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Dying Light

Herstellungsland:Polen, Kanada (2015)
Alternativtitel:Dead Stop (Projektname)
Bewertung unserer Besucher:
Note: 8,76 (21 Stimmen) Details

Inhaltsangabe:

Dying Light ist ein First-Person-Action-Survival-Horrorspiel in einer riesigen offenen und gefährlichen Welt. Im Laufe des Tages durchqueren Spieler ein weitläufiges Stadtgebiet, in dem es einen grauenhaften Virenausbruch gab, und durchsuchen die Gegend nach Vorräten und Waffen, um sich gegen die wachsende infizierte Bevölkerung zu verteidigen. Nachts wird der Jäger zum Gejagten, denn die Zombies werden dann aggressiver und gefährlicher. Am furchterregendsten sind die Jäger, die erst nach Sonnenuntergang auftauchen. Die Spieler müssen alles in ihrer Macht stehende tun, um bis zum Morgengrauen zu überleben. (http://dyinglightgame.com/?lang=de_DE)

eine kritik von dicker hund:

"Dying Light" ist ein Open-World-Zombie-Survival-Game aus der Ego-Perspektive und eines der wenigen aktuellen Spiele, die ihr Dasein noch auf dem Index fristen. Zu Grunde gelegt wurde hier die Fassung für die XBOX One, was leider wieder einmal zu Kritik auf der Meta-Ebene führt. Nach der langen Installation mit anschließender Update-Orgie ist der Spuk noch nicht vorbei, weil sukzessive immer wieder neue, unnötige Daten nachgeschoben werden, so dass es selbst sechs Jahre nach dem Release noch zu Wartezeiten im Halbstundenbereich kommen kann, weil überflüssige Aktualisierungen wie zum Beispiel die Werbung für den Nachfolger obligatorisch aus dem Netz gesaugt werden müssen.

Darf man endlich loslegen, knabbern im Prolog bereits die ersten Untoten einige bislang Überlebende an. Eine ambitioniert gesprochene Synchronisation, die zum Glück repräsentativ für das Gesamtprodukt ist, macht Lust auf den Titel. Zu gefallen weiß auch die detailreiche Grafik, auch wenn diese nicht ganz ohne Kantenflimmern auskommt. Atmosphärisch gefällige Hintergrundmusik ertönt, die in so mancher Situation noch das Alter Ego vor sich hertreiben wird. Auf diese Weise werden Höhepunkte wie der famose Weitblick von den Spitzen diverser Türme zum Erlebnis. 

Vom Spielgefühl her erinnert die Vielzahl nutzbarer Gegenstände an "Dead Rising", wohingegen für die Missionen zum Glück unbegrenzt Zeit zur Verfügung steht. Außerdem geht es tonal oftmals spürbar ernster zu, wobei Ausnahmen wie der Gewinn nutzloser Gegenstände bei einer Nerd-Mission oder das Abballern von Zombies für einen B-Film-Regisseur, der sich durch die echten Schlurfis die Budget-Kosten für das Make-up sparen möchte, durchaus ein wenig Humor (4/10) beisteuern. Präsenter ist jedoch der manchmal nachdrücklich inszenierte Horror (8/10), der bei Angriffen im Dunkeln - vor allem bei Einbruch der Nacht seitens der ultrafiesen "Jäger" - ebenso greift wie bei dem heftigen Anblick der leblosen Körper verzweifelter Suizidenten. Selbst die schwindelerregenden Akrobatik-Einlagen gehen mit dem pfeifenden Wind und der grell aufgezeigten Absturzgefahr in diese Richtung.

