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In Search of the Last Action Heroes

Herstellungsland:Großbritannien, USA (2019)
Standard-Freigabe:FSK 12
Genre:Dokumentation
Bewertung unserer Besucher:
Note: 7,40 (5 Stimmen) Details
inhalt:
Diese Dokumentation wirft einen Rückblick auf diverse Actionfilme und Kultfilme des Actiongenres ab den 1980er-Jahren. Eine Retroperspektive mit Ausschnitten aus vielen Werken der damaligen Zeit, etwa RoboCop, Lethal Weapon, Rambo, Phantom Kommando, A Better Tomorrow, Stirb langsam u. v. m.

Trailer:
#1: https://www.youtube.com/watch?v=RCrhCoBNkgU
#2: https://www.youtube.com/watch?v=XvYQcz2wmQQ
Diese Kritik enthält Informationen über den späteren Handlungsverlauf der Geschichte.
eine kritik von kaiser soze:

Im April 2021 wurde ich auf die angekündigte Doku übers Actionkino - vor allem der 80er- & 90er-Jahre 

In Search of the Last Action Heroes

(2019) von Oliver Harper aufmerksam (Ticker + Trailer). Harper dürfte dem ein oder anderen durch etwa durch seine Youtube-Filmreviews bekannt sein. Zack, fürn 10er die Blu-ray-Amaray vorbestellt, die Woche erhalten und gesichtet. Wilde Thesen, viel Nostalgie und schwankende Qualität wurde geboten - aber der Reihe nach.

Nach einer zwei minütigen Einleitung als Leckerbissen mit Ausschnitten von dem, was in der Doku gezeigt werden würde, hören wir diversen Personen aus der Filmwelt oder besser der Actionfilmwelt -  Regisseure, Autoren, Stars und Sternchen usw., etwa: Scott Adkins (quasi als jüngster), Shane Black, Paul Verhoeven, Cynthia Rothrock, Eric Roberts, Mark l. Lester u.v.m. - vor allem vergangener Dekaden bei Rückblicken und Erzählungen über das Actiongenre zu. 

„Aber Actionfilme als Genre, als Idee, das kam erst in den 80er-Jahren.“

Okay, steile These, wenn man an Bruce Lee, James Bond u.v.m. denkt, aber es wird erläutert, dass Filme gemeint sind, deren Spielzeit zu mindestens 50% Action vorweist und vorher eher Western, Krimis und Co existierten, die auch Action boten. Ich denke zwar trotzdem, dass das Actiongenre älter ist, aber lassen wir den Einstieg mal so stehen.

Was mich von Anfang an etwas störte, war, dass jede Person nur wenige Sekunden am Stück etwas sagt und dann zur nächsten Person gesprungen wird. Durch die koordinierten Aussagen ergibt sich zwar ein zusammenhängendes Gespräch - übrigens mit O-Ton im Hintergrund, wie man das von DMAX kennt - aber der ständige Wechsel wirkt zuweilen etwas eintönig-ermüdend. Das legt sich im Laufe der Zeit und die Leute bekommen etwas länger Zeit, was dann auch besser wirkt.

„Und ich fragte, was ist ein Mad Max 2.“

Glücklicherweise werden zwischen den Kommentaren immer wieder kurze Filmszenen eingespielt, seltenst sogar Archivmaterial, Filmcover werden zur Veranschaulichung eingeblendet und es werden gaaaanz viele Actionfilme erwähnt. Erwähnt im Sinne von genannt, besprochen (über 10 Sekunden am Stück) werden eher weniger, die Wichtigsten halt, wie Rambo 1-3, Terminator 1+2, aber später auch (finanziell eher) Flops, wie Last Action Hero

Bei der Besprechung der 80er-Jahre is wirklich viel Herzblut eingeflossen, man merkt die Begeisterung für diese Zeit bzw. Filme aus dieser Dekade. Die Entwicklung und Veränderung der Gesellschaft, des Geschäfts und der Filme wird anhand des Videobooms / DtV & Kino, B-Movies, Actionstars mit Muskeln als Vorbilder, Merchandising, Filmmusik  und Co beschrieben - von Ein Mann sieht rot über Mad Max, Der Mann mit der TodeskralleDer Weiße Hai (Rückblick 70er) über Indiana Jones, Arnie und Sly mit Ihren wegweisenden Filmen bis Genremixturen, a la Nur 48 Stunden, Beverly Hills Cop , Ninja- & Asia-Filme (eher angerissen) oder auch weitere Klassiker mit Genreeinfluss, wie Phantom Kommando u.v.m.

„Man konnte die Filme nach Hause mitnehmen und sich unbearbeitet, unbeschnitten ansehen.“

Das stimmte nicht mal in den USA, Stichwort Erotik... ach was sag ich halbnackter arm, aber aus deutscher (Filmfan-)Sicht: Hui. Kleiner Verweis auf Kuriositäten-Special.

