm als solches, verursacht ähnlich wie achtzig Prozent aller deutschen Produktionen, in meinem Filmverstand, wenngleich ich mich ab und an mit derlei Werken bewusst aussetzte, des öfteren Unbehagen. Beide eint, daß seelenlose Darsteller mit guttural oder ganz und dar sinnfreie Dialogen, auf der Suche nach Gehirn, meist anderen mit ihrer Art wehtun.

Da passt es ganz gut, daß Zack Snyder, welchem ein ähnlich göttlicher Ruf eines Genies hinterher zu eilen scheint wie damals Eli Roth-, nur daß ich dies bei letzterem immer als überschätzt und unverständlich betrachtete, während Snyder immerhin unterschiedliche Genre seinen Spielplatz nennt und somit gleichsam facettenreicher wirkt-, ausgerechnet die „Mutter Beimer der deutschen Filmlandschaft, nämlich Maddin ähm Matthias Schweighöfer gecastet hat.

Selbiger, ist für mich nicht nur optisch und Frisur technisch, sondern auch der lamentierend, oft überzogen wirkenden Performance wegen ein uneheliches Kind der Figur von Marie Luise Marjan.

Somit lässt man Schweighöfer auch gleich als stereotypen, blondgelockten Deutschen mit Kenntnis zu Richard Wagner und dessen Nibelungensage rezitieren, besonders weil der Tresor Götterdämmerung heißt, was ja nicht nur die Endzeit des nordischen Götterpathos sondern ebenso den letzten Akt von Wagner´s Oper darstellt und jedem Deutschen, von Kindesbeinen an geläufig sein dürfte, zumindest im Verständnis des allgemeinen Amerikaners.

Von dieser Fehlbesetzung neben Ella Purnell abgesehen, auf die ich später zu sprechen kommen will, schafft es der Regisseur, mit diesem Werk mir mal wieder einen Zombiefilm näher zu bringen, welcher mir nicht nur wegen seinem gehörigen Bluteinteil und berstenden Körperteilen gefällt, sondern gerade wegen seiner, ähnlich wie bei The Girl with all the Gifts, unorthodoxen Idee, welche das Genre gleichsam mit der Idee der hier fast schon untereinander kommunizierend, fühlenden und sogar gebärfähigen Zombies auf ein neues Level bringt.

Auch die blutigen Aspekte sind-, ob des Waffeneinsatzes und der Tatsache, daß besagte Zombies schon immer anders mit ihrer Beute umgingen als die avantgardistischen Vampire einer Anne Rice oder Bram Storker-, mit all ihren herumfliegenden Gliedmaßen und drastischen Darstellung pointiert eingesetzt und wirken der Situation geschuldet in der man sich befindet auch nicht zwingend Gewalt verherrlichend.

All das, würde trotzdem die Geschichte nicht voran bringen, wenn man nicht einen halbwegs sympathischen Cast engagieren würde, der den Zuschauer animiert, an deren Schicksal teilhaben und mit ihnen mitfiebern zu wollen.

Gut, über das Für und Wider einzelner Schauspieler und ihre Qualitäten ließe sich streiten, aber im Falle von Ella Purnell scheint es mir, wie einst bei Mary Elizabeth Winstead´s Rolle als Lucy Gennero-McClane, daß man diese Figur als „Notlösung“ und Alibihandlung eingebaut hat, denn auch diese Rolle entbehrt nicht eines gewißen aufmüpfig, trotzigem Verhalten gegenüber der Vaterfigur (Dave Bautista) und macht fast während der gesamten Handlung keinen größeren Sinn, zumal man sich gegen Ende auch noch fragen muß, wie zum Geier die Figur so plötzlich zwischen einem Szenenwechsel verschwinden kann.

Allgemein ließe sich weiter diskutieren, ob Bautista und Konsorten wirklich nicht durch namhaftere Schauspieler hätten ersetzt werden können, aber immerhin ist jede Figur mit gleichviel Sympathie oder Antipathiefaktor ausgestattet, sodaß man eine Balance zwischen den Actionanteilen und der Geschichte der Figuren geschaffen hat, welche die Spielfilmlänge kaum langatmig erscheinen lässt.

Bautista selbst, ist der typische Actionheld, der mit militärischem Hintergrund ausgestattet diesem Leben dem Rücken kehrt, um mit der Familie ein normales Leben zu genießen, bis der Kern der Geschichte, welcher schon in den ersten fünfzehn Filmminuten deutlich macht, daß hier keine „Gefangenen“ gemacht werden, ihn zwingt seine gekannte Existenz aufzugeben.

Der Rest des Plots könnte jedem beliebigen Actionfilm, welcher aus einer Gruppe mit Elitesoldaten besteht die einen Auftrag erledigen müssen entnommen worden sein, denn mehr ist es im Prinzip nicht, wobei die einzelnen Charakter doch auch für eine eventuell kurzlebige Screenzeit ein gewißes Maß an Charme zu versprühen wissen.