Von der Komplexität her zeigt sich die praktische Übersichtskarte ausgewogen. Dort können symbolisch hervorgehobene Bonusmissionen entdeckt werden, die durchaus etwas für sich haben. Zentrum des Geschehens sind jedoch die Haupt- und Nebenquests, die besonders ambitioniert gestaltet sind. Bei der Dramaturgie ist das Niveau-Gefälle zu besseren Genrefilmen allerdings frappierend: So bezeichnet Protagonist Crane eine Person, die er gerade erst kennengelernt hat, kurz nach deren Exitus allen Ernstes als seinen "besten Freund". Das sexlose (1/10) Verhältnis zum anderen Geschlecht könnte ebenfalls mitreißender sein. Erheblich professioneller wirkt da das hochmotivierende Upgradesystem, das für die persönliche Entwicklung des Überlebenskünstlers ebenso gilt wie für dessen Waffenarsenal. Letzteres bietet eine unübersichtliche Fülle von Nah- und Distanzalternativen, wobei erstere regelmäßiger Reparatur bedürfen. Das Auffinden benötigter Gegenstände erfordert vor allem anfangs etwas Geduld, zumal das Schlösser-Knacken einige Übung braucht und durchaus abwechslungsreicher sein könnte. Beim Einstieg erschweren auch einige Trial-and-Error-Passagen den Zugang, da sich die automatische Speicherung jedes Mal den Verbrauch der dringend benötigten Medi-Paks merkt. Da hilft nur sammeln und handeln.

Eintönigkeit kommt allerdings sonst kaum auf. So gibt die Community im geschützten Turm dem Rest der zurechenbaren Bevölkerung ein sympathisches Gesicht, das von gemeingefährlichen Psycho-Wracks außerhalb dieser solidarischen Gemeinde würdig kontrastiert wird. Gegen die Ablebe-Kannibalen und ihre so zu verstehenden geistigen Verwandten setzt man sich zunehmend effektiv mit Gewalt (8/10) zur Wehr, welche gerne einmal Gliedmaßen fliegen oder elektrogeschockte Opfer am Boden zappeln lässt. Diese kennen phantasievolle Mutationen wie übergroße Hammerschwinger oder "Kröten", die ätzend grünes Zeug verspucken. Äußerst gelungen ist das Tool, tollwütige Renner unter das sonst klassisch schleichende Moder-Volk zu mischen. Den hoch riskanten Auseinandersetzungen mit diesen Gesellen lässt sich nur durch Lärmvermeidung ausweichen. Mit Wonne darf dagegen gesprengt und geballert werden, sobald größere Innenareale betreten werden. Denn dort kommen die kreischenden "28 Days Later"-Verschnitte nicht hinein.

Nach alledem ist "Dying Light" nicht völlig tadellos gelungen, in der Gesamtschau aber noch immer ein hervorragendes Spiel (9/10 Punkten). Mit einem flammenspeienden Katana durch die Massen zu jäten, an Baugerüsten um Antennenmasten zu hangeln oder mit einem Wurfhaken über die fernöstlich konnotierten Dächer der Stadt Harran zu schwingen, macht schon bemerkenswert viel Spaß. Nur abgebrühte Zocker werden hier zum Ende kommen, ohne jemals zusammengezuckt zu ein oder ein leises "Krass, ey!" ausgestoßen zu haben. 

 

9/10
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Kommentare

30.07.2021 19:52 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 8
Erfahrungspunkte von McGuinness 875
Ein Titel, der mich nie so recht überzeugen konnte (anders hingegen deine Review 😉) und den ich mitunter frustrierend schwer fand... besonders nachts 😒
Als mein Favorit stach und sticht immer noch " Dead Island " 🧟‍♂️🌴🧟‍♀️ heraus, auf dessen zweiten Teil (wenn er denn mal endlich kommt) ich wahnsinnig gespannt bin.

02.08.2021 12:27 Uhr - dicker Hund
1x
User-Level von dicker Hund 16
Erfahrungspunkte von dicker Hund 4.516
Hallo McGuinness, "Dead Island" habe ich bislang nicht gespielt. Was die Nächte in "Dying Light" betrifft, kann man sie meistens meiden. Mit den Upgrades wird die Flucht vor den Jägern auch einfacher. Der zweite Durchgang hat mir mehr Spaß gemacht als der erste, was meiner Meinung nach für das Spiel spricht.

03.08.2021 11:56 Uhr - McGuinness
1x
DB-Co-Admin
User-Level von McGuinness 8
Erfahrungspunkte von McGuinness 875
Durchgespielt hatte ich diesen Titel zwar, es dann aber auch dabei belassen.
Dennoch schön zu lesen, dass dir ein zweiter Durchgang mehr Freude bereiten konnte 😊

Besagtes " Dead Island " gefällt mir u. a. deshalb auch so gut, weil der tropische Schauplatz auf der Insel Banoi einfach wunderbar in Szene gesetzt worden ist und ich in diesem Szenario so richtig aufgehen konnte ☀️🌴😎

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