Der finanzielle Reiz der Filme und Filmreihen mitsamt Labeln, wie Cannon Film / MGM, wird als Ausgangslage der Produktionen gesehen, es ging ums Geld und das Publikum erhielt das, was es haben wollte bzw. wofür es bezahlte. Die entsprechende Entwicklung der Filme, Darsteller und Produktionen mit Beispielen, wie Rambo 2, Aliens, RoboCop, Predator, Lethal Weapon, Stirb langsam, Bloodsport, Best of the BestTango & CashDie totale Erinnerung u.ä. können begeistern, die Menge zeigt aber auch wieder, wie oberflächlich und kurz ein solch komplexer Gesamtüberblick daherkommt.

Mit Terminator 2 wird die Revolution der Special Effekte und die 90er eingeläutet, John Woo mit The Killer, Hard Boiled in (gefühlt) 20 Sekunden abgehandelt, aber Uni Sol, Street Fighter, True LiesSpeed, The Rock und Co dafür etwas besser besprochen. Ab hier ist der Großteil des Herzblutes weg. Im viel zu schnellen Durchlauf werden ein paar Filme genannt und das dümmliche Nörgeln beginnt. Die angesprochenen Entwicklungen, dass Actionstars durch Schauspieler ersetzt (teils mit Doubeln) wurden und die Wackelkamera leider Einzug erhielt (Bourne & neuere Bonds), sind zwar korrekt, aber ab Matrix wirds schlicht konfus.

„Die Filme sind heute wichtiger als früher.“

Auf der einen Seite werden am laufenden Band zig sehr gute Actionfilme und -stars von heute / nach 2000 benannt, - etwa End of Days (VÖ), The Expendables 1+2, Fast and the Furious-Reihe, Undisputed 2+3, Ong-Bak, 300, The Raid, 96 Hours, John Wick, M:IEscape Plan, moderne Fortsetzung usw. - gesagt wird aber, dass es nur früher gut war. Widersprüchlich. Und falsch. Das regt mich als Actionfilmfan von Filmen damals, wie heute, echt auf.

Das passt dann dazu, dass etwa die bescheidene Best of the Best-Reihe recht ausführlich besprochen wird (für den hiesigen Rahmen), die Karate Tiger-Reihe oder gar Brandon Lee aber nur mit dem Erstling kurz angerissen wird oder das Stars bzw. Ihre Filme, wie Jason Statham, Jet Li, Tom Berenger, Vin Diesel, Mark Wallberg, Jean Reno, Leo DiCaprio, Gerard Butler, Denzel Washington und all die anderen nicht vorkommen oder zB der auf dem Frontcover zwar William Zabka als Johnny Lawrence zu sehen ist, Karate Kid & Cobra Kai aber nicht erwähnt werden. 

Vor allem aber das oberflächliche stört. Man hätte doch einfach eine Doku über die 80er und deren Actionfilme bringen können, statt solch einen halbgaren Rückblick auf die 90er und Vollkatastrophen-Umsetzungen ab dem neuen Jahrtausend krampfhaft anzuhängen. Knappe 140 Minuten mit Szenen während des Abspanns sind nicht kurz, aber hätte man die Leidenschaft, die bei der Besprechung der 80er an den Tag gelegt wurde, durchgezogen, wäre die Besprechung jeder Dekade 140 Minuten lang (und selbst dann wäre vieles nur angerissen)!

Kurzum:

Einleitung Ansichtssache, aber okay. Widerspricht aber später gezeigtem 06-07 von 10 Punkten
80er: Sehr schön mit viel Herzblut, aber teils zu abgehakt und kurz 09 von 10 Punkten
90er: Die Leidenschaft lässt nach, viel zu wenig, aber immer noch mind. ok 06-07 von 10 Punkten
ab 00er: Katastrophe. Da hätte man lieber zeitlich früher Schluss machen sollen 01 von 10 Punkten

Da das Hauptaugenmerk auf den 80er-Jahren und diesen Filmen liegt und die 90er- noch okay bis ganz gut angerissen sind, gibbet insgesamt (maximal)

07 von 10 Punkten

Die Doku hat sich in Hinblick auf die 80er gelohnt, aber vom Rest bin ich doch enttäuscht. 

7/10
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Kommentare

06.06.2021 17:37 Uhr - cecil b
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Eine sehr interessante Vorstellung, toll und vielseitig zusammengefasst!

"Knappe 140 Minuten mit Szenen während des Abspanns sind nicht kurz, aber hätte man die Leidenschaft, die bei der Besprechung der 80er an den Tag gelegt wurde, durchgezogen, wäre die Besprechung jeder Dekade 140 Minuten lang (und selbst dann wäre vieles nur angerissen)!"...usw. : nachvollziehbar.

Man muss nicht alles unter einen Hut bringen.

Die pingelige Tante Edith wieder ;) :" Katastrophe. Da hätte man liber zeitlich früher Schluss machen sollen."