So haben wir zum Beispiel, Samantha Jo, eine kanadische Schauspielerin, die bereits in einigen Filmen Snyders mitwirkte und hier Chambers gibt, eine Rolle, welche entfernt an die Testosteron geschwängerte Figur der Private Vasquez aus Aliens-Die Rückkehr erinnert, und mit ihrem Buddy Mikey Guzman (Raúl Castillo) ein ähnliches Duo bilden, wenngleich die Schauspielerin hier nicht nur optisch deutliche Vorzüge hat.

Natürlich darf der beste Freund des Einsatzleiters, den man nur Vanderohe zu nennen scheint und hier von Omari Hardwick, welchen man aus Serien oder Filmen wie Spiel auf Bewährung oder Kick Ass, kennen könnte, nicht fehlen. Eine Figur die obwohl sie anfänglich genau wie die vermeintliche Geliebte: von Bautista´s Figur, Scott Ward, mit Namen Maria Cruz, alias Ana de la Reguera, eher unscheinbar wirkt, doch eine zentralere Rolle spielen soll.

Hervorzuhebende Rollen wären, die Coyotin, Lily, alias Nora Arnezeder, die man eventuell bei Filmen wie Safe House oder Alexandre Aja´s Maniac bemerkt haben könnte, und hier mit ihrem kaltblütigen Zynismus ebenso brilliert wie die sarkastische Hubschrauberpilotin Peters, alias Tig Notaro Marianne. 

Gleiches gilt für den undurchschaubaren Leibwächter des Auftraggebers, namens Martin (Garret Dillahunt), welcher alle zwielichtigen Eigenschaften jener Filmencharaktere der 80er Jahre welche man im ersten Moment nicht einschätzen konnte, in sich zu vereinen sucht. Tanaka, der Auftraggeber selbst, dargestellt vom großartigen Hiroyuki "Henry" Sanada, bekommt meines Erachtens mal wieder zu wenig Screenzeit, dafür aber witzige Dialoge.

Auf der Seite der „Antagonisten“ muss man deren Entstehungsidee, welche in den ersten Minuten erzählt wird und weiterführend ihre Präsenz eines vermeintlichen Zombie-Königs, dargestellt von Robbie DeRaffele, respektive eine für einen Zombie nicht gänzlich unattraktive Königin, gespielt von Athena Perample (aus der großartig wenn auch schwer verdaulich zu nennenden Serie Them), unterstreichen, was wiederum neben dem beeindruckend sympathisch wirkenden Tiger Valentine von Siegfried und Roy als „Haustier und Grenzwächter“ ebenso Zeugnis für die Kreativität des Regisseurs ist, welcher die Geschichte auch schrieb.

Für mich ist es ein Film, welcher in seinem Metier mit sehr wenigen Schwächen einen durchschlagenden Eindruck zu erzeugen versteht, der wahrscheinlich auch ein Sequel bereithalten dürfte, von dem man nur hoffen kann, daß auch wieder Zack Snyder dafür verantwortlich zeichnet und er nicht zu einer Farce verkommt, die man dann solange auszuschlachten sucht bis auch die letzte innovative Idee sich selbst der Lächerlichkeit preisgegeben hat.

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Kommentare

24.05.2021 14:49 Uhr - Randolph Carter
1x
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Das ist ja ein witziger Zufall. Gestern habe ich den Film gesichtet und heute ist gleich ne Review am Start :-) Wieder einmal schön formuliert und angenehm zu lesen, danke dafür :-) Bei mir kommt der Film allerdings nicht so gut weg, fand den recht schnell ermüdend. Für mich war das ganze zu vorhersehbar, die Charaktere zu austauschbar und alles hat man irgendwie, irgendwo so ähnlich schonmal gesehen. Nebenbei wurde auch noch eine Szene fast 1:1 aus den "Silent Hill" Filmen entnommen. Ich würde den Film glaub ich ne 5 geben, weil er immerin gute Effekte und ein paar coole Szenen am Start hatte. Ein Sequel oder Prequel (weiss ich gerade nicht so genau) ist übrigens schon abgedreht. Von Schweighöfer persöhnlich inszeniert...

24.05.2021 14:52 Uhr - Ghostfacelooker
2x
User-Level von Ghostfacelooker 19
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24.05.2021 14:49 Uhr schrieb Randolph CarterDas ist ja ein witziger Zufall. Gestern habe ich den Film gesichtet und heute ist gleich ne Review am Start :-) Wieder einmal schön formuliert und angenehm zu lesen, danke dafür :-) Bei mir kommt der Film allerdings nicht so gut weg, fand den recht schnell ermüdend. Für mich war das ganze zu vorhersehbar, die Charaktere zu austauschbar und alles hat man irgendwie, irgendwo so ähnlich schonmal gesehen. Nebenbei wurde auch noch eine Szene fast 1:1 aus den "Silent Hill" Filmen entnommen. Ich würde den Film glaub ich ne 5 geben, weil er immerin gute Effekte und ein paar coole Szenen am Start hatte. Ein Sequel oder Prequel (weiss ich gerade nicht so genau) ist übrigens schon abgedreht. Von Schweighöfer persöhnlich inszeniert...