06.06.2021 18:12 Uhr - McGuinness
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Als großer Freund des 80er - und 90er - Jahre Krawall - Action - Kinos, wäre diese Dokumentation für mich durchaus interessant, doch lässt mich deine fabelhafte Besprechung dann doch etwas Abstand nehmen, da mir die schnellen Wechsel bezüglich der Personen und ihren Aussagen ebenfalls sauer aufstoßen würden und ich sicherlich noch gerne mehr über das ein oder andere Werk erfahren hätte.
Die vernichtende Wertung 01/10 Punkten zum Abschluß, werte ich als weiteren Negativfaktor, um mir diese Dokumentation dann letzten Endes doch nicht anzusehen oder eventuell sogar zuzulegen.

Für deine ausführliche und tolle Darstellung danke ich dir jedenfalls, welche mich vermutlich vor einem Blindkauf bewahrt hat 😉 auch wenn 07/10 Punkten in der Gesamtwertung auf alles andere als ein schlechtes Ergebnis deuten.

07.06.2021 00:45 Uhr - Kaiser Soze
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@cecil

Danke Dir! (+ ist korrigiert)
Ist das überhaupt was für Dich? Also rein vom Interessensgebiet her.
Bei Dir - nicht bös gemeint - könnte ich mir vorstellen, dass Du die meisten genannten Werke allenfalls vom Namen her kennst. Also falls Du mal was Gutes sehen willst, ich persönlich kann quasi jeden oben genannten Titel empfehlen^^

@McGuinness

Vielen lieben Dank!
"Als großer Freund des 80er - und 90er" - na, da lohnt es sich ja wg der 80er eigl doch problemlos: 09 von 10 Punkten ;-D der Abgesang auf moderne Kino ist für mich halt DAS Problem, aber ja, die 90er werden im Vgl zu den 80er auch weniger intensiv u.ä. besprochen. 07 von 10 Punkten sind okay bis (fast) ganz gut! Ich schreib Dir ma ne PN!



07.06.2021 07:22 Uhr - CheesyAK47
1x
Sehr gut besprochen. Schade, auf diese Doku hatte ich mich sehr gefreut. In der ARD Mediathek ist noch die „The Movies“ Dokumentation der Hollywood Filme ab ca 1920 bis heute (ca 2018). Ist als Serie mit 12 Folgen aufgemacht und lässt sich für jedes Jahrzehnt 2 Folgen Zeit. Trotzdem kommen viele Filme viel zu kurz.... es gibt einfach so viele Filme über die sich reden lässt.

07.06.2021 09:18 Uhr - Draven273
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Das hört sich zumindest für mich so interessant an, dass ich da mal einen Blick reinwerfen werde. Vielen Dank für diese Vorstellung. :)

07.06.2021 16:51 Uhr - cecil b
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Kaiser Soze: "Also falls Du mal was Gutes sehen willst, ich persönlich kann quasi jeden oben genannten Titel empfehlen."

Einige davon kenne ich. Sind ja auch viele Klassiker dabei. Nicht jeden der genannten Titel würde ich einem wirklich guten Film zusprechen.

Es ist ein weites Feld, was Filme gut macht.

Ich hab vor Kurzem IN DEN STRAßEN DER BRONX besprochen. Den finde ich sehr gut, der ist aber eher bekannt (dir doch bestimmt auch?), als viele andere Filme, die ich sonst oft bespreche. STADT DER FRAUEN, den du ja kürzlich erwähnt hast, ist von Fellini, der einen Ehrenoscar für sein Lebenswerk erhalten hat.

Über TÖDLICHE VISIONEN schriebst du "Ich fand den scheiße, glaube ich :D" , Frank Trebbin gab dem 5 von 5 Punkten, ich 8: Es ist auch einfach Ansichtssache. ;)

Es ist auch Geschmackssache, aber danke für die Empfehlung. Für mich hast du eine interessante Vorstellung geschrieben, auch wenn mich diese Filme meistens weniger interessieren. Oder nicht mehr so wie früher, als ich sie verschlungen habe.

08.06.2021 18:45 Uhr - Kaiser Soze
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@CheesyAK47
Och, schau Dir die Doku ruhig ma an. Insgesamt ist die ja "ganz gut", der 80er-Part ist an sich gelungen und macht Spaß :) Aber ja, mMn zu punktuell und der Endpart halt...

@Draven273
Danke Dir & viel Spaß beim Schauen!

@cecil b
Aus meiner Sicht ist das Schöne an den oben gelisteten Werken, dass diese entweder (sehr) gute Filme und / oder (auf Ihre Art) mega unterhaltsam sind und / oder Ihren eigenen Stil / Besonderheit aufweisen. Aber ja, Geschmackssache :)

08.06.2021 21:45 Uhr - cecil b
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Dasselbe kann ich über die meisten Filme 'sagen', die ich als besonders gut bewerte. Der Rest ist, wie du schon schreibst, Geschmackssache. :)

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