Herrje das lass ich dann mal lieber aus.
Danke fürs Kommentar. Sag ja auch nicht das die Charaktere nicht austauschbar gewesen wären, aber insgesamt ist der Film weniger schlecht als man allgemein liest.

24.05.2021 16:54 Uhr - CheesyAK47
1x
Super formulierte und faire Kritik. Ich fand ihn auch besser als das was man so liest....er ist etwas zu lang geraten aber das gehört bei Zack Snyder ja quasi dazu.

24.05.2021 17:25 Uhr - McGuinness
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Klingt nach grundsolider Unterhaltung, nicht mehr und auch nicht weniger.
Angemessener Blutzoll, sowie die Nennung einiger bekannter und mir stets sympathischer Namen wie etwa Nora Arnezeder oder Hiroyuki Sanada, tragen zur rundum positiv vorgestellten Review bei und erhöhen dabei die Chance auf eine zeitnahe Sichtung bei mir deutlich 😉

24.05.2021 18:17 Uhr - Ghostfacelooker
4x
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CheesyAK47 und mein lieber MCG danke euch beiden. Denke auch das wir alle schon schlimmere Filme sahen, oder im Vorfeld euphorisch und nach Sichtung deutlich enttäuschter waren, als von dem hier

25.05.2021 04:48 Uhr - CrazySpaniokel79
Hallo zusammen. Super formulierte Review aber bei mir als Zombie Fan kommt der Streifen leider gar nicht gut weg!! Höchstens 3-Max 4 und die wäre dann schon gut gemeint. Aber Filme wirken auf jeden anders und so soll es auch sein. Ich hatte mich bereits kritisch über die derben Drehbuchschwächen geäußert siehe Link https://www.schnittberichte.com/ticker.php?ID=9089 wären diese krassen Patzer im Script so oder ähnlich behoben worden hätte der Film stellenweise nicht wie ein Gehirnpups gewirkt. 🤣 aber wie gesagt toll formuliert und jedem das seine 👍✌️

25.05.2021 09:28 Uhr - Ghostfacelooker
1x
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25.05.2021 04:48 Uhr schrieb CrazySpaniokel79Hallo zusammen. Super formulierte Review aber bei mir als Zombie Fan kommt der Streifen leider gar nicht gut weg!! Höchstens 3-Max 4 und die wäre dann schon gut gemeint. Aber Filme wirken auf jeden anders und so soll es auch sein. Ich hatte mich bereits kritisch über die derben Drehbuchschwächen geäußert siehe Link https://www.schnittberichte.com/ticker.php?ID=9089 wären diese krassen Patzer im Script so oder ähnlich behoben worden hätte der Film stellenweise nicht wie ein Gehirnpups gewirkt. 🤣 aber wie gesagt toll formuliert und jedem das seine 👍✌️


Danke dir

28.05.2021 08:09 Uhr - jrtripper
eine gute arbeit für einen film der besser ist als sein ruf.
deine ausführungen decken sich absolut mit den meinen ansichten zu diesem werk.
ich glaube, ich habe ihn wirklich schon 5x gesehen, konnte aber nicht wirklich die negativen dinge finden, von dennen andere leute berichten.

28.05.2021 08:47 Uhr - Ghostfacelooker
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Erfahrungspunkte von Ghostfacelooker 7.600
28.05.2021 08:09 Uhr schrieb jrtrippereine gute arbeit für einen film der besser ist als sein ruf.
deine ausführungen decken sich absolut mit den meinen ansichten zu diesem werk.
ich glaube, ich habe ihn wirklich schon 5x gesehen, konnte aber nicht wirklich die negativen dinge finden, von dennen andere leute berichten.


5 mal...gibst zu immer wenn dein Sensei außer Haus ist gibst du die die Zombie-Ische^^^^^^^^

28.05.2021 13:16 Uhr - jrtripper
1x
nicht nur wenn sie außer haus ist, sondern bei jeder gelegenheit.
ich bin halt süchtig danach.
die für mich sehenswerten habe ich natürlich alle da, habe noch nicht nachgezählt, aber so um die 50 oder 60 zombiefilme werde ich vorrätig haben. ohne die serien berücksichtigt zu haben. da is alles bei, klassiker, trash usw.
egal welche sorte von filme, sie werden ohne erwartungen angeschaut, so kann ich mich überraschen lassen, in die eine, aber auch in die andere richtung.

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